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## Heilige Katharina von Alexandrien ##

Der 25. November ist der Tag der Heiligen Katharina von Alexandrien. Katharina, die Reine, wie ihr Name zu übersetzten ist, soll zur Zeit des Kaisers Maxentius (305-312) das Martyrium erlitten haben. Ihr Leben und Sterben sind historisch nicht belegt. Aber für den Glaubenden ist ja nicht so wichtig was war, sondern was wahr ist. Ihre Heiligenlegende erzählt, sie war eine Königstochter. Deshalb ist sie mit einer Krone dargestellt. Dazu kommt das zerbrochene Rad, mit dem sie getötet werden sollte. Katharina verweigerte das Kaiseropfer. Damit war sie, modern gesprochen, eine Verfassungsgegnerin, weil der Kaiserkult das römische Staatsgefüge zusammenhielt. In einer vom Kaiser angeordneten Disputation soll sie fünfzig heidnische Gelehrte überzeugt haben. Sogar die Kaiserin, die sie im Kerker besuchte, ließ sich taufen. Sie wurde gefoltert und zum Tode durch das Rad verurteilt. Aber das Rad zerbrach durch einen Blitzeinschlag, so wurde sie schließlich mit dem Schwert enthauptet. Ihr Leichnam wurde von Engeln auf den Berg Sinai getragen, wo Kaiser Justinian I. später (557) das berühmte Katharinen-Kloster erbaute. Seit dem 8. Jh. ist die Verehrung Katharinas auch im Westen nachweisbar. Katharina soll vor ihrem Tod bei Gott Fürbitte eingelegt haben für alle, die ihren Namen anrufen würden. Da Gott die Gebete erhöre, liegt hierin wohl ein Grund für die schnelle Ausbreitung des Kultes in Europa und ihre Aufnahme in den Kreis der Vierzehn Nothelfer, eine der "drei heiligen Madl'n" von denen der Volksmund sagt: "Margarethe mit dem Wurm, Barbara mit dem Turm, Katharina mit dem Radl. Das sind die drei heiligen Madl". Zur Wahrheit gehört aber auch das, was die moderne Forschung annimmt: Die Heiligenlegende ist Vorbild für eine christlich Mordgeschichte, nämlich der Ermordung der heidnischen Philosophin Hypatia durch einen christlichen Mob. Hypatia lehrte in Alexandria Mathematik, Astronomie und die neuplatonische Philosophie. Sie geriet offenbar in einen Machtkampf zwischen dem Kirchenvater Kyrill (375-444) und dem römischen Präfekten, dem Gouverneur von Alexandrien. Kyrill soll eine christlichen Schlägertruppe, die sogenannten Parabolani und eine große Menge gewaltbereiter Mönche organisiert haben, die Hypatia überfielen, sie in einer Kirche totschlugen und mit Scherben zerteilten. Die Parabolani waren ursprünglich eine Laienbruderschaft, die Pestkranke betreute, daher ihr Name, „die ihr Leben riskieren.“ Man könnte das als Missbrauch einer Lebensgeschichte deuten. Beide, die Philosophin Hypatia als auch ihre christliche Legendenfigur stehen jedenfalls dafür, sich keiner weltlichen Macht zu beugen, sondern zu den eigenen Überzeugungen zu stehen, selbst wenn es schwierig wird. Intelligenter zu sein als die jeweiligen Machthaber, besonders wenn sie Männer waren, war für Frauen noch nie einfach. Das weiß ich aus eigener Erfahrung einer viel intelligenteren Schwester. Sie lebt übrigens noch. Heute schauen wir mit Hochachtung auf die Frauen in Weißrussland und Polen. Die einen gehen auf die Straße gegen einen betrügerischen Diktator. Die anderen protestieren gegen ein maßloses Abtreibungsgesetz, das alte Männer der Pis Partei (Prawo i Sprawiedliwość, deutsch Recht und Gerechtigkeit) und des katholischen Klerus durch das Parlament geboxt haben.

## Buß- und Bettag ##

Am Mittwoch, dem 18. November ist Buß- und Bettag. Ein altertümlicher Name für einen Tag, der seit 1995 für die Finanzierung der Pflegeversicherung kein Feiertag mehr ist (außer in Sachsen). Öffentliche Bußtage gab es schon vor dem Christentum, in Rom, Ninive (Jona 3,4ff) Babylon, im Judentum könnte man den Jom Kippur (Versöhnungstag) nennen. Während der Pest führte Kaiser Justinian 542 durch Festsetzung von Mariae Lichtmess (2. Februar) einen Festtag ein, ausdrücklich als Maßnahme zur Beschwichtigung der Pest, in dem ein kollektiver, öffentlicher Bußgang der Bürger von Konstantinopel zelebriert wurde. Diesen öffentlichen Bußgang hat den späteren Papst Gregor I., der als Botschafter der weströmischen Kirche in Konstantinopel weilte so beeindruckt, dass er als die Pest Rom heimsuchte einen ähnlichen öffentlichen Bußgang einführte.
Der protestantische Buß- und Bettag wurde erstmals 1532 im mittelalterlichen Straßburg offiziell auf Befehl des Kaisers wegen der Türkengefahr begangen. Danach gab es in den deutschen Ländern ganz unterschiedliche Tage. In Preußen wurde der Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres 1893 als Buß- und Bettag festgelegt. 1943 dann offizieller Feiertag im ganz Deutschland, und im Krieg wieder abgeschafft. Nach dem Krieg wurde er sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik als Feiertag wieder festgesetzt. Die DDR schaffte ihn 1967 ab.
Aber in den evangelischen Kirchen wird er noch begangen. „Der Buß- und Bettag ist für evangelische Christinnen und Christen ein Tag der Besinnung und Neuorientierung im Leben. Der Gedenktag dient dem Nachdenken über individuelle und gesellschaftliche Irrtümer wie beispielsweise Fremdenhass, Umweltzerstörung und die Ausgrenzung von Armen und Obdachlosen.“ – so die offizielle Deutung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Jedes Jahr hat der Tag ein anderes Thema. In diesem Jahr „Schalter umlegen.“
Dazu schreibt die EKD: „Wie gut, dass es Schalter gibt. Manchmal merkt man das erst, wenn sie kaputt gehen. Im Treppenhaus geht das Licht nicht mehr aus. Schalter defekt. Kein Ein, kein Aus. Dauerlicht. Jetzt muss man die Sicherung raus drehen. Auch sonst: Wir sind gewohnt, alles zu regeln. An und Aus. On oder Off. Das macht vieles überhaupt erst möglich. Und dann geschehen Dinge, die nicht zu regeln sind. Ein Virus zum Beispiel. Ohne Schalter. Unberechenbar. Und wir wissen schnell nicht mehr weiter. Manchmal wünsche ich mir einen Off-Schalter für die ganze Corona Pandemie. Manchmal wünsche ich mir einen On-Schalter, wenn ich mich kraftlos fühle und leer. Energie und Hoffnung, bitte jetzt! Und manchmal wird die Suche nach dem richtigen On oder Off auch zum Gebet. Lieber Gott, bitte leg den Schalter um, für mich, für uns... Wenn auch Sie sich danach sehnen, den Schalter umzulegen - auf der Website zum Buß- und Bettag 2020 gibt es viele Anregungen. (www.busstag.de)

Im Gottesdienst am Vorletzen Sonntag des Kirchenjahres geht  darum das Evangelium vom Haiushalter, der seinen Herrn betrügt.  Sollen er uns ein Vorbild sein? Und wenn ja, wie sollen wir das verstehen?  

## St. Martin ##

Am 11. November ist Martinstag. Das weiß jedes Kind. Der Martinsumzüge wegen. Obwohl sie in diesem Jahr wegen der Pandemie häufig ausfallen müssen. Die Martinsgans wird in den Ofen geschoben. Zu verdanken haben wir das dem Bischof von Tours, dessen Grablegung am 11. November 379 ebendort stattgefunden hat. Er ist einer der ersten, die nicht wegen ihres Martyriums, sondern wegen ihres vorbildlichen Lebens heiliggesprochen wurden. Bekannt ist die Geschichte der Teilung seines Mantels. Martin, damals noch Soldat wie sein Vater, der römischen Armee, begegnet einem Bettler und teilt mit ihm seinen Mantel. In der folgenden Nacht erscheint ihm Christus und erinnert ihn an Matthäus 25,40: Was du einem meiner geringsten Brüder getan hast, das hast du mir getan. Aber auch andere Wunder er werden ihm zugeschrieben. Sein Biograf Suplicius Severus berichtet sogar eine Totenerweckung. Geboren ist Martin im heutigen Ungarn, damals eine römische Provinz 316/7. Da sein Vater Offizier der römischen Armee war, musste auch Martin einen 25-jährigen Dienst ableisten. Aus der Armee entlassen, ließ er sich von Hilarius von Poitiers taufen 351 taufen. Nach einiger Zeit als Einsiedler kehrte er in die Provinz Gallien zurück. Er missionierte und gründete Klöster, z. Bsp. die Abtei von Liguge, noch heute eine Benediktinerabtei. Bei seinen Kirch- und Klostergründungen ist er wohl er eher wie ein Militär vorgegangen. Denn sein Biograf berichtet, dass er heidnische, heilige Plätze zerstört hat, um darauf Kirchen zu bauen. Auch mit als häretisch befundenen Glaubensbrüder ging er nicht zimperlich um. Erst auf Befehl des Kaiser Maximus feierte er mit ihnen wieder die Abendmahlsgemeinschaft. Das tat aber seinem wohltätigen Ruf keinen Abbruch. 372 wird er gegen seinen Willen zum Bischof von Tours gewählt. Die fromme Sage will es, dass er sich, um der Wahl zu entgehen, in einem Gänsestall versteckte. Leider sind Gänse laute Viecher. Sie verrieten ihn. So kommt die Gans zum Martin. Aber November war auch die Zeit, in der Bauern ihren Zehnten abliefern mussten, auch Gänse. Zudem begann bald die 40-tägige Fastenzeit vor dem Weihnachtsfest. Man war also gut beraten, sich noch einmal satt zu essen. Am 8. November 397 stirbt Martin mit 81 Jahren in Candes, während eines bischöflich-pastoralen Besuchs. Er wird mit einer Lichterprozession nach Tours überführt, wo es am 11. November bestattet wurde. Nun wissen wir auch, warum es Laternenumzüge am St. Martinfest gibt. Bleibt noch die Sache mit seinem Mantel, seiner cappa. Martins Mantelhälfte gehört seit dem Frühmittelalter zu Kronschatz der französischen Könige. Sie wurde in einem besonderen Raum aufbewahrt, der Capella. Später wurde auch das Büro des französischen Königs Capella genannt.
Und es gibt natürlich wieder Bauernregeln: Wenn um Martini Regen fällt, ist’s um den Weizen schlecht bestellt. Oder: Wenn die Martinsgänse auf dem Eise geh’n, muss das Christkind im Schmutze steh’n. Oder: Sankt Martin Sonnenschein, tritt ein kalter Winter ein.
Da müsste doch für jeden etwas dabei sein!

## Tag des Gedenkens der Novemberpogrome 9. November##

Vor 82 Jahren am 9./10. November brannten in Deutschland und den „angeschlossenen“ Gebieten, Österreich und der Tschechoslowakei Synagogen, jüdische Geschäfte wurden zerstört, Wohnungen jüdischer Mitbürger verwüstet und geplündert. Juden wurden misshandelt, etwa 1000 Menschen wurden ermordet, an die 40.000 kamen in ein Konzentrationslager. Von den Nazis als „spontane“ Reaktion auf das Attentat auf den Botschaftsangehörigen von Rath in Paris durch den polnischen Juden Grynszpan dargestellt, hatten diese Übergriffe tatsächlich eine lange Vorgeschichte. Schon in ihrem Parteiprogramm wurde die „sofortige Kommunalisierung der Groß-Warenhäuser und ihre Vermietung zu billigen Preisen an kleine Gewerbetreibende“ gefordert. Seit der Machtübernahme kam es immer wieder zu Übergriffen. Am 11. März kam es in meiner Heimatstadt Braunschweig zu einem von SA und SS geplanten Warenhaussturm. Im April 1933 wurden jüdische Beamte und Rechtsanwälte aus dem Dienst entfernt, 37.000 Menschen verloren ihre berufliche Existenz. Nach dem Novemberpogromen durften Juden keinen Handel, kein Gewerbe. Wer konnte, wanderte aus und musste seinen Besitz zu Schleuderpreisen verkaufen. Das nannte man „Arisierung“. Der Volksmund prägte den Begriff „Reichskristallnacht“ wegen der zerbrochenen Scheiben. Der evangelische Pfarrer Martin Niemöller, selbst im KZ gewesen, sagte nach dem Krieg: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschaftler. Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“ Bleibt zu hoffen, dass wir heutigen sensibel gegenüber Antisemitismus und Rassismus sind, besonders gegenüber einer Partei, die ganz offen der Nazi-Ideologie nahe ist, wenn ein Parteifunktionär erklärt, Deutschland leide unter eine ‚Befall von Schmarotzern und Parasiten, die dem Volk das Fleisch von den Knochen fräßen‘.
Principiis obsta (Ovid) – Wehret den Anfängen!

 

## Reformationstag ##

Als unser Herr und Meister Jesus Christus sagte: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“(Math. 4,17), wollte er, dass das ganze Leben der Glaubenden Buße sei. So lautet die erste These, die Martin Luther am 31. Oktober 1517 an die Schlosskirche in Wittenberg genagelt haben soll. Leben im Glauben sei eine beständige Selbstwahrnehmung, wie ich’s denn halte mit dem, was ich zu glauben vorgebe. Die ursprüngliche Fassung war in lateinsicher Sprache verfasst. Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum - Disputation zur Klärung der Kraft der Ablässe. Sie wurde wohl an den Bischof von Magdeburg und Mainz, Albrecht von Brandenburg als auch an den Ablassprediger Tetzel geschickt. Luther bekam keine Antwort. Noch vor Weihnachten 1517 sind sie in Nürnberg ins Deutsche übersetzt worden und wurden in unterschiedlichen Versionen in Umlauf gebracht. Bedeutender für den Beginn der Reformation war jedoch Luthers Schrift ‚Sermon vom Ablass und Gnade‘. In den 95 Thesen setzt sich Luther mit der Ablasspraxis seiner Kirche auseinander. Die war nämlich zu einem einträglichen kirchlichen Geschäftsmodell geworden. Anstatt der vom Ortspriester auferlegten Buße, die eine innerliche, klärende Auseinandersetzung mit dem eigenen Seelenleben bewirken sollten, konnte man sich freikaufen. Das sparte Zeit und Mühen. Wer Geld hatte nutzte die Möglichkeit, aber auch Arme kratzten ihre letzten Groschen zusammen. Es war sogar möglich, Verstorbene aus dem Fegefeuer freizukaufen. Alles sehr zum Ärger Luthers. These 67 erklärt den Ablasshandel ironisch zum ‚guten Geschäft‘ für die Kirche. Aber auch die weltlichen Landesherren waren darob nicht amüsiert. Das kirchliche Finanzgebaren schmälerte nämlich ihre eigenen Steuereinkünfte, und brachte manche Untertanen an den Rand des Ruins. Ablasshandel war kirchliche Praxis seit Jahrhunderten. Die Geldquelle sprudelte immer recht gut. In seinen Thesen prangert Luther die kirchliche Angstmacherei vor dem Fegefeuer an. Er erklärt den Ablass für null und nichtig. Man solle den Christen vielmehr beibringen, den Armen zu geben und die Bedürftigen zu unterstützen. Die letzten beiden Thesen: 94. Man muss die Christen ermutigen, darauf bedacht zu sein, dass sie ihrem Haupt Christus durch Leiden, Tod und Hölle nachfolgen. 95. Und so dürfen sie darauf vertrauen, eher durch viele Trübsale hindurch in den Himmel einzugehen als durch die Sicherheit eines Friedens. Die Akzeptanz seiner Gedanken bewirkte nicht nur eine psychische Entlastung von quälender Angst (mit der sich auch heute noch gute Geschäfte machen läßt), sondern auch eine merkliche Entlastung des eigenen Geldbeutels. Die katholische Kirche ist beim Ablass geblieben, als Nachlass zeitlicher Strafe vor Gott für Sünden, deren Schuld schon getilgt ist. Am Reformationstag 1999 haben beide Kirchen eine gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigung abgegeben. Das Problem löst sie allerdings nicht. Die katholische Kirche erklärt das ‚sola fide‘ als Spezialität des lutherischen Denkens, pointiert ausgedrückt zur religiösen Folklore. Die Frage bleibt: Soll ein Christ denn auf etwas anderes vertrauen als auf Gottes Gnade allein? Ein Leben im Glauben als beständige Selbstwahrnehmung mit der Frage, wie ich’s denn halte mit dem, was ich zu glauben vorgebe, ist möglich, weil Gott mich gerecht macht und gnädig ist. Anders ausgedrückt: Selbstwahrnehmung gelingt, wenn sie angstfrei geschehen kann. Grundlegender: Glaube soll helfen (Lebens-)Angst zu bewältigen, nicht aber Ängste zu schüren. Immerhin, beide Seiten hauen sich nicht mehr, sondern reden miteinander, wenn auch immer noch kräftig aneinander vorbei. 

 

 

## Apostel Simon und Juads ##

 „Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der da Frieden verkündet, Gutes predigt, Heil ansagt, der zu Zion spricht: Dein Gott ist König.“ (Jesaja 52,7) Am 28. Oktober gedenken die westlichen Kirchen der Apostel Simon und Judas. Alle Apostelverzeichnisse kennen Simon, meistens mit dem Beinamen ‚Zelotes‘, der Eiferer, bezeichnet. Matthäus 10,3 und Markus 3,18 wird ein Apostel Thaddäus erwähnt, den man mit dem Apostel Judas identifiziert. Dann wäre Thaddäus, der Beherzte, sein Beiname. Besondere Erwähnung findet Judas Thaddäus (nicht zu verwechseln mit Judas Ischariot) im Johannesevangelium erwähnt. Er fragt während des letzten Abendmahls Jesus, warum er sich jetzt nur ihnen offenbare und bekommt zur Antwort: „Wenn mich jemand liebt, wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben: Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“ (Johannes 14,22) In Matthäus 13,55 werden Simon und Judas als leibliche Brüder Jesu genannt. Ob Judas der Verfasser des gleichnamigen Briefes ist, kann angenommen werden. Er ist um 75 nach Christus verfasst worden. Jedenfalls gehören beide wohl zur Jerusalemer Urgemeinde. Judas soll in Syrien, Arabien und Mesopotamien missioniert haben und gilt als Gründer der assyrischen Kirche. Sein Grab wird in Edessa (Stadt am Euphrat) verehrt. In Persien verband er sich mit Simon, um dort das Evangelium zu predigen. Der frühen Heiligenlegende nach (legenda aurea) prophezeiten dem König Sieg und Frieden, was sich tatsächlich und unmittelbar am nächsten Tage ereignete. Daraufhin ließ sich der König samt Hofstaat taufen. Zum Vernichten feindlicher Gewalten aufgefordert, war ihr ständiges Wort: Nicht zu töten, sondern lebendig zu machen sind wir gekommen. Nach zahlreichen Wundertaten, mit denen sie die Machtlosigkeit der Zauberer bewiesen und Götterbilder stürzten, sollen beide bei einem Aufstand der Priester ermordet worden sein. Judaswurde mit einer Keule erschlagen, Simon mit einer Säge zu Tode martern ließen. Ein gewaltiges Unwetter erschlug daraufhin Priester und Zauberer. Der König ließ die Leichen der beiden Heiligen suchen, bestatten und eine große Kirche darüber bauen. Angebliche Reliquien finden sich in Rom (Andreaskirche); in Hersfeld und Köln. Simon ist der Patron der alten Kaiserstadt Goslar (Harz). Früher galt der Tag der Apostel als Beginn der Winterzeit. Die Bauern blieben zu Hause und wurde zu ‚Pantoffelhelden‘. Das sprechen auch einige Bauerregeln aus: „Es sitzen auch die heiligen Herrn, / am warmen Ofen gern.“ „Wenn Simon und Judas vorbei, / so rückt der Winter herbei.“- - Wer Weizen sät am Simonstage, / dem trägt er goldne Ähren ohne Frage.

## 25.  Okotber - Besuch von  Pastorin Gelhaar aus Lissabon ##

Am 20. Sonntag nach Trinitatis bekamem wir Besuch aus Lissabon. Pastorin Gelhaar verbringt einige Tage Urlaub im Algarve. Sie hat die Gelegenheit wahrgenommen, unseren Gottesdienst mit zugestalten und die Predigt zu halten. Die Gemeinde feierte erstmals nicht vor der Kirche, sondern wieder in dier Kirche. Die zahlreichen Gottesdienstbesucher haben den Gottesdienst durch ihren kräftigen Gesang unterstützt und sind Pb Gelhaar sehr dankbar für ihr Kommen und ihre Predigt.

 

Im Anschluß an den Gottesdienst konnten wir mit Familie Gelhaar im Restaurant Taste noch gemeinsam Mittagessen und uns in den ebenso lockeren wie ernsthaften Gesprächen näher kennen lernen. Wir wünschen Familie Gelhaar einige schöne Tage hier im Algrave. 

 

 

## 19. p. Trinitatis ##

Das Fest des Evangelisten Lukas wird von allen christlichen Kirchen am 18. Oktober gefeiert. Er gilt als Verfasser sowohl des Lukasevangeliums als auch der Apostelgeschichte. Beide Werke gehören zusammen. Lukas zeichnet den Weg nach, den die Botschaft des jüdischen Messias aus dem kleinen unbedeutenden Bethlehem bzw. Nazareth bis nach Rom genommen hat. „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde…“ Auf Befehl des Caesar machen sich Josef und Maria auf nach Bethlehem. Dort wird der Messias geboren. Das Ende der Apostelgeschichte erzählt die Ankunft des Paulus in Rom. „So sei es euch kundgetan, dass den Heiden gesandt ist dies Heil Gottes; und sie werden's hören.“ Der christliche Glaube erobert die Hauptstadt der antiken griechisch-römischen Welt. Die Mitte dieses Geschehens, die Mitte der Zeit, ist der Tod und die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Der besondere Ort ist der Tempel in Jerusalem, in dem vorchristliche Juden, Jesu und die frühe Gemeinde regelmäßig beten. Lukas ist gut mit dem Judentum vertraut, dass die Forschung vermutet, er sei ein Judenchrist gewesen. Als Indiz dafür gilt die Bedeutung des Aposteldekrets (Apg 15,20), denn dieses Dekret ermöglicht es Judenchristen und Heidenchristen als gleichberechtigte Partner der jungen christlichen Gemeinde zusammen zu leben. Die Judenchristen können sich weiter an den jüdischen Gesetzten orientieren, während die Beschneidung und die Zeremonialgesetze für Heidenchristen nicht verpflichtend sind. Das ist gut paulinische Theologie. Während im Evangelium die Person Jesu und sein Wirken im Vordergrund stehen, sind es in der Apostelgeschichte die 12 Apostel. Sie haben zu Pfingsten den Heiligen Geist empfangen und geben ihn durch die Taufe und Handauflegung an die nächsten Generationen weiter. Grundlage ist ein Zitat des Propheten Joel »Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, ich will ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Ältesten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in denselben Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. Und ich will Wunder tun oben im Himmel und Zeichen unten auf Erden: Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne soll sich verkehren in Finsternis und der Mond in Blut, ehe denn der große und offenbare Tag des HERRN kommt. Und soll geschehen, wer den Namen des HERRN anrufen wird, der soll selig werden.« Während der Evangelist Matthäus die Glaubwürdigkeit des Messias Jesus durch die sogenannten Erfüllungszitate belegt, beschreibt Lukas in den Hymnen, Lieder der Kindheitsgeschichte Jesu (Magnificat, Benedictus und Nunc dimitis) wie er sich die Erfüllung der Verheißungen an die Väter und Mütter im jüdischen Glauben vorstellt. Lukas hat mit dem Evangelium und der Apostelgeschichte nicht nur ein politisches Statement abgegeben, das Evangelium, das seinen Anfang im unbekannten Bethlehem nimmt, erobert Rom, ihm liegt darüber hinaus die soziale Bedeutung der christlichen Botschaft am Herzen. Die Themen Reichtum und Armut spielen in beiden Werken eine eminent wichtige Rolle. Er stößt die Gewaltigen vom Stuhl und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. (Lukas 1,52.53) Und: Die Menge aber der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; auch keiner sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemein. (Apg 2,44) Verfasst wurden das Evangelium und die Apostelgeschichte zwischen 65 und 75 nach Christus. Der Legende nach ist Lukas als Bischof von Theben gestorben. Ein Grab soll es in Ephesos gegeben haben. Seine Gebeine wurden 375 nach Konstantinopel überführt und gelangten in den Wirren der Kreuzzüge durch Raub nach Padua. Sein Kopf kam später nach Prag, wo er heute im Veitsdom liegt. Und natürlich gibt es auch Bauernregeln: „Wer an Lukas Roggen streut, es im Jahr darauf nicht bereut“ oder „Ist Sankt Lukas mild und warm, folgt ein Winter, dass Gott erbarm

## 18.p. Trinitatis ##

„Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.“ (Math. 26,52) Am 11. Oktober gedenken die reformatorischen Kirchen des schweizerischen Reformators Huldrych (Ulrich) Zwingli. Er starb an diesem Tag im Jahr 1531 nach der Schlacht bei Kappel als Gefangener seiner katholischen Gegner. Den Feldzug gegen die katholischen Kantone hatte er selbst initiiert, um seiner Reformation mit Waffengewalt zum Durchbruch zu verhelfen. Zwingli wandelte sich vom treuen Anhänger des Papstes Julius II. , später Hadrian VI. zu einem erbitterten, auch vor Gewalt nicht zurückschreckendem Gegner der katholischen Sache. Geboren als Sohn eines Bauern am 1. Januar 1484 in Wildhaus. Trotzdem bekam er eine gute Bildung, zuerst durch seinen Onkel Bartholomäus, in den Lateinschulen in Basel und Bern, studierte als 15-jähriger bereits in Wien, danach wieder in Basel. 1506 wurde er zu Priester geweiht und ging für 10 Jahre nach Glarus. Dort war er sehr beliebt und hat wohl viel für die Menschen dort getan. Obwohl in einem abgelegenen Teil Europas hielt er Kontakt mit Erasmus von Rotterdam und machte Bekanntschaft mit der lutherischen Reformation. Zwingli übersetzte die Bibel 10 Jahre vor Luther ins Schweizerdeutsch. Die Schweiz war damals ein lokaler Player im Machtkampf zwischen der französischen Krone und dem Papst um die Herrschaft in Norditalien. Die Schweizer Garde im Vatikan sind die Reste dieser ehemaligen Elitetruppen. Zwingli stand immer auf der Seite des Papstes, was dieser ihm auch reichlich honorierte. Er nahm als Feldprediger an mehreren Feldzügen teil. Nach der Niederlage der papistisch-schweizerischen Truppen bei Marignano änderte sich die Situation. Die Schweizer wechselten die Seite und verbündeten sich mit den Franzosen. Zwingli musste seine Pfarrstelle in Glarus aufgeben. Nach drei Jahren ohne Anstellung wurde er Leutepriester (Pfarrverwalter) in Kloster Einsiedeln, einem berühmten Wallfahrtsort. Das Geschäft mit der Religion blühte. In dieser Zeit wird Zwingli mehr und mehr zum Gegner des Papstes und der katholischen Lehre, kritisiert die verkaufte Religion und den Ablasshandel. Im Januar 1519 tritt er die Pfarrstelle am Münster zu Zürich an. Er verfasst eine Schrift gegen das Fasten und reformiert die Züricher Kirche. Bilder werden aus den Kirchen entfernt. Die Messe abgeschafft und durch einen reinen Wortgottesdienst ersetzt. Seine Lehre vom Abendmahl, die nicht von der Verwandlung der Elemente ausgeht, bringt ihn auch in Gegensatz zur lutherischen Auffassung von der Consubstantiation (Christi Leib und Blut in, mit und unter den Elementen). In Gesprächen mit Luther in Marburg unter Vermittlung des hessischen Landgrafen Philipp werden die Differenzen eher noch größer. Auch in der Frage, welche Rolle weltlichen Autoritäten in religiösen Angelegenheiten einnehmen sollten, taten sich Unterschiede auf. Zwingli lehnte Luther‘s Lehre von den zwei Reichen ab. Die Obrigkeit habe sich strikt der biblischen Lehre zu unterwerfen. Das exerzierte er in Zürich. Seit 1529 begann Zwingli die Veränderungen radikaler durchzusetzen. Mit einem Ratsbeschluss wurden die Bürger zum Gottesdienstbesuch gezwungen. Gegner wurden der Stadt verwiesen, Täufer hingerichtet und romtreuen Städten mit Krieg gedroht. Zwingli hat federführend an der Vertreibung und Ermordung der Täuferbewegung in Zürich beteiligt. „Ein Christ sein heißt nicht von Christus schwätzen, sondern wandeln wie Christus gewandelt ist.“ Warum er andere Menschen dazu zwingen wollte, bleibt unverständlich. Jedenfalls kann sich Zwingli damit nicht auf Jesus berufen. Nach dem Tod Zwingli führten Heinrich Bullinger die Reformation in der Schweiz weiter und vor allen Dingen Calvin in Genf.

## Taufe Leo Joao Schönfeld ##

Am 18. Sonntag nach Trinitatis wurde in der Capella in Carvoeiro im Gottesdienst Leo Joao Schönfeld getauft.

 

 

 

Wir danken Gott,  dass wir Leo Joao taufen durften. Er ist von Gott angenommen, und von uns aufgenommen in unsere Gemeinde. Wir beten darum, dass er im Glauben an Gottes Liebe und Barmherzigkeit aufwachsen kann. Wir bitten für die Eltern von Leo: Gib ihnen den Geist deiner Weisheit und Liebe, auf dass ihre irdische Wohnung ein Abbild der Freude und Gnade deines ewigen Reiches sei. Stärke uns alle, damit wir der Berufung unserer eigenen Taufe treu bleiben können.

 

## Erntedankfest 2020 ##

Der erste Sonntag im Oktober wird in den katholischen wie evangelischen Gemeinden als Erntedank in einem Gottesdienst gefeiert. Der Altar wird farbenfroh geschmückt mit den Früchten, die aus dem Garten oder vom Feld stammen. Erntedankfeste werden in fast allen Kulturen gefeiert. Im jüdischen Festkalender gibt es ein Fest im Frühjahr, Shawuot, und eines im Herbst, Sukkot oder Laubhüttenfest. Das erste Erntedankfest, wenn man so will, endete tragisch. Kain brachte einige Früchte seiner Ernte als Opfer dar, Abel ein Zicklein aus seiner Herde. Weil sich Kain nicht genug von Gott gewürdigt fühlt, bringt er seinen Bruder um. Erntedank und Brudermord, gehört das zusammen? Motive sind Neid und narzisstische Kränkung darüber, dass man vermeintlich zu kurz kommt. Luther hat in seiner Predigt über das Evangelium am Erntedanktag ( Markus 8,1ff), der Speisung von 7000 Menschen, geschrieben: Denn das ist der schändlichen, ungläubigen Welt eigentliche Unart: wenn sie nicht aller Dinge eine Fülle sieht und hat, so will sie bald verzweifeln, als müsste sie Hungers sterben. Zwar hat Gott uns nun viele Jahre reichlich versorgt; noch hilft es nicht, es ist, als wenn jedermann verhungern will. Dazu helfen die Geizhälse und Wucherteufel, die mit Korn und Wein zurückhalten, wollen es den Leuten nicht um einen Pfennig verkaufen, sondern warten, bis es teurer werde, dass sie mehr Geld dafür bekommen. Das sind Unchristen, die von solchen Segen und Wunderwerk nichts wissen noch glauben; sonst würden sie mehr auf Gottes Wort sehen und sich an dasselbe halten, und alle Sorge dem reichen Gott im Himmel befehlen, der das kleine segnen und viel daraus machen kann. Seine Gedanken werden heute in vielen Gottesdiensten wieder aufgenommen, wenn in ihnen nicht nur über die Bewahrung der Schöpfung nachgedacht wird, sondern auch über eine gerechte Verteilung dessen was da ist. Luther, der ja in einem Kaufmannshaus aufwuchs, verstand durchaus, wie Wirtschaft funktioniert. So fügt er der Angst, zu kurz zu kommen noch den Geiz und die Gier von Geschäftemachern hinzu, die den Hunger in der Welt auch heute noch kräftig fördern. Man denke nur an die international operierenden Getreidebörsen. Wollen wir zu den ‚Kains‘ gehören, die ihre Brüder, die ‚Abels‘ verhungern lassen?
Im Christentum wird Erntedank schon früh, im 3. Jahrhundert als Fest gefeiert. Allerdings variierte der Termin. Er ist neuzeitlich. In agrarisch geprägten Gesellschaften war dies ein wichtiger Tag. Die Existenz der Menschen, hing unmittelbar davon ab, wie gut oder schlecht die Ernte war. Sie garantierte das Überleben der langen Winterzeit, in der es nichts zu ernten gab. In der frühen Neuzeit mussten die Bauern die Ernte beim Grundherren abliefern. Als Zeichen der erfolgreichen Ernte übergaben sie eine Erntekrone. Der Grundherr bezahlte die Bauern und war verpflichtet ein Fest mit Essen, Bier und Tanz, das Erntefest auszurichten. Die Erntekrone hat sich bis heute gehalten hat. Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft war Erntedank weniger wichtig. Die Nazis haben mit großen Anstrengungen und Pomp den Tag des Bauern (Erntedankfest) für den Nährstand ideologisch aufgeladen.
Die Frage an uns Heutige könnte doch sein: Wie begehen wir unser Erntedankfest? Wem wollen wir Danken? Hat unser Dank Auswirkungen auf unser Verhalten? Darum geht es in unserem Gottesdienst am Erntedankfest.  

## Zeitspende - Übergabe der Zertifikate ##

 

 

Corona hat es uns weltweit sehr schnell ins Bewusstsein gebracht, Leben ist zerbrechlich. Soviel Zeit ist da manchmal gar nicht.
Unsere Gesellschaft beschäftigt sich mit dem Anfang des Lebens - wenig mit dem Ende; obwohl es jeden von uns irgendwann selbst trifft.
Immer wieder berichten Menschen, die sich mit Sterben und Tod beschäftigt haben, dass ihr Leben angstfreier und bewusster geworden sei. Können wir das Sterben durch die Auseinandersetzung damit erträglicher machen?
Vor einem Jahr ging das Team von Zeitspende an die Öffentlichkeit mit einem Einführungsvortrag zu dieser Thematik rund um Sterben und Tod. Daraus ist eine Gruppe von 10 Frauen und 1 Mann entstanden, die in 9 Modulen das Wichtigste für eine gute Sterbebegleitung gelernt haben, sowohl theoretische Grundlagen als auch praktisches Wissen.
Die eigene Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Themen hat auch geholfen, leichter zu verstehen, was gerade in dieser Lebensphase erforderlich wird.
Gute Kommunikation ist am Ende des Lebens besonders wichtig, sie schafft Nähe und Sicherheit.
Begleiterin / Begleiter zu sein – erzeugt tiefe Dankbarkeit – Ehrfurcht vor dem noch verbleibenden Leben.
Hilflos, aber umsorgt kommen wir zur Welt – so sollte es auch im letzten Lebensabschnitt sein.

Auf Wunsch der Teilnehmer /innen wird es weitere Intensivnachmittage geben, welche die zuvor angeschnittenen Themen vertiefen und mit praktischen Übungsmöglichkeiten ausgestaltet sein werden.
Außerdem ist angedacht, diese Kurse im Frühjahr an der Zentralalgarve um Lagoa herum anzubieten, wenn ausreichend Interesse dazu vorhanden ist.
Somit wäre dann eine weitere Möglichkeit einer qualifizierten Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden in deutscher Sprache an der Algarve gegeben, was bisher nicht der Fall ist.

Ansprechpartner sind das Team von Zeitspende:
Monika Diete ; Dorothea Walter, Marlis Weissenborn.

## Michaelis ##

Michaelis – die Älteren unter uns werden sich noch daran erinnern, dass es an diesem Tag Zwischenzeugnisse gab. Für mich war das in den wenigsten Fällen ein guter Tag. Den „deutschen Michel“ kennt jeder – eine Karikatur der deutschen Mentalität, in der Renaissance entstanden, ein völlender, saufender und schlaftrunkener Mann mit Zipfelmütze. Aber der Zusammenhang mit dem Heiligen St. Michael, dessen Gedenktag die katholischen und evangelischen am 29. September als Tag des Erzengel Michael und aller Engel feiern, ist keineswegs erwiesen. Die orthodoxen Kirchen feiern den Gedenktag am 8. November. Auch bei ihnen ist er eine bedeutende und wichtige Figur. So wurden die Zaren im Chudov Kloster getauft, das seinen Namen von einem Wunder hat, das dem Heiligen St. Michael zugeschrieben wird, das Wunder von Chonai. Er beschützte eine Wallfahrtskirche durch seine Kraft.
Überhaupt könnte man St. Michael als eine Art himmlischen Ordnungshüter beschreiben. Nach der Überlieferung war er es, der Adam und Eva aus dem Paradies vertrieb (1. Mose3,23ff). Andere Stellen im Alten Testament werden ebenfalls mit dem Erzengel Michael in Verbindung gebracht. So soll er es gewesen sein, der mit Jakob gerungen haben soll (1.Mose 32,24ff). Im Danielbuch, dessen apokalyptische Theologie die frühen Christen beeinflusst hat, wir er öfters erwähnt: Zu jener Zeit (gemeint ist das Weltende) wird sich Michael erheben, der große Engelfürst, der die Söhne deines Volkes beschützt … Und in jener Zeit wird dein Volk errettet werden … Und viele von denen, die schlafen im Erdenstaube, werden erwachen. (Daniel 12,1f) Die Offenbarung des Johannes nimmt diesen Gedanken auf. Michaels Posaune erweckt die Toten aus den Gräbern, er befreit die ‚Frau mit dem Kind‘ und tötet im endzeitlichen Kampf - gerüstet und mit großen Flügeln - den Drachen zu seinen Füßen (Offenbarung 12, 4ff) Michael ist eine himmlische Ordnungsmacht. Cyril von Jerusalem (314-386) schreibt: „Als Christus auf die Erde zu den Menschen kommen wollte, erwählte der Vatergott eine gewaltige Kraft, die Michael hieß, und vertraute Christus ihrer Fürsorge an.“ Als solcher ist er der Patron der katholischen Kirche später auch des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. In der Gegenreformation bekämpfte Michael die wirrgläubigen Protestanten. Noch 1886 ordnete Papst Leo XIII. an, dass Michael nach der Messe angerufen werde zum Schutz vor Satan und den anderen bösen Geistern:… „stoße die anderen bösen Geister, die in der Welt umherschleichen, um die Seelen zu verderben, durch die Kraft Gottes in die Hölle. Amen.“ Gemeint waren natürlich die Lutheraner und Reformierten. Die Verehrung des Heiligen Michael im Christentum verstärkt sich im 4. Jahrhundert. Seitdem sind zahlreiche Kirchen und Klöster nach ihm genannt. Das wohl berühmteste ist Mont St. Michele in der Normandie, das im 100jährigen Krieg niemals von den Engländern erobert werden konnte. In Deutschland hat Ludwig der Fromme um 813 das Fest auf einen Tag des germanischen Gottes Wotan gelegt. In Portugal gründete 1172 König Alfons I. den Orden von Flügel des Heiligen Michels zur Bekämpfung des Islam. Er besteht bis heute. Und natürlich gibt es viele Bauerregeln für diesem Tag, an dem sich (vor der Klimaveränderung) tatsächlich eine länger anhaltende Wettertendenz einstellet. Bringt St. Michael Regen, / kannst Du gleich den Pelz anlegen.

## 15. p. Trinitatis ##

Am Montag, der 21. September ist der Gedenktag des Evangelisten und Apostel Matthäus. Er gilt als der Verfasser des Matthäusevangeliums. Als Beleg führt man eine Stelle im 9. Kapitel des Matthäusevangeliums an: Als Jesus dann von dort weiterging, sah er einen Mann namens Matthäus an der Zollstätte sitzen und sagte zu ihm: »Folge mir nach!« Da stand er auf und folgte ihm (Mt 9,9) Die moderne Forschung hat jedoch gezeigt, dass diese Stelle die Bearbeitung einer Geschichte aus dem Markusevangelium ist: Im Vorübergehen sah er dann Levi, den Sohn des Alphäus, an der Zollstätte sitzen und sagte zu ihm: »Folge mir nach!« Da stand er auf und folgte ihm nach (MK 2,13) Der unbekannte Verfasser des Matthäusevangeliums soll den Namen geändert haben, weil Matthäus für die Gemeindegruppe(n), für die er die Erzählungen von Jesus sammelte, eine Autoritätsperson war. Dabei ist ebenso unsicher, wer eigentlich die Adressaten des Evangeliums sind. Einige Forscher sagen, es seien Heidenchristen (Beleg: der Missionsbefehl: Darum gehet hin und macht alle Völker zu Jüngern: tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe.28,19) gewesen, andere Judenchristen (Beleg: Kein Buchstabe des Gesetzes ist ungültig. 5,18). Vielleicht war es ja eine Gemeinde, zu der sowohl Juden-, als auch Heidenchristen gehört haben. Das Matthäusevangelium hat, da sind sich die Forscher einig, das Markusevangelium und die sogenannte Logienquelle als Vorlage, dazu kommen eigene Geschichten. Viel wichtiger aber, wer der Verfasser war und wer die ersten Adressaten, ist die Botschaft, die das Evangelium den Lesern und Zuhörern vermitteln will. Dabei fällt auf, dass es den theologischen Gedanken des Paulus nahesteht. Matthäus versucht immer wieder, das Leben und die Taten Jesu als Erfüllung der alten Weissagungen zu belegen: „… damit die Schrift erfüllt würde, die durch den Propheten verkündet worden ist.“ Der bekannteste Teil im Matthäusevangelium ist die Bergpredigt. Das jüdische ‚Gesetz‘ gilt, und wird sogar noch überboten. Die Frage ist nicht nur, „wie geht ein gutes Leben?“, sondern darüber hinaus, „was muss ich tun, um in den Himmel zu kommen?“ Matthäus entwirft also für die Gemeindemitglieder eine (ziemlich) strenge Ethik. Über die Aposteltätigkeit des Matthäus gibt so gut wie keine Legenden. Angeblich sind seine Gebeine 1084 nach Salerno gekommen, wo er in der dortigen Kirche begraben sein soll.

## Trauung Fleur und Ernst Keßler ##

Am Montag, dem 21. September 2020 fand endlich die Trauung von Fleur und Ernst Keßler statt. Eigentlich schon im Frühjahr geplant. Dann wegen der Corona Pandemie verschoben. Eigentlich geplant in der Kapele über den Klippen, doch wegen Bauarbeiten fand die Trauung schießlich in der Capella de Nossa Senhora do Carmel im Convent Bio statt. Diese alte Capelle des Convents, die auf ihre Renovierung wartet,  hat eine ganz eigene Atmosphäre.  Fleur und Ernst Keßler kommen aus Iphofen (Franken). Wir haben Gott darum gebeten, dass die beiden unter seinem Segen in guten und schweren Tagen beieinander bleiben und immer seinen stärkenden und tröstenden Geist erfahren dürfen. 

## Rosh hashana ##

An diesem Wochenende feiern unsere jüdischen Schwestern und Brüder Rosh hashana. Hebräisch רֹאֹשׁ הַשָּׁנָה bedeutet Anfang des Jahres. Es ist der jüdische Neujahrstag. Da der jüdische Kalender ein Mondkalender ist, variiert der Tag in jedem Jahr. Man grüßt sich an diesem Tag mit den Worten shana tova ‚Ein gutes Jahr‘. Dieser Tag ist ebenso eine Erinnerung an die Schöpfung der Welt, der erste Tag, und an die Erschaffung des ersten Menschen. Rosh hashana markiert den Beginn einer 10tägigen Feier, die mit dem Versöhnungstag endet, dem Jom Kipur. An diesem ersten Tag soll der Mensch Bilanz ziehen, in sich gehen. Manche erzählen, Gott säße auf seinem Thron und habe Bücher vor sich, in denen alle Taten der Menschen aufgezeichnet seien. Liturgisch begangen wird der Tag mit besonderen Gebeten, dem blasen des Shofarhorns und Segenssprüchen.
Es gibt besondere Speisen: denHonigkuchen (honek-lejkech), Zimmes, Weintrauben, süßen Wein und in Honig getauchten Apfelscheiben. Sie symbolisieren die Hoffnung auf ein gutes, süßes Jahr aus. Oft wird auch ein Stück eines Fisch- oder Schafskopf mit den Worten „Möge es dein Wille sein, dass wir zum Kopf und nicht zum Schwanz werden“ gegessen. Oder Granatäpfeln, die bei uns gerade reif werden. Sie enthalten viele Kern. „Möge es dein Wille sein, dass unsere Rechte sich wie der Granatapfel mehren.“ So ist Rosh hashana kein Trauertag, sondern ein Tag, an dem sich unsere jüdischen Schwestern und Brüder über Gottes Vergebung und Gnade freuen. Und wir Christen freuen uns hoffentlich mit Ihnen.

 

## 14. p. Trinitatis ##

 Am 14. September 407 verstarb Johannes Chrysotomus auf dem Fußmarsch in seine zweite Verbannung nach Pityus (heute Pizunda in Georgien). Seine letzten Worte, so will es die Legende: „Verherrlicht sei Gott für alles. Amen“ Geboren wurde er um das Jahr 345 im heutigen Atakya (Türkei). Sein Vater, ein hoher römischer Militär starb früh. Seine christliche Mutter sorgte für eine gute Ausbildung, auch in heidnischer Philosophie und Redekunst. Nach dem Tod seiner Mutter lebte er als sechse Jahre als Asket. Das tat ihm aber gesundheitlich nicht gut, so dass er 378 wieder nach Antiochien zurückkehrte. Dort begann seine kirchliche Karriere, die ihn 398 zum Patriarchen von Konstantinopel werden ließ. Dort geriet er in die politischen Konflikte am Kaiserhof. Der theologisch erbittert geführte Kampf um das Verständnis der Trinität (Arianischer Streit) tobte. Zudem kritisierte er den Lebensstil des Klerus und der Machthaber. Gottesdienst wurde gehalten, wann es den Reichen passte, so dass die arbeitende Bevölkerung nicht daran teilnehmen konnte. Das änderte Johannes Chrysotomus, auch verkaufte er Kirchenbesitz, um Arme zu unterstützen. Er gründete Hospize für Arme, Fremde und Kranke, unterstützte die verarmte Bevölkerung und sorgte für Seelsorge unter den Soldaten. Seine Sozialkritik stieß besonders bei der Kaiserin Eudoxia auf Widerstand. Sie veranlasste seine Absetzung und erste Verbannung im Jahr 404 nach Armenien. Er durfte noch einmal für 3 Jahre zurückkehren, bis er schließlich in den hintersten Winkel des römischen Reiches nach Georgien verbannt wurde. Den Beinamen Chrysotomus (Goldmund) erhielt er wegen seines außergewöhnlichen Redetalents. Am 13. September wurde seine Gebeine nach Konstantinopel zurückgeholt. 1204, als ein Heer von Kreuzzüglern Konstantinopel plünderte, wurde seine Gebeine geraubt und nach Rom gebracht. Im Petersdom blieben sie bis Papst Paul II 2004 einen Teil(!) an den Patriarchen von Konstantinopel zurückgab. Johannes besaß nicht nur ein großes Redetalent, er verstand es auch die Theologie seiner Zeit in einfachen Worten den Menschen zu erklären. Das entsprach der Ausrichtung seiner Theologie und Sozialethik an den Armen der Gesellschaft. Deshalb ist er in der katholischen Kirche der Patron der Prediger. „Wir bekleiden nur den Rang eines mahnenden Ratgebers. Der Ratgeber sagt seine Meinung, ohne auf den Zuhörer einen Zwang auszuüben; er stellt es diesem anheim, sich für oder gegen das Gesagte zu entscheiden. Nur dafür trägt er die Verantwortung, wenn er nicht nach bestem Wissen und Gewissen spricht.“ Das sollte auch heute ein Maßstab für alle Predigenden sein. Erwähnt werden muss, dass die Theologie des Johannes Chrysotomus viele antijüdische Elemente enthielt. Juden seien für den Tod Jesu verantwortlich. „Weil ihr Christus getötet habt, weil ihr gegen den Herrn die Hand erhoben habt, weil ihr sein kostbares Blut vergossen habt, deshalb gibt es für euch keine Besserung mehr, keine Verzeihung und auch keine Entschuldigung.“ Vorbildlich bleibt sein Streben, das Los von Armen, Kranken und Sklaven zu verbessern. „Wir bewahren unsere guten Werke am besten, wenn wir sie vergessen.“ Diese Maxime entspricht zwar nicht dem modernen Gedanken des Fundraisings, ist aber sicherlich näher am Evangelium: Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut. (Matthäus 6,3)

## Seebestattung ##

Am letzten Dienstag, dem 15. September wurde Karin Winicker auf See bestattet. Sie war am 2. Januar 2020 im Alter von 81 Jahren verstorben. Unser Weg mit Gott endet nicht am Grab, so bitten wir für unsere Verstorbene, die heimgeholt wurde in das Ewige Leben. Für alle, die ihr Tod traurig macht, bitten wir Gott um Trost, so wie eine Mutter ihr Kind tröstet. Wir vertrauen uns der Liebe Gottes an und bitten: Gott lehre uns unser irdischen Ende zu bedenken und stärke uns in der Hoffnung auf dein Ewiges Leben. Amen

 ## 13. Sonntag nach Trinitatis ##

Das Bild zeigt das Tryptychon der Geburt Marias von Pietro Lorenzetti (1280 – 1348). Zu sehen ist es im Dommuseum von Siena. Am 8. September wird das Fest der Geburt Marias gefeiert jedenfalls in der katholischen, orthodoxen und anglikanischen Kirche. Für Protestanten ist es kein Gedenktag. Dabei wird er schon sehr früh in der Geschichte der Kirche gefeiert, nämlich seit dem 5. Jahrhundert. Entstanden ist es möglicherweise aus eine Weihefest der St. Anna Kirche in Jerusalem. Die heilige Anna gilt als die Mutter Marias.
Die Legende erzählt (Protoevangelium des Jakobus), dass die Eltern Marias Anna und Joachim lange Kinder bekommen kommen. Damals eine Schande, Strafe Gottes. Joachim wurde sogar der Besuch des Tempels verboten. Dann in ihrer Verzweiflung erscheint den Eltern ein Engel, Er kündet die Geburt der Maria an. Eine Tochter voller Gnaden. So bekommt Anna Maria, eine Tochter ohne Sünde und Mutter Gottes.
Die Bauerregeln haben das Fest der Geburt Marias mit dem beginnenden Herbst verbunden: „Mariä Geburt fliegen die Schwalben furt“. Weil tatsächlich die Schwalben im März kommen (um das Fest Mariä Verkündigung 25. März), und Anfang September wieder wegfliegen, ist die Schwalbe der Wappenvogel der Maria geworden. Im 30jährigen Krieg hat Johann Khuen ein Lied gesichtet, das noch heute bei Prozessionen in Süddeutschland und Tirol gesungen wird:
Sagt an, wer ist doch diese, die auf am Himmel geht, die überm Paradiese als Morgenröte steht? Sie kommt hervor von ferne; es schmückt sie Mond und Sterne, die Braut von Nazareth.
Sie ist die reinste Rose, ganz schön und auserwählt, die Magd, die makellose, der sich der Herr vermählt. O eilet, sie zu schauen, die schönste aller Frauen, die Freude aller Welt.
Sie ist der Himmelsheere, der Engel Königin, der Heilgen Lust und Ehre, der Menschen Trösterin, die Zuflucht aller Sünder, die Hilfe ihrer Kinder, die beste Mittlerin.

## 12. Sonntag nach Trinitais ##

Am 29. August begehen die christlichen Kirchen den Tag der Enthauptung Johannes des Täufers. Johannes gilt als der letzte Prophet und Wegbereiter Jesu. Das Markusevangelium beginnt mit Johannes, dem Täufer. »Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der dir den Weg herrichten soll«; »eine Stimme ruft in der Wüste: ›Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Pfade!‹« –:so trat Johannes der Täufer in der Wüste auf, indem er eine Taufe der Buße predigte zur Vergebung der Sünden. Daran schließt sich die Taufe Jesu durch Johannes an. Die Botschaft des Johannes und Jesu haben viel gemeinsam: Kehrt um, denn das Gottesreich ist nahe. Während Johannes den Menschen ins Gewissen redet und die Folgen ihres Tuns vor Augen hält und ein Endgericht ankündigt, setzt Jesu auf ‚metanoein‘ die Umkehr der Herzen. Sie ist möglich, weil Gott selbst barmherzig und gnädig ist. Johannes wurde von König Herodes Antipas verhaftet. Er hatte die Ehe zwischen Herodes und Herodias, der Frau seines Bruders Herodes Boethos, kritisiert. Passiert bis heute, dass Menschen, die die Mächtigen kritisieren, verhaftetet werden. Dafür verstieß Herodes Antipasseine erste Frau Phasaelis. Er ließ Johannes festsetzen, wagte aber nicht, ihn umzubringen. An seinem Geburtstag tanzte Salome für Herodes. Er war so begeistert, dass er versprach, ihr jeden Wunsch zu erfüllen. Salome wünschte sich nach Rücksprache mit ihrer Mutter, den Kopf Johannes des Täufers. Er wurde ihr auf einem Tablett gebracht. Daher der Name Johannesschüssel. So erzählen es die Evangelisten Markus, Matthäus und Lukas.
Phasaelis war nicht untätig. Sie floh zu ihrem Vater Aretas. Es kam zu einem Krieg, den Herodes verlor. Nur auf Intervention der Römer konnte er sich an der Macht halten. Die Zeitgenossen deuteten den verlorenen Krieg als Strafe für die Untat des Herodes.
Johannes wurde den Evangelien zufolge von seinen Jüngern bestattet. Natürlich gibt es mehrere Orte, die beanspruche Reliquien des Johanes zu besitzen. In Rom die Kirche St. Johannes de Capite und die Kathedrale von Amiens. Aber auch im Islam wurde Johannes verehrt. Nach der Einnahme von Byzanz wurde das Armreliquiar vom Sultan in den Topkapi-Palast in Istanbul aufbewahrt. In der mittelalterlichen Heilkunst wurde die sogenannte Johannesschüssel Menschen gezeigt, die unter heftigen Kopfschmerzen litten. Johannes ist der Schutzheilige des Johanniter- bzw. Malteserordens.

## 30. August 2020 Besuch von Erzbischof Kardinal Jean-Claude Kardinal Hollerich SJ in Carvoeiro ##

 

Noch bis zum Samstag, dem 5. September hält sich der Erzbischof von Luxemburg Kardinal Jean-Claude Hollerich SJ in Carvoeiro aus. Eigentlich verbringt er hier seinen Urlaub. Trotzdem hat er viele gottesdienstliche Verpflichtungen. So auch am letzten Sonntag, als er eine Messe in der Capela de Nossa Senhora da Encarnação in Carvoeiro hielt. 2012 wurde Hollerich zum Erzbischof von Luxemburg geweiht. Seit einem Jahr ist er Mitglied des Kardinalskollegiums, das den Papst wählt. Seit Anfang dieses Jahres ist er Mitglied des päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialogs. Sicherlich auch, wegen seines langjährigen Aufenthaltes in Japan. Jedenfalls hat Erzbischof Kardinal Hollerich zugesagt bei seinem nächsten Aufenthalt mit unserer Gemeinde einen Gottesdienst zu halten. Darauf freuen wir uns schon sehr.

## 11. Sonntag nach Trinitatis##

Montag, der 24. August ist dem Apostel Bartholomäus gewidmet. Er gehört zu den 12 Jüngern, wie Markus 3,16ff par berichtet. Möglicherweise ist er identisch mit dem bei Johannes (1,45) erwähnten Nathanael bar Tolmai (Sohn des Tolmai). Jesus nannte ihn einen wahren Israeliten ohne Falsch. Vielleicht hat er sogar eine pharisäische Ausbildung genossen.

Danach hört man nichts mehr von ihm. Die christliche Legende berichtet, dass er den Osten missioniert hat, besonders Mesopotamien, Indien und Armenien. Er gilt als der Gründungsvater der armenisch-orthodoxen Kirche. Sie ist die älteste christliche Kirche. Der Kirchenvater Tertullian erwähnt sie in seiner Schrift „Ad Judaeos“, die um das Jahr 197 nach Christus geschrieben wurde. In Armenien soll Bartholomäus das Martyrium erlitten haben, entweder enthauptet oder bei lebendigem Leib die Haut abgezogen. Beides keine angenehme Weise aus dem Leben zu scheiden. Weitere Legenden gibt es um seine Gebeine. Einige berichten, sein Sarg sei in Sizilien angeschwemmt worden. Eine Kirche an dem Ort erbaut, wurde von den Sarazenen zerstört. Kaiser Otto II. soll die Gebeine nach Rom überführt haben, wo sie in der Kirche San Bartholomeo all’Isola bestattet sind. Die Kopfschale gelangte im 13. Jhdt. nach Frankfurt/Main. Der dortige Kaisderdom, die Krönungskirche der Kaiser des Heiligen-römischen Reiches deutscher Nation, ist seitdem dem Heiligen Bartholomäus gewidmet.

In die Geschichte eingegangen ist das Massaker an den französischen Hugenotten am Bartholomäustag 1572. Tausende Hugenotten sind nicht nur in Paris, sondern in ganz Frankreich umgebracht worden. Als Papst Gregor XIII. davon erfuhr, ließ er ein ‚Te Deum‘ singen und eine Gedenkmünze prägen. Als Ludwig der IV. 1685 im Edikt von Fontainebleau die Religionsfreiheit in Frankreich aufhob, flohen die Hugenotten zu hunderttausenden in die Nachbarländer. Davon haben deutsche Staaten wie Hessen und Preußen profitiert. Denn die Hugenotten waren gut ausgebildete Handwerker und Wissenschaftler. In Bad Karlshafen an der Weser wurde bis 1917 französisch unterrichtet, Gottesdienste und Amtshandlungen wurden in französischer Sprache zelebriert. Natürlich gibt es auch wieder zahlreiche Bauernregel zum Tag des Heiligen Bartolomäus: „Wie Bartholomäustag sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt.“

In der Predigt am 11. Sonntag nach Trinitatis geht es um das Gleichnis von Pharisäer und Zöllner, die im Tempel beten. Warum ausgerechnet der nach unseren moralischen Urteilen abgrundtief schlechte Zöllner gerechtfertigt wird, lesen sie in der Predigt unter der Rubrik „Gedankensplitter“.

## 10. Sonntag nach Trinitatis ##

Der 10. Sonntag nach Trinitatis wird im evangelischen liturgischen der Tag des Gedenkens an die Zerstörung des 2. Tempels in Jerusalem im Jahre 70 n. Chr. durch die Truppen des späteren Kaisers Titus gedacht. Das genaue Datum kann nicht rekonstruiert werden, da nicht ganz klar ist, welchen Kalender Flavius Joseph benutzt hat. Er ist mit seinem Buch ‚Der jüdische Krieg‘ einer der Hauptzeugen. Es mag im September des Jahres 70 gewesen sein. Im jüdischen Kalender heißt der Gedenktag Tischa b Av, der neunte Tag des Monats Av. Das war in diesem Jahr der 29/30. Juli. Im Gottesdienst in der Synagoge werden Klagelieder und Klagepsalmen gelesen. " Wenn jemand sein Haus streicht, soll er ein kleines Stück unvollendet lassen – in Erinnerung an Jerusalem.“- erinnert ein jüdisches Sprichwort an diesen Tag. Auf die Eroberung Jerusalems folgte die Belagerung und Eroberung der Festung Massada im Jahr 74 n. Chr. Damit war der jüdische Krieg beendet. Heute ist die sogenannte Klagemauer der letzte Rest dieses zerstörten Tempels. Als Folge des Krieges wurde Judäa eine römische Provinz. Auf den Trümmern der Stadt errichteten die Römer eine römisch-hellenistische Stadt. Zahlreiche Juden verließen das Land und gingen in die Diaspora. Da das Zentrum der jüdischen Religion zerstört war, wurde durch die Rabbiner der jüdische Gottesdienst in den Synagogen entwickelt so, wie wir ihn heute noch kennen. Die christlichen Liturgien eines Gottesdienstes folgen im Wesentlichen diesen rabbinischen Vorlagen. Auch für die junge christliche Gemeinde war der Verlust des Tempels ein einschneidendes Ereignis. Die urchristliche Gruppe um Petrus, die sich im Tempel versammelte, verliert sich danach im Dunkeln der Geschichte. Viele werden während der Kämpfe umgekommen sein. Das Lukasevangelium ist nach 70 entstanden und reflektiert die Zerstörung der Stadt: Als er (Jesus) dann nähergekommen war und die Stadt erblickte, weinte er über sie und sagte: »Wenn doch auch du an diesem Tage erkennen möchtest, was zu deinem Frieden dient! Nun aber ist es deinen Augen verborgen geblieben. Denn es werden Tage über dich kommen, da werden deine Feinde einen Wall gegen dich aufführen, dich ringsum einschließen und dich von allen Seiten bedrängen; sie werden dich und deine Kinder in dir dem Erdboden gleichmachen und keinen Stein in dir auf dem andern lassen zur Strafe dafür, dass du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.« Christen trauern mit Juden um den Verlust des Tempels. Er ist eine Mahnung für uns, für den Frieden unter allen Menschen einzutreten.

## 15. August Mariae Himmelfahrt ##

Am 15. August feiern die Kirchen Mariä Himmelfahrt, genauer die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel. Maria war ohne Sünde und wurde deshalb unmittelbar ohne den Umweg über das Fegefeuer in den Himmel aufgenommen. Weil solche theologischen Gedanken der leiblichen Aufnahme biblisch nicht belegbar sind, - es gibt keinen Bericht über den Tod Marias im Neuen Testament - ist der 15. August für evangelische Christen schlicht der Gedenktag des Todes der Maria.
Zuerst gefeiert wurde das Fest um 431 in Ägypten. Bischof Kyrill von Alexandrien hat sich für seine Durchsetzung in der Ostkirche eingesetzt. Es sollte die altrömischen Festtage der „Feriae Augusti“ ersetzten, an denen die Römer den Sieg des Augustus über seinen Rivalen Marcus Antonius als Staatfeiertag begingen. In der Westkirche setzt sich das Fest im 7. Jahrhundert durch, seit dem 13. Jahrhundert wird das Fest mit großen Prozessionen gefeiert. 1950 hat Papst Pius XII. das „Fest von der ganzheitlichen Aufnahme in den Himmel“ als Dogma (nicht hinterfragbare Glaubensüberzeugung der Kirche) festgelegt. Wenn auch nicht im Neuen Testament bezeugt, gab es bald fromme Legenden, wie es sich mit der Aufnahme Maries zugetragen haben soll. So sei Maria bestattet worden, aber sofort sei Christus gekommen, habe den Stein weggenommen und Maria aus dem Grab gerufen.
Heute wird das Fest besonders in Süddeutschland gefeiert. In manchen Orten werden bestimmte Kräuter gesammelt, geweiht und zu Hause zur Schadensabwehr aufgehängt. Auch in der orthodoxen Tradition werden die Ikonen mit gesammelten Blumen und Kräutern geschmückt. In einem Marienlied heißt es (Gotteslob 522):

„Maria aufgenommen ist, Halleluja,
zu ihrem Sohne Jesus Christ, Halleluja.
Ihr Sohn, der Tod und Grab besiegt, Halleluja,
er lässt im Tod die Mutter nicht. Halleluja.“

## Edith Stein ## 

9.p. Trinitatis

Am 9. August 1942 wurde Edith Stein im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau vergast. Papst Paul II. hat sie 1987 heilig gesprochen. Die evangelische Kirche verehrt sie als Märtyrerin für den christlichen Glauben. Geboren ist Edith Stein in Breslau in einer jüdisch-orthodoxen Familie. Nach ihrer Schulzeit studierte sie in Breslau, Göttingen und Freiburg. Sie war nach ihrer Doktorarbeit 1916 wissenschaftliche Assistentin von Edmund Husserl. Ihre Habilitationsschrift wurde nicht anerkannt, weil sie eine Frau war. In der nach dem Krieg herausgegebenen Fassung „Endliches und Ewiges Sein“ setzt sie sich mit Thomas von Aquin, Husserl und Heidegger auseinander. Durch die Lektüre der Heiligen Theresa von Avila trat sie 1922 zum katholischen Glauben über. Bis 1933 lehrte sie am „Deutschen Institut für wissenschaftliche Pädagogik“ in Münster. 1933 musste sie ihrer Lehrtätigkeit auf Druck der Nazis aufgeben. Sie schrieb an den damaligen Papst Pius XI., um eine Stellungnahme gegen die Verfolgung zu erreichen: „… Alles, was geschehen ist, und noch täglich geschieht, geht von einer Regierung aus, die sich ‚christlich‘ nennt. Seit Wochen warten und hoffen nicht nur die Juden, sondern Tausende treuer Katholiken in Deutschland – und ich denke, in der ganzen Welt – darauf, daß die Kirche Christi Ihre Stimme erhebe, um diesem Mißbrauch des Namens Christi Einhalt zu tun. (…) Wir alle, die treue Kinder der Kirche sind und die Verhältnisse in Deutschland mit offenen Augen betrachten, fürchten das Schlimmste für das Ansehen der Kirche, wenn das Schweigen noch länger anhält.“ Eine Antwort erfolgte nicht. Der Papst handelte lieber mit Hitler das Konkordat aus. 1933 trat Edith Stein in den Karmeliterorden in Köln ein, sie führte den Ordensnamen Teresia Benedicta a Cruce. 1938 siedelte sie in das holländische Kloster in Echt über, um der Verfolgung entgehen. Doch die Nazis holten sie ein und deportierten sie 1942 nach Auschwitz-Birkenau. Edith Stein versuchte Zeit ihres Lebens zu vermitteln zwischen ihrer jüdische-orthodoxen Herkunft, dem christlichen Glauben und der Philosophie. In "Endliches und ewiges Sein" lässt sie zwei Welten aufeinander treffen: die christliche Philosophie der Scholastik und die säkulare Philosophie moderner und zeitgenössischer Denker. Sie entwickelt den Grundriss einer Seinslehre. Dabei geht es ihr nicht nur um eine phänomenologische Auseinandersetzung mit Thomas von Aquin und der Scholastik, sondern ebenso um die Einführung einer neuen analytisch-kontemplativen Betrachtungsweise, die nach ihrer Meinung allein in der Lage ist, eine umfassende Schau des Menschen und der Welt zu gewährleisten.

 ## Josua Stegmann ##

8. p. Trinitatis

 

Ach, bleib mit Deiner Gnade
bei uns, Herr Jesu Christ,
dass uns hinfort nicht schade
des bösen Feindes List.

Die evangelische Kirche gedenkt am Montag, dem 3. August dem Professor der Theologie und Liederdichter Josua Stegmann. Geboren am 14. September 1588 in Sülzfeld, wo sein Vater Pfarrer war. Nach dem Studium in Leipzig und Promotion in Wittenberg 1617 trat er die Stelle des Superintendent der Grafschaft Schaumburg in Stadthagen an. 1621 wurde er zum Professor der Theologie an die neu gegründete Universität Rinteln der ‚Academia Ernestina‘ berufen. Diese Universität war als Reformuniversität konzipiert, denn an ihr lehrten sowohl Lutheraner als auch Calvinisten. Ein Novum in dieser von konfessionellen Streitigkeiten nicht armen Zeit. Die Schaumburger Grafen hatten den Calvinistischen Glauben angenommen, ihrer Untertanen aber blieben Lutheraner. Ein klares Zeichen gegen die Engstirnigkeit der lutherischen Orthodoxie und calvinistische Rechthaberei für die Vielfältigkeit des evangelischen Glaubens. Die Universität Rinteln bestand bis 1810, als sie unter französischer Verwaltung geschlossen wurde. Die Academia Ernestina spielte eine bedeute Rolle als Gutachterin bei den aufkommenden Hexenprozessen. Aber auch die ‚Cautio Criminalis‘ des Friedrich Spee von Langenfeld wurde dort 1631 gedruckt. Diese Schrift markiert den theologischen Beginn des Kampfes gegen die Hexenprozesse.
In die Anfangszeit der Academia Ernestina fällt der Beginn des 30-jährigen Krieges. Rinteln wurde, nachdem schon vorher vom Braunschweiger Herzog geplündert, von kaiserlichen Truppen besetzt. Kaiser Ferdinand II erließ 1629 das Restitutionsedikt, das allen kirchlichen Besitz an die katholische Kirche zurückerstatte. Die Universität wurde von Benediktinermönchen in Besitz genommen. 1630 wurde Josua Stegmann von den Mönchen zu einer Disputation geladen. Heute würde man sagen, ein reine Schauveranstaltung. Stegmann wurde coram publico lächerlich gemacht und vorgeführt. Während dieser Zeit wütete auch die Pest in Rinteln. Daran soll Jousa Stegmann im Alter von 44 Jahren 1632 in „hitzigem Fieber“ gestorben sein. Sein Grabmal ist bis heute in der St. Nicolai Kirche in Rinteln zu sehen.

Ach, bleib mit Deinem Segen
bei uns, Du reicher Herr,
Dein Gnad' und Allvermögen
in uns reichlich vermehr.

 

## Jakobus der Ältere ##

7. p. Trinitatis

Am Samstag, dem 25. April gedenkt die (westliche) Kirche des Apostels Jakobus des Älteren. In Spanien und Portugal bekannt als Santiago. Er soll um das Jahr 44 enthauptet worden sein. Einer der frommen Legende nach setzen seine Schüler den Leichnam in ein unbemanntes Schiff. Dieses strandete in Galicien, wo er im Landesinneren beigesetz wurde. Im 9. Jahrhundert wurde das Grab „wiederentdeckt“ und darüber die Kathedrale in Santiago de Compostela errichtet. Die Jakobswege aus verschiedenen Ländern enden dort. Noch heute ist der „Jakobsweg“ einer der bekanntesten Pilgerwege überhaupt. Im Neuen Testament gehört Jakobus neben seinem Bruder Johannes und Petrus zu den erstberufenen Jüngern. Er wird mehrmals erwähnt. In der Verklärungsgeschichte ist er mit Jesus auf dem Berg, wo sie Moses und Elia begegnen (Matthäus 17 par). Er ist im Garten Gethsemane bei Jesus. (Matthäus 26 par). Die Apostelgeschichte (12) berichtet von seinem Tod unter Herodes Agrippa I. (41-44). Es wird vermutet, dass das Markusevangelium (10, 5ff)) den Tod des Jakobus vor Augen hat, wenn es berichtet: Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an ihn heran und sagten zu ihm: »Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst.« Er fragte sie: »Was wünscht ihr von mir?« Sie antworteten ihm: »Gewähre uns, dass wir in deiner Herrlichkeit einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen dürfen!« Da sagte Jesus zu ihnen: »Ihr wisst nicht, um was ihr da bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich zu trinken habe, oder die Taufe erleiden, mit der ich getauft werde?« Sie antworteten ihm: »Ja, wir können es.« Da sagte Jesus zu ihnen: »Den Kelch, den ich zu trinken habe, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr auch getauft werden; aber den Sitz zu meiner Rechten oder zu meiner Linken habe nicht ich zu verleihen, sondern er wird denen zuteil, für die er bestimmt ist.“ Wegen ihres Temperaments bekommen er und sein Bruder den Beinamen „Donnersöhne“ (Mk 3,17 par). Seit dem 8. Jahrhundert ist sein Gedenktag am 25 Juli. Die Bauerregel sagt: „Ist’s Jakobi klar und rein, wird’s Christfest frostig sein.“

## Maria Magdalena ##

6. p. Trinitatis

In dieser Woche, am 22. Juli, gedenkt die evangelische Kirche der Maria Magdalena. Nur wenige Personen in der Geschichte der Kirche sind umstrittener als sie. Mal wird sie ganz eng mit Jesus verbunden geschildert, Gregor der Große, Papst im 6./7. Jahrhundert, erklärte sie zur lasterhaften Prostituierten, zur Sünderin schlechthin, die fromme Legende versetzt sie im 13. Jahrhundert nach Südfrankreich, in Ägypten wurde ein Evangelium der Maria Magdalena gefunden, geschrieben in koptischer Sprache. In den Evangelien wird sie als enge Nachfolgerin Jesu geschildert. Er hatte sie von 7 Geistern geheilt. Sie steht unter dem Kreuz, während sich die Männer aus dem Staube gemacht hatten, und sie ist die erste Zeugin der Auferstehung. „Mirjam!“ – Da wandte sie sich ihm zu und sagte: „Rabbuni! Mein Meister!“ – Jesus sagte: „Halte mich nicht auf! … Geh aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: „Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“ – Da ging Mirjam von Magdala zurück zu den Jüngern und verkündete ihnen: „Ich habe den Herren gesehen…!“ Dann verliert sich ihre Spur. Während die Westkirche im 6./7. Jahrhundert sie diskreditiert, wird sie in der Ostkirche weiterhin als erste Zeugin verehrt. Davon zeugt vielleicht ihr Evangelium, gefunden in Naq Hammadi. „Da stand Maria auf, umarmte sie alle und sagte zu den Jüngern: „Weint nicht und seid nicht betrübt und lasst keinen Zweifel in eurem Herzen zu! Denn seine Gnade wird in Fülle mit euch sein und sie wird euch beschützen.“ … Da Maria das sagte, wandte sich das Herz der anderen zum Guten...“ Vielleicht ist der Hintergrund ihres Evangeliums der Konflikt über die Rolle der Frauen in den patriarchalisch geprägten Kirchen. Hure oder Heilige. Diese Auseinandersetzung dauert bis heute in vielen christlichen Kirche an. Auch in evangelischen Kirchen gibt es noch immer ewig Gestrige. Immerhin hat Papst Franziskus sie als Apostelin der Apostel etwas rehabilitiert. Bischof Hieronymus schrieb im 4. Jahrhundert: „Als Jesus auferstanden war, erschien er zuerst den Frauen. Jene wurden „Apostelinnen der Apostel“. Und die Männer sollten schamrot werden, weil sie den nicht suchten, den das zartere Geschlecht schon gefunden hatte.“ Das könnte ja darauf hinweisen, dass Männer, anstatt sich mit ihrer Scham auseinanderzusetzen, die zu eliminieren versuchen, denen sie die Schuld an ihrer Scham geben.

 

## Erasmus von Rotterdamm ##

5. p. Trinitatis

Am heutigen Sonntag gedenkt die Kirche an Erasmus von Rotterdam. ER ist am 12. Juli 1536 gestorben. Geboren als eines von mehreren Kindern eines katholischen Priesters, sie seien ja auch keine Eunuchen, schreibt er später einmal. Nach Schul- und Universitätsjahren kommt er in Kontakt mit Thomas Morus und wird Erzieher des späteren Königs Heinrich VIII. Erasmus reist viel in Europa herum, war außer in England, in Basel, Venedig und Löwen, wo er das Collegium Trilingue mitbegründete. Dort wurden die Texte erstmals in der Ursprache gelehrt und gelesen. 1535 kehrte er nach Basel zurück, wo er ein Jahr später starb. Obwohl katholischer Priester und Augustiner Chorherr wurde er im protestantischen Münster von Basel beigesetzt. Erasmus stand der Reformation ziemlich kritisch gegenüber, er meinte, „man solle eben auch Geduld mit der Kirche als Institution haben und darauf vertrauen, dass sie erneuerbar ist.“ Was ihn nicht hinderte, die scholastisch geprägte katholische Theologie und Kirche zu kritisieren. In einer seiner Satiren schrieb er einmal: „Die christliche Religion steht einer gewissen Torheit recht nahe; hingegen mit der Weisheit verträgt sie sich schlecht!“ Erasmus war ein gemäßigter Reformer, aber fragte sich auch selbstkritisch, ob nicht seine Gedanken zur späteren Kirchenspaltung beigetragen haben. „Ich Erasmus, habe das Ei gelegt und Luther hat es geöffnet.“ Luther, ja auch Augustiner Chorherr, mag er wegen seiner groben und undiplomatischen Art. Erasmus streitet mit Luther, dessen 95 Thesen er grundsätzlich plausibel findet, darüber, ob der Wille des Menschen frei sei oder nicht. Ein Diskurs, der sich bis in die Neuzeit hineinzieht und durch die Thesen der Neurowissenschaften erneut ausgetragen wird. Luther sagt, der menschliche Wille sei unfrei, frei sei er nur, das Böse zu tun. Erasmus ist der Meinung die Willensfunktion sei eine göttliche Gabe, die der Mensch selbständig gebrauchen könne. Wo Luther sich gewiss gibt, bleibt Ersamus vorsichtig. Ähnlich der sokratischen Erkenntnis formuliert er für die Theologie. „Es gibt in der Theologie unzugängliche Stellen, wo Gott nicht gewollt hat, dass wir näher herzu dringen sollen; und wenn wir vorzudringen suchen, so tasten wir, je tiefer wir hineingehen, umso mehr im Dunkeln, so dass wir auch so die unergründliche Majestät der göttlichen Weisheit und die Hilflosigkeit des menschlichen Verstandes erkennen.“
Nikolaus Schneider, der ehemaliger Ratsvorsitzender der EKD, sagt über Erasmus: „Er war ein ausgesprochen toleranter Mensch und hat immer wieder zum Frieden gemahnt. Es gibt diesen schönen Aphorismus von Erasmus, in dem er sagt, dass der elendste Friede dem glorreichsten Krieg vorzuziehen sei.“
In der Predigt geht es um den Anruf Gottes an Abraham, das Alte zu verlassen und etwas Neues im Vertrauen auf Gott zu erfahren. Das ist eine Reise ins unbekannte. Paulus schrieb darüber: „Alles, was wir jetzt sehen, sehen wir undeutlich und wie durch einen Spiegel verzerrt. Einmal aber werden wir unmittelbar sehen. Jetzt ist unser Glaube nur Stückwerk, einmal aber wird alles klar und deutlich werden, so wie Gott mich klar und deutlich erkannt hat.“ Lesen Sie mehr unter der Rubrik Gedankensplitter.

 

## Jan Hus ##

4. p. Trinitatis 

Am Montag, dem 6. Juli gedenkt die evangelische Kirche Jan Hus. Auf den Tag genau wurde er vor 570 Jahren in Konstanz während des Konzils als Ketzer verbrannt. Er war 45 Jahre alt. Johann Hus gehört theologisch zu den Vorläufern Martin Luthers. Er predigte auf Tschechisch gegen den Ablasshandel, übersetzte die Bibel ins Tschechische, verfasste Lieder in seiner Muttersprache, predigte gegen Prunk und Machtmissbrauch des Klerus. Christus ist das Haupt der Kirche, der Papst habe nur soweit Autorität, als er sich an die Lehre Christi halte. Reliquienverehrung, Bildverehrung und erfundene Wunder kritisierte er. : „Darum, du frommer Christ, suche die Wahrheit, höre die Wahrheit, lerne die Wahrheit, liebe die Wahrheit, rede die Wahrheit, halte die Wahrheit, verteidige die Wahrheit bis in den Tod, denn die Wahrheit befreit dich von der Sünde, vom Teufel, vom Tod der Seele und schließlich vom ewigen Tod, der ewigen Trennung von Gottes Gnade.“
Hus markierte Fragen und Themenkomplexe, die Luther und die Reformatoren ein Jahrhundert später aufgenommen haben. Er studierte zuerst Philosophie, dann Theologie und wurde 1400 zum Priester geweiht. Die Suche nach der Wahrheit war Zeit seines Lebens seine Aufgabe. „Von Beginn meiner Studien an habe ich es mir zum Grundsatz gemacht, wo immer ich eine richtigere Meinung erkenne, meine weniger richtige sogleich aufzugeben und demütig und fröhlich die besser begründete Ansicht zu übernehmen, weil ich weiß, dass das, was wir wissen, nur ein unbedeutender Bruchteil dessen ist, was wir nicht wissen.“ Durch den Eingriff des Königs Wenzel IV in die Autonomie der Universität Prag verließen etwa 800 deutschsprachige Wissenschaftler Prag und gründeten die Universität Leipzig in Sachsen. Hus hatte – wenn man es so sehen will – weniger Glück als Luther. Er ist letztlich ein Opfer der Machtkämpfe um die böhmische Krone und des päpstlichen Machtvakuums geworden. Zurzeit des Konzils in Konstanz gab es drei Päpste gleichzeitig. Für die tschechische Nation ist Hus ein Nationalheiliger. 1925 wurde sein Todestag staatlicher Feiertag. Worauf der Vatikan zeitweise die Beziehungen zur tschechischen Republik abbrach. Für uns evangelische ist und bleibt Hus eine wichtige Wegmarke zur Reformation. „Ein Christ sollte beständig im Glauben und im Ergründen dieser dreifachen Wahrheit sein: derjenigen, die in der Schrift enthalten ist, derer, die wir mit unseren Sinnen erkennen, und der Wahrheit, die wir mit der unfehlbaren Vernunft erreichen. Es ist besser für diese dreifältige Wahrheit den Tod erleiden, als fette Pfründe durch Schmeicheleien.“

 ## Peter und Paul ##

3. p. Trinitatis

Am Montag, den 29. Juni feiern wir das Apostelfest Peter und Paul. Und das schon seit 257 nach Christus. Damals verbot Kaiser Valerian die Verehrung ihrer Gräber. Ihre sterblichen Überreste wurden in die römischen Katakomben verbracht und heimlich weiter verehrt. Die älteste öffentlich zelebrierte Feier des Festes wird auf 354 n.C. datiert. Das Paulus in Rom durch das Schwert starb ist in der Forschung nicht umstritten, wohl aber, dass auch Petrus in Rom gewesen ist und dort den Märtyrertod erlitten hat. Aber es gibt eine sehr alte Tradition der Verehrung des Petrus in Rom. In der römischen Kirche wird Petrus als der erste Bischof von Rom gezählt. Dementsprechend sind alle Päpste bis heute Nachfolger auf den Stuhl Petri. Paulus hat das Christentum im östlichen Mittelmeer verbreitet. Sein Verdienst ist die Mission für das junge Christentum. Indem die Kirche diese beiden durchaus kontrovers denkenden und handelnden Person an einem Tag verehrt, zeigt sie auch, dass Kontroversen und Widersprüche durchaus erwünscht sind und Ausbreitung des Christentums eher befördern als hindern. Natürlich gibt es auch Bauernregeln: "Ist es schön an Peter und Paul, füllt's uns die Taschen und das Maul." Oder auch: "War es an Peter und Paul klar, dann hoffe auf ein gutes Jahr."
Am 3. Sonntag nach Trinitatis geht es um Gottes Erbarmen und seine große Freude Gottes über jeden, der ihn (wieder) in den Blick nimmt und mit ihm rechnet. Denn: „Barmherzig und gnädig ist Gott, geduldig du von großer Güte.“ (Psalm 103,8) 

 

## Gottesdienst zu Johannnis / Gedenktag der Augsburgischen Konfession am 25. Juni 2020##

Am 25. Juni, 16:oo Uhr haben wir uns anlässlich des Johannisfestes und des Gedenktages der Augsburgischen Confession(CA) im Convent Bio getroffen. Wir begannen den Nachmittag mit einer Andacht in der noch nicht restaurierten Kapelle Nossa Senhora do Socorro. Die ehemalige Klosteranlage gehörte zu einem Karmeliterkloster, das 1551 gegründet wurde. Die Erdbeben von 1722 und 1755 richteten so ernsthafte Schäden an, das sich das Kloster nicht wieder erholt. Schließlich wurde es aufgegeben und verfiel zunehmend. Die jetzigen Besitzer fühlen sich dem kulturellen Erbe der Anlage verpflichtet und verbiunden es mit der modernen Idee der biologischen Landwirtschaft im Algarve.

Im Anschluß an die Andacht konten wir unser Tags zuvor bestelltes Brot abholen. Alle haben auch fleißig im Bioladen, der ein interessantes Angebot bereit hält, eingekauft.  Beim anschließenden Kaffee kam heraus, dass es am Anfang der evangelischen Gemeinde im Algarve im damaligen Vorstand Überlegungen gegeben hat, das Kloster zu erwerben und als Kirche und Pfarr-/Gemeindehaus zu nutzen.  Wir haben uns  dort sehr wohl gefühlt und sind als evangelische Gemeinde sehr freundlich aufgenommen worden.  Unser Dank gilt deshlab der Geschäftleitung. 

Während des Austasuches kam die Idee auf, auch andere Veranstaltungen der Gemeinde hier stattfinden zu lassen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

##Spendenaufruf für die Opfer des Brandes im Gebiet Aljezur 19. - 21. Juni 2020##

Am 19. Juni 2020 brach das erste große Feuer im Algarve aus. Über 230 Feuerwehrmänner, 10 Flugzeuge und Helikopter haben den Brand schließlich löschen können. 2200 Hektar Land waren betroffen. Viele Familien haben ihre Häuser verloren, in denen sie teilweise über 30 Jahre gelebt haben.
Unsere Kirchengemeinde hat eine Soforthilfe von 500€ beschlossen und an gofundme zu Händen von Lucy Cannon weitergeleitet. Sie ist unserer Gemeinde bekannt durch ihren Einsatz für die Opfer des Brandes in Monchique. Die Spenden kommen besonders Familien mit Kindern  zu Gute. Wer direkt spenden will, den verweise ich auf den link https://www.gofundme.com/f/wildfire-support-for-families-algarve

 

 

##Einladung zu einer Andacht in der Kapelle Nossa Senhora do Socorro
im Convent Bio in Lagoa, Donnerstag, 25. Juni 2020, 16.00 Uhr##

Am 24.6. feiern die Christenheit das Fest Johannis. Dieses Fest sollte die vielen papganen Bräuche, die es um die Sommersonnenwende gab, christlich einbinden. Bekannt sind die Johannisfeuer, die Dämonen vertreiben sollten. In dieser Zeit werden bestimmt Heilkräuter gesammelt. Im Elsaß wird der Johanniskuchen gebacken. Am 25.6. gedenken die evangelischen Kirchen der ‚Confessio Augustana‘. In diesem Bekenntnis haben die lutherischen Stände auf dem Reichstag in Augsburg 1530 ihren Glauben dargelegt. Sie sollte die Grundlage für die Konfessionsgespräche werden.

Wir laden ein zu einer Andacht in der Kapelle Nossa Senhora do Socorro (Hilfe) um 16.00 Uhr. Anschließend kann das vorherbestellte Brot abgeholte werden. Mit einem kleinen Kaffeetrinken endet dieser Tag.

 

Diese Anlage gehörte dem Kloster Carmelitas Calçados d 'Alagoa das Nossa Senhora do Socorro, das 1551 unter dem Einfluss von Königin D. Catarina gegründet wurde. Wie im Orden der Karmeliter üblich befand sich dieses männliche Klosterhaus außerhalb Lagoas, aber nahe genug für eine enge Beziehung zur Stadt. Die Karmeliter bewirtschafteten landwirtschaftliche Flächen, mit guter Bewässerung und einem Hain, der in das Gebiet eingefügt war. Diese Gegend war seit jeher für seine Fruchtbarkeit und für die Qualität des geernteten Gemüses, Obstes und Weines bekannt. Das Kloster hatte im 16. Und 17. Jahrhundert eine gewisse lokale Bedeutung. Die Erdbeben von 1722 und 1755 richteten jedoch ernsthafte Schäden an. Davon hat sich das Kloster nie wieder richtig erholt. Schließlich wurde es ganz aufgegeben. Die jetzigen Besitzer fühlen sich diesem kulturellen Erbe verpflichtet.

Adresse: Convento do Carmo
Sítio do Carmo, EN 125
8400-405 Lagoa
Algarve Portugal
37.128288, -8.437881

An Dienstagen und Donnerstagen wird Brot frisch gebacken. Es gibt das typische portugiesische Brot, ein Brot mit Dinkel, mit Roggen und ein Körnerbrot. Bitte uns teilen Sie bis spätestens Dienstag, dem 23. Juni 2020 mit, welche Art von Brot für Sie gebacken werden sollten.

J.-Stephan Lorenz
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+49 171 6820295

 

 

## Fragen für die nächste Ausgabe des Gemeindebriefes##

Wir bitten Sie, ihre Antworten bis zum 15. Juli an Pastor Lorenz zurückzuschicken, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Fragen für Gemeindebrief zur Corona Krise

Im nächsten Gemeindebrief wird die Covid19 Krise das Thema sein. Gemeindeleben hat seit Mitte März nicht mehr stattgefunden. Keine Gottesdienste, Kasualien wurden abgesagt. Gemeindebesuche waren nicht möglich. Wir würden gerne wissen, wie es Ihnen ergangen ist. Und wenn Sie Lust und Zeit haben, dann schreiben sie etwas auf, was wir vielleicht im Gemeindebrief veröffentlichen dürfen. Wir sind unterschiedliche Menschen und reagieren auf eine solche Krise ganz verschieden. Und manchmal ist es gut, voneinander zu wissen, wie es einem selbst ergangen ist.

Wie war der Anfang? Wann habe ich verstanden, dass wir es mit einer außerordentlichen Situation zu tun haben? Was waren da meine Phantasien, Befürchtungen und Hoffnungen? Zähle ich (mich) zu den besonders Gefährdeten?
Wo hat mich der Lockdown getroffen? Zuhause? Wenn ich zurückgefahren bin, wie waren meine Erfahrungen auf dem Weg? Wenn ich hier in Portugal irgendwo untergekommen bin, wie waren meine Erfahrungen?
Wie habe ich diese Zeit des Lockdowns erlebt? Was hat mir am meisten zu schaffen gemacht? Gibt es ein besonderes Erlebnis?
War ich getrennt von Familienmitgliedern? Wie fühlte sich das an? Wie habe ich mit ihnen Kontaktgehalten?
Musste ich irgendwelche Pläne aufgeben? Wie war das?
Habe ich etwas Neues gelernt, erkannt in dieser Zeit? Gibt es eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte? Habe ich gar ganz neue Seiten an mir gefunden?
Wie schaue ich in die Zukunft? Wird sich mein Leben ändern? Was erhoffe ich von der Politik von der Gesellschaft? Was soll sich ändern?

Jeder möge für sich diese Fragen beantworten. Manche treffen auf Sie zu, andere nicht.

Vielen Dank im Voraus

 

## Wir feiern wieder Gottesdienste ##

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freunde und uns Wohlgesonnene,

mit dem 31. Mai 2020 dürfen wir wieder Gottesdienste feiern. Und das werden wir auch tun. So hat es der Kirchengemeinderat gestern beschlossen. Allerding noch nicht wieder so, wie wir es gewohnt sind. In enger Absprache mit unseren katholischen Schwestern und Brüdern in Carvoeiro und dem Gesundheitsamt in Lagoa werden wir unsere Gottesdienste mit einigen Sicherheitsvorgaben feiern. Die Kapelle hat 50 Sitzplätze. Wollte man den Sicherheitsabstand einhalten, würden sich die Plätze mindestens um die Hälfte reduzieren. Dazu gibt es die Auflage, den Innenraum vor und nach dem Gottesdienst zu desinfizieren, die Gesangbücher etc. Das wäre sehr viel Aufwand. Deshalb ist beschlossen worden, dass wir unsere Gottesdienste vor bzw. im Amphitheater hinter der Kapelle abhalten. Da gibt es mit dem Sicherheitsabstand und anderen Gefahrenmomenten weniger bis keine Probleme.
Die Gottesdienste werden wir ohne Gesang abhalten (noch), also eher nach unserer reformierten Tradition, alles gesprochen. Muss ja nicht immer alles lutherisch sein. Die Vollversion des Gottesdienstes mit Musik ist weiter auf unserer Webseite www.deka-algarve.com zu finden.
So werden wir also die Gottesdienste in Carvoeiro jeden Sonntag um 11 Uhr feiern. Am Samstag, dem 20. Juni planen wir einen Gottesdienst im Museum in Sao Bras. Auch dieser Gottesdienst wird, vorausgesetzt es ist gutes Wetter, im Innenhof stattfinden.
Ich bitte alle um Verständnis, dass wir uns an die vorgegebenen Auflagen halten. Es wäre sicherlich ein fatales Signal, wenn sich jemand in unseren Gottesdiensten mit dem Coronavirus anstecken würde.
Jede(r) bringe bitte zu den Gottesdiensten in Carvoeiro ein Sitzkissen mit und einen Sonnen(Regen-)schirm, oder eine entsprechende Kopfbedeckung, um sich vor der Sonne zu schützen. Der Kirchenkaffee wird auch bis auf weiteres ausgesetzt. Aber, wer möchte, der kann sich nach dem Gottesdienst mit mir zum Mittagessen im Restaurant „Taste“ in Carvoeiro treffen. Allerdings ist es notwendig, sich vorher bei mir anzumelden. Denn auch im Restaurant gelten gewisse Sicherheitsvorgaben. Ich gebe dann die Zahl dem Restaurant weiter.
Amtshandlungen, wie Trauungen und Taufen, ebenso die Chorproben und der Gesprächskreis werden bis zum Ende der Sommerpause ausgesetzt. Anfang September werden wir neu entscheiden. Im Sommer kann Pastor Uwe Hüllweg mich nicht wie geplant im Juli und August vertreten. Wegen der noch zu großen Unabwägbarkeiten der Benutzung des Landweges über Spanien und Frankreich werde ich in Carvoerio bleiben. Wer immer sich dafür entscheidet, jetzt noch nicht am Gottesdienst teilzunehmen, aber von mir besucht werden will, der melde sich. Ich tue das gerne.

Der Kirchengemeinderat möchte wieder einen Gemeindebrief Ende Juni herausgeben. Thematisch soll er sich damit beschäftigen, was jede und jeder von uns in der Zeit seit Ausrufung des Nationalen Notstandes erlebt hat. Dazu habe ich einen kleinen Fragebogen vorbereitet, mit der Bitte, einige wenige Zeilen dazu aufzuschreiben und mir bis spätestens zum 15. Juni zukommen lassen. So, im Erzählen unserer Geschichten, das ist unsere Überlegung, stellen wir ja auch eine Stück Gemeinde her.

Zum Schluss möchte sich der Kirchengemeinderat noch einmal ganz herzlich bei denen bedanken, die uns durch ihr zahlreichen und teilweise großzügigen Spenden unterstützt haben. Wir haben damit bisher zwei Hilfsorganisationen im Algarve – der Organisation „Chuva-Guarda“ und den Vicentinas - in ihrer ihrer Arbeit unterstützt.

Ich wünsche allen, nah oder fern, eine fröhliche Seele und einen frohen gewiss machenden Geist. „Wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, seien wir Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt“ – so heißt es in der Losung des Pfingstsonntages.

Im Namen des Kirchengemeinderates

Pastor J.-Stephan Lorenz

 

 

## 25. April Tag des Evangelisten Markus ##

Heute, am 25. April gedenkt die Kirche des Evangelisten Markus. Ob der so verehrte wirklich das Evangeliums verfasst hat, scheint eher unwahrscheinlich. In der Apostelgeschichte wird ein Johannes Markus erwähnt, der mit Paulus und Petrus zusammen war. Nach der Flucht des Petrus aus dem Gefängnis heißt es: „Als er sich darüber klar geworden war, ging er zum Haus der Maria, der Mutter des Johannes, mit dem Beinamen Markus, wo nicht wenige versammelt waren und beteten“ (12,12). An der Stelle seines Hauses befindet sich heute in Rom die Markuskirche. Im 2.Timotheusbrief wird ein Markus erwähnt: „Nimm Markus und bring ihn mit; denn er ist für mich nützlich zum Dienst“ (4,11). Und im 1. Petrusbrief lesen wir: „Es grüßt euch die mitauserwählte Gemeinde in Babylon und Markus, mein Sohn“ (5,13). Es ist noch nicht einmal sicher, ob es sich um die gleiche Person handelt.
Wie auch immer, der Legende nach ist er 5 n. Chr. in Kyrene geboren und am 25.4.68 n. Christus in Alexandrien gestorben. Er soll der Gründer der alexandrinischen Kirche gewesen sein, berichtet Eusebios. Die Koptische Kirche führt ihn als ihren ersten Papst. Er soll die erste Heilige Liturgie verfasst haben, die in Grundzügen noch heute in den Kirchen, besonders in den orthodoxen, gefeiert wird. Am 31.1. 828 kommen die von venezianischen Kaufleuten geraubten Gebeine des heiligen Markus nach Venedig. Dort werden sie im berühmten Markusdom verwahrt. Auf dem Löwen am Markusplatz in Venedig liest man die Inschrift: Pax tibi Marce evangelista meus – Friede sei mit Dir Markus, mein Evangelist. Im Jahr 1968 gibt die katholische Kirche die Gebeine an die koptische Kirche zm Jubiläum seines Todestages wieder zurück. Sie befinden sich jetzt in der Markuskathedrale in Kairo.
Es gibt auch eine Bauernregel für den Tag des heiligen Markus: „Ist’s jetzt am Markus warm, friert man drauf bis in den Darm“.

 

## 21. April 2020 Holcaust Gedenktag - 'yom ha shoa' ##

Heute, am 21. April, begeht Israel den „Tag des Gedenkens an Holocaust und Heldentum“, den 'Jom ha Sho’a. Nach unserem Kalender wandert der Termin, da der jüdische Kalender nach dem Mondjahr berechnet wird. Im jüdischen Kalender ist es immer der 27. Nisan.

Die Initiative, einen 'Jom haScho’a' einzuführen stammt von David Ben Gurion und Jitzchak Ben Zwi. Der Tag beginnt entsprechend der jüdischen Tradition am Vorabend mit dem Entzünden von sechs Fackeln in Yad Vashem. Sie stehen für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust. Am nächsten Morgen (21.4.) folgt eine Gedenkveranstaltungen in Yad Vashem. Am Fuß der sechs Fackeln werden Kränze von Vertretern verschiedener Institutionen und Gruppen Überlebender niedergelegt. Das traditionelle jüdische Trauergebet El male rachamim „Gott voller Erbarmen“ wir gebetet. Im ganzen Land ertönen um 10 Uhr für zwei Minuten die Sirenen, der öffentliche Nahverkehr und alle anderen Fahrzeuge halten an, Passanten bleiben schweigend stehen, öffentliche Einrichtungen sind geschlossen, Fahnen wehen auf halbmast. Außerhalb Israels findet besonders von jüngeren Juden traditionell der Gedenkmarsch nach Auschwitz und Birkenau statt als Marsch der Lebenden, zur Erinnerung an die von der SS angeführten Todesmärsche von KZ Häftlingen. Auch in Deutschland wird der Tag in den jüdischen Synagogen begangen. Es werden die Namen aller vorgelesen, die aus den jeweiligen Gemeinden im KZ oder den Ghettos ermordet wurden. 

 

 ## Grüße aus Costa Rica von Birgit und Heiner Diechtierow -

 kleiner Zwischenbericht von ihrer Südamerikareise##

Ihr Lieben, nach vielen Anfragen von verschiedenen Seiten auf diesem Wege hier ein kurzer Bericht zu unserer aktuellen Situation in Costa Rica („Reiche Küste“): Von Cartagena, unserem letzten Ziel in Kolumbien aus, haben wir unser Auto nach Panama verschifft. In Cartagena waren wir 5 Tage im Hilton am Strand. Cartagena hat eine wunderschöne Altstadt, die wir jeden Tag besuchten, bis auf den Tag an dem wir das Auto zum Hafen brachten. Leider gründet der Reichtum der Altstadt aus früheren Jahren auf den Sklavenhandel, dessen Hauptumschlagplatz C. war und auf den Hafen für den Goldexport.

Am 3.3.20 flogen wir von Cartagena nach Panama-City, um am nächsten Tag unser Auto aus dem Hafen abzuholen. Das (eigentlich war es nur Papierkrieg) war anstrengend (bei über 40° und hoher Luftfeuchtigkeit).  Panama ist touristisch nicht so attraktiv (Panama-Kanal, Altstadt von Panama-City) und schon sehr (US)amerikanisch.

Am 8.3.20 sind wir hier in Costa Rica eingereist (mit 3 weiteren Fahrzeugen), einen Tag vor der restl. Gruppe. Das ging noch alles unproblematisch. Am 19.3. trat die Einreisesperre in Kraft. Die umliegenden Länder schlossen sich an. Die Einreise nach Nicaragua und Honduras war da noch möglich, aber nicht mehr die Einreise nach Guatemala. Nun war Corona nicht mehr nur ein gutes Bier......

Wegen der höheren Kriminalitätsrate in Nicaragua und insbesondere Honduras hat die Gruppe sich für den weiteren Aufenthalt in Costa Rica entschieden (lediglich 4 Teilnehmer in 2 Autos haben von dem Rückholprogramm des Auswärtigen Amtes Gebrauch gemacht und die Autos in Zollverschluss gegeben). Das letzte Flugzeug dieser Rückholaktion startet am kommenden Montag (06.04.20). Wir sind telefonisch und über mail mit der dt. Botschaft in CR in Kontakt, haben uns (wie auch die übrigen Teilnehmer der insgesamt 14 Autos – von ursprünglich 20) aber nicht für den Rückflug angemeldet.

Was waren die Gründe?
1. Wir sind gesund und haben außer den üblichen Kleinigkeiten keinerlei Probleme.
2. Wir fühlen uns hier in CR sicherer als in Europa. Heute am 1.4.20 gibt es hier in CR 347 Infizierte und 2 Todesfälle. Die Zahlen erscheinen glaubwürdig. Das Gesundheitswesen ist gegenüber den Nachbarländern auf einem hohen Niveau. 1949 hat man in CR das Militär abgeschafft (und sich unter den Schutz der USA begeben – je nach Präsident dort auch nicht unbedingt ideal). Die frei gewordenen Mittel fließen in Bildung und das Gesundheitswesen.
3. Michael, einer unserer 3 Ärzte in der Gruppe ist letzte Woche wegen seiner 94-jährigen Mutter nach Freiburg zurück.
Die Maschine mit 350 Personen war bis auf den letzten Platz belegt (Flugzeit 14 h). Da ist mit Sicherheitsabstand nichts, da besteht ein erhebliches Zusatzrisiko. Hier in CR waren und sind wir in Gegenden, die keine Infizierten ausweisen.
4. Ein Problem ist auch das Auto.


Von den 20 Autos, die wir Anfang November 2019 in Zarate/Buenos Aires abholten, waren über die Hälfte bestohlen. Einen hat es ganz schlimm erwischt (Radio, Kleidung, alle medizinischen Gerätschaften, Elektronik, Löffel usw.). Alle Schränke ausgeräumt und durchstöbert und alles nicht Gestohlene auf den Boden geworfen und darüber getrampelt. Es müssen wohl mehrere Maschinisten auf dem Schiff gewesen sein, die die Herrenkleidung ausprobierten. Alles war mit dunklem Öl verschmiert. Bei manchen Fahrzeugen fehlte Technik/Elektronik, bei anderen Kleidung oder auch nur die Nummernschilder. Ähnliches, aber nicht so gravierend, geschah auf der Überfahrt von Cartagena nach Panama (halber Tag).
Wenn wir hier in der Hauptstadt San José das Auto beim Zoll abgeben, werden wir es nach Monaten (wann?) mit Sicherheit nicht mehr so antreffen wie es war.  Wenn wir es verschiffen (2. Alternative), dann geht die Route über Japan und nach Umladung mit Wartezeit im Hafen weiter nach Europa. Als Zeitdauer nannte man uns 3 – 4 Monate. Wie dann die Autos aussehen? Diebstahl will niemand versichern, wohl wegen der hohen Schadensquote. Aber im Moment kann uns niemand für die Schiffe Termine nennen. Wenn keine, oder nur wenige Waren exportiert werden, braucht man auch keine Frachtschiffe und RoRo-Schiffe auch nur, wenn Autos transportiert werden.
5. Wir fühlen uns auch gut, weil der Gesundheitsminister versichert hat, dass Ausländer im Krankheitsfalle wie Inländer behandelt werden. Und zu den Residents (viele Schweizer, Engländer, USAmerikaner, Deutsche, Franzosen usw.) sagte er, wenn sie in dieser schweren Zeit CR den Rücken kehren und zurückfliegen, erlischt ihre Aufenthaltsgenehmigung.

Hier in CR sind wir gut versorgt. In Supermärkten ist noch alles zu kaufen.  Vor und nach dem Einkauf werden am Eingang die Hände und die Griffleiste des Wagens desinfiziert. Betreten darf man den Supermarkt nur alleine. Also gehen wir mit gewissem zeitl. Abstand jeder alleine mit seinem Wagen in den Markt. An der Kasse muss dann jeder Besucher mit seinem Wagen einen Sicherheitsabstand (bei WALMART sind es 4 m) einhalten.

Seit Chile und Argentinien finden wir immer deutsche/schweizer/franz. Bäcker, Gastronomen und Metzger. 3 km von unserem Stellplatz hier auf einer Halbinsel am Arenalsee verkauft Tom (aus dem Allgäu) in seiner bakery Sauerteigbrot, Brezeln, Brötchen, Süßes aber auch Weiß- und Bockwürste, Fleischkäse, Bratwurst, Mettwurst, Leberwurst, Sauerkraut usw. 80 km weiter am Flughafen von Liberia haben wir bei Hans (kam vor 27 Jahren von Ketsch b. Speyer nach CR) Brezeln, 4 verschiedene Sauerteigbrote (weiß bis schwarz) und natürlich für mich auch Schneckennudeln, Kokosmakronen ...... gekauft. Dank Konserven und Tiefkühltruhe können wir bestimmt 6 bis 8 Wochen überleben und müssen nicht mal abnehmen (obwohl mir das guttun würde). Wenn es um unsere Verpflegung geht, sind Eure Ängste vollkommen unbegründet. Wenn wir es ganz vegetarisch wollen, kaufen wir hier Kokosnüsse und Ananas (beides rd. $ 1 pro Stück) oder viele Sorten superfrische Mangos (alles im Supermarkt oder an der Straße). Die schönen Chilis und Paprika passen allerdings zu dem Obst nicht so ganz.

Wir stehen hier mit Hartmut (Schlosser und Zahnarzt) und Karin (beide stammen aus Görlitz und haben im August 1989, also 3 Monate vor der Wende „rübergemacht“. Ab und zu schaut mal die Polizei vorbei (nachts kommen die zu zweit mit dem Auto und stehen 2-3 Stunden am Ufer (und schlafen wohl während der Dienstzeit ein wenig). Anfang nächster Woche wollen wir dann zurück zur restl. Gruppe in’s basecamp (oder wie sie selber sagen in’s Dschungelcamp). Es liegt im Regenwald kurz vor der Grenze zu Nicaragua mit viel Getier (Brüll- und andere Affen, Faultiere ......) auf den Bäumen. Es ist ein Campground, der Guido und Agi gehört, einem schweizer Ehepaar, die eine wunderbare Pizza zaubern. 

Alle zusammen wollen wir dort Ostern mit Brunch feiern. In Kenntnis der dann aktuellen Corona- und Grenzsituation werden wir dann entscheiden, wie es weitergehen soll. Unser Visum (und das des Autos geht noch bis Anfang Juni.  Der Reiseveranstalter (SeaBridge in D) hat sich per heute von uns verabschiedet. Also reisen (oder stehen) wir jetzt privat mit der Leitung vor Ort (Uwe und Marion sind Subunternehmer von SeaBridge). Die haben das ganze Know-how und mit Ihnen werden wir alle ein Agreement finden. Deren Reisen für den Rest des Jahres sind ohnehin alle gecancelt.  So, jetzt seid Ihr allesamt mal wieder auf dem neuesten Stand. Corona macht uns keine Angst. Irgendwann und irgendwie wird unsere Abenteuerreise zu Ende gehen. Wir sind zuversichtlich dass wir uns gesund in Deutschland und Portugal wiedersehen und in den Arm nehmen können. Wir fühlen, dass uns viele gute und liebe Gedanken und Gebete begleiten. Danke an Euch alle!

Herzliche Grüße aus dem schönen Costa Rica
Heiner + Birgit 01.04.2020

 

## Wir müssen Abschied nehmen von Gerd Metzer##

In der letzten Woche verstarb unser langjähriges Gemeindeglied Gerd Metzer im Alter von 74 Jahren. Geboren in einem kleinen fränlischen Dorf als Sohn eines Pfarrers kam er als Bundeswehroffizier nach Portugal. Nach seiner Pensionierung ließ er sich in der Nähe von Silves nieder. Wir trauern mit seiner Frau Heike Metzer und bitten Gott um seinem Beistand und seine Hilfe. Uns alle erinnert der Apostel Paulus an unsere Hoffnung: "Ich möchte euch aber über das Geschick der Toten nicht im unklaren lassen, denn ihr sollt nicht trauern wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Wenn wir nämlich glauben, das Jesus Christus gestorben und auferstanden ist, dann wissen wir auch, dass Gott die Toten mit Jesus aus dem Tod holen wird und mit ihm ins Leben führt. So tröstet euch unter einander, wenn einer von euch stirbt mit diesen Worten."(!. Thessalonicher 4) Nach der Beendigung des Ausnahmezustandes werden wir in der Kapelle einen Abschiedsgottesdienst für Gerd Metzer halten.

## Vereint im Gebet ##

Der Vorsitzende der EKD, Bedford-Strohm wie auch der Ökumenische Rat der Kirchen in Genf, haben sich der Initiative des Papstes angeschlossen, jeden Mittag um 12 Uhr das Vater unser zu beten.  Als Zeichen, dass wir Christen eine Einheit im Gebet sind in diesen Zeiten der Not, als Ausdruck unseres Vertrauens und unserer Hoffnung. Machen Sie mit.  Im globalen Gebet sind wir vereint mit allen, die einen Weg aus dieser Krise suchen. 

 

## Vom Sonntag Okuli, 15.3 bis auf weitere fallen die Gottesdienst und alle Veranstaltungen aus##

Aufgrund der Maßnahmen der Regierung in Lissabon, der örtliche Behörden und in Absprache mit unserer katholischen Schwestergemeinde fallen die Gottesdienste in dieser Zeit aus. Ende März werden wir uns zusammensetzen und die Situation bearten, um nue zu entscheiden. Von dieser Maßnahme sind auch die Chorproben, der Gesprächskreis und die Sitzung des Kirchengemeinderates betroffen.  Anbei zu ihrer Information der Brief von Padre Nuno an seine Gemeindemitglieder. 

 

Parishes of Lagoa, Parchal and Vicariate of Mexilhoeria da CarregaçãoDear Parishioners,

In suffering, we live in hope.

Human life is sacred and, as Christians, we have a moral obligation, which comes to us from our Faith, to protect it at all costs.

During this time of Lent, we are living through troubled times and suffering caused by the COVID-19 virus. This is not an easy situation, as we know of so many confirmed cases and yet more to be confirmed. We are suffering also with those who have lost the battle against this virus and we are united in hope with those families. It is in this hope that I invite you, dear sisters and brothers, not to feel helpless but to join with one another in the most intense prayer, each from our own home. May the Lord help us to reflect on our condition as Christians, being more supportive, less selfish and more available to care for others as we care for ourselves.

Our neighbouring city Portimão is experiencing first-hand this Pandemic that has horrified the world. Without giving into despondency or panic, we cannot fail to learn from what has happened in other countries where the virus has caused the death of many people. We must act now, for the good of all!

Therefore, following the pastoral letter from the Bishop of the Algarve, from the Communiqué of the Portuguese Episcopal Conference, as well as the inter-parish Pastoral Council, it is with a heavy heart, but bearing in mind the greater good of all, that we ask your understanding for what follows:

1) Celebration of Holy Mass on Sundays and Feast Days is suspended (until the end of March, when the situation will be reviewed), this includes all public manifestations of piety (processions and sacraments). However, do not forget to celebrate Sunday, the Lord's Day, following Holy Mass on TV, on the internet and on social networks (we will do our best, at least on Sunday, to broadcast live on the Lagoa Parish Facebook page), making spiritual communion and praying as a family (reading and sharing the readings of Sunday Mass);
2) Penitential services proper to this time of Lent are postponed till an opportune time; should anyone have a great need to receive the Sacrament of Reconciliation, I will hear Confession individually (taking all necessary precautions) ;
3) All catechism within the parish, all meetings of Scout groups and Youth groups will be suspended, following the school quarantine and closing of schools; all meetings of the different parish groups including Marriage or Baptism preparation are also suspended;
4) Regarding funerals, for the sake of all, please restrict attendance to family members only; the pews will be widely spaced out to maximise Prevention;
5) All funeral services will consist of a brief dignified celebration with family members, avoiding crowds; during this period, we ask families to avoid funeral processions to the cemetery,

We must be aware that the situation is serious, but without becoming discouraged by those who have neither faith nor hope. The Lord never fails us; He will do His part, but we must do ours. Let us not have irresponsible attitudes, which are an affront to the God of life ("You will not put the Lord your God to the test": Dt 6,16; Lk 4,12).
Not doing our part means putting our lives and the lives of others at risk. Therefore, it is important that we comply with all recommendations of the General Directorate of Health:

1) Stay at home as far as possible, avoiding unnecessary contact with others;
2) Wash your hands frequently, with soap or disinfectant (and avoid putting them on handrails or metal handles);
3) When coughing or sneezing, cover your mouth with your arm or with a disposable tissue and throw it in the rubbish;
4) Avoid touching your mouth, nose and eyes with your fingers;
5) Avoid places with many people and, in conversation, maintain the recommended distance (never less than 1 meter).
6) In case of symptoms (fever, cough or breathing difficulty) you should not leave the house and you should contact the Health Service SNS 24 hour hotline (808 24 24 24).

With God's help and the responsible attitude of each one of us, we will win this fight.
Even though I will be trying to maintain social isolation, I will not fail to serve those who truly need it.
I pray for you! Pray for me! Let us pray for one another! May the Lord guard and protect everyone!

Your friend in Christ,

Padre Nuno Coelho
Lagoa, 13 March 2020

 

Lord Jesus, Saviour of the world,
the Hope that never disappoints us,
have mercy on us and deliver us from all evil!
We ask you for:
Grace to overcome the scourge of this virus;
Healing for those who have been infected;
Protection for those who are healthy;
Help to those who work for the health of all.
Show us your face of mercy
and save us with Your great love.
We ask this through the intercession of Mary,
Your Mother and ours,
Who is with us always.
You, who live and reign for ever and ever.
Amen.

 

## Einführung einer neuen Kirchenvorsteherin und eines neuen Kirchenvorstehers ##

Am Sonntag Reminiscere, dem 8. März 2020, haben der Kirchenvorstand und die Gemeinde Hildegund Ischebeck als Kirchenvorsteherin verabschiedet. 7 Jahre lang war Frau Ischebeck im Kirchenvorstand. Sie hat als Küsterin die Kirche vorbereitet, unseren Geburtstagskindern Karten geschrieben und hat Kontakt zur Presse gehalten. Dafür haben wir Ihr ein großes Dankeschön gesagt.  

Für die ausgeschiedenen Mitglieder Hildegund Ischebeck, Renate Bäumchen und Uwe Zelinksy hat der Kirchengemeinderat, Hannah Walisch, Doris Worblewski und Robert Megaw nachberufen. Sie werden bis zur nächsten regulären Wahl im März 2020 ihr Amt ausüben. Im Gottesdienst wurden Doris Wroblewski und Robert Megaw eingeführt. Beide sind mit der Arbeit des Kirchenvorstandes bestens vertraut. Hannah Walisch war verhindert. Sie ist Mitglied des Chores unserer Gemeinde. Die Gemeinde begrüßt die Neuen und wünscht ihnen Gottes Segen!

 

Lebendiger Gott, mit vielerlei Gaben deiner Gnade hast du uns reich beschenkt. Wir danken dir, dass du Menschen bereit machst zur Mitarbeit in deiner Kirche. Hilf unseren neuen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern mit der Kraft deines Geistes. Schenke ihnen Freude an ihrem Dienst. Bewahre sie vor Entmutigung. Segne sie in ihrem Amt. Verbinde sie untereinander und mit uns allen im Dienst der Liebe und im Lob deines Namens, durch Jesus Christus. Amen

 

## Gottesdienste beginnen mit dem Sonntag Okuli

15. März 2020  um 11 Uhr.##  

Nachdem der Kirchenvorstand die Gottesdienstgemeinde und die Mitglieder der Gemeindeversammlung befragt hat , und nachdem unsere katholische Schwestergemeinde zugestimmt hat, ist beschlossen worden, den Gottesdienst auf Sonntagmorgen zu verlegen. Diese Regelung wird im Herbst noch einmal überprüft. 

##Kapelle jeden Tag von 10 - 12 Uhr geöffnet##

Unsere katholische Schwestergemeinde öffnet die Kapelle jeden Tag in der Zeit von 10 - 12 Uhr.  Wir begrüßen und unterstützen diese Maßnahme.  Es liegen Beschreibungen des Ausgestaltung der Kapelle in Portugiesisch und Englisch vor. Eine deutsche Übersetzung wird folgen.

##Lesen sie mehr zum Tema Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Vererben unter der Rubrik "Zeitspende"##

 

##Weltgebetstag 2020 in Luz##

Zum zweiten Mal feierten wir den Weltgebetstag ökumenisch mit unseren anglikanischen und evanglikalen Schwestern und Brüdern aus Portimao und Luz. 

Der Weltgebetstag stand unter dem Motto: Steh auf und geh!
2020 kommt der Weltgebetstag aus dem südafrikanischen Land Simbabwe.  „Ich würde ja gerne, aber…“ Wer kennt diesen oder ähnliche Sätze nicht? Doch damit ist es bald vorbei, denn Frauen aus Simbabwe haben uns eingeladen, über solche Ausreden nachzudenken.



Dafür haben Frauen aus Simbabwe den Bibeltext aus Johannes 5 zur Heilung eines Kranken ausgelegt: „Steh auf! Nimm deine Matte und geh!“, sagt Jesus darin zu einem Kranken. In ihrem Weltgebetstags-Gottesdienst lassen uns die Simbabwerinnen erfahren: Diese Aufforderung gilt allen. Gott öffnet damit Wege zu persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung.
Die Autorinnen des Weltgebetstags 2020 wissen wovon sie schreiben, denn ihre Situation in dem krisengeplagten Land im südlichen Afrika ist alles andere als gut. Überteuerte Lebensmittel, Benzinpreise in unermesslichen Höhen und steigende Inflation sind für sie Alltag und nur einige der Schwierigkeiten, die sie zu bewältigen haben.



Die Gründe für den Zusammenbruch der Wirtschaft sind jahrelange Korruption und Misswirtschaft und vom Internationalen Währungsfonds auferlegte aber verfehlte Reformen. Bodenschätze könnten Simbabwe reich machen, doch davon profitieren andere.
Dass Menschen in Simbabwe aufstehen und für ihre Rechte kämpfen, ist nicht neu: Viele Jahre kämpfte die Bevölkerung für die Unabhängigkeit von Großbritannien, bis sie das Ziel 1980 erreichten. Doch der erste schwarze Präsident, Robert Mugabe, regierte das Land 37 Jahre und zunehmend autoritär.
Noch heute sind Frauen benachteiligt. Oft werden sie nach dem Tod ihres Mannes von dessen Familie vertrieben, weil sie nach traditionellem Recht keinen Anspruch auf das Erbe haben, auch wenn die staatlichen Gesetze das mittlerweile vorsehen.
Die Frauen aus Simbabwe haben verstanden, dass Jesu Aufforderung allen gilt und nehmen jeden Tag ihre Matte und gehen. Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit in ihrem Engagement: Zum Beispiel in Simbabwe, wo Mädchen und Frauen den Umgang mit sozialen Medien einüben, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen; mit einer Kampagne in Mali, die für den Schulbesuch von Mädchen wirbt. Oder mit der Organisation von Wasserschutzgebieten in El Salvador, verbunden mit Lobbyarbeit zum Menschenrecht auf Wasser.



Zusätzlich möchte der Weltgebetstag das hochverschuldete Simbabwe durch eine teilweise Entschuldung entlasten. Deshalb richtet sich der Weltgebetstag, zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen, dem Bündnis erlassjahr.de und anderen mit einer Unterschriftenaktion an die Bundesregierung. Das Geld soll Simbabwe stattdessen in Gesundheitsprogramme investieren, die der Bevölkerung zugutekommen. 

 



Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen und Männer seit über 100 Jahren für den Weltgebetstag und machen sich stark für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. 

##Das portugiesische Parlament erlaubt die aktive Sterbehilfe und erzürnt damit die Kirche## 

Der Domherr predigt dagegen, doch das nützt nichts: Portugal will als erstes katholisch geprägtes Land die aktive Sterbehilfe zulassen. Das hat die linke Mehrheit im Parlament beschlossen. 

Gegner der sogenannten Euthanasie demonstrieren am 20. Februar vor dem Parlament in Lissabon.
Rafael Marchante / Reuters

Einzeln waren die Abgeordneten im portugiesischen Parlament am Donnerstag aufgerufen, ihre Stimme offen – also nicht elektronisch – abzugeben. Solches geschieht sonst nur, wenn das Land in den Krieg zieht oder die Parlamentarier der Regierung das Misstrauen aussprechen. Diesmal sollte einem anderen Anlass Gewicht verliehen werden: Das Parlament in Lissabon stimmte darüber ab, ob es künftig legal sein soll, einen Menschen auf dessen Verlangen zu töten. Bereits 2018 war über ein solches Gesetz debattiert worden. Damals scheiterte es knapp. Doch inzwischen wurde das Parlament neu und eine linke Mehrheit gewählt.

In einem neuen Anlauf reichten die Parteien des linken Spektrums nun gleich fünf Gesetzesvorschläge zur Legalisierung der aktiven Sterbehilfe ein. Alle mit dem Ziel, den Tod auf Verlangen auch ohne ärztliche Überwachung oder Unterstützung zu ermöglichen. Die Linksparteien hofften, dass wenigstens einer der Vorschläge eine Mehrheit erzielen würde. Die Fülle an Vorlagen wäre nicht nötig gewesen: Alle fünf erlangten mehr als die nötigen 115 Stimmen.

Mit 127 Stimmen erhielt der Gesetzesvorschlag der Sozialistischen Partei die grösste Unterstützung.«Das ist ein wichtiger, ein historischer Tag für unser Land», erklärte die Sprecherin der Sozialisten, Isabel Moreira, im Anschluss an die Verkündung der Resultate. Sie hatte sich im Vorfeld stark für das Gesetzesvorhaben eingesetzt und argumentiert, es müsse nicht nur ein Recht auf ein würdevolles Leben, sondern auch auf ein würdevolles Sterben geben.

Der Domherr predigt gegen das Gesetz

Der Kreis jener, die von dem neuen Recht Gebrauch machen könnten, ist jedoch beschränkt. Ausschliesslich Personen, die urteilsfähig, aber schwer krank sind, sollen ihren Tod verlangen können. Sind diese Kriterien nicht erfüllt, droht demjenigen, der Sterbehilfe leistet, wie bis anhin ein Strafverfahren.

Portugal ist das erste mehrheitlich katholische Land, das die aktive Sterbehilfe für Schwerkranke zulässt. Die katholische Kirche lehnt das Vorhaben strikt ab. Nur vier Tage vor der Abstimmung nutzte der Domherr von Porto seine Sonntagsmesse für eine vielbeachtete Predigt gegen das Gesetzesvorhaben und verkündete den Anwesenden, das Gesetz verstosse gegen das fünfte Gebot: «Du sollst nicht töten.»

Dasselbe Argument führten die Ratsmitglieder des konservativen Partido Popular auch am Donnerstag an. Der Abgeordnete Joao Almeida behauptete, die Mehrheit der Portugiesen sei gegen ein Recht auf Sterbehilfe. Keine der Parteien, die nun vorpresche, habe den Bürgern vor den Wahlen gesagt, dass sie für Sterbehilfe sei. Während die Debatte im Parlament andauerte, versammelten sich draussen mehrere hundert Gegnerinnen und Gegner der Gesetzesinitiative und skandierten «Ja zum Leben». 

Unterstützung erhielten die Konservativen von ungewohnter Seite. Die Kommunistische Partei, die sieben Ratsmitglieder mehr als die Konservativen stellt, wehrte sich ebenfalls gegen das Vorhaben. «Wir diskutieren, ob ein Staat, der vielen seiner Bürger ein Leben in Würde verwehrt, einen würdevollen Tod erlauben soll», sagte der Sprecher der Kommunistischen Partei, Antonio Filipe. Er kritisierte, dass angeblich nur 25 Prozent der Schwerkranken überhaupt Zugang zu adäquater Pflege hätten.

Der Kritik von ganz links und rechts zum Trotz zeigte eine repräsentative Umfrage des Egas-Moniz-Instituts, die zwei Tage vor der Abstimmung veröffentlicht wurde, dass eine Mehrheit der Portugiesinnen und Portugiesen den Parlamentsentscheid zu stützen scheint: 50,5 Prozent der Befragten befürworteten die aktive Sterbehilfe, 25,6 Prozent lehnten sie ab, 23,9 Prozent zeigten sich unentschlossen.

Nur wenige Länder erlauben den Tod auf Verlangen

Nach dem Beschluss des Parlaments wird der Gesetzesentwurf nun dem Staatspräsidenten Marcelo Rebelo de Sousa zur Unterschrift vorgelegt. Der Präsident hat die Möglichkeit, ein Veto gegen das Gesetz einzureichen oder den Obersten Gerichtshof anzurufen. Die Gegner der Sterbehilfe hoffen nun, dass Rebelo de Sousa, der bei der Sterbehilfe als unentschlossen gilt, das Gesetz stoppt. Falls er jedoch zustimmen sollte, will insbesondere die katholische Kirche ein Referendum anstreben.

Bereits 2007 konnte das Volk in Portugal darüber abstimmen, ob Abtreibung legalisiert werden soll. Das Begehren wurde an der Urne angenommen. Die Umfrage des Egas-Moniz-Instituts zeigte auch, dass 63,7 Prozent der Teilnehmer eine Volksabstimmung über die Legalisierung der Sterbehilfe befürworten würden. 

Sollte das Gesetz in Kraft treten, würde sich Portugal in einen kleinen Kreis von Ländern einreihen, in denen aktive Sterbehilfe unter gewissen Umständen möglich ist. Weltweit sind dies nur die Niederlande, Belgien, Luxemburg und Kanada. In der Schweiz, Österreich, Finnland und Deutschland ist Sterbehilfe nur unter eng definierten Umständen und nur mit ärztlicher Unterstützung möglich.

In diesen Ländern ist Sterbehilfe möglich

 Aktive Sterbehilfeärztlich unterstützter TodUmstände
Portugal Legal Legal schwere, irreversible Erkrankung
Schweiz Illegal Legal die unterstützenden Personen dürfen vom Todesfall nicht profitieren
Niederlande Legal Legal schwere, irreversible Erkrankung mit untragbaren Symptomen
Belgien Legal Legal schwere, irreversible Erkrankung mit untragbaren Symptomen
Luxemburg Legal Legal schwere, irreversible Erkrankung mit untragbaren Symptomen
Kanada Legal Legal schwere, irreversible Erkrankung mit untragbaren Symptomen
Finnland Illegal Legal schwere, irreversible Erkrankung mit untragbaren Symptomen

##Wir begrüßen unser jüngstes Gemeindemitglied: Luca Alexandr Silvasan##

 

Am 2. Februar 2020 haben wir in unserer Kapelle Luca Alexandr Silvasan getauft. Er ist damit unser jüngstes Gemeindemitglied.  Es war eine große, bunte Gesellschaft. Ein Teil seiner Familien kommt aus Rumänien, ein anderer aus Deutschland, dazu kamen viele portugiesische Freunde der Familie. 

 Der Taufspruch von Luca Alexandr steht im Markusevangelium: Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt (9,23)

Die Gemeinde freut sich über ihr neues Mitglied und wird alles tun, damit er sich hier bei uns wohlfühlt.

##Mitgliederversammlung am 1. März 2020, Sonntag Invokavit, 17:30 Uhr##

An die Gemeindemitglieder und Freunde der DEKA,
der Deutschsprachigen Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde im Algarve


Carvoeiro, 05.02.2020
Sehr geehrte Mitglieder und Freunde der DEKA!

Hiermit laden wir Sie ein zur diesjährigen ordentlichen Gemeindeversammlung am Sonntag, dem 1. März 2020, um 17.30 Uhr, in unserer Kirche auf den Klippen von Carvoeiro, Nossa Senhora da Encarnação. Der Gottesdienst vor der Versammlung beginnt um 16.00 Uhr.
Sollte die Versammlung nicht beschlussfähig sein, wird gleichzeitig zu einer Gemeindeversammlung laut § 16, Absatz 5 der Satzung eingeladen.

Tagesordnung

1. Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit und der Beschlussfähigkeit
2. Verabschiedung des Protokolls der letzten Gemeindeversammlung vom 3. März 2019
3. Ergänzungen zur Tagesordnung
4. Bericht der Vorsitzenden des Kirchengemeinderates und Aussprache
5. Bericht des Pfarrers und Aussprache
6. Bericht der Schatzmeisterin für das Jahr 2019 und Aussprache
7. Bericht des Rechnungsprüfers für das Jahr 2019 und Aussprache
8. Vorstellung des Haushaltsplanes 2020/21, Aussprache und Abstimmung
9. Entlastung des Vorstandes
10. Rücktritte der bisherigen und Wahl der neuen stellvertretenden Vorsitzenden des Finanzbeirates und der Schriftführerin
11. Verabschiedung ausscheidender Mitglieder des Kirchengemeinderates
12. Verschiedenes
Kommen Sie/kommt alle möglichst zahlreich, damit wir beschluss- und handlungsfähig sind. Die Gemeindeversammlung ist das wichtigste, nichtgeistliche Treffen im Laufe des Jahres. Sie ist wichtig für den Zusammenhalt und das gegenseitige Vertrauen in unserer Gemeinde.

Stimmberechtigt sind alle Mitglieder. Wenn Sie verhindert sind, übertragen Sie bitte Ihr Stimmrecht auf ein anderes Mitglied Ihres Vertrauens. Jedes auf der Versammlung anwesende Mitglied kann zwei Stimmvertretungen übernehmen.
Wichtig (Satzung § 16 Absatz 5):
(5) Die KGV ist beschlussfähig, wenn mindestens ein Drittel der im Mitgliederverzeichnis geführten Mitglieder anwesend sind. Bei Beschlussunfähigkeit ist der oder die Vorsitzende der KGV verpflichtet, innerhalb von vier Wochen eine zweite KGV mit der gleichen Tagesordnung einzuberufen; diese ist ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Kirchengemeindeversammlungsmitglieder beschlussfähig. Hierauf ist in der Einladung hinzuweisen. Die zweite Kirchengemeindeversammlung kann auch unmittelbar im Anschluss an die erste KGV stattfinden, wenn zuvor in Verbindung mit der Einladung zur ersten Kirchengemeindeversammlung eine Eventualeinladung erfolgte. Die zweite KGV ist ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Gemeindeglieder beschlussfähig, worauf in der Einladung hinzuweisen ist.

Gestalten Sie Ihre Gemeinde mit! Ehrenamtliches Engagement ist ein zentraler Ausdruck des christlichen Glaubens. Gott schenkt Menschen unterschiedliche Gaben, damit sie Aufgaben für andere wahrnehmen können. Es gehört zur Freiheit eines Christenmenschen, Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht möchten auch Sie mitmachen? Über neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen wir uns sehr. Wenn Sie Interesse daran haben, sprechen Sie bitte mit Pfarrer Stephan Lorenz oder der Vorsitzenden des KGRs Annemarie Webster.

Mit freundlichen Grüßen
Ilse Brenner, Vorsitzende des KGV Stephan Lorenz, Pfarrer in der DEKA

Vollmacht:  (Bitte Ausdrucken und dem Bevollmächtigten mitgeben)

DEKA – Congregação Evangélica - Luterana Alemã do Algarve, Apartado 1024, P - 8401-908 Carvoeiro Lga., Algarve, Portugal

Bevollmächtigung
Ich bevollmächtige das Gemeindemitglied

Herrn/Frau ________________________________________________________,
mich in der Gemeindeversammlung am 1. März 2020 zu vertreten und für mich abzustimmen, da ich selbst nicht anwesend sein kann.

Name_____________________________________________________________

Anschrift__________________________________________________________

Datum___________________ Unterschrift _________________________

Bitte ausfüllen und entweder an obige Anschrift senden oder scannen an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 Protokoll der Kirchengemeindeversammlung vom 03. März 2019

Zeit und Ort: Sonntag, 03.03.2015, in der Kapelle in Carvoeiro, nach dem Gottesdienst. Beginn / Ende: 17.30 Uhr / 18.25 Uhr
Leitung: Vorsitzende des Kirchengemeindeversammlung Ilse Brenner Protokoll: Schriftführerin Doris Wroblewski Anwesende Mitglieder: 19; 
Bevollmächtigungen: 18;  Gäste: Ehepaar Eisele aus Porto, Ehepaar Thost aus Boliqueime/Grünwald

1. Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit und der Beschlussfähigkeit

Die Vorsitzende begrüßte die 19 anwesenden Mitglieder und 4 Gäste. Es lagen 18 Bevollmächtigungen vor. Damit war mit 37 Stimmberechtigten von 51 Mitgliedern die Versammlung beschlussfähig. Das „jüngste“ Mitglied ist Pastor Stephan Lorenz, der im März der DEKA beigetreten ist.

2. Verabschiedung des Protokolle der letzten Gemeindeversammlung

Das Protokoll wurde einstimmig angenommen.

3.- 5. Berichte des Kirchengemeinderates, des Pfarramt und der Schatzmeisterin

Die Vorsitzende Annemarie Webster erstattete den Bericht des Kirchengemeinderates mit einem Rückblick auf das Jahr 2018, einer kurzen Vorausschau auf 2019 und dem Dank an die ehrenamtlichen Helfern, welche die Vorstandsmitglieder (neben Annemarie Webster, Uwe Zelinsky, Renate Bäumchen und Hildegunde Ischebeck) in ihrer Tätigkeit tatkräftig unterstützen. (siehe Anlage).
Pastor Stephan Lorenz erstattete den Bericht des Pfarramts. Obwohl er erst seit September 2018 im Amt bei der DEKA ist, konnte er auf eine Reihe von Aktivitäten zurück blicken. Schon jetzt erklärte er sich bereit, sein Amt ein weiteres Jahr bei der DEKA auszuführen. (s. Anlage).
Renate Bäumchen erstattete den Bericht der Schatzmeisterin. Sie wies insbesondere hin auf die Rücklagen (für ein Auto) und die Kollekten, welche teilweise wiederum an Notfälle im Algarve weiter gegeben wurden wie z.B. die Brandgeschädigten in Monchique (s. Anlage

6. Bericht des Rechnungsprüfers für das Jahr 2018

Heiner Diechtierow trägt in seiner Funktion als Vorsitzender des Finanzbeirates seinen Bericht vor (s. Anlage). Er wies darauf hin, dass er im kommenden Jahr 2020 diese Funktion nicht ausüben könne, da er sich zu der Zeit nicht in Europa aufhalten werde.
In der Kirchengemeindeversammlung vom 04.03.2018 war Hannah Wallisch zur Stellvertretenden Vorsitzenden des Finanzbeirates gewählt worden. Sie oder die Assistentin des Finanzbeirates, Elsa-Maria Schröter, wird die Prüfung vornehmen müssen.

7. Vorstellung des Haushaltsplanes 2019/2020

Die Schatzmeisterin trägt die Planungen für 2019/2010 vor. Diese werden bei Enthaltung der Betroffenen einstimmig genehmigt.

8. Aussprache über die Berichte und Entlastung des Vorstandes

Die DEKA plant, auch im Jahr 2019 wieder für die gesamte Algarve vor Ort Gottesdienste abzuhalten. So sind geplant, am Karfreitag, dem 19.04.2019, um 15.00 Uhr an der Westalgarve im Hause von Hildegard und Karl Heinz Bieler ein Gottesdienst.
Der Erntedankgottesdienst Anfang Oktober kann wieder bei Heiner und Biggi Diechtierow stattfinden, allerdings sind bei der Vor- und Nachbereitung noch fleißige Helfer erwünscht.
Ilse Brenner bemüht sich, einen weiteren Gottesdienst in Sao Braz zu organisieren.

Die im Bericht des Rechnungsprüfers empfohlene Entlastung des Vorstandes wurde bei Enthaltung der Betroffenen erteilt.
Doris Wroblewski bedauerte, als Dank für die geleistete ehrenamtliche und ohne irgendeinen finanziellen Ausgleich erbrachte Arbeit des Vorstandes keine Blumensträuße zur Hand zu haben, weshalb die Anwesenden sich mit einem herzlichen „blumigen Applaus“ bei allen Mitgliedern des Vorstandes bedankten.

9. Gemeindetagung in Carvoeiro vom 24.- 26. Mai 2019

Entgegen der Ankündigung bei der Einladung und auf der Tagesordnung findet die Gemeindetagung bereits vom 24.- 26. Mai 2019 statt. Die DEKA springt für die Gemeinde Lissabon ein, welche in diesem Jahr im Umbruch steht und nur einen Interimspfarrer für wenige Monate hat. Gerade dieser Pfarrer, Peter Ossenkop, hat sich bereit erklärt, über eines seiner Spezialgebiete zu referieren:
Eintauchen in die fremde Welt der Ikonen.
Sobald die Örtlichkeiten bekannt sind, wird ein Flyer erarbeitet und die Mitglieder werden über die Einzelheiten informiert.

10. Verschiedenes

Da keine weiteren Anfragen vorlagen, wurde die Versammlung mit dem Singen des Kanons „Lobet und preiset Ihr Völker den Herrn“ um 18.25 Uhr beendet.

Ilse Brenner Vorsitzende Doris Wroblewski, Protokollführerin

##Gemeindetagung 2020 der evangelisch-lutherischen Gemeinden in Portugal##

Die Tagung wird vom 16. Bis zum 18. Oktober in Lissabon/Carcavelos stattfinden. Das Thema wird sein: 
„Wer´s glaubt wird selig!" Zeitenwende in unserer Gesellschaft – Krise und Chance für den Glauben

Ein genaues Programm und ein Plakat werden noch verteilt. Wir haben das ABLA Guest House in Carcavelos für diese Veranstaltung reserviert. Es sind – außer einem Dreier-Zimmer, das bereits vergeben war - alle verfügbaren Räume vorläufig geblockt worden. Alle Teilnehmer können ihre Buchungen selber vornehmen, die Preise sind moderat und die Unterkunft ist blitzsauber, schön gelegen und hat ein sehr gutes Frühstück, das im Preis inbegriffen ist. Ein erster Überblick über die Preise im Oktober 2020: 
ABLA - Preise (inkl. Frühstück + IVA): https://www.ablaguesthouse.org/  Einzelzimmer: Standard 54.00€ / Terrasse 65.00€ Doppelzimmer: Standard 57.00€ / Terrasse 68.00€ Zustellbett: 15.00€  
Wir werden auch die Gemeinschaftsräume in der ABLA nutzen und – bei schönem Wetter – ebenfalls den Außenbereich.
Natürlich ist die Unterkunft nur eine Empfehlung, um es allen Teilnehmern von außerhalb bequemer zu machen und die Logistik zu vereinfachen. Eine Buchung in anderen Häusern ist selbstverständlich möglich. Details und genaue Angaben zur Buchung folgen! Ein Hinweis: Es sollte möglichst NICHT über die Homepage oder generell im Internet gebucht werden, sondern bitte immer direkt über die ABLA (per E-Mail oder Telefon). Die Preise über die Portale (booking.com) sind anders! Fau Constanze Manso ist bei der ABLA unsere Kontaktperson und sie spricht fließend Deutsch und Portugiesisch.

Alle Gemeindeglieder sind eingeladen, an dedr Tagung teilzunehmen! Mehr Information bei Pastor Stephan Lorenz, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder +491716820295

 

##Gebetswoche für die Einheit der Christen: 18. – 25. Januar 2020##

 

Mindestens einmal im Jahr werden Christinnen und Christen erinnert an Jesu Gebet für seine Jünger „damit sie alle eins seien [...], damit die Welt glaube“ (vgl. Joh 17,21).

Seit 1966 wird die Gebetswoche für die Einheit der Christen, deren Ursprünge bereits auf das Jahr 1910 zurückgehen, vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und von der Kommission Glaube und Kirchenverfassung vom Ökumenischen Rat der Kirchen vorbereitet. Jedes Jahr werden die Texte von einer anderen Region der Welt verfasst, 2020 von Malta.

„Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich“ (Apg 28,2)
Das Thema bezieht sich auf die Apostelgeschichte: der Apostel Paulus und seine Mitreisenden erleiden Schiffbruch auf Malta. Die Schiffbrüchigen werden von der einheimischen Bevölkerung gastfreundlich aufgenommen und versorgt. Die maltesischen Christinnen und Christen sehen in dieser Geschichte die Wurzeln des christlichen Glaubens und der christlichen Gemeinde auf ihrer Insel. Daran wird jedes Jahr am 10. Januar mit einem eigenen Festtag erinnert.
Die Geschichte vom Schiffbruch des Paulus wird von der internationalen Vorbereitungsgruppe für die Gebetswoche in den Kontext von Flucht und Migration heute gestellt: Auch in unserer Zeit sehen sich viele Menschen auf demselben Meer denselben Schrecken gegenüber. Dieselben Orte, die in der Lesung genannt werden, kommen in den Geschichten heutiger Flüchtlinge vor. In anderen Teilen der Welt begeben sich viele andere auf ebenso gefährliche Reisen zu Lande und zur See, um Naturkatastrophen, Krieg und Armut zu entkommen. Diese Menschen sind besonders auf die Gastfreundschaft anderer angewiesen.
Das Beispiel aus der Apostelgeschichte macht uns deutlich, wie aus einer zufälligen Begegnung Gemeinschaft entstehen kann. Gemeinschaft über Grenzen hinweg mindert Not. Die Kirchen sehen sich in der Pflicht, solche Gemeinschaft zu fördern. Dies wird ihnen umso mehr gelingen, je mehr sie auch untereinander Gemeinschaft pflegen und Versöhnung suchen.
In der Gebetswoche geht es um die Einheit der Christen. Diese ist kein Selbstzweck, sondern sie ist besonders für den Notleidenden, Hilfsbedürftigen und Fremden offen. Unsere Einheit als Christen wird nicht nur dadurch entdeckt, dass wir einander Gastfreundschaft gewähren, so wichtig dies ist, sondern auch durch liebevolle Begegnungen mit denen, die unsere Sprache, unsere Kultur oder unseren Glauben nicht teilen.

Der Gottesdienst der Gebetswoche für die Einheit der Christen fand in diesem Jahr auf Einladung des Bischofs des Algrave Dom Maunel in der Franziskanerkirche in Faro statt. Katholiken, Rumänisch-Orthodoxe, Anglikaner und Lutheraner beteten gemeinsam. Begleitet wurde der Gottesdienst vom Chor des Taize-Kreises aus Aljezur. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es Gelegenheit sich bei Tee und Gebäck auszutauschen.

 

 

 

##Im November 2019 bekamen wir Besuch von Thomas Kaebel##

Hier sein Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht zum Aufenthalt in Carvoeiro, Portugal (10.11.-10.12.2019)

Sonne, Ruhe zum Schreiben, tolle Leute! Das wollte ich in Carvoeiro erleben und habe ich erlebt. Vom 10. November bis 10. Dezember 2019 war ich dort zu Gast. Bekommen hatte ich die charmante Wohnung mit Meerblick durch Vermittlung der Deutschen Evangelischen Gemeinde im Algarve. Meine Vermieterin Catinca von Baselli ist total nett und holt mich schon am Busbahnhof in Lagoa ab.

Ich habe nun einen Monat Zeit, an den letzten Seiten meiner Dissertation im Alten Testament zu arbeiten. In der Wohnung gibt es kein Internet. Das ist meiner Arbeit zuträglich. Zur Bearbeitung meiner Emails gehe ich täglich die Straße hinab zum Tivoli, wo das Wifi bis auf die Straße reicht.

Samstag angekommen gehe ich gleich am nächsten Tag um 16h zur nahegelegenen Kirche in den Gottesdienst, wo ich am Eingang Stephan Lorenz kennenlerne, den Pfarrer der deutschen Gemeinde. Er ist wie einige andere auch neugierig auf mich, so wie ich auf ihn und die Leute dort. Catinca Baselli ist auch da und stellt mich nach dem Gottestdienst unter anderem der Gemeinderatsvorsitzenden Annemarie Webster vor. Sie ist auch Lehrerin gewesen. Wir verstehen uns sofort richtig gut. In den kommenden 4 Wochen lernen wir uns alle näher kennen und schätzen.

Der Gottestdienst findet jeden Sonntagnachmittag in der Katholischen Kirche in Carvoeiro statt. Sie ist auf der Klippe mit Eingang Richtung Westen gelegen. Gegen Ende des Gottesdienstes ist zu dieser Jahreszeit immer die untergehende Sonne zu beobachten. Ein wundervoller Anblick!

Gleich zu Beginn meines Aufenthalts muss ein Fahrrad her. Da ich kein funktionsfähiges ausleihen kann und selbst kein Werkzeug habe, kaufe ich kurzerhand eines im Intermarché. Es begleitet mich 4 Wochen treu ohne Platten überall hin und ist nun im Besitz der Deutschen Gemeinde, wo es hoffentlich weiterhin gute Dienste tun wird.

Die Gemeinde ist sehr aktiv. Ich gehe zweimal zum vierzehntägigen Gesprächskreis am Donnerstagnachmittag ins Pfarrhaus. Beim ersten Mal ist das Thema Zivile Seenotrettung, beim zweiten Mal die Weihnachtsgeschichte nach Lukas. Ich bin einmal donnerstagsabends in der Probe des Kirchenchores und singe gleich drei Tage später im Gottesdienst mit. Die Musik tut mir gut. An meinem letzten Sonntag in Carvoeiro helfe ich noch kurzfristig bei der Austeilung des Abendmahls aus.

Zweimal bin ich bei meiner Vermieterin zum Essen eingeladen, erzähle viel von mir und erfahre ebenso viel über sie. Wir haben beide bisher ein recht ungewöhnliches Leben und sind sehr neugierig aufeinander. Wir verbringen den frühen Nachmittag auf der sonnigen Terasse mit Blick auf die Bucht von Carvoeiro. Bei meinem zweiten Besuch in der Casa von Baselli ist Stephan Lorenz dabei. Wir verbringen einen schönen Abend bei leckerem russischem Essen und erfahren von seiner bewegten Zeit in Russland.

Alle zwei bis drei Tage gehe ich in den Mercado Municipal de Carvoeiro, um Obst und Gemüse einzukaufen. Es ist immer erschreckend leer dort, obwohl alles sehr gut schmeckt und zu sehr sozialen Preisen angeboten wird. Ich bemühe mich, meine Einkäufe gleichmäßig auf die beiden noch vorhandenen Stände zu verteilen. Beide Frauen sind immer so nett und freuen sich sichtlich, wenn ich komme. Wenn ich 5 Tomaten kaufe, bekomme ich im Durchschnitt 10 Mandarinen als Dankeschön geschenkt; vielleicht, weil ich mein Obst nicht in einem der großen nahegelegenen Supermärkte einkaufe; vielleicht auch, weil ich mir sichtlich Mühe gebe, alles auf Portugiesisch zu sagen. Es wird gefühlt jeden Tag ein ganz kleines Bisschen besser.

Natürlich schreibe ich auch jeden Tag an meiner Arbeit, sitze oft auf dem großen Balkon der Wohnung oder an einem der vielen schönen und um diese Jahreszeit leeren Strände. Es ist ein Luxus für mich, unter solchen Umständen meine Arbeit schreiben zu können. Am 2. Advent habe ich nachmittags gegen 15h einen Geistesblitz, der den zweiten Teil meiner Arbeit auf sichere Füße stellt. Ich freue mich wie ein kleines Kind den ganzen restlichen Tag und darüber hinaus.

Es ist insgesamt eine sehr unbeschwerte Zeit, die ich in Portugal habe. Alles läuft ruhig und gut. Ein bisschen Wehmut ist schon zu spüren, als mich Stephan Lorenz zum Busbahnhof in Lagoa fährt. Wir verabschieden uns in der Hoffnung, dass es nicht das letzte Treffen gewesen sein möge.

Ich danke all den vielen leiben Menschen, die mir in meiner Zeit in Carvoeiro mit so viel Offenheit und Freundlichkeit begegnet sind. Hoffentlich auf bald! Adeus!

Thomas Kaebel

##Danke!##

Wir möchten uns bei allen Spendern und Kollektengebern bedanken! Unsere Weihnachstkollekte für das Hilfewerk "Brot für die Welt" und unsere lokale Hilfsorganisation im Algarve "Support the families in Algrave" erbrachte eine Summe von 1200 €. Gott segne Geber und Gaben. 

Die Kollekte unserer Weihnachstgottesdienste geht in diesem Jahr zur Hälfte an das Hilfswerk der EKD "Brot für die Welt" und an ein lokale Hilfsorganisation im Algarve.

 

Support For Families In the Algarve (Teil der Associação Guarda-Chuva, registered charity 515531928)

Wir unterstützen schutzbedürftige Personen und Familien, die Schwierigkeiten haben, die Grundlagen zu finden, die wir allgemein für selbstverständlich halten. Dinge wie Tische, Stühle, Schubladen und Kühlschränke, Herde, Mikrowellen, Waschmaschinen, Fernseher usw. Wir tun dies, indem wir uns vernetzen, uns auf Freunde verlassen, Facebook und Werbung nutzen, um Leute zu finden, die solche Gegenstände spenden. Durch Spenden und Spendengelder zahlen wir auch für Kinderbrillen und zahnärztliche Notfallbehandlungen für Familien, die sich eine Behandlung nicht leisten können.

Tel.: Su Davis – 932307548 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Facebook: Support for Families in the Algarve

Wir freuen uns über jede Gabe und Spende!

 

 ##Unser ältestes Gemeindemitglied wurde 100 Jahre Ursula Globig##

 

 


Am 15. Dezember feierte unser ältestes Gemeindemitglied ihren 100. Geburtsag. Ursual Globig wurde 1919 im schönsten Stadtteil Leipzigs in Gohlis geboren. Schon Goethe schrieb: "Wem´s zu wohl ist, der geht nach Gohlis". Dort ist sie auch aufgewachsen. Hat 1949 dort geheiratet. Wenig später flüchtete sie mit ihrem Mann in die BRD nach Stuttgart. Dort kam das erste ihrer 5 Kinder (3 Mädchen und 2 Jungen) zur Welt. Ihr Mann arbeitete zunächst bei Krupp in Rheinhausen, später wurde er in die USA geschickt. Dort traf Frau Globig ihre Geschwister und Eltern in New York wieder. Die berufliche Tätigkeit ihres Mannes führte sie in viele Teile der Welt, immer wieder auch nach Malaysien und schließlich nach Rio de Janeiro, Brasilien. Hier lebten sie fast 5 Jahre. Dort wären sie gerne alt geworden, aber die hohe Kriminalitätsrate war abschreckend. Sie entschieden sich für den Algarve.

Ursula Globig lebt seit dem Tod ihres Mannes (mit 89 Jahren) 2012 allein in Monte Carvoeiro. Ihre Kinder leben in den USA. Dort haben sie selbst Familien gegründet. Sie besuchen Frau Globig regelmäßig, besonders ihr ältester Sohn, der gewöhnlich Weihnachten und Silvester bei ihr verbringt.
100 Jahre ist sie alt geworden - das Gehen fällt ihr etwas schwerer, sie kommt kaum noch aus dem Haus. Geistig nimmt sie es mit manch jüngerem mit Leichtigkeit auf. Sie liest viel. Aber ihr größter Wunsch zum 100 ist einen Scrabble Mitspieler/Mitspielerin zu finden, wenigstens einmal im Monat. Am liebsten in Englisch. Deutsch würde aber auch gehen.
Wer Interesse hat, der möge sich bei P. Lorenz melden. 282 341 214

Carvoeiro, 09.12. 2019

##Weihnachstbrief 2019##
Schaut auf, erhebt,  eure Häupter, denn eure Erlösung ist nahe. Lukas 21, 28


Liebe Mitglieder und Freunde der DEKA, unserer Gemeinde im Algarve,

Sie haben etwas übrig für unsere Gemeinde! Dafür danke ich Ihnen aucxh im Namen des Kirchengemeinderates  ganz herzlich. 

Wir sind eine kleine Gemeinde, die sich selbst finanzieren muss. Die EKD gewährt uns keine finanzielle Unterstützung, abgesehen von den Personalkosten für den Pfarrer.

Zu unserem Glück gibt  in unserer Gemeinde viele ehrenamtlich engagierte Personen, die die Arbeit der Gemeinde unterstützen. Aber auch ehrenamtliche Arbeit kostet Geld. Und wir haben viele Ausgaben für die Nutzung der Kapelle, die Gottesdienste, Miete der Pfarrwohnung, der Dienstwagen, Telefon, Internet, Versand des Boten, Postfach, usw.

Nicht alles, was wir bekommen, behalten  für uns selbst.Wir spenden immer wieder für Bedürftige und in Not geratene Menschen. In diesem Jahr zum Beispiel für Schulanfängerinnen und Schulanfänger, damit sie sich eine gute Erstausstattung leisten können. Oder für die Vicenmtinerinnen  in Aljezur.  So versuchen wir etwas von dem Guten zurückzugeben an die Menschen, denen es im Algarbe nicht so gut geht.

Im November hat sich eine Gruppe von etwa 20 Frauen aus unserer Gemeinde oder unserem Umfeld unter dem Namen „Zeitspende“ zusammengefunden. Sie werden nach ihrer Ausbildung ambulante hospizliche Begleitungen, zunächst im Osten des Algarve unternehmen. Darüber hinaus versuchen wir verschiedenen Aktivitäten zu Projekten „Wohnen im Alter“ zusammenzuführen und zu unterstützen. Mehr Informationen finden sie untzer Gemeinde - Zeitspende.

Unsere katholische Schwestergemeinde in Lagoa und Carvoeiro hat nach der Pensionierung unseres langjährigen Pfarrer Nunes einen neuen Pfarrer bekommen, sein Name ist Nuno. Wir hoffen, dass wir mit ihm die gute Zusammenarbeit fortsetzen können.

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Adventszeit, ein fröhliches Weihnachtsfest und ein Gutes Neues Jahr 2020. Bleiben Sie uns verbunden. Wir brauchen ihre Unterstützung!

Ihr Pastor em. J.-Stephan Lorenz

 

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