DEKA Algarve

DEKA Algarve 

Deutschsprachige Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde im Algarve.

Unsere Gottesdienste finden in der Capela de Nossa Senhora da Encarnação in Carvoeiro statt.

 Es wird gebeten die obligatorische Maske mitzubringen.  

       Kapelle Innen

 

 Gott segne Sie und behüte Sie. 

Porta patet, cor magis 

(Die Tür ist offen, unser Herz noch mehr) 

 

 Die Monatslosung für Juni 2021 steht der Apostelgeschichte  (5,29)

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!
πειθαρχειν δει θεω μαλλον η ανθρωποις
Antes, importa obedecer a Deus do que aos homens

(mehr Gedanken dazu finden  hier: Monatslosung Juni)

 

 

2. Sonntag nach Trinitatis - Martin Buber (* 8. Februar 1878 + 13. Juni 1965) 

 

 

Am 13. Juni 1965 starb der jüdische Sozialpsychologe, Theologe, Philosoph und Schriftsteller Martin Buber. In Wien geboren wuchs er nach Scheidung seiner Eltern bei seinem Großvater im damaligen Lemberg (heute Lwiw; Ukraine) auf. Dieser Großvater war ein bekannter jüdischer Gelehrter und der Bewegung der Chassidim zugetan. Die Chassidim waren eine orthodoxe Gruppe, aus der Katastrophe der Judenpogrome des 17. Jahrhundert entstanden, die sich streng an Thora und Kabbala hielt. Auf das persönliche, mystische Glaubenserleben kam es an. Später (1949) wird Buber die ‚Erzählungen der Chassidim‘ herausgeben. Nach der Schule studiert Buber in Wien, Berlin, Leipzig und Zürich Philosophie, Germanistik und Psychiatrie. Er ist Teil des aufkommenden Zionismus z. Bsp. als Redakteur der Zeitschrift ‚Die Welt‘. Von 1906 bis 1916 lebt er mit seiner Frau in Berlin, danach bis 1938 in Heppenheim. Ab 1919 ist der Professor an der Universität Frankfurt. Dort beginnt er mit Franz Rosenzweig die Übersetzung des Alten Testaments. Erst im Alter wird er sie beenden. Vielleicht trieben ihn zwei Motive. Einmal der wirkungsmächtigen, aber eben auch antijudaistischen Übersetzung Luthers etwas entgegenzusetzen. Eine Adresse an die protestantische Mehrheitsgesellschaft. Zum andern will er den nach seiner Meinung zu sehr in die deutsch-christliche Mehrheitsgesellschaft assimilierten Glaubensgenossen die eigene jüdische Sprach- und Denktradition nahe zu bringen. Er wollte über die deutsche Sprache das hebräische Original hörbar machen. Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Die Erde aber war Irrsal und Wirrsal. Finsternis über Urwirbels Antlitz. Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser. Gott sprach: Licht werde! Licht ward. Mit Beginn der Machtergreifung legte Buber seine Frankfurter Professur nieder. Nachdem ihm 1935 alle Auftritte verboten wurden, verließ er 1983 Deutschland in Richtung Palästina. Er bezeichnete seine Rückkehr als ‚Alija‘(Einwanderung). Das Wort wurde ursprünglich für die Rückkehr von Juden aus dem babylonischen Exil gebraucht. Er wird Professor für Sozialpsychologie in Jerusalem, ist erster Präsident der Akademie der Wissenschaften Israels. Politisch steht den Kibbuzim nahe und tritt für eine jüdisch-arabische Verständigung ein. Auch als Philosoph fand Buber mit seiner Schrift ‚Ich und Du‘ viel Beachtung. Menschliche Beziehungen verdanken sich einem Zwischenraum, der ihnen aber nicht zur Verfügung steht, aber gerade deshalb das Menschsein als wirklicher Beziehung ermöglicht. Öffnet man sich der Begegnung mit dem Anderen, lässt sich auf ein Gespräch ein, werden die sich so miteinander Sprechenden wirklich begegnen. Man will den anderen nicht von den eigenen Vorstellungen überzeugen, sondern erlebt den Anderen in seiner Andersheit, die es zu verstehen gilt. Das macht im tiefsten Wesen die Beziehungen zwischen Menschen aus. Nicht zuletzt hat Buber eine gewichtige Stimme im jüdisch-christlichen Dialog. Jesus war für Buber ein Jude und nicht der Christus (Messias) als Erlöser und Gottessohn. Das Christentum beginne mit Paulus, die ersten ‚Christen‘ betrachteten sich als Juden. Eine Position, die heute von der Theologie geteilt werden kann.

Im Gottesdienst geht es um einen Abschnitt aus dem ersten Brief des Paulus an seine korinthische Gemeinde. Er gibt den Menschen im Wirrwar ihrer Findung als christlicher Gemeinde einige Hinweise, wie das gelingen könnte.   Den ganzen Gottesdienst finden sie unter der Rubrik "Gedankensplitter"

 

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