Gedankensplitter

Gedanken zur Monatslosung März 2020 Markus 13, 37

Das sage ich euch, ich sage ich allen: Seid wachsam!
ὃ δὲ ὑμῖν λέγω, πᾶσιν λέγω, γρηγορεῖτε.
E as coisas que vos digo digo- as a todos: Vigiai.

Jesus und sein Gefolge sind in Jerusalem. Für Leute vom Land, wie sie es waren, ein beeindruckendes Erlebnis. Große steinerne Häuser, funktionierende Infrastruktur, pulsierende, bunte Geschäftigkeit. In den Läden und Ständen gibt es alles zu kaufen. Die Gruppe um Jesus ist begeistert. „Schau was für Steine und Bauwerke!“ rufen sie aus. Sie gehen zum Ölberg, wo sie die herrliche Stadt sehen können. Jesus: „Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben.“ Dann erzählt er ihnen nicht nur die Zerstörung des Tempels, nein auch die Welt, wie sie sie kennen, gehe ihrem Ende entgegen. Nicht nur ER, sondern auch sie würden Not und Verfolgung erleiden. In den entstehenden Wirrnissen würden viele kommen, die behaupten im Namen Gottes zu sprechen. Aber ER werde wiederkommen, sie würden es noch erleben. ER sei wie einer, der verreise, der für sein Haus sorge, dafür, dass es bewacht wird. „Bei seiner Abreise trägt er den Bediensteten auf, sie alle sollten ihre Aufgaben in eigener Verantwortung ausführen. Der Türhüter soll wachen. Also seid gute Türhüter… Seht zu, dass er euch nicht schlafend vorfindet, wenn er überraschend kommt. Das sage ich euch, ich sage es allen: Seid wachsam!“

Eine typische Geschichte, in der Christen ihre nachösterlichen Erfahrungen eigener Verfolgung mit Worten Jesu verbinden. Wann Markus sein Evangelium geschrieben hat, ist unsicher. Manche sagen um 40 nach Christus, das wäre bald nach Jesu Tod, andere meinen nach 70, also nach der Zerstörung Jerusalems und des Tempels im jüdischen Krieg. Wie auch immer, in Judäa brodelte es gefährlich. Es war ein Pulverfass, das jeden Moment hochgehen konnte. Das spürte man, ohne Prophet zu sein.
Jesus stellt in dieser Abschiedsrede seine Nachfolgenden auf das kommende Chaos ein. Das was ihnen vor Augen ist, die ganze Herrlichkeit, wird vergehen: „… transit gloria mundi.“ Aber sie seinen wie die Türhüter eines schützenswerten Hauses. Wie Engel das Paradies beschützen. Jeder solle in eigener Verantwortung seine ihm übertragene Aufgabe wahrnehmen. Sie mögen sich jetzt keine Gedanken machen, was sie sagen würden, wenn man sie wegen ihres Glaubens befrage. Gott werde ihnen dann Worte geben. Der Heilige Geist selbst werde durch sie das Wort ergreifen. Alles werde vergehen, aber seine Worte nicht.

Kann das auch ein Bild für uns sein, das unser Lebensgefühl leitet? Wir sind wie wachsame Türsteher, wie Engel, die das Paradies bewachen und offen halten in Zeiten, die Sorgen machen und Ängste auslösen. Vom Bundespräsidenten Gustav Heinemann stammt der Satz: „Die Herren dieser Welt gehen, unser Herr kommt.“ 1950 zum 1. Kirchentag gesprochen. 5 Jahre nach dem gewaltigen, zerstörerischen Krieg mit Millionen von Toten und viel mehr Flüchtlingen als wir sie heute bei uns beherbergen. Auch unsere Welt ist ein Pulverfass. Durch die Globalisierung sind auch wir in vermeintlich sicheren Gegenden betroffen. Das Coronavirus macht nicht an Grenzen halt. Kriegsflüchtlinge kommen zu uns und bitten um Schutz und Sicherheit. Und es gibt wieder Menschen, die in der braunen Ideologie eine praktikable Rezeptur für die Politik sehen. "Fallen wir in die Hände der Menschen," so Bonhoeffer 1937, "trifft uns Leiden und Tod durch menschliche Gewalt, so sind wir doch dessen gewiss, dass alles von Gott kommt. Er, der keinen Sperling fallen sieht ohne sein Wollen und Wissen, er lässt den Seinen nichts geschehen, als was ihnen und der Sache, für die sie stehen, gut und nützlich ist. Wir sind in Gottes Händen!"

Diese Hoffnung ist der Schlüssel zum Paradies, den wir in unseren Händen haben. „Die Herren dieser Welt gehen, unser Herr kommt.“ Seien wir wachsam! 

Pastor em. Stephan Lorenz, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, +49 171 6820295 

Da der Gottesdienst von Sonntag Okuli an ausfällt, brigen wir hier alle Texte, die am jeweiligen Sonntag gelesen würden.

Gottesdienst am Sonntag Judika, 29. April 2020

Musik zum Eingang: Wie der Hirsch lechzt nach frischen Wasser, so lechtzt meine Seele Gott nach Dir.

P: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Unsere Hilfe steht im Namen Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat. Amen

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich bedienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. Matthäusevangelium 20,28
Confiteor:
Im Psalm 43 heißt es: „Schaffe mir Recht o Gott und errette mich! Denn Du bist der Gott meiner Stärke!“ Wir hören diese Worte, aber: halten wir Gott für stark, erwarten wir Rettung durch ihn? Halten wir ihn für eine Hilfe im Leben?  Das beantworte jeder für sich selbst. Wir Christen gehen in den Gottesdienst, um uns daran zu erinnern, dass Gott uns hilft. Wir merken ja oft genug: Menschen machen mitunter bei dem Versuch sich allein auf ihre Kraft, Hilfe und Stärke zu verlassen, ihr eigenes und das Leben anderer Menschen noch mehr zur Hölle als es ohnehin schon ist. Deshalb beten wir am Anfang: Allmächtiger Gott, erbarme dich unser, vergib uns unsere Blödheit, führe uns zum ewigen Leben. Lass uns diesen Gottesdienst mit einem unbeschwerten Herzen und fröhlichen Lippen feiern durch Christum, unseren Herrn.
Und wir erhalten gleich zu Beginn die Antwort, die sich hier im Gottesdienst bestätigen möge: Gott erbarmt sich, er hat uns durch Christus vergeben. Alle, die das glauben können, sind Gottes Kinder. Sein Heiliger Geist wir mit ihnen sein. Wer so glaubt, wird selig werden. Das verleihe Gott uns allen. Amen.

Lied EG 155 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend


Psalm 43
Schaffe mir recht, Gott, und errette mich! Denn Du bist der Gott meiner Stärke
Führe meine Sache wider das unheilige Volk und errette mich von falschen und bösen Leuten.
Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?
Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,
dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist.
Schaffe mir recht, Gott, und errette mich! Denn Du bist der Gott meiner Stärke

P: Kyrie eleison G: Herr erbarme dich
P: Christe eleison G: Christe erbarme dich
P: Kyrie eleison G: Herr erbarm dich über uns
P: Der Herr sei mit euch - G: Und mit deinem Geist.

Gebet
Gott, lass uns das Leiden und Sterben Jesu Christi mit glaubendem Herzen ansehen und auf diese Weise mehr und mehr verstehen, was uns Menschen daran auf den ersten Blick so unverständlich bleibt. Wir bitten wir, der DU in der Einheit des Heiligen Geistes lebst und Kraft hast von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

Lied EG 76 O Mensch bewein dein Sünden groß

Lesung am Sonntag Judika aus dem Evangelium des Matthäus:

Kommt zu Jesus die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen, fällt vor ihm nieder, um ihn um etwas bitten. ER spricht: Was willst du? Sie: Lass meine beiden Söhne sitzen in deinem Reich, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken.

Jesu antwortet: „Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sprechen: „Ja, das können wir.“
Er sagt: „Meinen Kelch werdet ihr zwar trinken, aber das Sitzen zu meiner Rechten und Linken zu geben steht mir nicht zu. Das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist von meinem Vater.“

Als die anderen zehn Jünger das Gespräch hören, wurden sie ziemlich sauer auf die zwei Brüder.
Da ruft Jesus alle zu sich und spricht: Ihr wisst, dass viele Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es bei euch nicht sein! Wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich bedienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.
Wort des lebendigen Gottes. Amen

Glaubensbekenntnis

Lied EG 79 Wir danken dir Herr Jesu Christ


Predigt Judica 2020 Carvoeiro (Hebräer 13, 12 – 14)
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen
Die Naturwissenschaften haben, ob sie es mögen oder nicht, immer einen philosophischen Entwurf, an dem sie sich orientieren und mit dem sie ihre Forschungsergebnisse erklären. Die Hirnforschung favorisiert den Konstruktivismus. Das heißt: unser Gehirn konstruiert das, was und wie wir wahrnehmen. Alle Informationen, die wir mit unseren Sinnen aufnehmen, werden in Nervenimpulse umgewandelt, daraus entwirft unser Gehirn ein Bild, das wir Wahrnehmung von Wirklichkeit nennen. Aber manchmal zeigt es uns Dinge, die gar nicht so sind, wie sie uns erscheinen. Dazu gibt es eindrückliche Test. Doch wir glauben fest daran, dass die Welt so ist, wie wir sie wahrnehmen. Solange wir uns keinen Kopf darum machen, könnten wir sogar das Gefühl haben, irgendwo im Körper ein „Ich“ und ein „Selbst“ zu haben.
Konstruktion von Wirklichkeit heißt immer auch Interpretation von Wirklichkeit. Paradebeispiel einer konstruierten Wirklichkeit sei der christliche Glaube. Viele Christenmenschen glaubten an ein Weiterleben nach dem Tod, obwohl die Faktenlage eindeutig dagegenspreche. Die Wissenschaft muss heute davon ausgehen, dass der Tod das definitive Ende des Lebens ist. Schluss aus und vorbei!
Ist die christliche Konstruktion der Wirklichkeit, unsere Botschaft von der Auferstehung Jesu von den Toten und der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod in der neuen Welt Gottes, also naiv-fromm, nicht mehr zeitgemäß? Sollten wir dessen schämen? So als ob wir ein altes zerschlissenes Kleidungsstück tragen, das zwar interessant aussieht, aber eher lächerlich ausschaut?
Wir wollen heute zwei kleine Verse aus dem Hebräerbrief bedenken. Die Adressaten plagten sich – vielleicht ähnlich wie wir heute - mit der Rätselhaftigkeit und Widersinnigkeit des Todes Jesu am Kreuz und seiner Auferstehung herum. Der oder die Verfasserin des Briefes gibt eine zunächst verblüffende Antwort. Sie steht im 13. Kapitel.
Um die Menschen durch sein Blut zu Gottes reinem Eigentum zu machen, musste Jesus außerhalb der Stadtmauer leiden und sterben. Deshalb lasst uns hinausziehen zu IHM vor die Stadt und uns genauso verspotten lassen, wie sie es mit IHM gemacht haben. Denn wir haben hier auf Erden keine bleibende Stadt auf Dauer, sondern wir suchen die zukünftige Stadt.
„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir".
Hier wird eine Wirklichkeit konstruierend behauptet, dass wir hier auf der Erde nur auf der Durchreise sind. Gäste, die unterwegs sind. Pilger auf dem Weg zu einer anderen bleibenden Heimat. Wir sind wie die Israeliten auf dem Weg durch die Wüste hin zu dem Land, in dem Milch und Honig fließen.
Vielleicht ist diese Erfahrung älteren Menschen viel eher zugänglich. Nichts ist ewig, dessen wird man sich je älter man ist, immer mehr bewusst. Obwohl bei manchen die Verdrängungen auch zunehmen. Alles müssen wir irgendwann hinter uns lassen. In Zeiten der Coronapandemie wird sie auch jüngeren Menschen bewusst. Wie schnell haben wir lernen müssen, wie uns vermeintliche Sicherheiten und Gewohnheiten abhandenkommen. Krankheit, ja Tod kann jeden treffen. Das Leben spricht seine eigene Sprache und die meisten merken: Leben ist endlich. Wir können es nicht festhalten, aber auch keinen Menschen, dem wir hier begegnen. Auf Erden haben wir eine begrenzte Zeit, die uns zur Verfügung steht. Mit dem Bildwort des Hebräerbriefes: Wir haben hier keine bleibende Stadt. Nur, was tun mit dieser Erkenntnis? Wie interpretieren wir dieses Fakt? Gibt uns unser Glaube eine hilfreiche Konstruktion an die Hand, mit der wir gut leben können?
Unsere Wirklichkeitskonstruktion, also unser christlicher Glaube, eröffnet uns einen neuen, einen weiten Horizont. Aus der Begrenztheit des irdischen Daseins, aus der Endlichkeit des Lebens stellt er uns in die Weite der göttlichen Schöpfungskraft. „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir."
Als Christinnen und Christen stellt uns unser Glaube eine Perspektive, ein Ziel, zur Verfügung, das über diese vorfindliche Welt und ihre weltlichen Ziele hinausgeht. Darin kann etwas Befreiendes liegen. Denn diese Wirklichkeitskonstruktion will uns von der Angst vor dem Leben befreien, weil wir eine Hoffnung haben, die über unser Lebensende hinausgeht.
Sie könnte uns von dem Zwang befreien, hier und jetzt alles erleben und mitnehmen zu müssen, alles auskosten zu müssen, egal um welchen Preis. Wir merken gerade, wie hoch der Preis ist, den wir mit dieser Wirklichkeitskonstruktion „Ich will alles und zwar gleich“ bezahlen müssen. Im Glauben könnten wir Gelassenheit gewinnen, die uns sagt:
Dein Leben kann und wird nur immer ein Fragment sein, eine Möglichkeit von vielen. Es ist zwar angelegt auf Vollendung, aber diese Vollendung kann warten bis Gott sie dir schenken wird, zuletzt in seinem neuen Reich. Daher entdecke die Freiheit, mit leichtem Gepäck durch dein Leben zu reisen. Denn du hast ein Ziel vor Augen, eine Vision, die zukünftige Stadt Gottes.
Diese Ausrichtung auf eine Zukunft, die Gott uns schenken wird und auf die wir hoffen, will uns Kraft schenken, auch das Ungewöhnliche zu tun. Was kann das sein?
„So lasst uns nun zu Jesus hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen."
Wir wissen nicht, wer den Hebräerbrief geschrieben hat, aber es gibt seriöse Hinweise darauf, dass möglicherweise eine der ersten christlichen Priesterinnen, die Zeltmacherin Priska, die Autorin dieses Briefes ist. Auf jeden Fall war das eine schlaue Frau.
Wir wissen jedoch recht sicher, in welcher Situation sich die Gemeinde damals befand, an die dieser Brief gerichtet ist: Die Gemeindemitglieder waren verunsichert, denn sie erlebten sich als machtlose und leidende Menschen. Der christliche Glaube, dem sie sich zugewendet haben, hatte offenbar nicht alle Wünsche erfüllt. Sie waren dabei, zu resignieren. Ihre Gottesdienste besuchten sie nur noch selten. Viele dachten, wie Israel in der Wüste, an eine Rückkehr in die Vergangenheit, zu ihrem alten Glaubenskonstruktionen.
Die Verfasserin des Briefes fordert diese verunsicherten Menschen auf, das vermeintliche sichere Lager zu verlassen, nach draußen vor das Tor zu treten. Denn dort, draußen vor der Stadt, da liegt der Hügel Golgatha. Dort ist Jesus gestorben. Dort finden wir Rettung und Antworten.
Nicht in sicheren Stadtmauern sieht sie den Platz einer christlichen Gemeinde, sondern draußen vor dem Tor. Wo einem der Wind schon mal scharf um die Nase weht. Wo diejenigen leben, die keinen Platz gefunden haben oder an den Rand gedrängt werden. Die, die unfreiwillig aus der Welt gefallen sind.
Draußen vor dem Tor - wie das wandernde Gottesvolk unterwegs war-, das kann für uns als Gemeinde heißen, sich von manch lieb gewordener Struktur und eingefahrenem Verhalten zu verabschieden. Darin liegt ja vielleicht eine Chance der jetzigen Pandemie. So wie einst Abraham und Sarah sich im Vertrauen auf Gott in das Unbekannte und Neue vorwagten. Vielleicht verlieren wir unsere Strukturen und geliebten Ordnungen. Aber wir verlieren niemals unsere Botschaft, den Kern unserer Hoffnung, den Grund unseres Lebens. Als Gemeinde in Bewegung sein heißt eine aufsuchende Kirche zu werde, die nicht darauf wartet, dass Menschen zu ihr kommen, sondern die von sich aus die Tür weit öffnet, die Menschen dort anzuspricht und zu gewinnen versucht, wo sie leben und arbeiten, wo sie lieben, leiden und leben. Gerade jetzt in diesen angsterfüllten Zeiten.

Es bedeutet auch, nicht die tätige Hilfe aus den Augen zu verlieren und damit diejenigen zu vergessen, die am Rande der Gesellschaft leben. Das können und sollten wir im Augenblick nicht persönlich tun. Aber wir leben ja in eine elektronischen Zeitalten, haben Telefon und Mail, Twitter und was sonst noch, um in Kontakt zu bleiben und zu zeigen: Ich bin an dir Interessiert. Du bist nicht allein.
Wenn wir so hinausgehen aus unseren festen Mauern, dann nehmen wir als Christinnen und Christen die Verantwortung wahr, die wir für unsere Mitmenschen haben. Unser Leben ist ein unterwegs sein hin zur Erfüllung in Gottes neuer Welt. Martin Luther hat dieses Unterwegssein einmal so beschrieben:
„Das Leben ist nicht ein Frommsein*, sondern ein Frommwerden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung. Wir sind's noch nicht, wir werden's aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es reinigt sich aber alles." (* beachte Frommsein versteht Luthe im Sinne von „dem anderen nützlich sein)

Wir haben hier keine bleibende Stadt, wir sind unterwegs. Gäste auf Erden, Pilger auf dem Weg. Auf unserer Reise nehmen wir alle mit, die auch auf der Suche sind, außerhalb der geschützten Mauern im Leben auskommen müssen. Weil dies so ist, möchte ich enden mit einer Geschichte vom Reisen.
Ein Tourist machte Station in einem Kloster. Er wurde herzlich aufgenommen und freundlich empfangen. Einer der Mönche führte ihn durch das Kloster und zeigte ihm zum Schluss die Mönchszellen. Eine davon sollte dem Gast als Schlafquartier dienen. Alle waren sie spartanisch eingerichtet: Ein Bett, ein Stuhl, mehr nicht. Der Tourist sollte nun wählen, in welcher er die Nacht verbringen wollte. Er betrachtete die Zellen und fragte dann ratlos: „Ja, und wo sind alle Ihre Möbel?" „Wo sind denn Ihre?" entgegnete der Mönch. Verwirrt antwortete der Gast: „Ich bin ja nur auf der Durchreise." Da lächelte der Mönch und antwortete: „Wir auch." Es kommt eben immer darauf an, in welcher Perspektive wir unsere Wirklichkeit konstruieren!
Gottes Heiliger Geist befestige diese Worte in euren Herzen, damit ihr das nicht nur gehört, sondern auch im Alltag erfahrt, auf dass euer Glaube zunehme und ihr endlich selig werdet, durch Jesum Christum unseren Herrn. Amen


Abkündigungen
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Lied EG 97 Holz auf Jesu Schulter

Fürbittengebet
P: Grenzenlos ist deine Liebe, Gott. Irritierend unsere Angst.
Gott, Quelle der Liebe, sei bei uns in unseren Ängsten.

A: Deine Liebe, Gott, gilt den Infizierten, Kranken, den Sterbenden. - Wir denken in der Stille an die, die uns nahestehen.-
Gott, sei bei uns in unseren Ängsten. Kyrie eleison

B: Wir denken an die Betroffenen in Italien, Spanien, Frankreich und hier in Portugal. Sei bei denen, die kein schützendes Obdach haben, die zwischen den Grenzzäunen gefangen sind, die zwischen Trümmern ihrer Häuser ausharren. Gott, sei bei uns in unseren Ängsten. Kyrie eleison

C: Wir denken an die, die pflegen, die sich für uns in Gefahr begeben, die forschen, sich nicht schonen. Wir denken an alle, die in den Krankenhäuern für die Kranken da sind. Wir denken an alle, die uns mit Lebensmitteln und allem, was wir brauchen, versorgen. Gott, sei bei uns in unseren Ängsten. Kyrie eleison

P: Wir beten für die, die eingeschlossen sind und in Quarantäne ausharren, die von häuslicher Gewalt Bedrohten, die Alleingelassenen, die Verzweifelten. Deine Liebe, Gott möge uns halten und tragen, heute und jeden neuen Tag. Amen.
Laudate omnes gentes

Vater unser
Entlassung:
P: Gehet hin im Frieden des Herrn – G: Gott sei ewiglich Dank
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über die und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden. Amen

DEKA – Deutschsprachige evangelisch-lutherische Kirchengemeinde im Algarve. E-Mail¬: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Web: www.deka-algarve.com
Vorsitzende: Annemarie Webster: Tel. 282 356 231

.Pastor i.R. Stephan Lorenz: Tel: 282 341 214; Mobil: 960 244 439; +49 171 68 20 295; 8400-565 Carvoeiro Uz Sesmarias 84. Wenn Sie mich sprechen wollen, rufen oder mailen Sie mich einfach an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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