Gedankensplitter

 

Monatslosung November 2021 2. Thessalonicher 3,5

Aber der Herr lenke eure Herzen zu der Liebe Gottes und zum Verharren bei Christus.

Ὁ δὲ κύριος κατευθύναι ὑμῶν τὰς καρδίας εἰς τὴν ἀγάπην τοῦ θεοῦ καὶ εἰς τὴν ὑπομονὴν τοῦ Χριστοῦ

Ora, o Senhor encaminhe o vosso coração na caridade de Deus e na paciência de Cristo.

Das Warten auf Christus war eines der Probleme, welches die Menschen in der Gemeinde von Thessaloniki beschäftigte. Wie lange wird es denn noch dauern? Was ist denn mit denen, die schon verstorben sind? So hatten sie schon einmal gefragt. Und im ersten Brief an sie hatte Paulus ziemlich genau beschrieben, was bei Ankunft Christi geschieht: Denn der Herr selbst wird, sobald sein Weckruf ergeht, sobald die Stimme des Engelfürsten erschallt und die Posaune Gottes ertönt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; darauf werden wir, die wir noch leben und übriggeblieben sind, zusammen mit ihnen auf Wolken dem Herrn entgegen in die Luft entrückt werden; und alsdann werden wir allezeit mit dem Herrn vereinigt sein. Aber auch gewarnt: Der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht. Keiner weiß, wann es sein wird. In Thessaloniki haben einige das so verstanden, also ob die Wiederkunft Christi bald bevorsteht. Einige fingen an, sich gehen zu lassen. Was soll man sich noch abmühen, wenn der Tag des Herrn bald kommt. Ich bin doch auf der guten Seite. Arbeiten, Verantwortung übernehmen. Wozu denn? Um diese Fehlinterpretation zu korrigieren, schickt Paulus sofort den zweiten Brief hinterher. Er stellt klar: Das Ende kommt noch lange nicht. Das Böse, das sich am Ende zeigt, ist noch nicht offen zu Tage getreten. Paulus bewegt sich mit seiner Antwort ganz im Rahmen der jüdischen Apokalyptik. Gerade ihre Gedanken waren für Menschen, die zu Christen wurden, attraktiv. Wird doch apokalyptisches ‚Wissen‘ nur ausgewählten Menschen offenbart. Die jetzige Welt geht zu Ende, ein Endgericht findet statt. Die Gottlosen werden bestraft, die Guten vereinen sich mit Gott. Die Toten werden auferstehen. Ein Theologe nannte einmal diese apokalyptischen Gedanken die ‚Mutter aller Theologie‘ (Ernst Käsemann). Diese endzeitlichen Erwartungen scheinen nun als Trugbild. Die Enttäuschung ist ziemlich groß. Die Frage entsteht: Wie sich verhalten, während wir auf die Wiederkunft Christi warten? Das ist die Geburtsstunde der christlichen Ethik. Auf keinen Fall solle sich so ein Christ verhalten, wie es einige meinen: Ist doch eh alles Wurscht, der Herr kommt, ich bin dabei. Inzwischen schlage ich die Zeit tot. Von solchen Menschen sollten sich die Thessalonicher fernhalten, aber sie weiter als Geschwister behandeln und ihnen helfen, wieder zur Realität zurückzukehren. Im ersten Brief stellt er fest: „Dass Gott uns berufen hat, bedeutet nicht, dass es nun auf nichts mehr ankommt, sondern er hat uns in die Heiligkeit hineingerufen, und das heißt Unterscheidung, bei der es sehr wohl auf alles ankommt.“ Im Warten auf Christus entsteht eine Haltung dem Leben, den Mitmenschen und Gott gegenüber, die den Unterschied macht: „Kümmert euch um die, die keine Ordnung kennen, muntert die Ängstlichen auf, helft den Schwachen, habt Geduld mit allen. Keiner zahle Böses mit Bösem heim, versucht vielmehr immer Gutes zu tun. Dabei seid alle Zeit fröhlich… Prüft alles kritisch, das Gute behaltet… damit ihr ohne Tadel seid, wenn unser Herr Jesus Christus wiederkommt.“ So können Christen die Zeit des Wartens, ausfüllen. Es gilt: Der Herr lenke eure Herzen auf die Liebe Gottes und das Warten auf Christus.

 

 

 Deutschsprachige Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde im Algarve (DEKA)

Gottesdienst zum 1. Advent, 28. Nvember 2021 

Euer König kommt zu euch! Er ist gerecht vor Gott, und er bringt die Rettung. Sacharja 9

Glockengeläut 

 –  Musik (BW36 Der du bist dem Vater gleich, Führ hinaus den Sieg im Fleisch, Daß dein ewig Gott'sgewalt In uns das krank Fleisch enthalt.) 

Salutatio:
P: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, P+G: der Himmel und Erde gemacht hat. Amen

Confiteor:
Im Psalm 50 heißt es: Unser Gott kommt und schweigt nicht. Wir hören diese Worte. Nur allzu oft ist unsere Erfahrung: Gott schweigt. Schweigt zu unseren Tränen, unserer Angst Wie oft fragen wir, wo bist DU, Gott? So nehmen wir unser Leben in die eigene Hand. Wir kommen wir hier im Gottesdienst zusammen, um ermutigende Worte zu hören. Und unterscheiden zu lernen zwischen dem, was wir tun können und dem, was in Gottes Hand alleine liegt. Wir bitten am Anfang: Gott, erbarme dich unser, vergib uns unser Misstrauen; führe uns zum Leben. Lass uns diesen Gottesdienst mit einem unbeschwerten Herzen und fröhlichen Lippen feiern durch Christum, unseren Herrn.  Und wir erhalten gleich die Antwort, die sich durch diesen ganzen Gottesdienst bestätigen möge: Gott hat sich unserer erbarmt, Jesus Christus ist gekommen, um unser Vertrauen zu werben. Wer das glauben kann ist Gottes Kind. Sein Geist wird mit ihn leiten. Und er wird selig werden. Das verleihe Gott uns allen. Amen.

Lied 1 Macht hoch die Tür 

Psalm 24
Hosianna, dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt im Namen Gottes! Hosianna in der Höhe!
     Schaut auf, ihr Tore, und öffnet euch weit; schwingt auf, ihr ewigen Pforten: Der König zieht ein, mit Ehre geschmückt!"
"Wer ist dieser König, so herrlich geehrt?" "Es ist Gott, mächtig und stark, Gott, der Sieger im Kampf!"
     "Schaut auf, ihr Tore, und öffnet euch weit; schwingt auf, ihr ewigen Pforten: Der König zieht ein, mit Ehre geschmückt!"
"Wer ist dieser König, so herrlich geehrt?" "Es ist Gott, von Heeren umringt! Er ist der König, herrlich geehrt!"
     Freue dich sehr, du Tochter Zion, und jauchze, du Tochter Jerusalem! Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.

Gloria
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
P: Kyrie eleison G: Herr erbarme dich
P: Christe eleison G: Christe erbarme dich
P: Kyrie eleison G: Herr erbarm dich über uns
P. Ehre sei Gott in der Höhe – G: Und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen

Gloria in excelsis
Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum das nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgfalln Gott an uns hat, nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende.
P: Der Herr sei mit euch - G: Und mit deinem Geist.

Kollektengebet
Gott, tröste uns in unserer Angst, sei uns gnädig. erhöre unser Gebet. Wir warten auf dein Kommen. Du kennst unsere Situation, unser Leiden, unsere Sorgen, unsere Fragen und Antworten. Wir sehnen uns nach Gesundheit, Geborgenheit, danach, dass DU uns anschaust. Wann wirst du kommen, um uns zu erneuern? Wann wirst Du das Schreien der Verzweifelten hören? Du allein kannst helfen, wir hoffen auf Dich und dein Kommen. Das beten wir im Namen deines Sohnes Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist uns Kraft gibt heute und morgen. Amen

Lied EG 7 O Heiland reiß die Himmel auf 

Die Lesung des heutigen Ewigkeitssonntages im Kirchenjahr steht im Brief des Paulus an die Christen in Rom (13, 8-12):
Abgesehen davon, dass ihr einander lieben sollt, bleibt keinem etwas schuldig! Wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. Denn das Gesetz sagt: "Du sollst die Ehe nicht brechen, du sollst niemand ermorden, du sollst nicht stehlen, du sollst der Begierde keinen Raum geben." Diese und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!" Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses an. Darum wird durch die Liebe das ganze Gesetz erfüllt. Achtet also auf die Gelegenheiten, die Gott euch gibt. Es ist höchste Zeit, aus dem Schlaf aufzuwachen, denn jetzt ist unsere Rettung noch näher als damals, als wir zum Glauben kamen. Die Nacht geht zu Ende, bald ist es Tag. Darum wollen wir uns von allem trennen, was man im Dunkeln tut, und die Waffen des Lichts ergreifen!
Hallelujavers Halleluja.  Halleuja. Halleluja. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. Unser Gott kommt und schweiget nicht. (Psalm 50,2.3) Halleluja. Halleluja. Halleluja

Lied EG 11 Wie soll ich dich empfangen 

Die Lesung des Evangeliums steht bei Matthäus im 21. Kapitel (1-11)
P+G: Ehre sei dir Herre
Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, kurz vor Betfage am Ölberg, schickte Jesus zwei Jünger voraus. "Geht in das Dorf", sagte er, "das ihr dort vor euch seht! Gleich, wenn ihr hineingeht, werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und bringt sie her. Sollte jemand etwas zu euch sagen, dann antwortet einfach: 'Der Herr braucht sie und wird sie nachher gleich wieder zurückbringen lassen.' "Das geschah, weil sich erfüllen sollte, was der Prophet gesagt hat: "Sagt der Tochter Zion: Dein König kommt zu dir. Er ist sanftmütig und reitet auf einem Esel, und zwar auf dem Fohlen, dem Jungen des Lasttiers." Die beiden machten sich auf den Weg und führten alles so aus, wie Jesus es ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen. Dann legten sie ihre Umhänge über die Tiere, und er setzte sich auf das Fohlen. Sehr viele Menschen breiteten jetzt ihre Umhänge auf dem Weg aus, andere hieben Zweige von den Bäumen ab und legten sie auf den Weg. Die Leute, die vorausliefen, und auch die, die Jesus folgten, riefen: "Hosianna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! Hosianna, Gott in der Höhe!" Als Jesus in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Aufregung, und alle fragten: "Wer ist dieser Mann?" Die Menge, die Jesus begleitete, antwortete: "Das ist der Prophet Jesus aus Nazaret in Galiläa.
P+G: Lob sei Dir, o Christus

Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Lied EG 13 Tochter Zion 

Predigt (Sacharchja 9,9-10)

Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen

Als Helmut Kohl im Wahlkampf 1990 den Menschen in den neuen Bundesländern ‚blühende Landschaften‘ versprach, haben das manche so verstanden, als kämen sie vom realexistierenden sozialistischen Arbeiterparadies direkt ins kapitalistische. Goldige Zeiten würden anbrechen. Was kam, war die Treuhand, die Abwicklung vieler maroder Betriebe, Arbeitslosigkeit, eine radikale Umstellung, die bei breiten Teilen der Bevölkerung in Enttäuschung mündete. Der Hörfehler - Paradies statt blühender Landschaften – war eine Selbst-Täuschung.

Ähnlich mag es wohl den Juden ergangen sein, die nach dem Ende des babylonischen Exils in das Land ihrer Väter und Mütter zurückkehrten. Sie kamen aus dem reichen Babylonien in ein armes, wüstes Land. Jerusalem war ein Dorf, eher ein Trümmerhaufen. Der Aufbau wollte nicht recht gelingen. Das politische System war instabil, die sozialen Spannungen zwischen den Rückkehrern und denen, die im Land bleiben mussten, waren extrem. Armut und Ungerechtigkeit überall. Die Enttäuschung, die Selbst-Täuschung auch hier ziemlich groß.

Was tun? Menschen brauchen, wenn sie eine schwierige Lage bewältigen wollen, eine Vision. Stalin hatte seine Vision. Er wollte den sozialistischen Menschen das ‚Fliegen‘ beibringen. Man schätzt, dass 50 Millionen Menschen dabei abgestürzt sind. Hitler hatte seine vom ‚Lebensraum im Osten‘ und der Ausrottung jüdischer Menschen. Über 20 Millionen, darunter 6 Millionen Juden hat sie das Leben gekostet. Trump hat seine Vision von ‚America first‘. Viel Vertrauen ist verspielt worden. Helmut Schmidt hat über solche politischen Visionen mal sinngemäß gesagt: Wer Visionen hat, sollte einen Arzt aufsuchen. Politische Visionen bringen oft Verderben.

Gibt es heilbringende Visionen? Wir hören eine aus dem Buch des Propheten Sacharja. Im hebräischen ist es ein poetischer Text. Ein Gedicht. Ich lese es zuerst in der Übersetzung von Martin Luther:

Aber du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm, und reitet auf einem Esel und auf einem jungen Füllen der Eselin. Denn ich will die Wagen abtun von Ephraim und die Rosse von Jerusalem, und der Streitbogen soll zerbrochen werden; denn er wird Frieden lehren unter den Heiden; und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis ans andere und vom Strom bis an der Welt Ende
Jede Übersetzung beruht auf einem bestimmten, von eigenen Vorerwartungen bestimmten Hören. Deshalb lese ich jetzt zum Vergleich die Übersetzung von Martin Buber:

Juble sehr, Tochter Zion, schmettre, Tochter Jerusalem! Nun kommt dir dein König, ein Erwahrter und Befreiter ist er, ein Gebeugter, und reitet auf dem Esel, auf dem Füllen, dem Grautierjungen. ‚Streitgefährt tilge ich aus Efrajim, Roßmacht aus Jerusalem, ausgetilgt wird der Bogen des Kriegs.‘ - Er redet den Weltstämmen Frieden, von Meer zu Meer ist sein Walten, vom Strom bis an die Ränder der Erde.
Beide Übersetzungen treffen den Kern der Botschaft des Propheten. Die Menschen im Trümmerhaufen Jerusalem sollen sich freuen. Sie haben eine visionäre Hoffnung. Ein König kommt und mit ihm Frieden und Gerechtigkeit. Alle Waffen, mit denen sich Menschen Verderben und Tod bringen können, werden abgeschafft.

Es gibt nun einen Unterschied in beiden Übersetzungen. Er betrifft nur ein Wort. Luther übersetz: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm…“. Buber übersetzt: „Nun kommt dir dein König, ein Erwahrter und Befreiter ist er, ein Gebeugter.“

Luther charakterisiert den kommenden König als ‚arm‘. Er hebt den Kontrast zu den reichen Fürsten, besonders zu den reichen, geldgierigen Stellvertretern Christi, den Bischöfen und dem Papst hervor. Das verstand zu seiner Zeit jeder. Der Reichtum der Kirche, der Bischöfe und Mönche und die Armut der Menschen waren überall sichtbar.

Buber bleibt näher am hebräischen Urtext, wenn der den kommenden König als ‚Gebeugten‘ beschreibt. Der Kontrast wird noch schärfer, wenn man bedenkt, dass der Esel seinerzeit keineswegs das Reittier der Armen war, sondern das der Könige. Da kommt ein König mit allen Insignien der Macht, aber dieser König ist ein Gebeugter. Das heißt, der kommende König ist einer, der weiß wie es den Menschen in Jerusalem geht. Sie selber sind vom Leben gebeugte, geschundene Gestalten. Er spricht die Sprache, die ihrem Erleben entspricht. Und ist doch ein Befreiter. Von Selbsttäuschung freier Mensch.

Gerade weil er ein gebeugter König ist, ist er frei, ist seine Botschaft glaubwürdig. Im jüdischen gibt es das Sprichwort: ‚In oder to be a Prophet, you must be broken of heart. Ein Prophet sein geht nur mit gebrochenem Herzen.‘ Ein solcher kann Frieden bringen, alle Geräte wegschaffen, die Menschen Unheil und Tod bringen. Solche ein kommender, erwarteter König bringt Frieden für alle Menschen. Ein Aufatmen durchhaucht diesen Text.

Das ist eine andere Vision als die der Stalins, Hitlers und Trumps.

Die ersten Christen, die die Katastrophe der Kreuzigung, den schmachvollen Tod Jesu, und seine Auferstehung verkündeten, haben die Vision Sacharjas mit ihren Ohren gehört und verstanden.
Sie lesen sie im Kontext ihres Erlebens: Jesus ist der erwartete König in niederen Hüllen, gebeugt durch hartes Leben, ein Befreiter, so frei, für seine Leute zu sterben.

Matthäus komponiert seine Einzugsgeschichte (das Evangelium des heutigen Tages) genau nach dieser Stelle des Propheten Sacharja. (Math. 21,4). Er erzählt, Jesus kommt nach Jerusalem und beauftragt seine Jünger einen Esel zu besorgen. „Das geschah aber alles, auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: ‚Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir arm und gebeugt, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin.‘ “

Die Frage, die sich für mich stellt: Wie hören und verstehen wir diese Stelle aus dem Mund des Propheten Sacharja? Das wird jede und jeden von uns anders hören und verstehen. Ich will meine Antwort versuchen.
Heute, am 1. Advent beginnt ein neues Kirchenjahr - mit einer Buß- und Fastenzeit bis zum Weihnachtsfest. Die Farbe Violett des Antependiums macht‘s deutlich.
Buß- und Fastenzeit empfinde ich als ambivalent. Jeder hier weiß, dass ich keiner bin, der vorschnell in Sack- und Asche geht oder gerne Verzicht leistet. Eine Buß- und Fastenzeit jedoch setzt bewusst einen anderen Akzent als das vorweihnachtliche Konsumieren. Am Freitag war ‚Black Friday‘ – eine Orgie des Konsums. Und zeigt, welche religiösen Züge das Ganze angenommen hat.

Mir gefällt, dass das deutsche Wort Buße mit dem altdeutschen Wort ‚baß‘, „besser“ verwandt ist. ‚Baß‘ bedeutet ursprünglich „Nutzen, Vorteil“. Darum geht. Zeit haben, zu überlegen, was ich, wir besser machen können. Zeit haben, dem nachzugehen, was unser Leben nützlicher, vorteilhafter machen kann. Was ist dem Leben dienlich, was kann man getrost sein lassen? Buße als Qualitätssicherung meines, unseres Lebens. Und wer will ernsthaft bestreiten, dass solches Nachsinnen überflüssig ist.

Buße, Qualitätssicherung als Zeit, auf Gelegenheiten zu achten, die Gott mir gibt, Liebe zu üben. Wach zu werden für den, der mich errettet, mir die Schuld vergibt. Wach zu werden für Arme und Gebeugte. Sich von dem fernhalten, was dieser Welt dunkel macht. Lichter anzuzünden, damit es heller wird.

Das wäre ja vielleicht eine Weise, die Vision des Propheten Sacharja in unserem heutigen Kontext zu verstehen.

Gottes Heiliger Geist befestige diese Worte in euren Herzen, damit ihr das nicht nur gehört, sondern auch im Alltag erfahrt, auf dass euer Glaube zunehme und ihr selig werdet, durch Jesum Christum unseren Herrn. Amen

 Lied 4 Nun Kommt der Heiden Heiland 

Abkündigungen:
1. Am nächsten Gottesdienst feiern wir am Sonntag, dem 5. Dezember 2021 Beginn wie immer 11 Uhr. Aufgrund der Entwicklung der Pandemie hat das Pfarramt in Abstimmung mit der Vorsitzenden des KGR beschlossen, bis auf weiteres kein Abendmahl mehr zu feiern.
2. Die aktuellen Termine finden Sie immer auf unsere Webseite. www.deka-algarve.com
3. Der Chor trifft sich am Donnerstag, dem 9. Dezember, hier in der Kapelle. Beginn der Probe ist 11 Uhr. Auskünfte erteilt Frau Gabriella Seewer, Telefon 282 332 154
4. Die Kollekte des Gottesdienstes am letzten Sonntag ergab 103 €. Auch für die vielen Spenden für die Foodbank unserer katholischen Schwestergemeinde bedanken wir uns ganz herzlich. Gott segne Geber und Gaben. Die heutige Kollekte ist für unsere Gemeindearbeit bestimmt. Sie können ihre Kollekte auch auf unser Konto überweisen: IBAN : PT50 0045 7063 4029 9611 0208 7 BIC : CCCMPTPL
5. Hinweis auf die Kirchenmusik Veranstaltung. Die heutige Veranstaltung findet hier in dieser Kapelle statt. Beginn 17 Uhr.
6. Kalender 2022: Der neue Kalender ist im Druck. Ein Exemplar liegt zur Ansicht aus. Wer einen Kalender zum Preis von 6 € erwerben will, der möge sich in die Liste eintragen. Auch auf der Webseite ist der Kalender einzusehen.
7. Der für Donnerstag, dem 2.12. geplante Filmnachmittag über die Reise von Birgit und Heiner Diechtierow durch Südamekrika wird wegen der Pandemielage auf später verschoben.
8. Am Donnerstag, dem 16.12. findet um 15 Uhr ein Lesenachmittag hier in dieser Kirche statt.
Und der Friede Gottes, der höher ist, als unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen

Lied EG 3 Gott heilger Schöpfer aller Stern 

Fürbitte
P: Gott, wir warten auf deinen Sohn Jesus, den Christus. Höre unsere Bitten und Sorgen, Stärke uns im Glauben, auf dass wir angemessen handeln.

A: Wir sorgen uns um unsere Zukunft. Jugendliche protestieren, damit unser Planet bewohnbar bleibt. Kinder leiden unter den Folgen der Pandemie. Viele fragen sich, wovon sie leben werden. Obdachlose und Flüchtlinge suchen nach Unterkunft. Für unsere Zukunft brauchen wir deine Ermutigung und Kraft. Wir rufen: Kyrie eleison

B: Gott, wir warten auf deinen Sohn Jesus, den Christus. Wir sorgen uns um den Frieden in unserer Gesellschaft. Die einen verachten die anderen. Die einen bedrohen die anderen. Die einen vertreiben die anderen. Wir brauchen dein Wort, um Frieden zu halten. Wir rufen zu dir: Kyrie eleison

C: Gott, wir warten auf deinen Sohn Jesus, den Christus. Wir sorgen uns um die Kranken, die, die einsam sind, die um Atem ringen, unheilbar krank sind. Gibt uns Mut und Ausdauern, den Kranken beizustehen. Wir rufen zu dir: Kyrie eleison

P: Gott, wir warten auf deinen Sohn Jesus, den Christus. Wir fragen nach deinem Wort, das unsere Existenz überschreitet und uns zum ewigen Leben weist. Wir hoffen an jedem neuen Tag auf dich. Amen.
Laudate omnes gentes

Vater unser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen

Demissio/Entlassung
P: Gehet hin im Frieden des Herrn – G: Gott sei ewiglich Dank - Lied EG 421 Verleih uns Frieden gnädiglich 

Segen
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden. Amen

Musik zum Ausgang (BW 63 Nun kommt der Heiden Heiland) 

DEKA – Deutschsprachige evangelisch-lutherische Kirchengemeinde im Algarve. E-Mail¬: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Web: www.deka-algarve.com
Vorsitzende: Annemarie Webster: Tel. 282 356 231.
Pastor i.R. Stephan Lorenz: Tel: : 282 341 214; Mobil: 960 244 439; +49 171 68 20 295; 8400-565 Carvoeiro Uz Sesmarias 84. Wenn Sie mich sprechen wollen, rufen oder mailen Sie mich einfach an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Unsere Gemeindearbeit finanziert sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Wir freuen uns über jede Spende auf unser Konto IBAN : PT50 0045 7063 4029 9611 0208 7 BIC : CCCMPTPL - 

 

 

 

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