Gedankensplitter

 

Monatslosung Mai 2021 Sprüche Salaomons 31,8.9

פְּתַח פִּיךָ לְאִלֵּם אֶל דִּין כָּל בְּנֵי חֲלוֹ; פְּתַח פִּיךָ שְׁפָט צֶדֶק וְדִין עָנִי וְאֶבְיוֹן

Öffne deinen Mund für die Stummen, für alle Hilflosen! Öffne deinen Mund zum gerechten Richterspruch, schaffe Recht dem Elenden und Armen!
Abre a boca a favor do mudo, pelo direito de todos os que se acham desamparados. Abre a boca, julga retamente e faze justiça aos pobres e aos necessitados.

Die Losung für den Monat Mai steht im Buch der ‚Sprüche Salomons‘, hebräisch מִשְלֵי שְׁלֹמֹה mišlej šəlomoh. Es wird dem großen König Salomon zugeschrieben, stammt jedoch aus verschiedenen Zeiten und Quellen. Es ist ein langsam gewachsenes Buch, das wahrscheinlich auch in verschiedenen Versionen tradiert wurde. Die jüdische Theologie nimmt König Hiskia (725 -696 v. Chr) als Herausgeber an. Manche Teile werden in Zusammenhang gebracht mit einer ägyptischen Spruchsammlung des Amenemope (1500-1000 v. Chr). Das Buch der Sprüche Salomons gilt als ein bedeutendes Zeugnis für jüdische Weisheit und Lebensphilosophie. Im Unterschied zu Hiob oder dem Prediger Salomon werden positive Lebensregeln zusammengestellt. Wer sich daran hält, dem wird es gut gehen. Die Theologie ist von eine klaren ‚Tun-Ergehen‘ Zusammenhang geprägt. Was ich säe, werde ich auch ernten. Dafür steht Gott. Manche Abschnitte lesen sich wie ein Lehrplan für den Unterricht eines Königs. So auch der Abschnitt, aus dem die Monatslosung genommen ist. Da ermahnt eine Königinnenmutter ihren Sohn. „Ach mein Auserwählter, ach du Sohn meines Leibes, ach mein gewünschter Sohn, lass nicht bei den Weibern deine Kraft und gehe nicht Wege, die Könige verderben! Königen … ziemt es nicht, Wein zu trinken… Wenn sie trinken, vergessen sie das Recht und verderben die Sache der elenden Leute. Gib starkes Getränk denen, die am Umkommen sind, und den Wein den betrübten Seelen, dass sie trinken und ihres Elends vergessen und ihres Unglücks nicht mehr gedenken.“ Mal abgesehen von der etwas abwegigen Idee, dass Alkohol ein Problemlöser für Menschen in Not sein könne, ist der Gedanke doch, dass ein König nüchtern und unter Beachtung des geltenden Rechts seine Geschäfte führen soll. Gerade deshalb soll er sich für Schwache und Hilflose einsetzen, seine Stimme erheben. Öffne deinen Mund für die Stummen, für alle Hilflosen! Öffne deinen Mund zum gerechten Richterspruch, schaffe Recht dem Elenden und Armen! Eine Erwartung von Rechtsstaatlichkeit und sozialem Gewissen, die wir noch heute an die richten, die uns regieren. Aber sie gilt natürlich auch für uns. Sonst wäre unsere Erwartung an Regierende nur eine Delegation unserer eigenen Verantwortung. Nichts wert und eine peinliche Entlastung unseres Gewissens. Gerade die Pandemie macht uns das deutlich. Da zeigen sich viele, die eher an sich denken, ihr Leid beklagen, das angeblich durch einschränkende, aber schützende Maßnahmen, die Leben retten wollen, herbeigeführt wird. Und es wird offenbar, wer begriffen hat, was eine Pandemie ist, wer die Kränkung ertragen kann, dass ein ohne Wirt nicht lebensfähiges Virus uns ziemlich hilflos sein lässt und uns vor sich hertreibt, wer sich also in Menschen einfühlen kann, die auf Intensivstationen um ihr Leben ringen, die diese Menschen pflegen, sich einfühlen kann in Menschen, die zwar genesen scheinen, aber an ‚long covid‘ erkranken, denen Covid19 also einen chronischen Krankheitsverlauf beschert. So könnte es gerade jetzt unsere Aufgabe sein, unsere Stimmen für die zu erheben, die nicht reden können, weil sie an einer hoffentlich lebensrettenden Beatmung hängen, und für die, die womöglich ihr Leben lang unter den Folgen der Virusinfektion zu leiden haben.

Pastor em. J.-Stephan Lorenz, Uz. Sesmarias, lote 84, 8400-565 Carvoeiro (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! – 351 960 244 439)

 

 

 

Deutschsprachige Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde im Algarve (DEKA)

Gottesdienst am Sonntag Rogate 9. Mai 2021

Gesegnet Gott, der mein Gebet nicht abwandte, seine Huld nicht von mir! Psalm 66

Geläut 

  -  Musik zum Anfang 

Salutatio: P: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. P: Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, P+G: der Himmel und Erde gemacht hat. Amen

Confiteor:
Gesegnet Gott, der mein Gebet nicht abwandte, seine Huld nicht von mir. So heißt es im Psalm 66. Wir hören diese Worte. Spiegeln sie unsere Erfahrung wider? Ist unser Erleben nicht oft von dem Gedanken geprägt: noch nicht einmal Gott hört uns, geschweige denn, dass er gnädig ist. Glauben, hoffen wir, dass Gott uns hört, und gütig zu uns ist? Wir Christen gehen in den Gottesdienst, um das tröstende Wort Gottes zu hören, IHN in Gebet und Lied anzurufen. Damit erinnern und stärken wir uns in unserer Hoffnung, dass Gott uns hört, sieht und uns gnädig ist. Denn unsere Erfahrung lehrt uns ja auch: wir Menschen machen mit dem Gedanken, wir wären von Gott verlassen, unser eigenes und das Leben vieler anderer Menschen oft noch mehr zur Hölle, als es ohnehin schon ist. Deshalb beten wir am Anfang: Allmächtiger Gott, erbarme dich unser, vergib uns unseren kleinen Glauben und führe uns zum ewigen Leben. Lass uns mit einem unbeschwerten Herzen und fröhlichen Lippen diesen Gottesdienst feiern durch Christum, unseren Herrn. Und wir erhalten zur Antwort, was durch diesen Gottesdienst bestätigt werden möge: Gott hat sich unserer erbarmt, er ist uns in Jesus Christus begegnet, durch ihn versteht und vergibt er uns. Alle, die darauf hoffen, sind Gottes Kinder und leben durch seinen Heiligen Geist. Wer das glaubt und getauft wird, der wird auch selig werden. Das verleihe Gott uns allen. Amen

Lied EG 166 Tut mir auf die schöne Pforte 

Psalm 95
Halleluja. Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft – Halleluja - noch seine Güte von mir wendet.
Kommt herzu, lasst uns dem Herrn frohlocken und jauchzen dem Hort unseres Heils.
Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen.
Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat.
Denn ER ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide.
Halleluja. Mit fröhlichen Schall verkündet dies und lasst es hören, Halleluja! Der Herr hat sein Volk erlöst. Halleluja!

Gloria:
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
P: Kyrie eleison G: Herr erbarme dich
P: Christe eleison G: Christe erbarme dich
P: Kyrie eleison G: Herr erbarm dich über uns
P. Ehre sei Gott in der Höhe – G: Und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen

Gloria in excelsis:
Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr‘ und Dank für seine Gnade, darum das nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgfalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn‘ Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende. P: Der Herr sei mit euch - G: Und mit deinem Geist.

Kollektengebet:
Gott, der Du uns tröstest in unserer Angst, sei uns gnädig und erhöre unser Gebet. Von DIR kommt das Gute, Vollkommene, wir aber sind fehlbare, von Irrtum zu Irrtum uns vortastende Menschen. Wir bitten DICH: erleuchte uns durch deinen Geist, damit wir erkennen, was gerecht ist, gibt uns auch die Kraft, es zu tun. Lehre uns beten, lass uns bedenken, dass Hilfe zu leben allein von DIR kommt. Das bitten wir im Namen Jesu Christi, der mit DIR und dem Heiligen Geist lebendig macht. Amen

Lied EG 107 Wir danken dir Herr Jesu Christ 

Lesung aus dem 1. Brief an Timotheus (2, 1-6)
Meine erste Bitte: Für alle Menschen sollt ihr bitten, beten, flehen und Gott danken. Betet für die Könige und alle, die Macht und Verantwortung haben, dass unser Leben in eine Friedenszeit fallen möge, in der wir frei sind von Angst und keiner uns verbietet, an Gott zu glauben und ihn allein anzubeten. So ist es der Wille Gottes, unseres Erlösers. Er will, dass alle Menschen dadurch erlöst werden, dass sie ihn als die wahre Wirklichkeit kennenlernen. Denn es gibt nur einen Gott und nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, den Menschen Jesus Christus. Er hat sein ganzes Leben e für alle Menschen eingesetzt, um ihre Sündenschuld durch seine Gerechtigkeit aufzuheben. So bezeugen wir es durch unseren Glauben, jetzt da Gott es so will.
Hallelujavers: P: Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. G+P: (EG 181.1) Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. P: Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht abwandte, und seine Huld nicht von mir. G+P: (EG 181.1) Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. P: Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. G+P: (EG 181.1) Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Lied: EG 155 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend

Lesung aus dem Evangelium des Johannes (16, 23b-28)
P+G: Ehre sei Dir, Herre
Wahrlich, wahrlich ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er's euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprichwörter geredet. Es kommt aber die Zeit, dass ich nicht mehr durch Sprichwörter mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An dem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum dass ihr mich liebet und glaubet, dass ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.
P+G: Lob sei DIR o Christus

Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Lied EG 114 Wach auf, mein Herz 

Predigt (Lukas, 11. Kapitel, Vers 5 - 13)
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen

Beten ist nicht leicht! Als wir klein waren, haben wir vielleicht mit unseren Eltern gebetet: "Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein." Oder "Müde bin ich, geh’ zur Ruh..." Beten wir heute auch noch dem Einschlafen?

Ist Hans zum Mittagessen eingeladen bei gutbürgerlichen Leuten. Das Essen kommt auf den Tisch. Hans legt los. Fragt ihn der Hausherr. Betet ihr nicht vor dem Essen? Antwortet Hans: Nein, meine Mutter ist eine gute Köchin! Sprechen wir ein Tischgebet?

Später im Leben hört das Beten vielleicht ganz auf. Die Kindergebete treffen nicht mehr die Fragen des eigenen Lebens. Wir sprechen nicht über unseren Liebeskummer und Streit, über Leistungsdruck und unsere Einsamkeit, über Lebens- und Todesangst und unsere Sehnsucht.
Mit eigenen Worten zu beten, ist schwierig. Kann man mit Gott reden wie mit einem anderen Menschen? Gehört dazu nicht eine Antwort? Wo bleibt die beim Beten? Sagte ein Oberarzt im Krankenhaus zu mir. Sie können ja ruhig zu Gott beten, aber wenn er ihnen antwortet, dann kommen Sie bitte zu mir.

Manchmal wünscht man sich einfach jemanden, der nur zuhört, nichts sagt, keinen Ratschlag gibt, Zeit hat zu hören. Aber manchmal braucht man auch jemanden, der einem zeigt, wie er "mit - leidet", "mit - erschrickt" und ratlos ist, der bei einem ist, so dass sich die eigenen Gedanken und Gefühle klären, die Aufregung beruhigen und man wieder ein Stückchen weiter sehen kann.

Gibt es das beim Beten auch? Nicht nur mir fallen Situationen ein, wo ich wirklich von Herzen gebetet habe, und wo nichts geschah. Warum hat Gott da nicht geholfen? Wozu also beten?

Andererseits hat das Beten eine Art "Zauberkraft". Mit einem Menschen, der traurig ist, zu beten, seinen Kummer in Gebetsworte zu fassen, wirkt oft, als würde ein Stein von seinem Herzen gelöst, eine Klammer zerrissen. Wirkt gegen Furcht und Angst.

Beten ist ein sonderbares Phänomen! Manchmal scheint es, als würden wir Worte nur hinaus blasen in den endlosen Raum, ohne Echo, ohne Antwort, ohne Gewinn. Und dann gibt wieder es Momente, wo gerade beten das Unmittelbarste und Selbstverständlichste ist. Denken Sie nur an Stoßgebete bei einem drohenden Unheil. Nichts anderes scheint uns dann naheliegender als zu rufen: Gott hilf jetzt!

Im Rückblick können wir manche Situation benennen, wo Gott uns geholfen hat, wo er unser Gebet erhört hat. Vielleicht ein wenig anders als wir es uns vorstellten, aber doch: erstaunlich und wunderbar!
Beten ist schwer. Das fanden auch die Jünger, die an Jesus erlebten, wie er betete. "Lehre uns beten!" baten sie. Sie spürten, dass Jesus daraus eine Kraft gewann, die sie auch erfahren wollten.
"Lehre uns beten!" Jesus lehrte sie daraufhin das Gebet, das wir alle von ihm gelernt haben: das Vaterunser. Jesus wusste, dass dieses Gebet unsere Gedanken sammeln, unserer Sprachlosigkeit Worte verleihen kann.

Aber die Jünger wollten mehr. Jesus versteht ihren Wunsch. Darum erzählt Jesus folgende Geschichte:
Wenn jemand unter euch einen Freund hat und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote;
denn ein anderer Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann, und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen, und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben. Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, dann wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, soviel er bedarf. Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Wo ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn, wenn der ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange für den Fisch biete? oder der ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion dafür biete? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Jesus erzählt die Geschichte von einem Freund, der mitten in der Nacht nicht bereit ist, zu helfen. Er will seine Ruhe. Manchmal kommt Gott uns so vor: als würde er, wenn wir ihn besonders brauchen, seine Ruhe wollen. Vielleicht haben wir für lange Zeit keine Wünsche an ihn gehabt. Nur jetzt, jetzt in dieser großen Not, haben wir eine Bitte. Und es bleibt still. Nichts passiert, nichts wendet sich zum Guten. Wir sind weiter krank, haben weiter Schwierigkeiten in unserer Beziehung, unsere Pläne sind weiter in Gefahr. Und Gott tut nichts.

Jesus hat lange Erfahrungen mit dem Beten. Er kennt diese Not. Er sagt darum nicht: Wenn ihr nur richtig glauben würdet, müsste es klappen. Keineswegs! Er sagt überraschenderweise: Manchmal kommt Gott einem vor wie ein Freund, der seine Ruhe haben will. Lass dich dadurch nicht abwimmeln. Bleib hartnäckig, geh ihm auf die Nerven, störe seine Ruhe, so lange, bis er dir die Tür aufmacht und dir hilft. Das passt vielleicht nicht zu dem Gott, den wir uns vorstellen: dem guten, liebenden Gott. Dem Gott, der unsere Wünsche (sofort) erfüllt.

Jesus sagt: Mit Gott sind wir immer in Verbindung, so oder so. Wir freuen oder ärgern uns, wir erleben ihn mitunter intensiv, dann ist er wie Luft für uns. Niemals ist die Beziehung zu ihm statisch. Er kommt uns vor wie ein großartiger Freund, oder wie ein genervter Richter, ein freundlicher Vater oder wie ein wütender Rächer. Beten ist immer eine dynamische Begegnung. Es gibt keine perfekte Form. Wenn wir beten, gibt es uns immer ganz persönlich: Wir danken, wir bitten, sind wütend oder enttäuscht, oder vertrauensvoll.

Beten ist Beziehung auf allen Ebenen und kennt, wie jede Beziehung das auf und ab. Vielleicht schweigt man sich manchmal etwas länger an. Vielleicht bleibt es lange ganz konventionell: zu dieser und jener Gelegenheit nehmen wir Kontakt auf.

Ob es aber eine gelingende, eine tragende Freundschaft bleibt, hängt, so erzählt Jesus, auch von unserer Hartnäckigkeit ab. Wer beim ersten Mal sofort aufgibt, wird die bereichernden Erfahrungen des Betens nicht machen. Wenn man nach dem ersten Streit und Missverständnis von seinem Partner wegläuft, wird man nie die Freude einer auch durch Tiefen gefestigten Beziehung erleben.

Manchmal müssen wir Gott wachrütteln wie die Jünger den schlafenden Jesus im Sturm. Manchmal müssen wir Gott hartnäckig an sein Versprechen erinnern, alle Tage bei uns zu sein bis an der Welt Ende. Und manchmal müssen wir ihm unsere Trauer, Wut und unsere Enttäuschung entgegenschleudern.

Jesus sagt: Wenn wir daran festhalten, dass Gott wie ein Freund ist, den wir hart angehen können, werden wir erfahren können, welche Kraft und Freude im Beten zu Gott liegt.

Dann, erzählt Jesu, werden wir im Beten ein anderes Verhältnis unserem Schicksal gewinnen.  Als er im Garten Gethsemane betete, bat er dreimal und hoffte, dadurch von dem grausamen Sterben errettet zu werden. Diese Bitte wurde ihm nicht erfüllt. Aber nach dem dritten Mal hatte er die Kraft, seinen Peinigern entgegenzugehen. Jesus verspricht nicht: Wenn ihr genug betet, wird Gott eure Wünsche so erfüllen, wie ihr euch das wünscht. Sondern: Gott wird euch seinen Geist geben. Ihr werdet die Erfahrung machen, mit Gott zusammenstimmen, werdet merken, wie ihr auf einem gemeinsamen Weg seid. Ihr werdet die Kraft und die Einsicht finden, die ihr braucht.

Denn was wir selbst uns wünschen und für richtig halten, ist das immer das Beste? Wieviel Einsicht in unser Leben haben wir denn, dass wir sagen könnten: Dies ist jetzt das Richtige? Jemand sagte mir einmal: "Wenn ich sicher wüsste, dass alle meine Wünsche und alle meine Bitten von Gott prompt erfüllt würden, ich würde nicht mehr beten. Mir wäre himmelangst, was daraus würde. Gott weiß besser als ich, was für mich gut ist."

Beten bedeutet, ein Stück weit unser eignes Leben und das der Menschen, die wir lieben, in die Hände Gottes zu legen, darauf zu vertrauen, dass er das Gute und Richtige tut. Und wir alle wissen: manchmal ist die bittere Medizin die bessere.

Beten heißt, auf rätselhaften Wegen nicht allein zu sein. Beten heißt erfahren, dass Gott seine Verheißungen für unser Leben erfüllen will. Manchmal ist Beten wie das Einhüllen in eine weiche, warme Decke: Aller Druck und alle Spannung lösen sich auf, und man bekommt wieder Mut und Kraft für den nächsten Schritt. Wir spüren eine Kraft und eine Geduld in uns wachsen, die wir nicht für möglich gehalten hätten.

Beten ist schwer. Und es ist eine große Gelegenheit für erstaunliche Erfahrungen. Für die Erfahrung, dass wir in unserem Leben von einem Freund begleitet wissen.

Gott, dein Heiliger Geist festige diese Worte in unseren Herzen, damit wir hier nicht nur gut zugehört haben, sondern auch in unserem Glauben, in unserer Hoffnung und Liebe gewachsen sind, damit wir am Ende selig werden durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen

Lied EG 100 Wir wollen alle fröhlich sein 

Abkündigungen
1 Am nächsten Sonntag mit dem Namen Exaudi dem 16. Mai, feiern wir den Gottesdienst Beginn, wie immer, um 11 Uhr.

2. Die aktuellen Termine finden Sie immer auf unsere Webseite www.deka-algarve.com

3. Die nächste Probe des Kirchenchores findet am 20. Mai 2021 statt. Den Ort erfragen Sie bitte bei Annemarie Webster Tel: 282 356 231

4. Der Gesprächskreises trifft sich wieder, wenn der Pastor zum 2. Mal geimpft ist.

5. Am nächsten Mittwoch, de, 12. Mai trifft sich der GKR zu seiner ersten, konstituierenden Sitzung. Wir bitten um Gottes Segen und die Kraft des Heiligen Geistes für die Mitglieder unseres Kirchenvorstandes.

6. Wir sammeln weiterhin für die ‚foodbank‘ unserer katholischen Schwestergemeinde. Wer Grundnahrungsmittel hat, die er/sie spenden will, setze sich mit Pastor Lorenz in Kontakt

7. Die Kollekte des letzten Sonntages Palmarum betrug 19,50 €. Wer möchte kann uns Spenden auf unser Konto überweisen: IBAN : PT50 0045 7063 4029 9611 0208 7 SWIFT/BIC : CCCMPTPL - BIC CCCMPTOL

8. Hinweis auf Mittagessen im Restaurant Taste im Anschluss an den Gottesdienst.

Habe ich etwas vergessen?
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft behüte unsere Herzen und Sinne. Amen

Lied EG 116 Er ist erstanden, Halleluja 

Fürbittengebet
P: Vater unser. Dir verdanken wir unser Leben. Dir sagen wir, worauf wir hoffen, wonach wir uns sehen, wovor wir uns fürchten.
A: Geheiligt werde dein Name. Wir hoffen, dass deine Liebe unsere Welt verwandelt. Verwandle uns, mit deiner Liebe. Dein Reich komme. Wir sehnen uns nach Gerechtigkeit und Frieden. Schaffe deinem Frieden Raum, damit die Sanftmütigen das Erdreich besitzen. Wir rufen: Kyrie eleison
B: Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Wir wissen, Leid und Krankheit haben kein Ende. Sei Du bei den Kranken und behüte die Leidenden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Besonders denen, die wirklich hungern müssen, die vor den Trümmern ihres Lebens stehen. Wir rufen: Kyrie eleison
A: Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Öffne unsere Herzen für die Vergebung. Öffne die Fäuste der Gewalttäter. Lenke unsere Füße auf den Weg des Friedens. Leite uns in unseren Versuchungen durch dein Wort, das über unser Leben hinausweist. Verschließe unsere Herzen vor Neid, Gier und Hochmut. Bewahre uns vor den falschen Wegen! Wir rufen: Kyrie eleison
B: Erlöse uns von dem Bösen. Öffne unsere Augen, damit wir es hinter seinen Verkleidungen erkennen. Lass uns dem Bösen widerstehen und befreie alle, die mit Gewalt gefangen sind. Wir rufen: Kyrie eleison
P: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Du rufst uns beim Namen. Du siehst uns - wo wir auch sind, am Küchentisch, in der Kirchenbank, in unseren Kammern. Auf dich hoffen wir heute und alle Tage. Amen Laudate omnes gentes

Vater unser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen

Demissio/Entlassung
P: Gehet hin im Frieden des Herrn. G: Gott sei ewiglich Dank
Lied 421 Verleih uns Frieden gnädiglich 


Segen
Gott segne Dich und behüte Dich, Gott lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig, Gott erhebe sein Angesicht auf Dich und Schenke Dir seinen Frieden. Amen

Musik 

 

DEKA – Deutschsprachige evangelisch-lutherische Kirchengemeinde im Algarve. E-Mail¬: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Web: www.deka-algarve.com
Vorsitzende: Annemarie Webster: Tel. 282 356 231.
Pastor i.R. Stephan Lorenz: Tel: : 282 341 214; Mobil: 960 244 439; +49 171 68 20 295; 8400-565 Carvoeiro Uz Sesmarias 84. Wenn Sie mich sprechen wollen, rufen oder mailen Sie mich einfach an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Unsere Gemeindearbeit finanziert sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Wir freuen uns über jede Spende auf unser Konto IBAN : PT50 0045 7063 4029 9611 0208 7 SWIFT/BIC : CCCMPTPL - BIC CCCMPTOL

 

 

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.