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## Sonntag Kantate/ Tag der Evangelisten Philippus und Jakobus ## 

 Am 3. Mai feiern die Kirchen den Tag der Apostel Philippus und Jakobus. Die Verehrung beider Apostel an einem Tag hängt möglicherweise mit der Weihe der römischen Zwölfapostelkirche zusammen, die unter Papst Julius I. (337–352) gebaut wurde. Die Reliquien der beiden sollen sich dort befinden. Ihr Fest war ursprünglich der 1. Mai, nach einer Liturgiereform wurde ihr Gedenktag auf den 3. Mai festgelegt. Der 1. Mai gehörte von nun an dem Heiligen Josef, dem Schutzpatron der Arbeiter. Frauen, waren 1956 noch nicht so im Blickpunkt der katholischen Kirche. Sie standen ja meist am Herd und kochten dem Arbeiter eine kräftige Suppe. Historisch sind die beiden Apostel wenig fassbar. Aber es gibt ja immer fromme Legenden. So soll Philippus Fischer am See Genezaret gewesen sein. Zuerst ein Jünger Johannes des Täufers, dann wechselte er in das Team von Jesus. Nach der Auferstehung Jesu ging er zurück an den See Genezaret, später betätigte er sich lange Zeit in Skythien (heutiges Südrussland) als Missionar. Die Legende erzählt: Als er vor dem Standbild des Mars opfern sollte, kam ein Drache, tötete den Sohn des Priesters und zwei Tribunen, alle Teilnehmer erkrankten durch seinen Gifthauch. Philippus vertrieb den Drachen, heilte die Kranken, erweckte die Toten und bekehrte alle. Diese wunderbare Tat rette ihn jedoch nicht vor dem Tod als Märtyrer am Kreuz. Undank ist der Welten Lohn. Jakobus wird als Sohn des Alphäus in den Evangelien genannt. Weitere Informationen über ihn gibt es nicht. Die katholische Tradition identifiziert ihn als „Herrenbruder“. Diese Gleichsetzung ist aber, wie auch seine Autorschaft für den Jakobusbrief wenig überzeugend. Die Alte Kirche (Hieronymus) meinte, Jakobus sei der in Markus 15,40 genannte ‚Jakobus der Kleine‘. Auch das mehr oder weniger eine Spekulation. Seine Legende erzählt, Jakobus sollte im Jahr 62 von der Zinne des Tempels für alle hörbar seinen Glauben widerrufen. Er weigerte sich, wurde er auf Antrag des Hohenpriesters Hannas zum Tod verurteilt, von der Mauer des Tempels gestürzt und mit einem Knüppel erschlagen. Doppelt hält besser. In Süddeutschland und Österreich gibt es den Brauch des „Philippeln“. Die Walpurgisnacht vom 30. April zum 1. Mai war nach heidnischem Brauch eine Unruhnacht. Mit dem 30. Mai endete für die Kelten die dunkle Jahreszeit zu Ende und der Sommer begann. Sie feierten das Fest ihres Lichtgottes Belenus. Dieses Fruchtbarkeitsfest bezog sich auf Natur und Menschen. Junge Leute, fest umarmt, rollten sich paarwiese Wiesen hinunter. Das soll gut sein für die Fruchtbarkeit. Auf Bergen wurden Feuerräder entzündet und brennend ins Tal gerollt. Das Philippeln selbst könnte auf fränkisches Recht zurückgehen. In dieser Nacht wurden auch Schiedsverfahren entschieden. Im Berchtesgadener Land nennt man diese Nacht Dugnacht, in der viel Unfug getrieben wird. Junge Leute ziehen durch Dorf, nehmen alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist und werfen es auf den Dorfplatz. Der Apostel Philippus, sagt man, ist im Himmel für Ordnung zuständig. Da hatte er dann am nächsten Morgen viel zu tun. Natürlich gibt es auch Bauernregeln: Auf Philippi und Jacob Regen folgt ein großer Erntesegen. Und: An Jacobi heiß und trocken, kann der Bauersmann frohlocken.

## Sonntag Jubilate / Tag des Evangelisten Markus ##

Am 25. April gedenken die Kirchen des Evangelisten Markus. In diesem Jahr fällt er auf den Sonntag Jubilate. Markus gilt als Verfasser des wohl ältesten der vier kanonischen Evangelien, obwohl sich der Verfasser nirgendwo nennt. Über seine Person, die genau Zeit und den Abfassungsort wissen wir nichts Sicheres. Die Alte Kirche hat ihn mit einem Mitarbeiter von Paulus und Barnabas als Johannes Markus identifiziert. Als Abfassungszeit gilt das Jahr 70 n. Chr., also kurz vor oder nach der Zerstörung Jerusalems. Manche meinen, es sei in Rom entstanden, andere verweisen auf Syrien. Mehr Einigkeit herrscht darüber, dass wohl die junge Gemeinde in Rom als Adressaten gelten. Die Evangelisten Matthäus und Lukas, so ergibt ein Vergleich, müssen sein Evangelium gekannt haben. Eine weitere Unsicherheit. Die Hauptbotschaft des Markusevangeliums ist vielleicht in Markus 1,15 zusammengefasst: „Die Zeit ist reif, Gottes Herrschaft steht vor der Tür. Ändert euren Sinn, und glaubt dem Evangelium.“ In Alexandria wurden die Gebeine und der Mantel des Markus verehrt. Bei jeder Weihe wurde dem neuen Bischof sein Mantel umgelegt. Noch heute wird Markus in der koptischen Kirche als Schöpfer der der sonntäglichen Liturgie. 828 wurden die Gebeine des Markus von venezianischen Kaufleuten geklaut und nach Venedig gebracht. Markus gilt noch heute als Schutzheiliger dieser Stadt. Der erste Markusdom brannte 978 vollständig nieder. 1094, nach der Fertigstellung des heutigen Markusdom wurden seine Gebeine wie zufällig wiederentdeckt und in einem Sarkophag im Hauptaltar niedergelegt. Anlässlich der 1900 Jahrfeier der koptischen Kirche hat man einige Reliquien dem koptischen Bischof zurückgegeben. Sie befinden sich seitdem in der Kathedrale des Heiligen Markus in Kairo. Und natürlich gibt es auch für diesen Tag einige Bauernregeln, wie diese: Gibt’s an Markus Sonnenschein, hat der Winzer guten Wein.

 

##Einführung der Mitglieder des Gemeindekirchenrates, und des Präsidiums der Gemeindeversammlung''

Am Sonntag Jubilate, dem 25. April haben wir die neu gewählten Mitglieder des Gemeindekirchenrates, die Vorsitzende der Gemeindeversammlung, ihre Stellvertreterin und die Protokollantin für die Wahleperiode 2021 bis 2025 in einem festlichen Gottesdienst eingeführt.

 

von links nach rechts: Catinca v. Baselli (Stellvertreterin der GV); Traute Finken (GKR); Monika Diete (Protokollantin); Ilse Brenner (Vorsitzende der GV); Annemarie Webster (GKR); Hannah Walisch (GKR); Kate Eachus (GKR)

Die Einzelnportraits der Mitglieder des Gemeindekirchenrates finden Sie unter der Rubrik "Gemeinde - Gemeindekirchenrat"

 

 

## Gemeindeversammlung vom 18. April 2021 ##

Protokoll der Kirchengemeindeversammlung (KGV) vom 18. April 2020

Zeit und Ort: Sonntag, 18.4..2020, in der Kapelle auf den Klippen, Nossa Senhora da Encarnação, in Carvoeiro, nach dem Gottesdienst
Beginn / Ende: 12.30 Uhr / 13.30 Uhr
Leitung: Vorsitzende der Kirchengemeindeversammlung Ilse Brenner ; Protokoll: Monika Diete
Anwesende 13 Mitglieder s. Liste im Anhang Bevollmächtigungen: 22, s. Liste im Anhang

Das Präsidium (Monika Diete (Protokoll); Ilse Brenner (Vorsitzende der GV), Annemarie Webster(Vorsitzende GKR)

1. Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit und der Beschlussfähigkeit

Die Vorsitzende Ilse Brenner begrüßte die anwesenden Mitglieder und Gäste. Es lagen 22 Bevollmächtigungen vor. Laut §15, Absatz 5 ist die KGV beschlussfähig, wenn ein Drittel der im Mitgliederverzeichnis geführten Mitglieder anwesend sind. Es sind 13 Mitglieder anwesend, 22 Mitglieder haben Vollmachten ausgefüllt. Damit war die Versammlung beschlussfähig.
Die Protokollführerin ist Monika Diete.
2. Verabschiedung des Protokolls der letzten Kirchengemeindeversammlung vom 01. März 2020

Das Protokoll der Gemeindeversammlung vom 1. März 2020 wurde einstimmig angenommen

3. Ergänzungen zur Tagesordnung

Die Satzung bestimmt in „§ 17 Nachträgliche Anträge zur Tagesordnung: Jedes Mitglied der Kirchengemeindeversammlung kann bis spätestens eine Woche vor dem Tag der KGV beim Vorstand schriftlich beantragen, dass weitere Angelegenheiten nachträglich auf die Tagesordnung gesetzt werden. Der Leiter oder die Leiterin hat zu Beginn der KGV die Tagesordnung entsprechend zu ergänzen. Über Anträge auf Ergänzung der Tagesordnung, die erst in der KGV gestellt werden, beschließt die KGV. Zur Annahme des Antrags ist eine Mehrheit von drei Viertel der abgegebenen Stimmen erforderlich.“

Bis Datum heute sind keine Ergänzungen zur Tagesordnung bei der Versammlungsleiterin eingereicht worden. Ist stelle damit fest: Es gibt keine Ergänzungen der Tagesordnung. Auch aus der Gemeindeversammlung selbst gab es keine Anträge auf Ergänzung der Tagesordnung. Somit galt die Tagesordnung wie verschickt.

4. Bericht der Vorsitzenden des Kirchengemeinderates mit Aussprache

Die Vorsitzende Annemarie Webster erstattete den Bericht des Kirchengemeinderates (siehe Anlage).

Bericht der Vorsitzenden des KGR der DEKA vom 18. April 2021

Auch 2020 und die bisherigen Monate in 2021 war ein durchaus erfreuliches Jahr für die DEKA – trotz Corona. Die Pandemie zwang uns über Monate, auf den sonntäglichen Gottesdienst zu verzichten. Umso mehr freuen wir uns, diesen seit einigen Wochen wieder draußen vor der Kirche feiern zu dürfen. Unserem Pastor Stephan Lorenz gebührt großer Dank, die gottesdienstlosen Sonntage auf unserer Webseite in voller Länge zu zelebrieren und wann immer möglich Mitglieder unserer Gemeinde zu besuchen.
Zwar verloren wir wieder ein geschätztes Mitglied unserer Gemeinde, Gerd Metzer, der seinen tapferen Kampf gegen all seine Krankheiten verlor – und Jana Wienand kurz vor Heilig Abend, die zwar kein Mitglied unserer Gemeinde war, aber eine Zeitlang in unserem Kirchenchor sang.
Erfreulicherweise haben wir 5 neue Mitglieder aufnehmen können, so dass die DEKA jetzt aus 56 Mitgliedern besteht. Es wird niemanden überraschen, dass – wie es schon immer der Fall war – unsere Gemeinde nach wie vor mit Zugvögeln vergleichbar ist. Auch die Entfernungen im Algarve selber erlauben es nicht allen Mitgliedern, am Gottesdienst regelmäßig teilzunehmen – und die Pandemie kommt noch erschwerend hinzu.

Auch in diesem Jahr erlaubte uns unsere Finanzlage – nicht zuletzt aufgrund einiger großzügiger Spenden, ebenfalls großzügig zu spenden – wobei wir den Schwerpunkt auf Menschen in Not hier im Algarve legen. Folgende Organisation erhielten Zuwendungen von uns: Brot für die Welt (alljährlich weltweit), Castelo del Sonho in Silves, die Organisation Guarda-Chuva, die sich besonders um Kinder in Armut kümmert, das Waisenhaus in Alvor, die Vicentinas in Aljezur – und nicht zu vergessen unser Patenkind in Brasilien.
Zu Gottesdiensten sind Lebensmittel und Kleidung abgegeben worden, die unsere katholische Schwestergemeinde dann an eine food bank in Lagoa weiter reicht.

Alles lässt sich meistern, wenn man sich auf Menschen verlassen kann, die bereit sind zu helfen – und da hat unsere Gemeinde immer noch grosses Glück.
Wir sind dankbar für das Engagement unserer Kirchengemeinderäte und den Gründungsmitgliedern, die noch hier vor Ort leben: Catinka von Baselli und Jutta Walter, die immer zur Stelle sind, besonders wenn Not am Manne/Frau ist.
Wir sind Traute Finken ganz besonders dankbar für ihre unermüdliche Unterstützung – in der ihr eigenen bescheidenen Art!
Auch Robert Megaw gebührt grosser Dank – ohne seine Expertise, seine Gründlichkeit würde unsere Buchhaltung kaum einer Überprüfung standhalten.
Im Sommer mussten wir uns auch diesmal nicht von einem liebgewonnenen Pfarrer trennen, denn Stephan Lorenz und seinem Dackel Paulchen gefällt es immer noch so gut bei uns, dass er uns bis auf Weiteres erhalten bleibt – und das mit Zustimmung der EKD in Hannover, die für die Beauftragung der Pfarrer i.R. zuständig ist.

Der Kirchengemeinderat hat sich so oft getroffen wie Corona bedingt möglich – erstaunlicherweise gibt es immer wieder vieles, was besprochen werden muss.

Da wir inzwischen einen Gemeindebrief veröffentlichen, muss ich nicht all unsere Aktivitäten an dieser Stelle nochmals erwähnen.
Dieser hat im Übrigen großen Anklang gefunden und wir freuen uns über jeden Beitrag, den Stephan und ich nicht selber schreiben müssen.
Inzwischen beteiligen wir uns auch wieder am „Boten“, der nunmehr dreimal jährlich erscheint als gemeinsames Medium der vier evangelischen Gemeinden in Portugal. Sicherlich ist es unserem Pfarrer zu verdanken, dass auf seine Anregung hin ein Redaktionsteam, bestehend aus Repräsentanten dieser Gemeinden, sich digital trifft und die jeweilige Thematik festlegt. Der letzte „Bote“ beschäftige sich mit dem Thema „Pilgern“ – ganz aktuell, denn die nächste Gemeindetagung findet Anfang Oktober in Porto statt, wo die Teilnehmer auch eingeladen sind, gemeinsam ein Stück Jakobsweg zu gehen.

Unsere Gottesdienste werden, wenn sie denn stattfinden dürfen, gut besucht. Petrus hat sich uns meist gnädig gezeigt, so dass wir hier vor der Kirche mit Mundschatz und gebotenem Abstand, wenn auch ohne Gesang der Gemeinde zusammenkommen konnten.
Der Chor durfte bisher leider nicht auftreten, Gesprächskreise konnten nicht stattfinden – aber unser Organist Axel Geiger begleitete unseren Ostergottesdienst auf der Feldorgel.

Ich hoffe, nichts Wichtiges vergessen zu haben und wünsche uns, dass wir alle gesund und fröhlich bleiben.

Annemarie Webster

5. Bericht des Pfarrers und Aussprache

1. Antrag auf Verlängerung der Beauftragung durch die EKD
P. Lorenz informiert die Gemeindeversammlung, dass er die Verlängerung seiner Beauftragung in der Gemeinde Carvoeiro für ein weiteres Jahr (2021/2) mit Zustimmung des Gemeindekirchenrates bei der EKD gestellt hat. Die Beauftragung gilt immer nur für einen Zeitraum von 10 Monaten und muss jährlich neu beantragt werden. P. Lorenz geht davon aus, dass dem Antrag stattgegeben wird.
2. Kurz nach der letzten Vollversammlung am 1. März 2020 hatten wir vom 15. März bis 31. Mai den ersten strikten Lockdown. Das hat sich natürlich auch auf die Arbeit des Pfarramtes ausgewirkt. 12 Gottesdienste sind dadurch ausgefallen. Am Pfingstsonntag konnten wir den ersten Gottesdienst unter bestimmten Auflagen (vor der Kirche; Abstand; Masken; kein Singen) wieder vor der Kirche halten. Trotzdem konnten wir einige besondere Gottesdienst feiern. Ich erwähne unseren Gottesdienst zu Johannis (24.Juni) im Convenot Bio, unser Erntedankfest (4. Oktober), dass wir vor der Kapelle gefeiert haben und unser Weihnachtsgottesdienst in Vale D’El Rei. Am 25. Oktober hatten wir Besuch aus Lissabon von Pastorin Gelhaar mit anschließendem Mittagessen im Restaurant Taste. Die auf der letzten Vollversammlung beschlossene Verlegung des Gottesdienstes auf 11 Uhr hat sich bewährt. Wenn auch einige gerne langschlafende noch mit der frühmorgendlichen Zeit hadern. Das anschließende gemeinsame Mittagessen ist ein kleiner Ersatz dafür, dass wir in Zeiten der Pandemie auf die Feier des Abendmahls verzichten. Die Gemeinde ist im Jahr 2020 um vier Mitglieder gewachsen, so dass wir jetzt 57 zahlende Mitglieder haben. Darüber hinaus pflegt das Pfarramt einen sogenannten Freundeskreis durch Zusendung durch Zusendung unseres Gemeindebriefes oder des Boten (in elektronischer Form). Dazu gehören zum Beispiel alle, die eine Amtshandlung bei uns durchführen ließen. Dieser Kreis umfasst etwa 35 Personen. Hin und wieder bekommen wir aus diesem Kreis auch Spenden.
3. Amtshandlungen
Der Lockdown hat sich ausgewirkt auf die Zahl der Amtshandlungen, die in der Regel von Mai bis Oktober stattfinden. So hatten wir nur 2 Taufen. Am 2.2 die Taufe von Luca Alexander Silvasan, und am 11. Oktober die Taufe von Leo Joa Schönfeldt. 2 Gottesdienste anlässlich der Trauung. Die Trauung am 23. Juni der Eheleute Pilipps auf ihrem privaten Grundstück. In der Kapelle war das unter Coronabedingungen nicht möglich. Und die Trauung der Eheleute Keßler. Sie fand im September im Convent Bio im kleinen Kreis statt. Am 15. September war die Seebestattung (Urne) von Karin Winitzer aus Lagos. Für das Jahr 2021 sind leider noch keine Anfragen beim Pfarramt eingegangen.
4. Gesprächskreis
Der Gesprächskreis traf sich alle zwei Wochen im Wechsel mit den Proben des Kirchenchores im Pfarrhaus, wenn es die Pandemielage zugelassen hat. Die Themen werden mit unterschiedlichen Teilnehmerzahlen wahrgenommen. Zur Zeit findet der Gesprächskreis nicht statt. Wenn die Bedingungen es zulassen, werden wir wieder mit den Treffen beginnen.
5. Gemeindebesuche:
P. Lorenz macht regelmäßige Besuche von Gemeindemitgliedern anlässlich der Geburtstage, aber auch in Krankenhäusern, darüber hinaus nach Verabredung und auf Anfrage. Ansonsten versucht das Pfarramt durch Telefonate mit den Gemeindegliedern Kontakt zu halten.
6. Betreuung
Die von P. Lorenz hat auf Grund der Pandemie die Betreuung für Frau Bialowitz noch nicht abgeben können. Sie lebt inzwischen in einem Altenheim ihrer Heimatstadt.
P. Lorenz erhält immer wieder Anfragen des Konsulats zur seelsorgerlichen Betreuung. Meistens handelt es sich um Besuche von Menschen, die in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Sie werden dann seelsorgerlich betreut. Kontakt mit Familien wird hergestellt.
7. Ökumene
Die ökumenischen Treffen teilgenommen haben während im Berichtsjahr nicht stattgefunden. Der Gottesdienst im Januar in der Gebetswoche der Christen ist ebenso ausgefallen, wie der Gottesdienst im März anlässlich des Weltgebetstages, wie auch die Feier am Volktrauertag in Aljezur. Der Honorarkonsul hat im kleinen Kreis einen Kranz niedergelegt. Erfreulich ist festzustellen, dass die Zusammenarbeit mit unserer katholischen Schwestergemeinde sich sehr gut entwickelt.
8. Planungen für 2021
Wir alle hoffen, das mit zunehmender Impfung und durch unser aller umsichtiges Verhalten wir in diesem Jahr langsam wieder zu einem normalen „Betrieb“ zurückfinden können.
9. Die Webseite www.deka-algarve.com ist inzwischen überholt werden. Sie entspricht jetzt den Datenschutzbestimmungen. Sie wird seit der Erneuerung vom Pfarramt aus gepflegt. Dort können Sie die aktuellsten Informationen einsehen. Wir planen einen kleinen Film, der „unsere“ Kapelle vorstellt, die Künstlerin mit ihrer Idee, die modernen Fresken erläutert. Wir erhoffen uns dadurch Aufmerksamkeit und Neugier, uns in unseren Gottesdiensten zu besuchen und Trauungen und Taufen durchzuführen.
10. Inzwischen beteiligt sich die Gemeinde wieder an der Redaktion des Boten. Grund dafür ist, dass es seit Mitte des letzten Jahres ein Redaktionsteam mit allen Gemeinden in Portugal gibt. Das Niveau und die Attraktivität des Boten ist dadurch deutlich gestiegen. Zur Zeit arbeiten wir an der Ausgabe, die um Juni 2021 erscheinen wird. Das Hauptthema wird das soziale Engagement der verschiedenen Gemeinden sein. Der eigene Gemeindebrief erscheint weiterhin 4 x im Jahr einen eigenen kleinen Gemeindebrief herauszugeben.
11. Im Dezember hat der GKR beschlossen passives, zahlendes Mitglied der Bombeiros in Lagoa zu werden. Zusätzlich hat er eine Spende von 1500€ gegeben. Davon wurde dringend benötigte Ausrüstungsgegenstände angeschafft. Unsere Mitgliedschaft ist ein Anerkennung, die diese Männer und Frauen auch für uns tun.
12. Der GKR hat beschlossen, sich regelmäßig an der Sammlung für die Foodbank der katholischen Schwestergemeinde zu beteiligen.
13. Dank an die Gemeinde
P. Lorenz bedankt sich für die vielfache Unterstützung und Hilfestellungen aus der Gemeinde und durch den Kirchenvorstand, ohne die eine Durchführung der pfarramtlichen Aufgaben nicht möglich wäre. Besonderer Dank gilt allen, die in der Pandemie großzügig gespendet haben und dadurch den Ausfall so vieler Kollektengelder kompensiert haben.
14. Abwesenheit P. Lorenz
Im Juli und August wird P. Lorenz Urlaub machen. Er wird sich, wie im Vorjahr selber vertreten

Die Mitglieder der GV im Gespräch

6. Bericht der Schatzmeisterin und Aussprache

Robert Megaw erstattete den Bericht als Schatzmeisters.  Es ist erfreulich berichten zu können, dass die DEKA zum 31. Dezember 2020 finanziell sehr gut dasteht. Es wurde im Jahr ein Überschuss von € 9,010 erzielt, gegenüber einem Defizit von € 2,667 im Vorjahr. Dieses sehr positive Ergebnis ist hauptsächlich auf einige außergewöhnlich großzügige Spenden zurückzuführen. In 2020 bekam die Kirche Spenden in Höhe von € 8,225 gegenüber € 1807 im Vorjahr. Aber, trotz Corona, hat die Kirche gut gehaushaltet. Ohne den Effekt des Spendenaufkommens hat DEKA einen Überschuss von € 785 erzielt. Das heißt, dass die Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, Kollekten und Amtshandlungen in Höhe von insgesamt € 12,896 die Kosten von € 12,380 mehr als gedeckt haben und das ist ein wichtiges Merkmal, auch für die Zukunft. Mitglieder haben Beiträge in Höhe von € 7,690 bezahlt, fast so viel wie im Vorjahr. Und obwohl die Einnahmen aus den Kollekten unter der zeitweiligen Schließung der Kirche wegen der Corona Epidemie verständlicherweise etwas gelitten haben, wurden trotzdem € 3374 eingenommen gegenüber € 4119 im Vorjahr.
Die Kosten beliefen sich in 2020 auf € 12,380 wovon die Miete für das Pfarrhaus (€ 5,280) und Spenden für soziale Zwecken in Höhe von € 1560, die Hauptposten darstellten. Im Vergleich, die Kosten für 2019 beliefen sich auf € 21,436 wobei teure Ausgaben für das Kirchenauto und außerordentliche Kosten für die letztjährige Gemeindetagung, eine Rolle für diese Höhe gespielt haben.
Der Überschuss für das Jahr in Höhe von € 9, 010 wurde den freien Rücklagen zugeführt. Die Rücklagen betrugen zum 31. Dezember 2020 demzufolge € 35,262 und stellen das Kapitalvermögen zum Jahresende dar.
Bericht des Schatzmeisters über den Haushalt 2021. Der Haushaltsplan 2021 sieht ein ausgeglichenes Ergebnis vor. Es baut auf die Erfahrung des „Corona“ Jahres 2020 auf. Bei den Einnahmen wurde lediglich die Höhe des Spendenaufkommens auf einem sowohl sehr konservativen als auch realistischen Niveau festgeschätzt.
Es gibt keine zu erwartende außerordentlichen Aufwendungen, so dass der Kirchenvorstand zuversichtlich ist, dass das ausgeglichene Ergebnis zu erreichen ist.
Der Voranschlag 2022 wird nur auf Basis des Plans für 2021 aufgestellt werden, weil zu viele Unsicherheiten über die Geschehnisse in den nächsten zwei Jahren existieren. Die Kirche scheint, aber, finanziell für alles gewappnet.

7. Bericht des Rechnungsprüfers für das Jahr 2020 und Aussprache

In Vertretung des Vorsitzenden des Finanzbeirates Heiner Diechtierow, der sich augenblicklich Corona bedingt noch nicht wieder in Portugal weilt,  las die KGR Vorsitzende seinen Bericht vor. 

Prüfungsbericht betreffend Jahresabschluss zum 31.12.2020

In der Gemeindeversammlung der DEKA am 16.7.2017 bin ich zum Finanzbeirat des Kirchengemeinderats (KGR) gewählt worden. In dieser Eigenschaft habe ich die Finanzen der DEKA (Bankkonten, Kasse, Rechnungswesen und Buchhaltung) für das Jahr 2020 geprüft.

Die Buchhaltung und der Abschluss zum 31.12.2020 wurden von Robert Megaw erstellt, der in der Kirchengemeinderatssitzung vom 26.2.2020 als Schatzmeister kooptiert wurde.
Buchhaltung, Abschluss und weitere Dokumente wurden mir digital zur Verfügung gestellt, da die Prüfung pandemiebedingt nicht vor Ort stattfinden konnte.
Fragen wurden telefonisch mit dem Schatzmeister besprochen und beantwortet. Zusätzlich erbetene Unterlagen wurden mir digital überlassen.

Am 8./9.2.2021 habe ich stichprobenweise die Buchhaltung geprüft. Auszugsweise lagen mir auch in digitaler Form Kontoauszüge des Kontos der DEKA unter der IBAN: PT 50 0045 7063 4029 9611 0208 87 bei der Crédito Agrícola, Carvoeiro vor. Über das Konto sind die Vorsitzende des KGR und die bis Februar 2020 fungierende Schatzmeisterin gemeinsam verfügungsbefugt.

Die Buchhaltung wird in Form einer Einnahme-Überschuss-Rechnung nach einem Kontenrahmen, wie er auch von der DEK, Deutschland und der DEKL, Lissabon verwandt wird, erstellt.

Kontobewegungen und Bar-Vorgänge sind chronologisch und vollständig erfasst. Gebucht wird an Hand von durchnummerierten Belegen. Bei der einzelnen Buchung wird auf die Belegnummer verwiesen.

An Einnahmen wurden 2020 insgesamt € 21.490 (Vorjahr € 18.749) erfasst, die sich insbesondere aus Beiträgen (€ 7.690), Kollekten (€ 3.524) und Spenden (€ 8.225) zusammensetzen.
Diesen Einnahmen standen Ausgaben von € 12.380 (Vorjahr € 21.436) gegenüber. Die größte Aufwandsposition war 2020 - wie auch in den Vorjahren - die Miete (incl. Nebenkosten) für das Pfarrhaus (€ 5.280). Danach errechnet sich für 2020 ein Jahresüberschuss in Höhe von € 9.110 (Vorjahr Defizit € 2.667), der in die Rücklagen eingestellt wurde. Per 31.12.2020 erhöht sich durch den Überschuss 2020 der Vermögensbestand von bisher (31.12.2019) € 26.153 auf € 35.263, davon Kassenbestand € 2.035,18 und Bankguthaben € 33.248,40.

Das Vermögen in Form dieser liquider Mittel ist in Rücklagen eingestellt, insbesondere für die Ersatzbeschaffung eines gemeindeeigenen PKW. Die stichprobenweise durchgeführte Prüfung der Buchhaltung und der Belege führte zu keinen Beanstandungen. Ich kann hier nur für die Mitglieder sprechen, die mit den Finanzen unserer Gemeinde befasst sind: Allen Mitgliedern der Verwaltung der DEKA sollten wir für ihr ehrenamtliches Engagement danken. Hier darf ich insbesondere den Schatzmeister Robert Megaw nennen, der sich sehr kompetent und zeitaufwändig um den Jahresabschluss und die Buchhaltung kümmert und gewissenhaft auch die kleinsten Beträge verbucht. Daneben oblag ihm auch die Erstellung der jährlich bei der EKD einzureichenden Haushaltspläne.

Nach Abschluss meiner Prüfung schlage ich der Gemeindeversammlung vor, den Vorstand, die Schatzmeisterin R. Bäumchen und den Schatzmeister R. Megaw zu entlasten.  

Rimbach, 10.2.2021  Heiner Diechtierow, Finanzbeirat

Die Mitglieder der KGV nahmen den Bericht des Schatzmeisters, sowie den Bericht des Schatzmeisters zur Kenntnis und erteilten mit 35 Stimmen ein Entlastung.

8. Entlastung des Vorstandes

Die Vorsitzende der Kirchenversammlung beantragte die Entlastung des Kirchengemeinderates.  Diese wurde einstimmig bei Enthaltung der Betroffenen angenommen.

9. Vorstellung des Haushaltsplanes 2020/21 und Aussprache

Der Schatzmeister Robert Megaw trug die Planungen für 2021/2022 vor.   Haushaltsplan Die Abrechnung 2020 wurde auf der Kirchenvorstandssitzung am 10.02.2021 beschlossen. Die vorgestellte Haushaltsplanung 2021/22 wurde auf Antrag der Vorsitzenden der Gemeindeversammlung einstimmig genehmigt. 

10. Wahl der Vorsitzenden der Kirchengemeindeversammlung
Laut Satzung mussten im Jahr 2021 alle Funktionsträger neu gewählt werden. Aus der Gemeindeversammlung wurde für die Wahl der Vorsitzenden der Kirchengemeindeversammlung ein Wahlteam gebildet, bestehend aus Pastor Lorenz und Annemarie Webster. Diese führte die Wahl der Vorsitzenden der Kirchengemeindeversammlung durch. Gewählt wurde Ilse Brenner mit 34 Stimmen. Einer Enthaltung und keine Gegenstimmen. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Catinka von Baselli mit 34 Stimmen, keiner Gegenstimme und einer Enthaltung gewählt. Zur Protokollantin wurde Monika Diete mit 34 Stimmen, bei einer Enthaltung und keiner Gegenstimmen gewählt. Für den Finanzbeirat wurde Heiner Diechtierow mit 35 Stimmen, bei keiner Gegenstimme und keiner Enthaltung gewählt. Zu seiner Stellvertreterin wurde Eva Falkenstein mit 35 Stimmen, bei keiner Gegenstimme und keiner Enthaltung gewählt. Die gewählten Personen nahmen die Wahl an.

11. Wahl der Mitglieder des Kirchengemeinderates
Nach ihrer Wahl übernahm die Vorsitzende der KGV wieder die Sitzungsleitung. Die Mitglieder des Kirchengemeinderates waren laut Satzung zu wählen. Zur Wahl stehen: Kate Eachus; Traute Finken; Hannah Walisch und Annemarie Webster. Die Kirchengemeindeversammlung wählt Kate Eachus mit 34 Stimmen bei einer Enthaltung und keiner Gegenstimme. Traute Finken wurde mit 34 Stimmen bei einer Enthaltung und keiner Gegenstimme gewählt, Hannah Walisch mit 33 Stimmen bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme gewählt Annemarie Webster mit 34 Stimmen bei einer Enthaltung und keiner Gegenstimme. Die gewählten Personen nahmen die Wahl an.
Die Mitglieder der Kirchengemeinderates werden im Gottesdienst am 22. April 2020 um 11.00 Uhr in ihr Amt und in die Gemeinde eingeführt. Die ausgeschiedenen Mitglieder Robert Megaw und Doris Wroblewski werden in diesem Gottesdienst verabschiedet

12. Gemeindetagung in Porto 1. Bis 3. Oktober 2021

Von Freitag bis Sonntag, 01 bis 03 Oktober 2021 findet in Porto die Gemeindetagung zum Thema 'PILGERN' statt. Es handelt sich um eine offene Veranstaltung der 4 Deutschen Ev. Gemeinden in Portugal. Ort: Gemeindezentrum Gaia/Porto. Die Teilnahme ist für jedermann & kostenlos! Als Referent ist Pastor Bernd Lohse vom Pilgerzentrum im Norden St. Jacobi Hamburg eigeladen. Das Team der Gemeinde bereitet ein buntes Programm vor - wer Interesse hat, kann sich ab sofort beim Pfarramt Carvoeiro oder direkt in Porto anmelden.

13. Verschiedenes  Es gab es keine Wortmeldung.

 Die Versammlung schloss um 13.30 Uhr.              Ilse Brenner Vorsitzende Monika Diete, Protokollführerin

Und fürsleibliche Wohl war auc gesorgt

## Sonntag Misericordias Domini ##

Albert Einstein (+ 18. April 1955)

Wer kennt diesen Namen nicht. Albert Einstein. Sein Todestag jährt sich am 18. April. 1905 schreibt er, als Angestellter im Berner Patentamt, einen Artikel „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“ und einen Nachtrag „Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig?“ Hier erscheint die Formel E = mc² erstmals. (Energie ist gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat, Äquivalenz von Masse und Energie). Beide Arbeiten werden heute als spezielle Relativitätstheorie bezeichnet. 1915 formulierte er seine allgemeine Relativitätstheorie. Seine Erkenntnisse stellen nicht nur die Physik auf eine neue Grundlage, sie haben weitreichende Folgen für unser praktisches Leben. Vieles, was wir heute schätzen, Fernseher, Handys, GPS, oder die Nutzung der Atomkraft. Er selbst hat einmal seine Relativitätstheorie nicht ohne Ironie so erklärt: „Wenn man zwei Stunden lang mit einem Mädchen zusammensitzt, meint man, es wäre eine Minute. Sitzt man jedoch eine Minute auf einem heißen Ofen, meint man, es wären zwei Stunden. Das ist Relativität.“ Tatsächlich ist sie ziemlich schwer begreifbar. Man denke nur an die Quantenphysik. Sie ist in weiten Teilen unanschaulich und liefert doch ein Modell, wie die kleinsten Teile unserer Materie miteinander interagieren. Zum Verhältnis von Wissenschaft und Religion war Einstein der Meinung: „Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind.“ Das passt gart nicht zu dem modernen Mythos, Glaube und Wissenschaft schlössen einander aus. Wissenschaft war lange Zeit Teil der Theologie. Die Klöster des Mittelalters vermittelten das Wissen der Zeit, Universitäten wurden mit dem Segen der Kirche gegründet. Sie haben damit Renaissance und Reformation befördert. 1543 entwirft der Domherr Nikolaus Kopernikus ein ganz neues Weltbild, Keppler Gesetze der Himmelsmechanik führten zu Issac Newton klassischer Mechanik, die dann Einstein revolutionierte. Newton war auch ein guter Theologe. Ebenso wie Darwin. 1873 sagte der englische Pastor John Michel die Existenz sogenannter ‚schwarzer Löcher‘ voraus. Und ausgerechnet der Priester Georges Lemaitre bewies mathematisch die Ausdehnung des Raumes. Eine Erkenntnis, die Einstein nicht gefiel. Denn sie bedeutete im Umkehrschluss, dass der Kosmos einstmals in einem einzigen Punkt zusammengepresst sein musste. Heute wissen wir es besser. Den Urknall hat es gegeben, der Raum dehnt sich aus. Ironie der Geschichte. War es im 16. Jahrhundert die Kirche, die die Beobachtungen Keppler und Galileos ablehnte, war es 1951 Papst Pius XII., der als einer der ersten die Ausdehnung des Kosmos anerkannte. Noch vor Einstein. Im März 2019 hat ein internationales Team von Wissenschaftlern zum ersten Mal das Bild eines ‚schwarzen Lochs‘ veröffentlicht. Man rufe sich in Erinnerung, dass bis weit in das 12. Jahrhundert hinein die chinesische Astronomie der westlichen weit voraus war. Sie sammelten unzählige, noch heute verwertbare Daten. Aber einen Kopernikus oder Keppler hat sie nicht hervorgebracht. Das, so vermutet man, habe auch mit dem Weltbild der damaligen chinesischen Wissenschaftler zu tun. Für sie war die Welt und der Kosmos ein komplexer Organismus, der Himmel voller Geister, alles war miteinander verwoben. Das monotheistische jüdisch-christliche Weltbild hat aber schon 700 Jahre vor Christus die Welt mit der Genesisgeschichte entzaubert. Sie beschreibt die Schöpfung ganz rational. Wunder bleiben in der Bibel ausdrücklich eine Ausnahme. Mond und Sterne sind einfach Lichter. Der Kosmos hat keinen eigenen, geisterhaften Willen, sondern geht auf Gott den Schöpfer zurück. Er ist der Ursprung aller Dinge, der immer war, immer ist und immer sein wird. Das ist eine Glaubensaussage, aber sie formuliert eine der wichtigsten Grundlagen der modernen Physik, nämlich die Verlässlichkeit der Prinzipien, die der Natur zugrunde liegen. Erst mit dieser (Glaubens-)Aussage macht Wissenschaft überhaupt erst Sinn. Prof. Dr. H. Falke, der maßgeblich an der Entstehung des ersten Bildes eines ‚schwarzen Lochs‘ beteiligt war, schreibt in seinem Buch ‚Licht im Dunkeln‘: „Künstlern gelingt es, das Abstrakte in Wörter und Bilder zu fassen und daraus Wirklichkeit zu schaffen – und Wirklichkeit wird durch die Kunst verändert und interpretiert. Insofern ist Wissenschaft auch ein Stück Kunst. Die Bilder der Wissenschaft sind nie die Wirklichkeit selbst, sie zeugen nur von ihr und schaffen durch ihre Geschichte eine neue abstrakte Wirklichkeit, stimulieren ganz andere Gedanken, Weltsichten und neue Fragen.“ (aa.O. 277) Er schließt sein Buch mit den Worten: „Wir Menschen sind nur Staubkörner… Sterne können wir nicht explodieren lassen, am Rad der Galaxien drehen wir nicht … Aber wir können das Weltall bewundern. Wir können in dieser Welt glauben, hoffen und lieben – das macht uns zu besonderem Sternenstaub.“

 

 

## Sonntag Quasimodogeniti ##

Der 12. April ist Gedenktag von Petrus Valdes, wie er seit 1350 genannt wurde. Sein Vorname ist nicht bekannt. Geboren um 1140, gestorben ist zwischen 1205 und 1218. Valdes war ein wohlhabender Bürger in Lyon. Im Jahre 1173 ließ er die lateinsiche Bibel in den provenzialischen Dialekt übersetzen, damit auch einfachen Menschen die Bibel lesen konnten. Wohl aufgrund eines Bekehrungserlebnisses während einer Hungersnot (1167/7) gab er seinen Besitz den Armen, trennte sich von seiner Frau und gab seine Töchter in ein Kloster. Er begann öffentlich zu predigen. Die Gedanken der Bergpredigt waren dabei leitend. Er organisierte Armenspeisungen in Lyon. Viele folgten seinem Beispiel, wollten in freiwilliger Arbeit fromm leben. Immer mehr Menschen zogen predigend und von Almosen lebend durch das Erzbistum Lyon. Man nannte sie die „Armen von Lyon“. Da er an einem Konflikt mit der Amtskirche nicht interessiert war, erwirkte er von Papst Alexander III. eine Predigterlaubnis, die jedoch vom jeweiligen Ortsbischof bestätig werden sollte. Unter dem Lyoner Erzbischof Guichard († 1181) gab es keine Probleme. Doch mit dem Nachfolger Jean Bellesmains kam es zum Konflikt. Es gab wohl eine Beschwerde, dass bei ihnen auch Frauen predigen würden. Valdes bestand auf seiner päpstlichen Erlaubnis. Dabei soll dem Bischof mit dem Bibelzitat geantwortet haben: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5,29). Valdes und seine Gemeinde wurden exkommuniziert und als Ketzer verurteilt (1184). Sie mussten Lyon verlassen. Als Wanderprediger gingen sie ihrer Mission im Untergrund nach. Die Waldenserbewegung bereitet sich im Laufe des 13. Jahrhunderts in ganz Europa aus. Ihre Botschaft: Halte dich an die Bergpredigt! Schon 1218 sind die Ablehnung des Fegefeuers, der Heiligenverehrung, der Kirchensatzungen sowie der weltlichen Strafgerichtsbarkeit der Kirche und der Eidesleistung dokumentiert. Die Kirche antwortete darauf mit der Inquisition. Sie verfolgte die Waldenser und rottete sie beinahe vollständig aus. Nur in wenigen Gebieten überlebten die Waldenser die Verfolgungen. Ihr wichtigstes Zentrum waren schwer zugängliche Bergtäler in den Cottischen Alpen, dem Grenzgebiet zwischen Frankreich und dem Herzogtum Savoyen-Piemont. In diesem Grenzgebiet fanden die Wanderprediger einen sicheren Rückzugsraum. Von hier aus zogen waldensische Siedler nach Südfrankreich und nach Kalabrien. Dort wurden sie jedoch verfolgt und komplett ausgerottet, 1545 im Massaker von Louberon und 1561 in Kalabrien.  1532 schlossen sich die Waldensergemeinden der Reformation an, besonders der Genfer Reformation unter Calvin. Im 17. Jahrhundert kam es unter Ludwig dem XIV. zu einer weiteren Vertreibung, die Waldenser auch nach Deutschland führte, nach Württemberg und Hessen. Gemeinden wir Gottestreu und Gewissensruh an der Weser sind ursprünglich waldensische Siedlungen. Ortsnamen wie Pinache, Serres, Perouse, Groß- und Kleinvillars in Württemberg zeugen von waldensischer Herkunft. Die calvinistisch-reformierten Waldensergemeinden in Württemberg wurden 1823 in die lutherische Landeskirche integriert. Aber sie mussten ihre Gottesdienste nun in der deutschen Sprache halten. Ihr eigentlicher Dialekt, Alpenprovenzalisch, verschwand gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die deutschen Waldenser verloren damit ihre ursprüngliche Identität. Einige Waldenser versuchten jedoch, die Erinnerung an ihre Herkunft und Vergangenheit zu bewahren. Dabei wurden sie von den deutschen lutherischen Pfarrern in den Waldensergemeinden unterstützt. Das führte 1936 zur Gründung der Deutschen Waldenservereinigung. Ihr Sitz ist im ehemaligen Pfarrhaus von Henri Arnaud in Schönenberg. (Württemberg) Ich selbst hatte die Gelegenheit während meines Vikariats mit einer Gruppe von Jugendlichen die Waldensergemeinden in Sizilien zu besuchen. Dort leisten sie in von der Mafia kontrollierten Gebieten wichtige Sozialarbeit.

 

## Ostern 2021 ##

Johannes von Antiochien (349 -407), Chrysotomus (Goldmund) genannt war Asket, Bischof von Konstantinopel. Ein streitbarer Kirchenmann, der Kirche einen radikalen Sparkurs verordnete, wichtige soziale Werke ins Werk setzte. Am Ende geriet er mit der Kaiserin in Streit. Er starb auf dem Weg in die Verbannung. Seine einladende Osterpredigt ist bekannt:

Wenn jemand fromm und gottliebend ist, komme und erquicke er sich an dieser schönen und glänzenden Feier.

Wenn jemand ein wohlgesinnter Anhänger ist, gehe er fröhlich ein in die Freude seines Herrn.
Wenn jemand sich beim Fasten abgemüht hat, empfange er jetzt nach seinem Verdienst.
Wenn jemand von der ersten Stunde an gearbeitet hat, empfange er heute seinen gerechten Lohn.
Wenn jemand nach der dritten Stunde gekommen ist, feiere er dankend.
Wenn jemand zur sechsten Stunde angelangt ist, so zweifle er nicht, denn er wird nichts missen.
Wenn jemand bis in die neunte Stunde säumte, trete er unverzagt hinzu, ohne sich zu fürchten.
Wenn jemand erst zur elften Stunde eingelangt ist, fürchte er sich nicht ob seiner Saumseligkeit.

 

Denn der Gebieter ist freigebig und nimmt den Letzten auf wie den Ersten. Er erquickt den, der um die elfte Stunde gekommen ist, ebenso wie den, der von der ersten Tagesstunde an gearbeitet hat.
Zum Späterkommenden ist Er gnädig und freundlich zu dem Ersten. Jenem schenkt Er und diesen belohnt Er.
Die Werke nimmt Er an und die Absicht lobt Er. Die Tat ehrt Er und der Entschluss ist Ihm willkommen.

Gehet also in die Freude unseres Herrn ein, ihr Alle. Die Ersten und die Letzten: empfanget den Lohn.
Die Reichen und die Armen, freuet euch miteinander. Ausdauernde und Nachlässige, ehret den Tag.
Die ihr gefastet und die ihr nicht gefastet habt; freuet euch heute.
Der Tisch ist beladen, genießet alle. Das Kalb ist gemästet, niemand gehe hungrig hinaus. Alle geniesset vom Gastmahl des Glaubens. Alle geniesset vom Reichtum der Güte.

Niemand beklage Armut, denn erschienen ist das gemeinsame Reich. Niemand betrauere die Übertretungen, denn die Vergebung ist aus dem Grabe aufgestrahlt. Niemand fürchte den Tod, denn des Erlösers Tod hat uns befreit.
Vernichtet hat den Tod, Der von ihm umfangen ward. Die Beute hat ER dem Hades abgenommen, der zu ihm herabkam.
Er ließ Bitterkeit erfahren ihn, der gekostet hat von Seinem Fleische.
Diese vorausschauend rief Jesaja aus:
"Der Hades, ´spricht er,´ war voll Bitterkeit, als er Dir unten begegnete´."
Er war voll Bitterkeit, denn er war verhöhnt; er ward voll Bitterkeit, denn er ward hinweggerafft; er war voll Bitterkeit, denn er wurde gefesselt. Er nahm den Leib und geriet an Gott.
Er nahm die Erde und traf auf den Himmel. Er nahm, was er sah, und fiel durch das, was er nicht sah.
Tod, wo ist dein Stachel?
Hades, wo ist dein Sieg?
Auferstanden ist Christus und du bist gestürzt.
Auferstanden ist Christus und gefallen sind die Dämonen.
Auferstanden ist Christus und die Engel freuen sich.
Auferstanden ist Christus und das Leben triumphiert.
Auferstanden ist Christus und kein Toter im Grabe.

Denn Christus ist von den Toten auferstanden, der Erstling der Entschlafenen geworden.
Ihm sei die Ehre und die Macht in alle Ewigkeit. Amen.

Eine schöne, einladende Auslegung zur Auferstehung Jesu Christi. Sie hat allerdings einen Haken. Johannes von Antiochien war Vertreter eines aggressiven Antijudaismus. Weil Juden Jesus getötet hätten, gäbe es keine Entschuldigung und Verzeihung. Christen verbot er, den Sabbat zu feiern, sich überhaupt in der jüdischen Gemeinde aufzuhalten. Aus heutiger Sicht sollte gelten: Die Botschaft der Auferstehung Jesu Christi Menschen, seine großzügige Einladung gilt allen Menschen, - oder sie gilt gar nicht.

 

## Karfreitag ##

Karfreitag – Tag der Kreuzigung Jesu in Jerusalem. Für die Jünger:innen brach eine Welt zusammen. Wie sollten sie seinen Tod verstehen? Eine Frage die bis heute nicht beantwortet ist. Wenn man sie sich denn heute noch stellen will. Friedrich Nietzsche, der Pfarrerssohn aus Röcken in Sachsen, hat sich damit auseinandergesetzt. „Mit dem Christentum werde ich nicht fertig“ – schrieb er in seinem Nachlass. Kritisch hat er die Glaubensvorstellungen und die damals real existierende Kirche in Frage gestellt. In seinen ‚Fröhlichen Wissenschaften‘ schreibt er: „Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder? Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unseren Messern verblutet.“ Der Satz ist zur Parole geworden. Dabei stammt der Gedanke gar nicht von Nitzsche. Im Kirchenlied (EG 80) heißt es in der Originalfassung: „O große Not! Gott selbst ist tot, Am Kreuz ist er gestorben, Hat dadurch das Himmelreich. Uns aus Lieb' erworben. (V2) O Menschenkind, Nur deine Sünd' Hat dieses angerichtet, Da du durch die Missetat Warest ganz vernichtet.“ (V3) 1641 von Johann Rist geschrieben. Die mörderischen Erfahrungen des 30jährigen Krieges finden sich in seinem Lied wieder. Rist versucht mit poetischen Mitteln der Braut- und Blutmystik die harten Herzen der Menschen seiner Zeit zu erweichen. Nachfolgenden Generationen war das peinlich. Besonders die Zeile „O große Noth! Gott selbst ligt todt“. Das scharfe Fallbeil der Theologie fiel hernieder und dichtete im 19. Jahrhundert um: „O große Not, Gotts Sohn liegt tot“. So singen wir es noch heute. Theologen können offenbar das Fremde, Verstörende dieses Ereignisses schlecht ertragen. Dabei hatte doch Hegel noch in seinen Vorlesungen über die Philosophie der Religion (III,247) ihnen ins Gewissen geschrieben. Genau den Originalvers zitierend. Angesichts des Kreuzes gelte es zu begreifen, dass „das Menschliche, Endliche, Gebrechliche, die Schwäche, das Negative göttliches Moment sind, dass es in Gott selbst ist, dass die Endlichkeit, das Negative, das Anderssein nicht außer Gott und als Anderssein die Einheit mit Gott nicht hindert ..., [dass] es Moment der göttlichen Natur selbst [ist]“. Hegel schreibt, Gott selbst sterbe in seinem Sohn am Kreuz. Er riskiere die Einsamkeit und Verlassenheit. Als Gott Vater aber lasse er in Liebe den endgültigen Tod seines Sohnes nicht zu und erwecke ihn als ‚Heiligen Geist‘ von den Toten. Der Versuch einer Antwort. Die Frage bleibt An uns gerichtet: Wie begreifen wir diesen gebrechlichen Menschen Jesus, seine Schwäche, sein Anderssein und die scheinbare Verneinung Gottes, wenn er am Kreuz stirbt?

## Gründonnerstag ##

Am Donnerstag feiern wir als den Tag der Einsetzung des Heiligen Abendmahls. Jesus reicht seinen Jüngern Brot und Wein und sagt: „Das ist mein Leib.“ „Das ist mein Blut.“ Im Neuen Testament finden wir zwei leicht unterschiedliche Versionen dieses letzten Mahls. Eine Version von Markus (14,12ff) und Lukas (22,7ff), eine weitere von Matthäus (26,17ff) und Paulus (1.Kor. 11,17ff). Jesus hat oft mit seinen Jünger:innen gegessen. So kann es auch ein letztes Mahl gegeben haben, bei dem diese bekannten Worten gefallen sein dürften. Es gibt wohl wenige Geschichten, über die mehr gestritten wurde, als über diese Abendmahlsworte. Bis heute trennt der Streit Katholiken und Protestanten. Ende der Trennung, der St. Nimmerleinstag, wenn man dem Münchner Kardinal Marx Glauben schenken darf. Das Symbol der Einheit als Manifestation der Trennung. Aber was bedeuten die Worte Jesu? Das ist offen. Einfach die Wortbedeutung zu betrachten, hilft nicht weiter, weil die Versionen im NT selbst schon ihre Interpretation der Worte Jesu und ihres Kontextes wiedergeben. Sie werden in den Kontext des Passamahls gestellt, der Erinnerung des Auszugs der Israeliten aus Ägypten. Aber war es ‚wirklich‘ so gemeint? Wir wissen nicht mal genau, wie Juden zur Zeit Jesu das Pessah gefeiert haben. Im Laufe der Geschichte der Christenheit gibt es viele Deutungsversuche: als Opferhandlung mit Realpräsenz in Brot und Wein (katholisch), als Bekenntnis nach dem Muster des Rütlischwurs (Zwingli, calvinistische Tradition) oder als Kommunikation Gottes mit dem die Vergebung empfangenden Menschen (Luther). Alle haben ihre Berechtigung. Ein Spiegelbild, wie der jeweilig Deutende über Gott denkt, Jesu Sendung, was die Kirche ausmacht, die Priester, die Laien. Das Wandgemälde von Leonardo da Vinci (1497 fertiggestellt) ist die bekannteste Darstellung des letzten Mahls. Es hält die Situation fest, als Jesus seine Jünger mit dem Verrat konfrontiert: „Einer von euch wird mich verraten.“ Alle fragen sich: „Bin ich’s?“ 11 sind erleichtert, als Judas sich als der Verräter outet. Die Sache scheint ausgestanden. Mitnichten, der Verrat geht weiter. Petrus lügt wie gedruckt, als er von der Polizei gefragt wird: „Kennen Sie diesen Mann? – Nee, nie gesehen! Wer soll das sein?“ Andere packen panikartig ihre paar Sachen und verlassen Jerusalem. Versuchen in Judäa unterzutauchen. Mitgefangen, mitgehangen, - denken sie. Rette sich, wer kann! Da Vinci stellt uns als Verräter dar. Den, der uns das Brot des Lebens, ja das ‚pharmakon athanasias‘ (Mittel der Unsterblichkeit), sein ewiges, über unsere Existenz hinausweisendes Wort gibt, lassen wir über die Klinge springen, aus Angst, Gier, Panik. Oder was auch immer wir als unsere Gründe angeben. Karfreitag und Ostern werden zeigen, dass Gott selbst in Verrat, Verleugnen und feigem Abhauen zu uns hält. „Du gehörst zu mir, denn ich habe dich unendlich liebgewonnen.“ (Jesaja 43) Der Rückgriff auf die Geschichte macht deutlich, dass wir gefragt sind, was die Worte ‚Das ist mein Leib‘ ‚Das ist mein Blut‘ für uns bedeuten, wenn wir zu Abendmahl gehen. Unser Lebens- und Erfahrungshorizont, unser Gottesverständnis, unser Verhältnis zu anderen, unser Glaube wird uns eine Antwort finden lassen. Sie wird eine mögliche und berechtigte Antwort auf eine offene Frage sein. Wie auch immer sie ausfallen wird. Unsere Antworten trennen uns nicht, sondern verweisen auf den, der uns Brot und Wein reicht. Helfen uns zu der Gewissheit: Gott hält an uns fest.

##Mariä Verkündigung ##

 

Am 25. März, neun Monate vor Weihnachten, feiern die Kirchen den Tag Mariä Verkündigung. Lukas (1,26-38) berichtet, wie der Engel Gabriel Maria die Geburt eines Kindes ankündigt. Auf die Frage, wie das vor sich gehen solle, antwortet er: „Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten.“ Diese Stelle ist Grundlage für das Ave Maria: „Gegrüßet seist Du Maria“. Selbst der Koran erwähnt die Verkündigung Mariens. Dieses Fest erscheint relativ spät im christlichen Kalender, nämlich erst, nachdem sich der 25. Dezember als Geburtstag Jesu durchgesetzt hatte, etablierte die Kirche den 25. März als Tag der Verkündigung der Geburt Jesu. Dieser Prozess war im 7. Jahrhundert abgeschlossen. Sinnigerweise liegt der Termin auf dem Tag des antiken, römischen Weltfrauentages. Interessant ist, dass die christliche Lehre fünf Stadien als Reaktion auf die Verkündigung kennt: auf die Conturbatio folgen Cogitatio, Interrogatio, Humilitatio und Meritatio, also Verwirrung, Nachdenken, Nachfragen, Unterwerfung und Wertschätzung. Das entspricht ziemlich genau dem, was Elisabeth Kübler-Ross für die Abfolge der Trauerphasen beschreibt: Leugnen, Wut, Feilschen und Verhandeln, Depression und Annahme. וְאֵין כָּל חָדָשׁ תַּחַת הַשָּׁמֶשׁ – v’ein cal chadash tachat ha shämäsh – Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Ich denke, es ist überhaupt ein Grundmodell psychischer Verarbeitungsweise von innerseelischen Konflikten und Herausforderungen. Die Verkündigung der Mariä ist immer wieder musikalisch bearbeitet worden. Bach schreibt zwei Kantaten „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ und „Himmelkönig sei willkommen“. Das „Ave Maria“ ist von vielen Komponisten vertont worden. Charles Gounod und Schubert sind hier stellvertretend zu nennen. Selbst Karl May soll ein Ave Maria geschrieben und vertont haben. Ebenso in der Malerei. Jede Epoche malt ihre Deutung. Das Gemälde stammt von Gaudenzio Ferrari (1512). Er hat es als Liebesszene gemalt. Der Engel überreicht die Blume seiner Angebeteten. Maria neigt ihr Gesicht dem Ankömmling zu, keine Spur von Fremdheit. Und natürlich gibt es auch eine Bauernregel: „Mariä Verkündigung kommen die Schwalben wiederum." Denn früher war der 25. März der Beginn des Frühjahres.

## Johann Salaomon Semmler ##

Am 15. März 1791 stirbt in Halle der evangelische Theologe Johann Salomon Semmler. Muss man/frau ihn kennen? Nein. Und doch ist das, was wir Heutigen unter wissenschaftlicher Theologie und Religion verstehen ohne ihn nicht vorstellbar. Geboren wurde er am 18. Dezember 1725 in Saalfeld. Sein Vater war Pfarrer und Superintendent, die Familie vom Pietismus geprägt. Der Pietismus will der vermeintlich mangelhaften Frömmigkeit durch strenge christliche Lebensführung und Ernsthaftigkeit eines persönlichen Glaubens entgegenwirken. Ab 1743 studiert Semmler er an der Universität Halle. Halle war Hochburg pietistischer Theologie. Nach Beendigung des Studiums 1750 geht er als Lehrer für arabische Sprache an das Gymnasium in Coburg. 1752 wird er mit Hilfe seines Lehrers Sigmund Jacob Baumgarten Professor für Theologie in Halle. Semler setzt sich kritisch mit dem Pietismus auseinander, am Ende distanziert er sich davon. Seine von der Aufklärung geprägte Theologie beendet den Einfluss des Pietismus auf die Universität. Für die heutige Theologie und Religionsgeschichte ist er interessant, weil er wissenschaftliche Methoden in die universitäre Ausbildung einführt. Standartwerk für lange Zeit wird seine vierbändige „Abhandlung von freier Untersuchung des Canons“. Semlers Forschungen zeigen, dass biblischen Texte, also die Überlieferung der göttlichen Offenbarung, eine Sammlung unterschiedlichster Schriften und Autoren aus verschiedenen Zeiten handele. Er konzentrierte die exegetische (die Auslegung eines Textes) Arbeit auf ‚Textkritik‘ und legt den Grundstein für die moderne historisch-kritische Exegese. Bis heute wissenschaftlicher Strandart. Der Text wird befragt: wann ist er entstanden? Hat er eine Vorgeschichte oder Vorläufer? Aus welchem Anlass ist er entstanden? Wer ist der Adressat? Welche Frage will ein Text beantworten? Wie ist seine Traditions- und Überlieferungsgeschichte? Und viele mehr. Semmlers Forschungen entziehen der von der lutherischen Orthodoxie, aber nicht nur von ihr, vertretenen Auffassung von der Verbalinspiration der Schrift den Boden. Der Meinung, die Texte der Bibel seien dem Schreiber vom Heiligen Geist direkt in die Feder diktiert worden. Ganz verschwunden ist diese Ansicht bis heute nicht. In pietistischen Kreisen und in fundamentalistischen Strömungen gilt sie bis heute. Ebenfalls in der Debatte, wie man den Koran zu lesen hat. Mit Semmlers Forschungen entsteht freilich ein neues Problem. Semmler und andere Aufklärungstheologen trennen nun zwischen einer wissenschaftlichen Theologie, der christlichen Religion bzw. der Privatreligion. Die Theologie habe sich mit den Texten der Bibel (und anderen Religionen) und der Dogmengeschichte nach wissenschaftlichen, rational nachvollziehbaren Methoden der Auslegung (Hermeneutik) auseinanderzusetzen. Sie wird an Universitäten gelehrt. Gelebte Religion, privater Glaube bildet sich in selbständiger, individueller Auseinandersetzung mit den Texten, sei erfahrungsgeleitet und verfolge andere (existentielle) Fragestellungen. Der eigene Glaube sei innerliche Religion des mündigen Individuums, die keiner Konfession bedarf. Semmler setzte sich für Gewissensfreiheit und Toleranz nicht nur in Fragen der Religion ein. Wenn wir in unseren heutigen Gesellschaften sagen, Religion sei eine Privatsache, dann zitieren wir damit die Aufklärung. Und tun gut daran. Damit ist aber die Frage, welche Rolle Religion in unserem gesellschaftlichen und politischen Denken und Handeln spielt, bzw. wo ihr Grenzen zu ziehen sind, nicht beantwortet. Sie muss immer wieder neu verhandelt werden. Für die Ausbildung unseres privaten Glaubens ist es fruchtbar, wenn wir die wissenschaftliche theologische Forschung zur Kenntnis nehmen und sich von ihr befragen lassen. Das Umgekehrte gilt ebenfalls. Wissenschaftliche Theologie muss mit unserem Erfahrungshorizont konfrontiert werden. „Sapere aude.“ Wage es, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.

## Woche der Brüderlichkeit 7. März 2021 ##

 

Jedes Jahr im März wird die „Woche der Brüderlichkeit“ mit einem Festakt eröffnet. In vielen lokalen Veranstaltungen in den folgenden Monaten geht es um die Verständigung zwischen Christen und Juden, den Kampf gegen Antisemitismus und Diskriminierung, sowie das friedliche Zusammenleben der Religionen. Schirmherr der „Woche der Brüderlichkeit“ ist der Bundespräsident. In der Eröffnungsfeier wird seit 1968 die Buber-Rosenzweig-Medaille durch den Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit verliehen. Die Medaille wird in Erinnerung an die jüdischen Philosophen Martin Buber und Franz Rosenzweig verliehen. Nach dem Zweiten Weltkriegs wurde die Initiative zur Gründung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Deutschland angeregt. Solche Gesellschaften gab es schon in den USA, Großbritannien, Frankreich und der Schweiz. Beim Aufbau der ersten Gesellschaften waren Angehörige der amerikanischen Besatzungsmacht im Rahmen ihres Erziehungsprogramms der Deutschen zur Demokratie beteiligt. In München, Wiesbaden, Frankfurt/M., Stuttgart und Berlin wurden 1948/49 die ersten Einzelgesellschaften gegründet. Der Deutschen Koordinierungsrat mit Sitz in Bad Nauheim koordiniert die mehr al 80 lokalen Einzelgesellschaften mit über 20.000 Mitgliedern. An vielen Orten in der Bundesrepublik entstanden weitere Gesellschaften, nach 1989 auch in den neuen Bundesländern. Der Schwerpunkt der Aktivitäten hat sich mehrfach verlagert. So standen am Anfang erzieherische, dann theologische oder politische Fragen im Vordergrund. Mit Erfolg traten die Gesellschaften für eine Revision des christlichen Religionsunterrichts, die Überwindung von Antijudaismus in Theologie und Kirche, die Anerkennung Israels, die Aussetzung der Verjährung von NS-Verbrechen und immer wieder für eine angemessene „Wiedergutmachung” an den Überlebenden des Holocaust ein. Die Buber-Rosenzweig-Medaille 2021 erhält der Regisseur Christian Stückl. Er hat sich als Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele seit 1990 mit dem Vorwurf des christlichen Antijudaismus auseinandergesetzt und die Passionsspiele reformiert. Stückl beschäftigte sich darüber hinaus in vielen seiner Inszenierungen mit dem Verhältnis der Religionen zueinander, er bezieht Stellung gegen Antisemitismus und Rassismus und steht ein für eine offene und plurale Gesellschaft. Das Leitthema der „Woche der Brüderlichkeit“ 2021 reflektiert lautet: „… zu Eurem Gedächtnis: Visual History“ und soll die Bedeutung visueller Medien für die Erinnerung- und Gedenkkultur betonen. Die Laudatio auf den Preisträger hält Kardinal Reinhard Marx. Die Veranstaltung findet am 7. März in Stuttgart statt. Sie wird im Sender ARD-Alpha ab 11.35 Uhr live übertragen. (flyer)

 

## Weltgebetstag 7. März 2021 ##

Kennen Sie den Inselstaat Vanuatu im Pazifik? Er besteht aus 83 Inseln, meist vulkanischen Ursprungs. Am 3. Mai 1606 erreichte der Portugiese Pedro Fernandes de Quiros die Inselgruppe und nannte die entdeckte Insel Espirito Santo. Bis 1980 stand die Inselgruppe unter französischer und britischer Verwaltung.

Die Texte des Weltgebetstages 2021 wurden von Frauen aus Vanuatu verfasst. Felsenfester Grund für alles Handeln sollten Jesu Worte sein. „Worauf bauen wir?“, ist ihr Motto (Matthäus 7, 24- 27). Denn nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle bei Matthäus. Dabei gilt es Hören und Handeln in Einklang zu bringen: „Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein festes Fundament – wie der kluge Mensch im biblischen Text. Unser Handeln ist entscheidend“, sagen die Frauen in ihrem Gottesdienst. Eine Haltung, die in Vanuatu wegen des Klimawandels verfolgt wird. Denn die 83 Inseln im pazifischen Ozean sind vom Klimawandel betroffen, wie kein anderes Land, und das, obwohl es keine Industrienation ist und auch sonst kaum CO2 ausstößt. Die Menschen dort sind Opfer unserer Lebenshaltung. Die steigenden Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen. Durch deren Absterben treffen die Wellen mit Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Stei­gende Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr wachsen wie früher. Nicht nur der Meeresspiegel steigt, sondern auch die tropischen Wirbel­stürme werden stärker. 2015 zerstörte der Zyklon Pam einen Großteil der Inseln, 24 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Sturm. Seit 2019 gilt in Vanuatu ein striktes Plastikverbot. Die Nutzung von Plastiktüten, Trinkhalmen und Styropor ist verboten. Wer dagegen verstößt muss mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen. Nicht alles in dem Land ist so vorbildlich. So sitzt im Parlament keine einzige Frau, obwohl sich 15 im Jahr 2020 zur Wahl stellten. Männer- und Frauenrollen sind klar definiert. Frauen sollen sich um das Essen, die Kinder und die Pflege der Alten kümmern. Auf sogenannten Mammas-Märkten ver­kaufen viele Frauen das, was sie erwirtschaften können: Gemüse, Obst, gekochtes Essen und einfache Näharbeiten. So tragen sie einen Großteil zum Familieneinkommen bei. Aber Entscheidungen treffen die Männer, denen sich Frauen traditionell unterordnen müssen. Die Zahl der Gewalt gegenüber Frauen ist sehr hoch. Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen auch auf Vanuatu. Dort lernen sie sich eine Stimme zu verschaffen, damit ihre Sichtweisen und Probleme wahrgenommen werden. Auch hier in Deutschland will der Weltgebetstag 2021 für das Klima und die Rechte der Frauen tätig werden. Deutschland werden rund um den 5. März 2021 hunderttausende Menschen die online an Gottesdienste und anderen Veranstaltungen teilnehmen. Mehr Informationen: www.weltgebetstag.de

## Michael Prätorius##

Am 15. Februar 1571 wurde Michael Prätorius unter seinem eigentlichen Namen Schultheis in Creuzburg bei Eisenach geboren. Sein Vater war daselbst Pfarrer, er war der letzte von sechs Kindern. Auch Prätorius sollte Pfarrer werden. Mit 14 begann er in Frankfurt mit dem Studium der Theologie. Dort lebten zwei seiner Brüder. Offenbar bricht er das Studium nach dem Tod der Brüder ab, hat eine Stelle als Organist. Dann verliert sich seine Spur für 6 Jahre.
1594 wird er von Herzog Julius, Herzog von Braunschweig-Lüneburg und Bischof von Halberstadt als Musiker angestellt. Er bleibt bis zu seinem Tod am 15. Februar 1621 in welfischen Diensten. Damals wurden Hofbeamte in verschiedenen Funktionen eingesetzt. So war er auch Privatsekretär der Herzogin und immer wieder in diplomatischen Missionen unterwegs. Ab 1604 war er Hofkapellmeister am Hof in Wolfenbüttel. Als solcher war er verantwortlich für das musikalische Leben eines fürstlichen Hofes. So komponierte er die Musik für die Hundertjahrfeier der Reformation, die unter der Leitung von Heinrich Schütz in Dresden aufgeführt wurde. Neben der weltlichen Musik für den Fürsten, schrieb er auch zahlreiche Musik für Kirchenlieder. Im heutigen Gesangbuch sind noch allein 8 Lieder, die von ihm komponiert wurden. Zu den bekanntesten zählen die Weihnachtslieder „Es ist ein Ros entsprungen“ (EG30) und „Quem pastores laudavere“ (EG 29): Aber auch andere Lieder wie „Mein erst Gefühl sei Preis und Dank“ (EG 451) oder „Mein Seel o Herr muß loben dich“ (EG 308). Prätorius war kein armer Mann, er hatte mehrere Pfründe als Abt des Kloster Ringelheim oder Koventual des Klosters Amelungsborn. So hinterließ er eine Stiftung zur Unterstützung junger Theologen. Begraben wurde Michael Prätorius in der Kirche „Beatae Mariae Virginis“ in Wolfenbüttel. Diese Kirche war der erste protestantische Großkirchenbau nach der Reformation und lange Grablege der welfischen Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Sie wurde erst 3 Jahre nach dem Tod von Michael Prätorius fertiggestellt. Die ursprüngliche Orgel wurde von Prätoius geplant.
Im Gottesdienst am Sonntag „Esto mihi“ werden wir ausschließlich Musik und Lieder von Michael Prätoriushören und singen.  

 

## Friedrich Schleiermacher ##

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Am 17. Februar 1834 stirbt der Theologe Friedrich Schleiermacher in Berlin. Für die protestantische Theologie ist er eine Art ‚Kirchenvater‘ des 19. Jahrhunderts. Aber er ist nicht nur Theologe. Er ist Altphilologe, übersetzt Platon, schreibt Grundlegendes über die Hermeneutik, die Lehre des Verstehens von Texten: „Das Missverstehen ist die Regel, das Verstehen, die glückliche Ausnahme.“ Er ist Mitgründer der Berliner Humboldtuniversität und begleitet die preußische Schulreform, als Kirchenreformer arbeitet er an der preußischen Union, der Vereinigung der reformierten und lutherischen Kirchen. Im „Agendenstreit“ steht er gegen den Anspruch des preußischen Königs. sich in innerkirchliche Angelegenheiten einzumischen. Worauf er auch geheimdienstlich beobachtet wurde. Geboren ist Schleiermacher als Sohn eines preußischen Feldpredigers am 21. November 1768 in Breslau. Nach dem Willen des Vaters sollen er und seine Geschwister in die Erziehung der Herrenhuter Gemeinde in Niesky gegeben werden. Später besucht er das Seminarium in Barby. Doch kommt er mit der strengen pietistischen Frömmigkeit, also der Konzentration auf Innerlichkeit, in Konflikt, als ihm verboten wird, die Schriften Kant‘s zu lesen. Darauf verlässt er gegen den Willen des Vaters die Schule. In seinem Brief an den Vater äußert er Zweifel an der kirchlichen Lehre von der Gottheit Christi und seines stellvertretenden Leidens. In Halle, einem Zentrum der Aufklärung, beginnt er Theologie zu studieren. Hier wird er Professor und wechselt nach Auflösung der Universität durch Napoleon nach Berlin. Dort ist er bis zu seinem Tod Pastor der Dreifaltigkeitskirche und, nach Gründung der Humboldt Universität Professor für Theologie. Er verkehrte im Salon von Henriette Herz (1764–1847), mit der ihn eine enge Freundschaft verband. Henriette Herz, geborene Lemos, entstammte einer aus Portugal stammenden jüdischen Familie. In ihrem Salon kam Schleiermacher mit den Brüdern Humboldt, Tieck, Jean Paul und August Ferdinand Bernhardi zusammen. Er war befreundet mit August Wilhelm und Friedrich Schlegel, mit dem er 1797/98 sich sogar eine Wohnung teilte. Schleiermachers Zeit war geprägt von Umbrüchen und Neuorientierungen. Die Aufklärung hatte die Plausibilität der lutherischen Orthodoxie hinweggefegt. Der Pietismus hatte keine Antworten auf die gesellschaftlichen Herausforderungen. Das Zusammengehen von Thron und Altar wird durch die französische Revolution in Frage gestellt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts, Anfang des 19.Jahrhunderts lehnen immer mehr Bildungsbürger die überlieferten kirchlichen Gottesvorstellungen ab. Menschen bedienen sich ihres Verstandes und nehmen auch ihren Glauben selbst in die Hand. Die Kirche soll ihnen nichts mehr diktieren. Aber, nur vernünftig zu denken, ist dürr und bringt, was Lebendig ist, nicht in Gang. Und, Menschen, die nur moralisch und ethisch daherkommen, sind auf Dauer unerträglich. Das ist der Ausgangspunkt des theologischen Denkens Schleiermachers. Nach seinem Verständnis ist Religion „Sinn und Geschmack für das Unendliche“, ist weder ein Wissen noch ein Tun. Keine objektiven kirchlichen Lehrsätze, sondern moderne Erfahrungstheologie. Gefühl als das Organ, mit dem das Göttliche begriffen wird. Das Göttliche. Nicht Gott. Wer ein Gefühl für den Kosmos hat und für das Lebendige, das überall wirkt, der ist beteiligt an der Lebendigkeit des Kosmos und beteiligt an der Lebendigkeit und Ursprünglichkeit des Göttlichen. Das nennt er Frömmigkeit. Das Bewusstsein, das Gefühl der „schlechthinnigen Abhängigkeit“. Seine Gedanken sprechen viele Menschen an. Glauben ist Unterwegssein mit Geschichten, mit der eigenen Seele, mit eigenen Gefühlen. Ist individuelle Geschichte und Traditionsgeschichte, die sich begegnen. Wenn meine Seele unterwegs auf ihrem Lebensweg und eine biblische Geschichte liest, dann vermengen sie die beiden Sie regen sich gegenseitig an.

## Mariä Lichmess ##

 

Am 2. Februar begehen die Kirchen Mariä Lichtmess, so sein volkstümlicher Name. Eigentlich ist es das Fest der Darstellung des Herrn, praesentatio Jesu in templo, griechisch ὑπαπαντὴ τοῦ Κυρίου. Dahinter steht die alttestamentliche Vorstellung, dass eine Mutter vierzig Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein galt. Bei Töchtern sogar 80 Tage. Zur Reinigung musste die Frau ein Reinigungsopfer bringen. In der Regel ein oder zwei Tauben. Der erstgeborene Sohn galt zudem als Eigentum Gottes und musste von den Eltern ausgelöst werden. Früher war für diesen Tag deshalb auch die Bezeichnung Mariä Purificatio (Reinigung) gebräuchlich. Mit dem 2. Februar sind es vierzig Tage nach Weihnachten. 40 Tage beträgt der Zeitraum für kirchliche Festzeiten. Mit dem 2. Februar findet der Weihnachtsfestkreis seinen Abschluss: Weihnachtsbaum und Krippen wurden abgebaut bzw. eingepackt. Das Lukasevangelium (2,21-40) erzählt, wie Maria und Josef mit Jesus in den Tempel gehen. Sie begegnen dem alten Simeon und der Prophetin Hanna. Beide erkennen, Jesus ist kein gewöhnliches Kind. Sie preisen ihn als den Erlöser Israels. Ein Ursprung dieses Festes liegt in einer heidnischen Sühneprozession, die alle fünf Jahre in Rom abgehalten wurde. In dessen Verlauf kam es zu einer Kerzenweihe und Lichterprozession. Daher der Name Mariä Lichtmess. Erstmals erwähnt wird das Fest im 4. Jahrhundert in Jerusalem. In Rom ist eine Lichterprozession ab dem 7. Jahrhundert bekannt. Zunächst am 14. Februar - 40 Tage nach dem früheren Weihnachtsfest am heutigen Epiphaniastag gefeiert. Heute ist der 14. Februar aber der Valentinstag, weil das Weihnachtsfest auf den 25. Dezember verlegt wurde. An Lichtmess wurde der Jahresbedarf an Kerzen für die Kirchen geweiht. Kerzen für den häuslichen Gebrauch wurden ebenfalls gesegnet. Diese Kerzen sollten das Gebetbuch erleuchten oder als schwarze Wetterkerzen Unwetter abwehren. An Mariä Lichtmess endete für die Bauern die Winterpause, die Arbeit auf den Feldern wurde wieder aufgenommen. Dieser Tag war auch Zahltag für die Dienstboten, die bis St. Agatha (5. Februar) frei hatten bzw. zu ihren neuen Dienstherren umzogen. Denn die Verträge wurden entweder für ein Jahr erneuert oder das Gesinde suchte sich eine neue Stelle. Der letzte allgemein so gehaltene Zahltag war der 2. Februar 1938. Die Nazis schafften den Tag ab. Sie organisierten den sogenannten Bauernstand nach ihren Regeln. Ab Mariä Lichtmess werden die Tage spürbar länger. Das hält der alte Vers fest: Zu Stephani a Muckngahn, zu Neujahr a Hahnentritt, zu Heilig Drei König a Hirschensprung und zu Maria Lichtmess a ganze Stund. Gemeint ist die Verlängerung der Tage. Es gibt natürlich auch Bauernregeln, wie: Ist's zu Lichtmess mild und rein, wirds ein langer Winter sein. Oder: Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit; ist es aber klar und hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell. Oder ganz kurz: Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee.

## 27. Januar 2021 Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus ##

 

Am 27. Januar 1945 erreichten junge Rotarmisten einen Ort unvorstellbaren Grauens: Auschwitz. Dieses Vernichtungslager ist zum Synonym für den industriell organisierten Massenmord an den europäischen Juden geworden. Ausdruck des Rassenwahns und Kainsmal in der deutschen Geschichte. In der südpolnischen Stadt Oswiecim bei Krakau hatte die SS von April 1940 an das größte ihrer Arbeits- und Vernichtungslager bauen lassen. Es bestand aus einem Stammlager, dem Vernichtungslager Birkenau, in dem sich die Gaskammern und Verbrennungsöfen befanden, sowie 45 Zwangsarbeitslagern für deutsche Fabriken in der Umgebung. Hier waren bis zu 155.000 Menschen zusammengepfercht. Allein in Auschwitz wurden bis Ende 1944 etwa 1,5 Millionen Juden, sowie Sinti, Roma, Homosexuelle vergast und verbrannt. „Erst fangen die Haare Feuer, dann entstehen Blasen auf der Haut, die aufplatzen. Die Arme und Beine fangen an zu zucken“, so schildert ein Häftling die Verbrennung. Nach neusten Studien gab es im Machtbereich der Deutschen 980 Konzentrationslager, mindestens 6 davon reine Vernichtungslager, 30 000 Arbeitslager, 1150 jüdische Ghettos, 1000 Kriegsgefangenenlager und nicht weniger als 500 Zwangsbordelle. Der Tag der Befreiung von Auschwitz wurde 1996 auf Initiative von Ignaz Bubis durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zum offiziellen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus festgelegt. Die Vereinten Nationen erklärten den 27. Januar im Jahr 2005 zum internationalen Holocaust-Gedenktag. Viele Christen waren Nazis oder haben mit ihnen kollaboriert, zur Verfolgung und Ermordung der Juden geschwiegen, viele aktiv mitgeholfen. Das gilt auch für viele Verantwortliche und Repräsentanten der Kirchen, Bischöfe und Pastoren. Die Kirche hat sogar ihre jüdisch-stämmigen Pastoren wegen des Arierparagraphen aus dem Dienst entfernt und der Verfolgung preisgegeben. Antijudaismus, also die Ablehnung der Juden aus religiösen Gründen, hat die Kirchen über Jahrhunderte geprägt, und damit den Antisemitismus und das grausame Morden erst möglich gemacht. Christen als geistliche Brandstifter. Wider besseres Wissen. Den Glauben verraten.
In diesem Jahr wird der Gedenktag verbunden mit der Erinnerung an 1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland.    Am 11. Dezember 321 ordnet der römische Kaiser Konstantin in einem Edikt an, dass Juden städtische Ämter in der Stadtverwaltung Kölns bekleiden dürfen. Die erste urkundliche Erwähnung einer jüdischen Gemeinde in Deutschland. Jüdische Gemeinden wird es aber schon vor dem Edikt gegeben haben. Sie waren schon immer wichtiger Bestandteil der europäischen Kultur. Jüdisches Leben in Deutschland ist wieder vielfältig. Heute leben geschätzt 150.000 Jüdinnen und Juden in Deutschland, dank der Zuwanderung aus den Republiken der ehemaligen Sowjetunion seit den neunziger Jahren, sowie zehntausenden Israelis, die nach 1945 bereit waren, trotz der Shoah wieder in Deutschland Fuß zu fassen. Sie prägen heute das Bild des deutschen Judentums und sind gleichzeitig Teil der Gesellschaft. 1700 Jahre sind eine lange Zeit. Sie zeigen, wie tief und untrennbar jüdische Kultur mit der Geschichte Deutschlands verwoben ist. Sie gehört zu Deutschland, hat unsere Geschichte und Kultur zutiefst mitgeschrieben, vor und – Gott sei Dank - nach dem Zivilisationsbruch der Shoah, prägt und bereichert sie uns bis jetzt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mahnt: „Nur wenn Juden hier vollkommen sicher, vollkommen zuhause sind, ist dieses Deutschland vollkommen bei sich. Die Zahl derer, die sich hörbar und sichtbar gegen Antisemitismus auflehnen, die ihn in den Medien, im Plenum des Deutschen Bundestages, in Behörden, in Schulen und Jugendzentren, am Arbeitsplatz, Zuhause und auf der Straße bekämpfen, muss größer werden – niemand darf wegschauen!“

 

## Bekehrung des Paulus ##

Was ein ‚Damaskuserlebnis‘ ist oder wenn jemand vom Saulus zum Paulus wird – das kennt man noch. Es meint ein Ereignis, wo jemand sein Leben total umkrempelt. Erinnert wird an das Erlebnis, das Paulus vor Damaskus widerfahren ist. Paulus stammt aus Tarsos, wo er 10 v. Chr geboren wurde. Er besaß das römische Bürgerrecht, war Seilmacher und studierter Theologe, ein handfest streitbarer. Jedenfalls wollte er die ersten Christen, die sich in den Synagogen versammelten, auf Linie bringen. Deshalb ging er ihnen an den Kragen. Wenn man den Geschichten des Lukas traut, immerhin war er ein Vertrauter des Paulus, dann war er bei der Steinigung des Stephanus dabei. Und hatte daran Wohlgefallen. Er drang in die Häuser der Christen ein, verschleppte Männer und Frauen, zögerte auch nicht, Gewalt anzuwenden. Solche Methoden bringen wir heute vielleicht mit den Taliban oder dem Islamischen Staat zusammen. Schließlich besorgte Paulus sich vom Hohen Rat in Jerusalem einen Auftrag, auch in und um Damaskus für Ordnung zu sorgen. Die Apostelgeschichte (9,3ff) erzählt, wie er vor der Stadt eine Lichterscheinung hatte, vom hohen Ross fiel und blind wurde. Der Auferstandene sei ihm erschienen und habe ihn gefragt: „Warum verfolgst du mich?“ Ausgerechnet Christen sammeln den Hilflosen auf und pflegen ihn gesund. „Da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen.“ (9,18) Paulus läßt sich taufen. Und wird fortan zur zentralen Figur der Ausbreitung des Christentums unter den Heiden, vornehmlich in Kleinasien, später auch in Griechenland. Er gründet Gemeinden wie Philippi, Thessaloniki und Korinth. Mit derselben Energie, mit der er die Christen verfolgte, betrieb er seine Mission. Streitbar blieb er. Ein Konflikt in der Urgemeinde war, ob sich neu bekehrte Getaufte dem jüdischen Ritualgesetz inklusive Beschneidung unterwerfen sollten. Petrus verlangte das. Auch er ein Hardliner. Paulus meinte, wer nach den jüdischen Ritualgesetz leben wolle, solle das tun, für die sogenannten Heidenchristen müsse das nicht gelten. Paulus war guter Jude und guter Christ, stand in und für beide Traditionen. Sah keinen Widerspruch, ja den christlichen Glauben als Weiterführung und Vollendeung des jüdische Glaubens.  So kam es zu einem Kompromiss auf dem sogenannten Apostelkonzil. Paulus missionierte die Heiden. Wer nicht wollte, konnte auf die Beschneidung als Zeichen der Anerkennung der jüdischen Ritualgesetzen verzichten. Die Taufe und ein entsprechender Lebenswandel waren wichtiger. Die Urgemeinde schmorte weiter im eigenen Saft. Sie verschwand in den Wirren der Belagerung und Eroberung Jerusalems im Jahre 70. Vielleicht hat Paulus sich den Kompromiss auch erkauft. Denn er brachte der hungernden und bedrängten Urgemeinde um Petrus eine schöne Summe als Spende mit nach Jerusalem. Die Spannungen aber blieben. Und es gibt bis heute den Verdacht, dass ihn Christen aus der Urgemeinde an die Römer verrieten, so dass es zu Verhaftung, Prozess und schließlich Hinrichtung in Rom kam. Paulus bekehrte sich in Damaskus als Jude zum Glauben an Christus. Verbunden war damit eine gravierende Verhaltensänderung. Nie wieder wird er physische Gewalt gegen andere Menschen anwenden. Er vertraut nun einzig und allein auf die Kraft seiner Worte. „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12,21) - so sein Verhaltensgrundsatz. Den hat Luther übernommen, wenn er sagte. Non vi, sed verbo – nicht mit Gewalt, sondern durch Worte und Argumente sollen Menschen überzeugt werden. Leider ist diese Haltung auch im 21. Jahrhundert keine allgemein gültige. Eben weil religiöse und politische Überzeugungen immer eine gewisses Gewaltpotential bergen, gilt die Frage des Christus vor Damaskus auch an uns: Warum bist du gewalttätig? Gewaltlosigkeit und Toleranz sind uns nicht einfach gegeben, wir müssen sie uns immer wieder erarbeiten. So werden auch wir das eine oder andere Damaskuserlebnis brauchen. Möge es uns erspart bleiben, vom hohen Ross zu fallen.

 

 

## Antonius der Große ##

Am 17. Januar erinnern die Kirchen an den Vater des christlichen Mönchtums, Antonius dem Großen. Geboren 250 in damaligen Come, heute Qiman el Arus (Ägypten). Seine Eltern waren Großgrundbesitzer. Sie starben sehr früh. Mit 18 Jahren übernahm er den elterlichen Betrieb, sorgte für sich und seine jüngere Schwester. Die strenge Ethik des Matthäusevangeliums veränderte sein Leben. Wenn Du vollkommen sein willst, dann verkaufe alles, was Du hast, und gib es den Armen. (19, 21) Also verkaufte er mit 25 seinen Besitz, sorgte für das Auskommen seiner Schwester, verteilte den Rest an die Armen, und zog in die Wüste zu einigen Eremiten. Dort lebte er ein streng asketisches Leben, zunächst in der Nähe seines Heimatortes, später in einer alten Grabkammer. Noch mehrmals wechselte er seinen Aufenthaltsort, zuletzt hauste er auf dem Berg Kolzim (Safarna) am Roten Meer. 311 kam er nach Alexandria, um die durch Kaiser Maxentius verfolgten Christen zu trösten. Viele Menschen kamen in seine Einsiedlei, erbaten Rat und Heilung. Viele blieben und bauten sich kleine Einsiedeleien. Diese Menschen um Antonius gelten als der Beginn des christlichen Klosterwesens, deshalb wird er Vater des Mönchtums genannt. Sein Mönchtum ist streng asketisch, bezogen auf die Einsiedelei. Er selbst hat keine Klosterregeln aufgestellt, das besorgte Athanasios, selbst ein Mönch und späterer Bischof von Alexandrien. Er schrieb auch eine Biografie. Antonius wird in der Ikonographie oft mit Schweinen dargestellt, im Orient damals wie heute unreine Tiere. Sie sind Sinnbild für seine Versuchungen. Der Legende versuchte ihn der Teufel in Gestalt einer oder mehrerer schöner Frauen; in anderen Fällen wurde er mit Krallen, Zähnen oder Hörnern verwundet, zu Boden geschlagen, an den Haaren gerissen und, während seine Zelle in Flammen aufging, schließlich unter bedrohlichen Angriffen von allen Seiten in die Lüfte gehoben. Der im Mittelalter gegründete Antoniterorden, der in der Armen- und Krankenpflege tätig war, hielt deshalb bevorzugt Schweine. Sie hatten das Recht frei in den Städten herumzulaufen, worauf der Ausspruch frech wie ein Antoniusschwein zurückgeht. Diese Schweine wurden am 23. Dezember geschlachtet und das Fleisch den Armen gegeben. Antonius starb im Alter von 105 Jahren, man nennt das Jahr 365. Sein Grab wurde zuerst geheim gehalten. Irgendwann sollen seine Gebeine zuerst nach Alexandria, dann nach der Eroberung durch die Muslime nach Konstantinopel gekommen sein. 1089 sollen sie nach La-Motte-aux-Bois gebracht worden sein. Dort entstand das Stammkloster des Antoniterordens, später in St-Antoine-l'Abbaye umbenannt. Matthias Grünewald hat seinen berühmten Isenheimer Altar für den Antoniterorden angefertigt. Auf Mallorca werden in der Nacht vor dem Gedenktag Scheiterhaufen angezündet. Dämonen und Teufel tanzen um das Feuer. Sie stellen die Versuchungen, die Antonius in seiner Einsamkeit quälten, dar. Bunte Umzüge, mit Reitern und Wagen finden am 17. Januar statt. Der Heiligen selbst tritt im Mönchsgewand mit Maske auf, von roten Teufeln gejagt. Auch in der Region um Valencia, in Aragonien und in Madrid, wird Antonius mit Festen gefeiert. Von Antonius sind viele Anekdoten überliefert, wie diese: Ein Bruder sprach zu Antonius: Bete für mich! Der antwortete: Weder ich habe Erbarmen mit dir, noch Gott, wenn du dich nicht selbst anstrengst und Gott bittest. Und natürlich gibt es Bauernregeln: Wenn Antoni die Luft ist klar / gibt's bestimmt ein trocknes Jahr. Große Kälte am Antoniustag, / machmal nicht lange halten mag.

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## Taufe Jesu ##

Am 1. Sonntag nach dem Epiphaniasfest gedenken die katholische und die evangelische Kirche der Taufe Jesu im Jordan durch Johannes. Die orthodoxe Kirche feiert das Fest wegen des julianischen Kalenders am 19. Januar. Die Taufe Jesu berichten die Evangelisten Markus (1,9-11), Matthäus und Lukas. Johannes weist zumindest darauf hin. Für die Historizität der Taufe Jesu wird angeführt, dass damit berichtet wird, dass der von Gott gesandte Messias, der Gottessohn sich von einem Menschen taufen lässt. Wozu soll der, der doch ohne Sünde ist, die Taufe zur Vergebung der Sünden empfangen? Matthäus berichtet diesen Vorbehalt: Johannes versuchte ihn davon abzubringen und sagte: "Ich hätte es nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?" Doch Jesus antwortete: "Lass es für diesmal geschehen. (Matth3,14f) Die Kirchenväter haben die Taufe als Vorwegnahme von Tod und Auferstehung verstanden. Johannes Chrysostomos (349/344–407) nennt das "Untertauchen und Auftauchen" ein "Bild für Abstieg in die Hölle und Auferstehung". Auch die Taufliturgie der frühen Christen spricht davon, dass die Täuflinge "ihren früheren Herrn, den Teufel, im Wasser ertränkt" zurücklassen. Die drei genannten Evangelisten berichten, dass sich nach der Taufe der Himmel öffnete, ein Taube vom Himmel herabkam und eine Stimme sprach: Das ist mein lieber Sohn, an ihm habe ich Wohlgefallen. (Matth 3,17 parr) Das gilt für alle, die auf den Namen des Vaters uns des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft sind. Eine Taufbitte bringt das zum Ausdruck: "Gib, dass auch wir, die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeboren sind, in deinem Wohlgefallen stehen und als deine Kinder aus der Fülle dieses Geistes leben." Das Gedächtnis der Taufe Jesu ist ein altes Datum in der Kirche. Schon Clemens von Alexandrien (150 – 215) berichtet davon. Zusammen mit der Anbetung der Könige und der Geschichte der Hochzeit von Kanaan (Johannes 2, 1-11) gehört die Taufe zu den drei Epiphaniegeschichten: Dieses Wunderzeichen in Kana in Galiläa war das erste, das Jesus tat. Damit offenbarte er seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. (Joh 2,11). Im neueren katholischen Festkalender endet damit die Weihnachtszeit und nicht mehr wie früher zu Mariä Lichtmess am 2. Februar. In der orthodoxen Kirche wird an diesem Tag die große Wasserweihe liturgisch gefeiert. Durch die Taufe Jesu wurde das Wasser des Jordans alles Wasser, ja die gesamte Schöpfung gesegnet. Der Priester taucht dazu ein Kreuz dreimal in das Wasser eines Flusses oder Sees. In Moskau und anderen Städten nehmen tausende Menschen danach ein Bad in den Gewässern. In Russland, besonders in Sibirien ist es zu dieser Jahreszeit etwas kälter, das Wasser meist zugefroren, und erst muss ein Loch vorbereitet werden, dann hineinzuspringen, dazu gehört schon eine Menge Vertrauen in die eigene Gesundheit und Mut dazu. Aber wir wissen ja, Glauben macht stark.

 

##Epiphanias - Heilige Drei Könige ##

Der 6. Januar ist in allen christlichen Kirchen ein Festtag. Unsere katholischen Schwestern und Brüder feiern das Fest der Heiligen drei Könige. Ihren Besuch beim Kind in Betlehem, wie er bei Matthäus erzählt wird (Matth. 2, 1-12). Dort sind sie keine Könige, sondern werden Weise und Magier genannt. Vielleicht sogar antike Wissenschaftler, denn die Beobachtung der Sterne hatte sie zum Kind geführt. Ihre Namen, Kaspar, Melchior und Balthasar erhalten sie erst im 8. Jahrhundert. Aber daher rührt der Brauch der Sternsinger, die am 6. Januar von Haus zu Haus ziehen, den Menschen ein Lied singen und den Segen des Christus bringen. Christus Mansionem Benedicat. Unsere orthodoxen Schwestern und Brüder feiern an diesem Tag ihr Weihnachtsfest. Bekanntlich hat die Orthodoxie den gregorianische Kalenderreform nicht mitgemacht. Der 6. Januar ist nach dem alten Julianischen Kalender der 25. Dezember. Das Fest beginnt mit einem langen, etwa 3-Stündigen Gottesdienst, an den sich oft eine Lichterprozession anschließt. Die liturgischen Farben sind grün für das ewigen Leben und weiß für die Reinheit und den Triumpf des Geistes über das Fleisch. Die Fastenzeit wird mit einem großen Festmahl beendet. Die aus Mandeln, Mohn, Honig und Getreide gekochte Speise symbolisierte Ruhe und Unsterblichkeit. In den evangelischen Kirchen wird der 6. Januar Epiphanias genannt. Das kommt vom griechischen Wort "epiphaneia" (Erscheinung). Gott erscheint in Jesus in der Welt. Er erleuchtet sie. Die Zeit nach Epiphanias ist der zweite der Teil der Weihnachtszeit. Sie endet mit dem Fest der Verklärung Jesus. Das ist in diesem Jahr der 31. Januar. Jesus hat auf dem Berg eine Erscheinung mit Mose und Elia. Eine Stimme spricht vom Himmel: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich meine Freude habe. Hört auf ihn! (Matth 17, 1-9) Historisch ist das christliche Fest wohl aus antiken Festen, besonders dem Divus Julius, herausgewachsen, die ebenfalls am Anfang des Jahres begangen wurden. Spätestens im 2. Jahrhundert, also sehr früh, ist das Fest der göttlichen Epiphanie Christi bezeugt. Natürlich gibt es auch Bauernregeln für diesen Tag: „Dreikönigsabend hell und klar, verspricht ein gutes Weinjahr.“ Und: Ist bis Dreikönig kein Winter, folgt keiner dahinter.“

## Sylvester ##

Am 31. Dezember feiern wir Sylvester, aber nur wenige wissen, dass Silvester I. der erste römische Papst nach der sogenannten Konstantinischen Wende war. Silvester, sein Name bedeutet wörtlich übersetzt "Waldbewohner". Geboren in der Mitte des 3. Jahrhunderts in Rom. Noch vor Beginn der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian (284 bis 305) empfing er die Priesterweihe. Während der Verfolgungszeit gehörte Silvester zur Gruppe der "Confessores", einer Gruppierung, die sich trotz der bedrohlichen Lage weiterhin zum Christentum bekannte. Deswegen musste er einige Zeit im Exil leben. Im Toleranzedikt von Mailand 313, vom (West-) Kaiser Konstantin und dem (Ost-)Kaiser Licinius erlassen, wurde das Christentum offiziell als rechtmäßige Religion anerkannt. Am 31. Januar 314 wurde Sylvester zum Papst gewählt. Viel Einfluss auf die Politik hat er nicht gehabt, aber er hat viele Kirchen in Rom und Umgebung gegründet. Gestorben ist Papst Silvester am 31. Dezember 335. Nachdem er zunächst in den Priscilla-Katakomben begraben worden war, wurden seine Gebeine im 8. Jahrhundert in die römische Kirche San Silvestro in Capite überführt. 813 ist er in den Heiligenkalender aufgenommen worden. Der Legende nach soll er Kaiser Konstatin vom Aussatz geheilt haben. Mit seinem Namen verbunden ist die sogenannte Konstantinische Schenkung. Auf das Jahr 315 (oder317) zurückdatiert, hielt die um 800 verfasste Urkunde fest, dass Papst Sylvester und seine sämtlichen Nachfolger usque in finem saeculi, bis ans Ende der Zeit, eine geistliche und politisch Oberherrschaft über Rom, Italien, und die gesamte Westhälfte des Römischen Reiches, aber auch das gesamte Erdenrund mittels Schenkung haben sollten. Aus dieser Urkunde bezogen die Päpste bis heute ihre weltlichen Machtansprüche. Der heutige Vatikanstaat ist der letzte Rest dieser Entwicklung.

## 28. Dezember Kindermord von Betlehem ##

Am 28. Dezember begehen die Kirchen das Fest der unschuldigen Kindlein. Ein grausiger Anlass. Denn es erinnert an den Kindermord von Bethlehem, wie er von Matthäus berichtet wird (2,13-18). Herodes, durch die drei Magier auf einen König der Juden, geboren in Betlehem, hingewiesen und aufgeschreckt, hatte die Mordtat angezettelt. Jesus befand sich allerdings schon auf dem Weg nach Ägypten und entging dem Anschlag. Ob der Mord tatsächlich stattgefunden hat, ist eher zu bezweifeln. Aber er passt zum Charakter des Herodes, der vor Mord selbst in seiner eigenen Familie nicht zurückschreckte. In vielen Kulturen gibt es Erzählungen vom verfolgten und geretteten göttlichen Kind oder Herrscherkind. Ein Versuch des Umgangs mit Schuld und Ausgeliefertsein an den Kreislauf von Werden und Vergehen. Die Kindersterblichkeit war ja lange sehr hoch. Mythologische Erzählungen brachten eine gewisse Entlastung. Die Erzählung des Matthäus ist sicherlich eine Erinnerung an die Mosegeschichte, den Auszug der Juden aus Ägypten. Mose überlebt den Mordanschlag des Pharaos, der alle hebräischen Kinder umbringen ließ. Später führte er die Juden aus der ägyptischen Sklaverei. Jesus wird im Neuen Testament ausdrücklich mit der Befreiungstat des Mose in Verbindung gebracht, wie die Geschichte von der Verklärung Christi erzählt, die am letzten Sonntag nach Epiphanias gelesen wird (Mt 17,1-9). Dieser Tag markiert dann auch das Ende der Weihnachtszeit. Das Motiv vom verfolgten und geretteten Kind hält sich bis in die Moderne: Harry Potter. Die Dynamik seiner Geschichte kommt aus dem Christentum. Das erwählte Kind ist vom Bösen bedroht, wird durch das Selbstopfer seiner Mutter vor dem Tod bewahrt und wächst unerkannt bei den unfreundlichen Verwandten auf, bis es langsam seine wahre Identität und damit seine Bestimmung und Lebensaufgabe entdeckt. Der jugendliche Retter bekämpft das Böse in Gestalt des Zauberers, ohne selber zu töten, und besiegt ihn, indem er selbst durch den Tod geht. Die Botschaft: Die Liebe besiegt am Ende das Böse. Das Brauchtum an diesem Tag zeigt eine große Ambivalenz. In manchen Gegenden wurden an diesem Tag Kinder zu Bischöfen gewählt, in anderen wurde Kinder alles erlaubt, besonders mit den Eltern und der Familie Schabernack zu treiben. Im 7. Jahrhundert wurde das Fest deshalb verboten. In Spanien jedoch hat sich der Brauch erhalten am „Día de los Santos Inocentes“ seine Mitmenschen zu veräppeln, wie man bei uns am 1. April zu tun pflegt. Zum Brauchtum gehört auch der Weihnachtsstollen. Der wurde nämlich traditionell erst am 28.12. angeschnitten. Mit seiner Form erinnert er an eine Windel, in die ein Kind gewickelt wurde. Diese Tradition ist in Deutschland, besonders in Sachsen, seit dem 14. Jahrhundert bezeugt. Selbst die Reformatoren, die das Fest abschafften, haben natürlich nicht auf den Stollen verzichtet. Essen und Trinken hält ja bekanntlich Leib und Seele zusammen. „Stollen mundet uns enorm. Doch was soll die seltne Form!? Wie gewickelt, wie gerollt, Kissen, das ihr halten sollt, Steckbett für ein Wickelkind, so ein süßes kleines Bündel, wie es einst das Christkind war, all das stellt ein Stollen dar. Jesus soll der Stollen sein, Sohn Marias, zart und klein… Denn den lieben kleinen Herrn haben wir zum Fressen gern.” (Wolfram Böhme)

## Apostel Thomas ##

Am 21. Dezember feiern die evangelischen Christen den Tag des Apostel Thomas. Bis zur Liturgiereform 1996 auch die katholische Kirche. Sein Name kommt vom hebräischen ta’am – Zwilling, weshalb er auch im Johannesevangelium Didymos genannt wird. Geboren ist er in Judäa, gestorben der Legende nach im indischen Chennai (Malipur) 72 nach Christus. Bekannt ist Thomas durch seinen Zweifel an der Auferstehung. Ich glaube nur, was ich sehe, war sein ursprüngliches Credo. Bei einer Begegnung mit dem Auferstandenen „sagt Jesus zu Thomas: Streck deinen Finger aus – hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ (Johannes 29,19ff) Sein langes Zweifeln war der Grund, warum sein Gedenktag auf den 21. Dezember gelegt wurde, einer der längsten Nächte im Jahr. Und ein Hinweis darauf, dass – jedenfalls am Anfang des Christentums – Zweifler durchaus tragbar waren in der Gemeinde. Johannes berichtet in der Geschichte vom Letzten Abendmahl, dass Thomas sagte „Wir wissen nicht, wohin Du gehst. Wie sollen wir den Weg kennen?“  und zur Antwortt bekommt:  „ICH bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Schon früh gibt es Berichte, dass Thomas als Begleiter jüdischen Kaufleute bis nach Indien kam und dort missioniert hat. Die heutigen Thomaschristen in Indien führen ihre Anfänge auf Thomas zurück. 1547 wurde auf dem Thomasberg Chennai eine Kirche zu seinen Ehren errichtet. Dort wird das Thomaskreuz aus dem 7. Jahrhundert aufbewahrt, dessen Inschrift von seinem Martyrium erzählt. 2004 hat der Vatikan den Thomasberg Berg als Wallfahrtsort anerkannt.

Ob er wirklich das Martyrium erlitten hat, ist nicht geklärt. Es gibt ebenfalls frühe Zeugen, die das anders berichten. Angeblich sind seine Gebeine im 7. Jahrhundert an einem 3. Juli nach Edessa (heute Sanliurfa in der Türkei) überführt worden. Deshalb feiert die orthodoxe Christenheit diesen Tag als Gedenktag. In Nag Hammadi (Ägypten) wurde 1945 ein vollständiges Exemplar des in koptischer Sprache verfassten Thomas-Evangeliums entdeckt. Es ist eine Sammlung von Jesusworten ohne Passionsgeschichte, ursprünglich wohl im syrischen Sprachraum verfasst. Man datiert seine Entstehung auf das Jahr 70 nach Christus möglicherweise schon sehr früh (um 70?) entstanden. Das erste Wort, nach der Nennung des Verfassers lautet: „Wer sucht, der soll solange weitersuchen, bis er findet. Wenn er aber findet, wird er betroffen sein. Wenn er sich betreffen läßt, wird er staunen. Und wird König sein über die unsichtbare (göttliche) Welt.“ Ein Motto zum Lesen und Verstehen der nachfolgenden Worte. Eine der letzten Sätze seines Evangeliums lautet: „Wehe dem Körper, der am Herzen des Menschen hängt (denn der Körper wird abgestoßen werden). Wehe dem Herzen, das am Körper hängt (denn es wird mit dem Körper zugrunde gehen.)  Es gibt zahlreiche Bräuche, wahrscheinlich noch aus vorchristlicher Zeit, die mit dem 21. 12 verbunden sind. So soll man sich in der Thomasnacht verkehrt herum ins Bett, dann träumte man, was im nächsten Jahr alles geschehen würde. Auf den Bauernhöfen wurde am Thomastag das übers Jahr gemästete Schwein geschlachtet, die ‚Mettensau‘ oder der ‚Weihnachter‘. Und natürlich gibt es Bauernregeln: Wenn's St. Thomas dunkel war (also kein Mond schien) / gibt's ein schönes neues Jahr. Oder: St. Thomas bringt die längste Nacht, / weil er den kürzesten Tag gebracht. Und: Friert es am kürzesten Tag, / ist's immer eine Plag.  Im Gottesdienst geht es um die, die auf die beiden Frauen Sarah und Maria. Beiden wird die Geburt eines Kindes angekündet. 

 

## Santa Lucia ##

Am heutigen 3. Advent feiern wir den Tag der Heiligen Lucia. Geboren um 283 in Syracus und auch dort um 304 als Märtyrerin gestorben. Da es eine sehr frühe Grabinschrift in der Kirche San Giovanni gibt, ist wahrscheinlich, dass sie tatsächlich gelebt hat. Der Legende nach starb ihr Vater ein Kaufmann früh. Ihre Mutter wollte sie verheiraten. Als sie erkrankte, begab sich Lucia mit der Mutter auf eine Wallfahrt zum Grab der Heiligen Agathe. Die Mutter wurde geheilt. Daraufhin stimmte sie zu, dass Lucia ein keusches christliches Leben führen konnte. Dem gehörnten Bräutigam gefiel dieser Entschluss ganz und gar nicht. Er reagiert wie noch heute manche zurückgewiesenen Männer mit Wut und Rache. Jedenfalls zeigte er Lucia beim Praefectus an. Es war die Zeit der diocletianischen Christenverfolgung (303-311). Er verurteile Lucia dazu, in ein Bordell gebracht zu werden. Aber die Ochsen verweigerten den Dienst, auch tausende Soldaten und heißes Öl bewirkten nichts. Schließlich wurde sie einfach erstochen. Bereits in byzantinischer Zeit erbaute man über ihrem Grab eine Kapelle, später die Kirche Chiesa di San Lucia. Ihre Gebeine wurden 1083 nach Konstantinopel überführt, wovon sie wiederum zur Zeit der Kreuzzüge von den Venezianern bei der Plünderung von Byzanz entwendet wurden und nach Venedig gebracht worden. Dort sollen sie noch heute liegen. Eine andere Version lokalisiert sie in einem Kloster in Metz. Lucia wird besonders in Schweden verehrt. Die Mädchen tragen Kerzen auf dem Kopf und lange weiße Kleider. In traditionell christlichen Familien ist es Brauch, dass die älteste Tochter als "Lucienbraut" Kerzen auf einem grünen Kranz trägt und die schlafenden Eltern und Geschwister mit dem ersten Weihnachtsgebäck weckt. Ausgehend von der Bedeutung des Namens Lucia lässt der Kranz die Umgebung tatsächlich hell erleuchten und kündigt so die Ankunft Jesu auf Erden an. Dieser Lichterbrauch ist vermutlich auf einen vorchristlichen Brauch zurückzuführen, denn vor der gregorianischen Kalenderreform fiel der 13. Dezember oft auf die Wintersonnenwende, zumindest in die in nordischen Ländern geierten und gefürchteten Rauhen Nächte. In solchen Nächten trieben böse Geister ihr Unwesen. Natürlich gibt es auch Bauerregeln. "Wenn Lucia die Gans geht im Dreck, so geht sie am Christtag auf Eis" oder An Sankt Lucia ist der Abend dem Morgen nah.

##Der Heilige Nikolaus##

Viele Kinder kennen ihn. Den Nikolaus, der in der Nacht vom 5. Auf den 6. Dezember die Schuhe mit allerlei Süßigkeiten füllt. Am heutigen 6. Dezember feiern wird das Fest Heiligen. Über sein reales Leben ist nicht wirklich viel bekannt. Geboren zwischen 280 und 286 in Patara, der damaligen Provinz Lykien. Mit 19 zum Priester geweiht und bald zum Bischof von Myra gewählt. Myra heißt heute Demre. Ein kleiner Ort in der heutigen Türkei. Kaiser Galerius Valerius Maximinus (305 bis 311) war als einer der Tetrarchen der Initiator der diokletianischen Christenverfolgung. Auch Bischof Nikolaus soll ein Opfer der Verfolgung gewesen sein. Kurz vor seinem Tod erließ der Kaiser ein Toleranzedikt, das zum ersten Mal das Christentum als ‚religio licita‘ (erlaubte Religion) anerkannte. Später soll Bischof Nikolaus am großen Konzil von Nicäa (325) teilgenommen haben, dem ersten ökumenischen Konzil, von Kaiser Konstantin einberufen. Dieses Konzil stritt um die Frage der Trinität (Drei-Einigkeit Gottes). Auf diesem Konzil soll Nikolaus dem Arius, der einen strengen Monotheismus vertrat und dies Wesenseinheit von Gott und Christus abstritt, eine kräftige Ohrfeige verpasst haben. Dafür bekam er sozusagen die „rote Karte“ und wurde teilweise vom Konzil ausgeschlossen. Nikolaus war also ein streitbarer Mann. Gestorben ist er an einem 6.Dezember zwischen 345 und 351. Begraben wurde er in Myra. Wie viele Heilige wurden seine Gebeine von Kreuzfahrern geraubt und nach Bari gebracht. Dort steht heute die Kirche San Nicola. Bekannt sind die vielen Legenden, die von Nikolaus erzählt werden. Eines Nachts kam er am Haus einer armen Familie vorbei, die drei Töchter mussten ihr Geld als Prostituierte verdienen. Damit die Frauen dieses Tun beenden und heiraten konnten, warf Nikolaus drei Goldklumpen durch ein Fenster. Deshalb wird Nikolaus oft mit drei goldenen Kugeln oder Äpfeln dargestellt. Tatsächlich ist vom historischen Nikolaus überliefert, dass er als Bischof sein gesamtes Vermögen den Armen vermachte. Der Kult um Nikolaus begann 200 Jahre später, zuerst in der Ostkirche. In allen Ikonostasen ist Nikolaus neben Christus und der Maria mit dem Kind eine der zentralen Ikonen. Ab dem 10. Jahrhundert auch in der Westkirche. Der heutige Brauch, Schuhe vor die Tür zu stellen entwickelte sich aus dem Schiffchensetzen. Einer anderen Legende nach soll Nikolaus viele Seeleute durch die Stillung eines Sturmes gerettet haben. Ab etwa dem 16. Jahrhundert bekam Nikolaus einen Begleiter, den ‚Knecht Ruprecht‘ mit der Rute, eine Art Alterego. Theodor Storm hat ihm mit dem Gedicht „Von drauß vom Walde komm ich her…“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Infolge der Reformation mit ihrer Kritik an der Verehrung von Heiligen wurde der Nikolausbrauch auf das ‚Christkind‘ als Geschenkebringer ersetzt und auf Weihnachten verschoben. Daraus ist dann später der Weihnachtsmann geworden. Und natürlich gibt es auch wieder Bauerregeln: „Regnet es an Nikolaus, wird der Winter streng, ein Graus. Trockener St. Nikolaus, milder Winter rund ums Haus.“

##Andreas##

Am Montag, dem 30. November feiern Christen den Tag des Apostels Andreas. Für unsere orthodoxen Schwestern und Brüder ist Andreas so wichtig wie Petrus für die römisch-katholische Kirche. Wird er doch als der erste Patriarch Konstantinopels gezählt. Petrus soll der erste Papst Roms gewesen sein. Der Papst sitzt auf dem Stuhl Petri. Der Patriarch von Konstantinopel tut es auf dem Stuhl des Andreas. Nach Johannes ist Andreas - womöglich schon ein Anhänger Johannes des Täufers - ein Jünger der ersten Stunde. Er bringt seinen Bruder Petrus zu Jesus. „Einer aus den zweien, die von Johannes hörten und Jesus nachfolgten, war Andreas, der Bruder des Simon Petrus. Der findet am ersten seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. (Johannes 1,40f)“. So hat er in der Orthodoxie auch den Beinamen Πρωτόκλητος (der Erstberufene). Wer hier Konkurrenz vermutet, liegt völlig richtig. Später wird er weniger in den Evangelien erwähnt. Der Tradition nach hat er in Kleinasien, und nördlich des Bosporus, also bis zur Nordgrenze des damaligen römischen Reiches missioniert. Deshalb ist er heute der Nationalheilige der rumänisch-orthodoxen Kirche. In Russland, ja sogar in Schottland hat er zum Nationalheiligen gebracht. Die schottische Flagge zeigt das Andreaskreuz. Der Legende nach starb er während der neronischen Verfolgung nach dem Brand Roms im Jahr 64 unter dem Statthalter Agaeus in Achaia (dem heutige Südteil Griechenlands) am Kreuz. Angeblich hatte er die Frau des Statthalters zum Christentum bekehrt und ihr geraten, fortan keusch und enthaltsam zu leben. Das dürfte ihrem Mann, dem Statthalter, wahrscheinlich gar nicht gefallen haben. 357 wurde sein Leichnam nach Konstantinopel überführt. Dort ruhte er bis ins 13. Jahrhundert in der Apostelkirche. 1205 wurden die Reliquien von den Venezianern geraubt und nach Salereno im Dom Sant‘ Andrea gebracht. Die Kopfreliquie wurde später in den Petersdom überführt. Diese Kopfreliquie wurde 1964 an den orthodoxen Patriarchen von Patras zurückgegeben. Natürlich gibt es auch Bauernregeln. „Andreas, hell und klar, verspricht ein gutes Jahr“ oder „Andreas’ Schnee tut den Saaten weh“ und „Wenn es an Andreas schneit, der Schnee hundert Tage liegen bleibt“. Danach sieht es aber in diesem Jahr eher nicht aus.

 

## Heilige Katharina von Alexandrien ##

Der 25. November ist der Tag der Heiligen Katharina von Alexandrien. Katharina, die Reine, wie ihr Name zu übersetzten ist, soll zur Zeit des Kaisers Maxentius (305-312) das Martyrium erlitten haben. Ihr Leben und Sterben sind historisch nicht belegt. Aber für den Glaubenden ist ja nicht so wichtig was war, sondern was wahr ist. Ihre Heiligenlegende erzählt, sie war eine Königstochter. Deshalb ist sie mit einer Krone dargestellt. Dazu kommt das zerbrochene Rad, mit dem sie getötet werden sollte. Katharina verweigerte das Kaiseropfer. Damit war sie, modern gesprochen, eine Verfassungsgegnerin, weil der Kaiserkult das römische Staatsgefüge zusammenhielt. In einer vom Kaiser angeordneten Disputation soll sie fünfzig heidnische Gelehrte überzeugt haben. Sogar die Kaiserin, die sie im Kerker besuchte, ließ sich taufen. Sie wurde gefoltert und zum Tode durch das Rad verurteilt. Aber das Rad zerbrach durch einen Blitzeinschlag, so wurde sie schließlich mit dem Schwert enthauptet. Ihr Leichnam wurde von Engeln auf den Berg Sinai getragen, wo Kaiser Justinian I. später (557) das berühmte Katharinen-Kloster erbaute. Seit dem 8. Jh. ist die Verehrung Katharinas auch im Westen nachweisbar. Katharina soll vor ihrem Tod bei Gott Fürbitte eingelegt haben für alle, die ihren Namen anrufen würden. Da Gott die Gebete erhöre, liegt hierin wohl ein Grund für die schnelle Ausbreitung des Kultes in Europa und ihre Aufnahme in den Kreis der Vierzehn Nothelfer, eine der "drei heiligen Madl'n" von denen der Volksmund sagt: "Margarethe mit dem Wurm, Barbara mit dem Turm, Katharina mit dem Radl. Das sind die drei heiligen Madl". Zur Wahrheit gehört aber auch das, was die moderne Forschung annimmt: Die Heiligenlegende ist Vorbild für eine christlich Mordgeschichte, nämlich der Ermordung der heidnischen Philosophin Hypatia durch einen christlichen Mob. Hypatia lehrte in Alexandria Mathematik, Astronomie und die neuplatonische Philosophie. Sie geriet offenbar in einen Machtkampf zwischen dem Kirchenvater Kyrill (375-444) und dem römischen Präfekten, dem Gouverneur von Alexandrien. Kyrill soll eine christlichen Schlägertruppe, die sogenannten Parabolani und eine große Menge gewaltbereiter Mönche organisiert haben, die Hypatia überfielen, sie in einer Kirche totschlugen und mit Scherben zerteilten. Die Parabolani waren ursprünglich eine Laienbruderschaft, die Pestkranke betreute, daher ihr Name, „die ihr Leben riskieren.“ Man könnte das als Missbrauch einer Lebensgeschichte deuten. Beide, die Philosophin Hypatia als auch ihre christliche Legendenfigur stehen jedenfalls dafür, sich keiner weltlichen Macht zu beugen, sondern zu den eigenen Überzeugungen zu stehen, selbst wenn es schwierig wird. Intelligenter zu sein als die jeweiligen Machthaber, besonders wenn sie Männer waren, war für Frauen noch nie einfach. Das weiß ich aus eigener Erfahrung einer viel intelligenteren Schwester. Sie lebt übrigens noch. Heute schauen wir mit Hochachtung auf die Frauen in Weißrussland und Polen. Die einen gehen auf die Straße gegen einen betrügerischen Diktator. Die anderen protestieren gegen ein maßloses Abtreibungsgesetz, das alte Männer der Pis Partei (Prawo i Sprawiedliwość, deutsch Recht und Gerechtigkeit) und des katholischen Klerus durch das Parlament geboxt haben.

## Buß- und Bettag ##

Am Mittwoch, dem 18. November ist Buß- und Bettag. Ein altertümlicher Name für einen Tag, der seit 1995 für die Finanzierung der Pflegeversicherung kein Feiertag mehr ist (außer in Sachsen). Öffentliche Bußtage gab es schon vor dem Christentum, in Rom, Ninive (Jona 3,4ff) Babylon, im Judentum könnte man den Jom Kippur (Versöhnungstag) nennen. Während der Pest führte Kaiser Justinian 542 durch Festsetzung von Mariae Lichtmess (2. Februar) einen Festtag ein, ausdrücklich als Maßnahme zur Beschwichtigung der Pest, in dem ein kollektiver, öffentlicher Bußgang der Bürger von Konstantinopel zelebriert wurde. Diesen öffentlichen Bußgang hat den späteren Papst Gregor I., der als Botschafter der weströmischen Kirche in Konstantinopel weilte so beeindruckt, dass er als die Pest Rom heimsuchte einen ähnlichen öffentlichen Bußgang einführte.
Der protestantische Buß- und Bettag wurde erstmals 1532 im mittelalterlichen Straßburg offiziell auf Befehl des Kaisers wegen der Türkengefahr begangen. Danach gab es in den deutschen Ländern ganz unterschiedliche Tage. In Preußen wurde der Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres 1893 als Buß- und Bettag festgelegt. 1943 dann offizieller Feiertag im ganz Deutschland, und im Krieg wieder abgeschafft. Nach dem Krieg wurde er sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik als Feiertag wieder festgesetzt. Die DDR schaffte ihn 1967 ab.
Aber in den evangelischen Kirchen wird er noch begangen. „Der Buß- und Bettag ist für evangelische Christinnen und Christen ein Tag der Besinnung und Neuorientierung im Leben. Der Gedenktag dient dem Nachdenken über individuelle und gesellschaftliche Irrtümer wie beispielsweise Fremdenhass, Umweltzerstörung und die Ausgrenzung von Armen und Obdachlosen.“ – so die offizielle Deutung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Jedes Jahr hat der Tag ein anderes Thema. In diesem Jahr „Schalter umlegen.“
Dazu schreibt die EKD: „Wie gut, dass es Schalter gibt. Manchmal merkt man das erst, wenn sie kaputt gehen. Im Treppenhaus geht das Licht nicht mehr aus. Schalter defekt. Kein Ein, kein Aus. Dauerlicht. Jetzt muss man die Sicherung raus drehen. Auch sonst: Wir sind gewohnt, alles zu regeln. An und Aus. On oder Off. Das macht vieles überhaupt erst möglich. Und dann geschehen Dinge, die nicht zu regeln sind. Ein Virus zum Beispiel. Ohne Schalter. Unberechenbar. Und wir wissen schnell nicht mehr weiter. Manchmal wünsche ich mir einen Off-Schalter für die ganze Corona Pandemie. Manchmal wünsche ich mir einen On-Schalter, wenn ich mich kraftlos fühle und leer. Energie und Hoffnung, bitte jetzt! Und manchmal wird die Suche nach dem richtigen On oder Off auch zum Gebet. Lieber Gott, bitte leg den Schalter um, für mich, für uns... Wenn auch Sie sich danach sehnen, den Schalter umzulegen - auf der Website zum Buß- und Bettag 2020 gibt es viele Anregungen. (www.busstag.de)

Im Gottesdienst am Vorletzen Sonntag des Kirchenjahres geht  darum das Evangelium vom Haiushalter, der seinen Herrn betrügt.  Sollen er uns ein Vorbild sein? Und wenn ja, wie sollen wir das verstehen?  

## St. Martin ##

Am 11. November ist Martinstag. Das weiß jedes Kind. Der Martinsumzüge wegen. Obwohl sie in diesem Jahr wegen der Pandemie häufig ausfallen müssen. Die Martinsgans wird in den Ofen geschoben. Zu verdanken haben wir das dem Bischof von Tours, dessen Grablegung am 11. November 379 ebendort stattgefunden hat. Er ist einer der ersten, die nicht wegen ihres Martyriums, sondern wegen ihres vorbildlichen Lebens heiliggesprochen wurden. Bekannt ist die Geschichte der Teilung seines Mantels. Martin, damals noch Soldat wie sein Vater, der römischen Armee, begegnet einem Bettler und teilt mit ihm seinen Mantel. In der folgenden Nacht erscheint ihm Christus und erinnert ihn an Matthäus 25,40: Was du einem meiner geringsten Brüder getan hast, das hast du mir getan. Aber auch andere Wunder er werden ihm zugeschrieben. Sein Biograf Suplicius Severus berichtet sogar eine Totenerweckung. Geboren ist Martin im heutigen Ungarn, damals eine römische Provinz 316/7. Da sein Vater Offizier der römischen Armee war, musste auch Martin einen 25-jährigen Dienst ableisten. Aus der Armee entlassen, ließ er sich von Hilarius von Poitiers taufen 351 taufen. Nach einiger Zeit als Einsiedler kehrte er in die Provinz Gallien zurück. Er missionierte und gründete Klöster, z. Bsp. die Abtei von Liguge, noch heute eine Benediktinerabtei. Bei seinen Kirch- und Klostergründungen ist er wohl er eher wie ein Militär vorgegangen. Denn sein Biograf berichtet, dass er heidnische, heilige Plätze zerstört hat, um darauf Kirchen zu bauen. Auch mit als häretisch befundenen Glaubensbrüder ging er nicht zimperlich um. Erst auf Befehl des Kaiser Maximus feierte er mit ihnen wieder die Abendmahlsgemeinschaft. Das tat aber seinem wohltätigen Ruf keinen Abbruch. 372 wird er gegen seinen Willen zum Bischof von Tours gewählt. Die fromme Sage will es, dass er sich, um der Wahl zu entgehen, in einem Gänsestall versteckte. Leider sind Gänse laute Viecher. Sie verrieten ihn. So kommt die Gans zum Martin. Aber November war auch die Zeit, in der Bauern ihren Zehnten abliefern mussten, auch Gänse. Zudem begann bald die 40-tägige Fastenzeit vor dem Weihnachtsfest. Man war also gut beraten, sich noch einmal satt zu essen. Am 8. November 397 stirbt Martin mit 81 Jahren in Candes, während eines bischöflich-pastoralen Besuchs. Er wird mit einer Lichterprozession nach Tours überführt, wo es am 11. November bestattet wurde. Nun wissen wir auch, warum es Laternenumzüge am St. Martinfest gibt. Bleibt noch die Sache mit seinem Mantel, seiner cappa. Martins Mantelhälfte gehört seit dem Frühmittelalter zu Kronschatz der französischen Könige. Sie wurde in einem besonderen Raum aufbewahrt, der Capella. Später wurde auch das Büro des französischen Königs Capella genannt.
Und es gibt natürlich wieder Bauernregeln: Wenn um Martini Regen fällt, ist’s um den Weizen schlecht bestellt. Oder: Wenn die Martinsgänse auf dem Eise geh’n, muss das Christkind im Schmutze steh’n. Oder: Sankt Martin Sonnenschein, tritt ein kalter Winter ein.
Da müsste doch für jeden etwas dabei sein!

## Tag des Gedenkens der Novemberpogrome 9. November##

Vor 82 Jahren am 9./10. November brannten in Deutschland und den „angeschlossenen“ Gebieten, Österreich und der Tschechoslowakei Synagogen, jüdische Geschäfte wurden zerstört, Wohnungen jüdischer Mitbürger verwüstet und geplündert. Juden wurden misshandelt, etwa 1000 Menschen wurden ermordet, an die 40.000 kamen in ein Konzentrationslager. Von den Nazis als „spontane“ Reaktion auf das Attentat auf den Botschaftsangehörigen von Rath in Paris durch den polnischen Juden Grynszpan dargestellt, hatten diese Übergriffe tatsächlich eine lange Vorgeschichte. Schon in ihrem Parteiprogramm wurde die „sofortige Kommunalisierung der Groß-Warenhäuser und ihre Vermietung zu billigen Preisen an kleine Gewerbetreibende“ gefordert. Seit der Machtübernahme kam es immer wieder zu Übergriffen. Am 11. März kam es in meiner Heimatstadt Braunschweig zu einem von SA und SS geplanten Warenhaussturm. Im April 1933 wurden jüdische Beamte und Rechtsanwälte aus dem Dienst entfernt, 37.000 Menschen verloren ihre berufliche Existenz. Nach dem Novemberpogromen durften Juden keinen Handel, kein Gewerbe. Wer konnte, wanderte aus und musste seinen Besitz zu Schleuderpreisen verkaufen. Das nannte man „Arisierung“. Der Volksmund prägte den Begriff „Reichskristallnacht“ wegen der zerbrochenen Scheiben. Der evangelische Pfarrer Martin Niemöller, selbst im KZ gewesen, sagte nach dem Krieg: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschaftler. Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“ Bleibt zu hoffen, dass wir heutigen sensibel gegenüber Antisemitismus und Rassismus sind, besonders gegenüber einer Partei, die ganz offen der Nazi-Ideologie nahe ist, wenn ein Parteifunktionär erklärt, Deutschland leide unter eine ‚Befall von Schmarotzern und Parasiten, die dem Volk das Fleisch von den Knochen fräßen‘.
Principiis obsta (Ovid) – Wehret den Anfängen!

 

## Reformationstag ##

Als unser Herr und Meister Jesus Christus sagte: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“(Math. 4,17), wollte er, dass das ganze Leben der Glaubenden Buße sei. So lautet die erste These, die Martin Luther am 31. Oktober 1517 an die Schlosskirche in Wittenberg genagelt haben soll. Leben im Glauben sei eine beständige Selbstwahrnehmung, wie ich’s denn halte mit dem, was ich zu glauben vorgebe. Die ursprüngliche Fassung war in lateinsicher Sprache verfasst. Disputatio pro declaratione virtutis indulgentiarum - Disputation zur Klärung der Kraft der Ablässe. Sie wurde wohl an den Bischof von Magdeburg und Mainz, Albrecht von Brandenburg als auch an den Ablassprediger Tetzel geschickt. Luther bekam keine Antwort. Noch vor Weihnachten 1517 sind sie in Nürnberg ins Deutsche übersetzt worden und wurden in unterschiedlichen Versionen in Umlauf gebracht. Bedeutender für den Beginn der Reformation war jedoch Luthers Schrift ‚Sermon vom Ablass und Gnade‘. In den 95 Thesen setzt sich Luther mit der Ablasspraxis seiner Kirche auseinander. Die war nämlich zu einem einträglichen kirchlichen Geschäftsmodell geworden. Anstatt der vom Ortspriester auferlegten Buße, die eine innerliche, klärende Auseinandersetzung mit dem eigenen Seelenleben bewirken sollten, konnte man sich freikaufen. Das sparte Zeit und Mühen. Wer Geld hatte nutzte die Möglichkeit, aber auch Arme kratzten ihre letzten Groschen zusammen. Es war sogar möglich, Verstorbene aus dem Fegefeuer freizukaufen. Alles sehr zum Ärger Luthers. These 67 erklärt den Ablasshandel ironisch zum ‚guten Geschäft‘ für die Kirche. Aber auch die weltlichen Landesherren waren darob nicht amüsiert. Das kirchliche Finanzgebaren schmälerte nämlich ihre eigenen Steuereinkünfte, und brachte manche Untertanen an den Rand des Ruins. Ablasshandel war kirchliche Praxis seit Jahrhunderten. Die Geldquelle sprudelte immer recht gut. In seinen Thesen prangert Luther die kirchliche Angstmacherei vor dem Fegefeuer an. Er erklärt den Ablass für null und nichtig. Man solle den Christen vielmehr beibringen, den Armen zu geben und die Bedürftigen zu unterstützen. Die letzten beiden Thesen: 94. Man muss die Christen ermutigen, darauf bedacht zu sein, dass sie ihrem Haupt Christus durch Leiden, Tod und Hölle nachfolgen. 95. Und so dürfen sie darauf vertrauen, eher durch viele Trübsale hindurch in den Himmel einzugehen als durch die Sicherheit eines Friedens. Die Akzeptanz seiner Gedanken bewirkte nicht nur eine psychische Entlastung von quälender Angst (mit der sich auch heute noch gute Geschäfte machen läßt), sondern auch eine merkliche Entlastung des eigenen Geldbeutels. Die katholische Kirche ist beim Ablass geblieben, als Nachlass zeitlicher Strafe vor Gott für Sünden, deren Schuld schon getilgt ist. Am Reformationstag 1999 haben beide Kirchen eine gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigung abgegeben. Das Problem löst sie allerdings nicht. Die katholische Kirche erklärt das ‚sola fide‘ als Spezialität des lutherischen Denkens, pointiert ausgedrückt zur religiösen Folklore. Die Frage bleibt: Soll ein Christ denn auf etwas anderes vertrauen als auf Gottes Gnade allein? Ein Leben im Glauben als beständige Selbstwahrnehmung mit der Frage, wie ich’s denn halte mit dem, was ich zu glauben vorgebe, ist möglich, weil Gott mich gerecht macht und gnädig ist. Anders ausgedrückt: Selbstwahrnehmung gelingt, wenn sie angstfrei geschehen kann. Grundlegender: Glaube soll helfen (Lebens-)Angst zu bewältigen, nicht aber Ängste zu schüren. Immerhin, beide Seiten hauen sich nicht mehr, sondern reden miteinander, wenn auch immer noch kräftig aneinander vorbei. 

 

 

## Apostel Simon und Juads ##

 „Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der da Frieden verkündet, Gutes predigt, Heil ansagt, der zu Zion spricht: Dein Gott ist König.“ (Jesaja 52,7) Am 28. Oktober gedenken die westlichen Kirchen der Apostel Simon und Judas. Alle Apostelverzeichnisse kennen Simon, meistens mit dem Beinamen ‚Zelotes‘, der Eiferer, bezeichnet. Matthäus 10,3 und Markus 3,18 wird ein Apostel Thaddäus erwähnt, den man mit dem Apostel Judas identifiziert. Dann wäre Thaddäus, der Beherzte, sein Beiname. Besondere Erwähnung findet Judas Thaddäus (nicht zu verwechseln mit Judas Ischariot) im Johannesevangelium erwähnt. Er fragt während des letzten Abendmahls Jesus, warum er sich jetzt nur ihnen offenbare und bekommt zur Antwort: „Wenn mich jemand liebt, wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben: Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“ (Johannes 14,22) In Matthäus 13,55 werden Simon und Judas als leibliche Brüder Jesu genannt. Ob Judas der Verfasser des gleichnamigen Briefes ist, kann angenommen werden. Er ist um 75 nach Christus verfasst worden. Jedenfalls gehören beide wohl zur Jerusalemer Urgemeinde. Judas soll in Syrien, Arabien und Mesopotamien missioniert haben und gilt als Gründer der assyrischen Kirche. Sein Grab wird in Edessa (Stadt am Euphrat) verehrt. In Persien verband er sich mit Simon, um dort das Evangelium zu predigen. Der frühen Heiligenlegende nach (legenda aurea) prophezeiten dem König Sieg und Frieden, was sich tatsächlich und unmittelbar am nächsten Tage ereignete. Daraufhin ließ sich der König samt Hofstaat taufen. Zum Vernichten feindlicher Gewalten aufgefordert, war ihr ständiges Wort: Nicht zu töten, sondern lebendig zu machen sind wir gekommen. Nach zahlreichen Wundertaten, mit denen sie die Machtlosigkeit der Zauberer bewiesen und Götterbilder stürzten, sollen beide bei einem Aufstand der Priester ermordet worden sein. Judaswurde mit einer Keule erschlagen, Simon mit einer Säge zu Tode martern ließen. Ein gewaltiges Unwetter erschlug daraufhin Priester und Zauberer. Der König ließ die Leichen der beiden Heiligen suchen, bestatten und eine große Kirche darüber bauen. Angebliche Reliquien finden sich in Rom (Andreaskirche); in Hersfeld und Köln. Simon ist der Patron der alten Kaiserstadt Goslar (Harz). Früher galt der Tag der Apostel als Beginn der Winterzeit. Die Bauern blieben zu Hause und wurde zu ‚Pantoffelhelden‘. Das sprechen auch einige Bauerregeln aus: „Es sitzen auch die heiligen Herrn, / am warmen Ofen gern.“ „Wenn Simon und Judas vorbei, / so rückt der Winter herbei.“- - Wer Weizen sät am Simonstage, / dem trägt er goldne Ähren ohne Frage.

## 25.  Okotber - Besuch von  Pastorin Gelhaar aus Lissabon ##

Am 20. Sonntag nach Trinitatis bekamem wir Besuch aus Lissabon. Pastorin Gelhaar verbringt einige Tage Urlaub im Algarve. Sie hat die Gelegenheit wahrgenommen, unseren Gottesdienst mit zugestalten und die Predigt zu halten. Die Gemeinde feierte erstmals nicht vor der Kirche, sondern wieder in dier Kirche. Die zahlreichen Gottesdienstbesucher haben den Gottesdienst durch ihren kräftigen Gesang unterstützt und sind Pb Gelhaar sehr dankbar für ihr Kommen und ihre Predigt.

 

Im Anschluß an den Gottesdienst konnten wir mit Familie Gelhaar im Restaurant Taste noch gemeinsam Mittagessen und uns in den ebenso lockeren wie ernsthaften Gesprächen näher kennen lernen. Wir wünschen Familie Gelhaar einige schöne Tage hier im Algrave. 

 

 

## 19. p. Trinitatis ##

Das Fest des Evangelisten Lukas wird von allen christlichen Kirchen am 18. Oktober gefeiert. Er gilt als Verfasser sowohl des Lukasevangeliums als auch der Apostelgeschichte. Beide Werke gehören zusammen. Lukas zeichnet den Weg nach, den die Botschaft des jüdischen Messias aus dem kleinen unbedeutenden Bethlehem bzw. Nazareth bis nach Rom genommen hat. „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde…“ Auf Befehl des Caesar machen sich Josef und Maria auf nach Bethlehem. Dort wird der Messias geboren. Das Ende der Apostelgeschichte erzählt die Ankunft des Paulus in Rom. „So sei es euch kundgetan, dass den Heiden gesandt ist dies Heil Gottes; und sie werden's hören.“ Der christliche Glaube erobert die Hauptstadt der antiken griechisch-römischen Welt. Die Mitte dieses Geschehens, die Mitte der Zeit, ist der Tod und die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Der besondere Ort ist der Tempel in Jerusalem, in dem vorchristliche Juden, Jesu und die frühe Gemeinde regelmäßig beten. Lukas ist gut mit dem Judentum vertraut, dass die Forschung vermutet, er sei ein Judenchrist gewesen. Als Indiz dafür gilt die Bedeutung des Aposteldekrets (Apg 15,20), denn dieses Dekret ermöglicht es Judenchristen und Heidenchristen als gleichberechtigte Partner der jungen christlichen Gemeinde zusammen zu leben. Die Judenchristen können sich weiter an den jüdischen Gesetzten orientieren, während die Beschneidung und die Zeremonialgesetze für Heidenchristen nicht verpflichtend sind. Das ist gut paulinische Theologie. Während im Evangelium die Person Jesu und sein Wirken im Vordergrund stehen, sind es in der Apostelgeschichte die 12 Apostel. Sie haben zu Pfingsten den Heiligen Geist empfangen und geben ihn durch die Taufe und Handauflegung an die nächsten Generationen weiter. Grundlage ist ein Zitat des Propheten Joel »Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, ich will ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Ältesten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in denselben Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. Und ich will Wunder tun oben im Himmel und Zeichen unten auf Erden: Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne soll sich verkehren in Finsternis und der Mond in Blut, ehe denn der große und offenbare Tag des HERRN kommt. Und soll geschehen, wer den Namen des HERRN anrufen wird, der soll selig werden.« Während der Evangelist Matthäus die Glaubwürdigkeit des Messias Jesus durch die sogenannten Erfüllungszitate belegt, beschreibt Lukas in den Hymnen, Lieder der Kindheitsgeschichte Jesu (Magnificat, Benedictus und Nunc dimitis) wie er sich die Erfüllung der Verheißungen an die Väter und Mütter im jüdischen Glauben vorstellt. Lukas hat mit dem Evangelium und der Apostelgeschichte nicht nur ein politisches Statement abgegeben, das Evangelium, das seinen Anfang im unbekannten Bethlehem nimmt, erobert Rom, ihm liegt darüber hinaus die soziale Bedeutung der christlichen Botschaft am Herzen. Die Themen Reichtum und Armut spielen in beiden Werken eine eminent wichtige Rolle. Er stößt die Gewaltigen vom Stuhl und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. (Lukas 1,52.53) Und: Die Menge aber der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; auch keiner sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemein. (Apg 2,44) Verfasst wurden das Evangelium und die Apostelgeschichte zwischen 65 und 75 nach Christus. Der Legende nach ist Lukas als Bischof von Theben gestorben. Ein Grab soll es in Ephesos gegeben haben. Seine Gebeine wurden 375 nach Konstantinopel überführt und gelangten in den Wirren der Kreuzzüge durch Raub nach Padua. Sein Kopf kam später nach Prag, wo er heute im Veitsdom liegt. Und natürlich gibt es auch Bauernregeln: „Wer an Lukas Roggen streut, es im Jahr darauf nicht bereut“ oder „Ist Sankt Lukas mild und warm, folgt ein Winter, dass Gott erbarm

## 18.p. Trinitatis ##

„Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.“ (Math. 26,52) Am 11. Oktober gedenken die reformatorischen Kirchen des schweizerischen Reformators Huldrych (Ulrich) Zwingli. Er starb an diesem Tag im Jahr 1531 nach der Schlacht bei Kappel als Gefangener seiner katholischen Gegner. Den Feldzug gegen die katholischen Kantone hatte er selbst initiiert, um seiner Reformation mit Waffengewalt zum Durchbruch zu verhelfen. Zwingli wandelte sich vom treuen Anhänger des Papstes Julius II. , später Hadrian VI. zu einem erbitterten, auch vor Gewalt nicht zurückschreckendem Gegner der katholischen Sache. Geboren als Sohn eines Bauern am 1. Januar 1484 in Wildhaus. Trotzdem bekam er eine gute Bildung, zuerst durch seinen Onkel Bartholomäus, in den Lateinschulen in Basel und Bern, studierte als 15-jähriger bereits in Wien, danach wieder in Basel. 1506 wurde er zu Priester geweiht und ging für 10 Jahre nach Glarus. Dort war er sehr beliebt und hat wohl viel für die Menschen dort getan. Obwohl in einem abgelegenen Teil Europas hielt er Kontakt mit Erasmus von Rotterdam und machte Bekanntschaft mit der lutherischen Reformation. Zwingli übersetzte die Bibel 10 Jahre vor Luther ins Schweizerdeutsch. Die Schweiz war damals ein lokaler Player im Machtkampf zwischen der französischen Krone und dem Papst um die Herrschaft in Norditalien. Die Schweizer Garde im Vatikan sind die Reste dieser ehemaligen Elitetruppen. Zwingli stand immer auf der Seite des Papstes, was dieser ihm auch reichlich honorierte. Er nahm als Feldprediger an mehreren Feldzügen teil. Nach der Niederlage der papistisch-schweizerischen Truppen bei Marignano änderte sich die Situation. Die Schweizer wechselten die Seite und verbündeten sich mit den Franzosen. Zwingli musste seine Pfarrstelle in Glarus aufgeben. Nach drei Jahren ohne Anstellung wurde er Leutepriester (Pfarrverwalter) in Kloster Einsiedeln, einem berühmten Wallfahrtsort. Das Geschäft mit der Religion blühte. In dieser Zeit wird Zwingli mehr und mehr zum Gegner des Papstes und der katholischen Lehre, kritisiert die verkaufte Religion und den Ablasshandel. Im Januar 1519 tritt er die Pfarrstelle am Münster zu Zürich an. Er verfasst eine Schrift gegen das Fasten und reformiert die Züricher Kirche. Bilder werden aus den Kirchen entfernt. Die Messe abgeschafft und durch einen reinen Wortgottesdienst ersetzt. Seine Lehre vom Abendmahl, die nicht von der Verwandlung der Elemente ausgeht, bringt ihn auch in Gegensatz zur lutherischen Auffassung von der Consubstantiation (Christi Leib und Blut in, mit und unter den Elementen). In Gesprächen mit Luther in Marburg unter Vermittlung des hessischen Landgrafen Philipp werden die Differenzen eher noch größer. Auch in der Frage, welche Rolle weltlichen Autoritäten in religiösen Angelegenheiten einnehmen sollten, taten sich Unterschiede auf. Zwingli lehnte Luther‘s Lehre von den zwei Reichen ab. Die Obrigkeit habe sich strikt der biblischen Lehre zu unterwerfen. Das exerzierte er in Zürich. Seit 1529 begann Zwingli die Veränderungen radikaler durchzusetzen. Mit einem Ratsbeschluss wurden die Bürger zum Gottesdienstbesuch gezwungen. Gegner wurden der Stadt verwiesen, Täufer hingerichtet und romtreuen Städten mit Krieg gedroht. Zwingli hat federführend an der Vertreibung und Ermordung der Täuferbewegung in Zürich beteiligt. „Ein Christ sein heißt nicht von Christus schwätzen, sondern wandeln wie Christus gewandelt ist.“ Warum er andere Menschen dazu zwingen wollte, bleibt unverständlich. Jedenfalls kann sich Zwingli damit nicht auf Jesus berufen. Nach dem Tod Zwingli führten Heinrich Bullinger die Reformation in der Schweiz weiter und vor allen Dingen Calvin in Genf.

## Taufe Leo Joao Schönfeld ##

Am 18. Sonntag nach Trinitatis wurde in der Capella in Carvoeiro im Gottesdienst Leo Joao Schönfeld getauft.

 

 

 

Wir danken Gott,  dass wir Leo Joao taufen durften. Er ist von Gott angenommen, und von uns aufgenommen in unsere Gemeinde. Wir beten darum, dass er im Glauben an Gottes Liebe und Barmherzigkeit aufwachsen kann. Wir bitten für die Eltern von Leo: Gib ihnen den Geist deiner Weisheit und Liebe, auf dass ihre irdische Wohnung ein Abbild der Freude und Gnade deines ewigen Reiches sei. Stärke uns alle, damit wir der Berufung unserer eigenen Taufe treu bleiben können.

 

## Erntedankfest 2020 ##

Der erste Sonntag im Oktober wird in den katholischen wie evangelischen Gemeinden als Erntedank in einem Gottesdienst gefeiert. Der Altar wird farbenfroh geschmückt mit den Früchten, die aus dem Garten oder vom Feld stammen. Erntedankfeste werden in fast allen Kulturen gefeiert. Im jüdischen Festkalender gibt es ein Fest im Frühjahr, Shawuot, und eines im Herbst, Sukkot oder Laubhüttenfest. Das erste Erntedankfest, wenn man so will, endete tragisch. Kain brachte einige Früchte seiner Ernte als Opfer dar, Abel ein Zicklein aus seiner Herde. Weil sich Kain nicht genug von Gott gewürdigt fühlt, bringt er seinen Bruder um. Erntedank und Brudermord, gehört das zusammen? Motive sind Neid und narzisstische Kränkung darüber, dass man vermeintlich zu kurz kommt. Luther hat in seiner Predigt über das Evangelium am Erntedanktag ( Markus 8,1ff), der Speisung von 7000 Menschen, geschrieben: Denn das ist der schändlichen, ungläubigen Welt eigentliche Unart: wenn sie nicht aller Dinge eine Fülle sieht und hat, so will sie bald verzweifeln, als müsste sie Hungers sterben. Zwar hat Gott uns nun viele Jahre reichlich versorgt; noch hilft es nicht, es ist, als wenn jedermann verhungern will. Dazu helfen die Geizhälse und Wucherteufel, die mit Korn und Wein zurückhalten, wollen es den Leuten nicht um einen Pfennig verkaufen, sondern warten, bis es teurer werde, dass sie mehr Geld dafür bekommen. Das sind Unchristen, die von solchen Segen und Wunderwerk nichts wissen noch glauben; sonst würden sie mehr auf Gottes Wort sehen und sich an dasselbe halten, und alle Sorge dem reichen Gott im Himmel befehlen, der das kleine segnen und viel daraus machen kann. Seine Gedanken werden heute in vielen Gottesdiensten wieder aufgenommen, wenn in ihnen nicht nur über die Bewahrung der Schöpfung nachgedacht wird, sondern auch über eine gerechte Verteilung dessen was da ist. Luther, der ja in einem Kaufmannshaus aufwuchs, verstand durchaus, wie Wirtschaft funktioniert. So fügt er der Angst, zu kurz zu kommen noch den Geiz und die Gier von Geschäftemachern hinzu, die den Hunger in der Welt auch heute noch kräftig fördern. Man denke nur an die international operierenden Getreidebörsen. Wollen wir zu den ‚Kains‘ gehören, die ihre Brüder, die ‚Abels‘ verhungern lassen?
Im Christentum wird Erntedank schon früh, im 3. Jahrhundert als Fest gefeiert. Allerdings variierte der Termin. Er ist neuzeitlich. In agrarisch geprägten Gesellschaften war dies ein wichtiger Tag. Die Existenz der Menschen, hing unmittelbar davon ab, wie gut oder schlecht die Ernte war. Sie garantierte das Überleben der langen Winterzeit, in der es nichts zu ernten gab. In der frühen Neuzeit mussten die Bauern die Ernte beim Grundherren abliefern. Als Zeichen der erfolgreichen Ernte übergaben sie eine Erntekrone. Der Grundherr bezahlte die Bauern und war verpflichtet ein Fest mit Essen, Bier und Tanz, das Erntefest auszurichten. Die Erntekrone hat sich bis heute gehalten hat. Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft war Erntedank weniger wichtig. Die Nazis haben mit großen Anstrengungen und Pomp den Tag des Bauern (Erntedankfest) für den Nährstand ideologisch aufgeladen.
Die Frage an uns Heutige könnte doch sein: Wie begehen wir unser Erntedankfest? Wem wollen wir Danken? Hat unser Dank Auswirkungen auf unser Verhalten? Darum geht es in unserem Gottesdienst am Erntedankfest.  

## Zeitspende - Übergabe der Zertifikate ##

 

 

Corona hat es uns weltweit sehr schnell ins Bewusstsein gebracht, Leben ist zerbrechlich. Soviel Zeit ist da manchmal gar nicht.
Unsere Gesellschaft beschäftigt sich mit dem Anfang des Lebens - wenig mit dem Ende; obwohl es jeden von uns irgendwann selbst trifft.
Immer wieder berichten Menschen, die sich mit Sterben und Tod beschäftigt haben, dass ihr Leben angstfreier und bewusster geworden sei. Können wir das Sterben durch die Auseinandersetzung damit erträglicher machen?
Vor einem Jahr ging das Team von Zeitspende an die Öffentlichkeit mit einem Einführungsvortrag zu dieser Thematik rund um Sterben und Tod. Daraus ist eine Gruppe von 10 Frauen und 1 Mann entstanden, die in 9 Modulen das Wichtigste für eine gute Sterbebegleitung gelernt haben, sowohl theoretische Grundlagen als auch praktisches Wissen.
Die eigene Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Themen hat auch geholfen, leichter zu verstehen, was gerade in dieser Lebensphase erforderlich wird.
Gute Kommunikation ist am Ende des Lebens besonders wichtig, sie schafft Nähe und Sicherheit.
Begleiterin / Begleiter zu sein – erzeugt tiefe Dankbarkeit – Ehrfurcht vor dem noch verbleibenden Leben.
Hilflos, aber umsorgt kommen wir zur Welt – so sollte es auch im letzten Lebensabschnitt sein.

Auf Wunsch der Teilnehmer /innen wird es weitere Intensivnachmittage geben, welche die zuvor angeschnittenen Themen vertiefen und mit praktischen Übungsmöglichkeiten ausgestaltet sein werden.
Außerdem ist angedacht, diese Kurse im Frühjahr an der Zentralalgarve um Lagoa herum anzubieten, wenn ausreichend Interesse dazu vorhanden ist.
Somit wäre dann eine weitere Möglichkeit einer qualifizierten Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden in deutscher Sprache an der Algarve gegeben, was bisher nicht der Fall ist.

Ansprechpartner sind das Team von Zeitspende:
Monika Diete ; Dorothea Walter, Marlis Weissenborn.

## Michaelis ##

Michaelis – die Älteren unter uns werden sich noch daran erinnern, dass es an diesem Tag Zwischenzeugnisse gab. Für mich war das in den wenigsten Fällen ein guter Tag. Den „deutschen Michel“ kennt jeder – eine Karikatur der deutschen Mentalität, in der Renaissance entstanden, ein völlender, saufender und schlaftrunkener Mann mit Zipfelmütze. Aber der Zusammenhang mit dem Heiligen St. Michael, dessen Gedenktag die katholischen und evangelischen am 29. September als Tag des Erzengel Michael und aller Engel feiern, ist keineswegs erwiesen. Die orthodoxen Kirchen feiern den Gedenktag am 8. November. Auch bei ihnen ist er eine bedeutende und wichtige Figur. So wurden die Zaren im Chudov Kloster getauft, das seinen Namen von einem Wunder hat, das dem Heiligen St. Michael zugeschrieben wird, das Wunder von Chonai. Er beschützte eine Wallfahrtskirche durch seine Kraft.
Überhaupt könnte man St. Michael als eine Art himmlischen Ordnungshüter beschreiben. Nach der Überlieferung war er es, der Adam und Eva aus dem Paradies vertrieb (1. Mose3,23ff). Andere Stellen im Alten Testament werden ebenfalls mit dem Erzengel Michael in Verbindung gebracht. So soll er es gewesen sein, der mit Jakob gerungen haben soll (1.Mose 32,24ff). Im Danielbuch, dessen apokalyptische Theologie die frühen Christen beeinflusst hat, wir er öfters erwähnt: Zu jener Zeit (gemeint ist das Weltende) wird sich Michael erheben, der große Engelfürst, der die Söhne deines Volkes beschützt … Und in jener Zeit wird dein Volk errettet werden … Und viele von denen, die schlafen im Erdenstaube, werden erwachen. (Daniel 12,1f) Die Offenbarung des Johannes nimmt diesen Gedanken auf. Michaels Posaune erweckt die Toten aus den Gräbern, er befreit die ‚Frau mit dem Kind‘ und tötet im endzeitlichen Kampf - gerüstet und mit großen Flügeln - den Drachen zu seinen Füßen (Offenbarung 12, 4ff) Michael ist eine himmlische Ordnungsmacht. Cyril von Jerusalem (314-386) schreibt: „Als Christus auf die Erde zu den Menschen kommen wollte, erwählte der Vatergott eine gewaltige Kraft, die Michael hieß, und vertraute Christus ihrer Fürsorge an.“ Als solcher ist er der Patron der katholischen Kirche später auch des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. In der Gegenreformation bekämpfte Michael die wirrgläubigen Protestanten. Noch 1886 ordnete Papst Leo XIII. an, dass Michael nach der Messe angerufen werde zum Schutz vor Satan und den anderen bösen Geistern:… „stoße die anderen bösen Geister, die in der Welt umherschleichen, um die Seelen zu verderben, durch die Kraft Gottes in die Hölle. Amen.“ Gemeint waren natürlich die Lutheraner und Reformierten. Die Verehrung des Heiligen Michael im Christentum verstärkt sich im 4. Jahrhundert. Seitdem sind zahlreiche Kirchen und Klöster nach ihm genannt. Das wohl berühmteste ist Mont St. Michele in der Normandie, das im 100jährigen Krieg niemals von den Engländern erobert werden konnte. In Deutschland hat Ludwig der Fromme um 813 das Fest auf einen Tag des germanischen Gottes Wotan gelegt. In Portugal gründete 1172 König Alfons I. den Orden von Flügel des Heiligen Michels zur Bekämpfung des Islam. Er besteht bis heute. Und natürlich gibt es viele Bauerregeln für diesem Tag, an dem sich (vor der Klimaveränderung) tatsächlich eine länger anhaltende Wettertendenz einstellet. Bringt St. Michael Regen, / kannst Du gleich den Pelz anlegen.

## 15. p. Trinitatis ##

Am Montag, der 21. September ist der Gedenktag des Evangelisten und Apostel Matthäus. Er gilt als der Verfasser des Matthäusevangeliums. Als Beleg führt man eine Stelle im 9. Kapitel des Matthäusevangeliums an: Als Jesus dann von dort weiterging, sah er einen Mann namens Matthäus an der Zollstätte sitzen und sagte zu ihm: »Folge mir nach!« Da stand er auf und folgte ihm (Mt 9,9) Die moderne Forschung hat jedoch gezeigt, dass diese Stelle die Bearbeitung einer Geschichte aus dem Markusevangelium ist: Im Vorübergehen sah er dann Levi, den Sohn des Alphäus, an der Zollstätte sitzen und sagte zu ihm: »Folge mir nach!« Da stand er auf und folgte ihm nach (MK 2,13) Der unbekannte Verfasser des Matthäusevangeliums soll den Namen geändert haben, weil Matthäus für die Gemeindegruppe(n), für die er die Erzählungen von Jesus sammelte, eine Autoritätsperson war. Dabei ist ebenso unsicher, wer eigentlich die Adressaten des Evangeliums sind. Einige Forscher sagen, es seien Heidenchristen (Beleg: der Missionsbefehl: Darum gehet hin und macht alle Völker zu Jüngern: tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe.28,19) gewesen, andere Judenchristen (Beleg: Kein Buchstabe des Gesetzes ist ungültig. 5,18). Vielleicht war es ja eine Gemeinde, zu der sowohl Juden-, als auch Heidenchristen gehört haben. Das Matthäusevangelium hat, da sind sich die Forscher einig, das Markusevangelium und die sogenannte Logienquelle als Vorlage, dazu kommen eigene Geschichten. Viel wichtiger aber, wer der Verfasser war und wer die ersten Adressaten, ist die Botschaft, die das Evangelium den Lesern und Zuhörern vermitteln will. Dabei fällt auf, dass es den theologischen Gedanken des Paulus nahesteht. Matthäus versucht immer wieder, das Leben und die Taten Jesu als Erfüllung der alten Weissagungen zu belegen: „… damit die Schrift erfüllt würde, die durch den Propheten verkündet worden ist.“ Der bekannteste Teil im Matthäusevangelium ist die Bergpredigt. Das jüdische ‚Gesetz‘ gilt, und wird sogar noch überboten. Die Frage ist nicht nur, „wie geht ein gutes Leben?“, sondern darüber hinaus, „was muss ich tun, um in den Himmel zu kommen?“ Matthäus entwirft also für die Gemeindemitglieder eine (ziemlich) strenge Ethik. Über die Aposteltätigkeit des Matthäus gibt so gut wie keine Legenden. Angeblich sind seine Gebeine 1084 nach Salerno gekommen, wo er in der dortigen Kirche begraben sein soll.

## Trauung Fleur und Ernst Keßler ##

Am Montag, dem 21. September 2020 fand endlich die Trauung von Fleur und Ernst Keßler statt. Eigentlich schon im Frühjahr geplant. Dann wegen der Corona Pandemie verschoben. Eigentlich geplant in der Kapele über den Klippen, doch wegen Bauarbeiten fand die Trauung schießlich in der Capella de Nossa Senhora do Carmel im Convent Bio statt. Diese alte Capelle des Convents, die auf ihre Renovierung wartet,  hat eine ganz eigene Atmosphäre.  Fleur und Ernst Keßler kommen aus Iphofen (Franken). Wir haben Gott darum gebeten, dass die beiden unter seinem Segen in guten und schweren Tagen beieinander bleiben und immer seinen stärkenden und tröstenden Geist erfahren dürfen. 

## Rosh hashana ##

An diesem Wochenende feiern unsere jüdischen Schwestern und Brüder Rosh hashana. Hebräisch רֹאֹשׁ הַשָּׁנָה bedeutet Anfang des Jahres. Es ist der jüdische Neujahrstag. Da der jüdische Kalender ein Mondkalender ist, variiert der Tag in jedem Jahr. Man grüßt sich an diesem Tag mit den Worten shana tova ‚Ein gutes Jahr‘. Dieser Tag ist ebenso eine Erinnerung an die Schöpfung der Welt, der erste Tag, und an die Erschaffung des ersten Menschen. Rosh hashana markiert den Beginn einer 10tägigen Feier, die mit dem Versöhnungstag endet, dem Jom Kipur. An diesem ersten Tag soll der Mensch Bilanz ziehen, in sich gehen. Manche erzählen, Gott säße auf seinem Thron und habe Bücher vor sich, in denen alle Taten der Menschen aufgezeichnet seien. Liturgisch begangen wird der Tag mit besonderen Gebeten, dem blasen des Shofarhorns und Segenssprüchen.
Es gibt besondere Speisen: denHonigkuchen (honek-lejkech), Zimmes, Weintrauben, süßen Wein und in Honig getauchten Apfelscheiben. Sie symbolisieren die Hoffnung auf ein gutes, süßes Jahr aus. Oft wird auch ein Stück eines Fisch- oder Schafskopf mit den Worten „Möge es dein Wille sein, dass wir zum Kopf und nicht zum Schwanz werden“ gegessen. Oder Granatäpfeln, die bei uns gerade reif werden. Sie enthalten viele Kern. „Möge es dein Wille sein, dass unsere Rechte sich wie der Granatapfel mehren.“ So ist Rosh hashana kein Trauertag, sondern ein Tag, an dem sich unsere jüdischen Schwestern und Brüder über Gottes Vergebung und Gnade freuen. Und wir Christen freuen uns hoffentlich mit Ihnen.

 

## 14. p. Trinitatis ##

 Am 14. September 407 verstarb Johannes Chrysotomus auf dem Fußmarsch in seine zweite Verbannung nach Pityus (heute Pizunda in Georgien). Seine letzten Worte, so will es die Legende: „Verherrlicht sei Gott für alles. Amen“ Geboren wurde er um das Jahr 345 im heutigen Atakya (Türkei). Sein Vater, ein hoher römischer Militär starb früh. Seine christliche Mutter sorgte für eine gute Ausbildung, auch in heidnischer Philosophie und Redekunst. Nach dem Tod seiner Mutter lebte er als sechse Jahre als Asket. Das tat ihm aber gesundheitlich nicht gut, so dass er 378 wieder nach Antiochien zurückkehrte. Dort begann seine kirchliche Karriere, die ihn 398 zum Patriarchen von Konstantinopel werden ließ. Dort geriet er in die politischen Konflikte am Kaiserhof. Der theologisch erbittert geführte Kampf um das Verständnis der Trinität (Arianischer Streit) tobte. Zudem kritisierte er den Lebensstil des Klerus und der Machthaber. Gottesdienst wurde gehalten, wann es den Reichen passte, so dass die arbeitende Bevölkerung nicht daran teilnehmen konnte. Das änderte Johannes Chrysotomus, auch verkaufte er Kirchenbesitz, um Arme zu unterstützen. Er gründete Hospize für Arme, Fremde und Kranke, unterstützte die verarmte Bevölkerung und sorgte für Seelsorge unter den Soldaten. Seine Sozialkritik stieß besonders bei der Kaiserin Eudoxia auf Widerstand. Sie veranlasste seine Absetzung und erste Verbannung im Jahr 404 nach Armenien. Er durfte noch einmal für 3 Jahre zurückkehren, bis er schließlich in den hintersten Winkel des römischen Reiches nach Georgien verbannt wurde. Den Beinamen Chrysotomus (Goldmund) erhielt er wegen seines außergewöhnlichen Redetalents. Am 13. September wurde seine Gebeine nach Konstantinopel zurückgeholt. 1204, als ein Heer von Kreuzzüglern Konstantinopel plünderte, wurde seine Gebeine geraubt und nach Rom gebracht. Im Petersdom blieben sie bis Papst Paul II 2004 einen Teil(!) an den Patriarchen von Konstantinopel zurückgab. Johannes besaß nicht nur ein großes Redetalent, er verstand es auch die Theologie seiner Zeit in einfachen Worten den Menschen zu erklären. Das entsprach der Ausrichtung seiner Theologie und Sozialethik an den Armen der Gesellschaft. Deshalb ist er in der katholischen Kirche der Patron der Prediger. „Wir bekleiden nur den Rang eines mahnenden Ratgebers. Der Ratgeber sagt seine Meinung, ohne auf den Zuhörer einen Zwang auszuüben; er stellt es diesem anheim, sich für oder gegen das Gesagte zu entscheiden. Nur dafür trägt er die Verantwortung, wenn er nicht nach bestem Wissen und Gewissen spricht.“ Das sollte auch heute ein Maßstab für alle Predigenden sein. Erwähnt werden muss, dass die Theologie des Johannes Chrysotomus viele antijüdische Elemente enthielt. Juden seien für den Tod Jesu verantwortlich. „Weil ihr Christus getötet habt, weil ihr gegen den Herrn die Hand erhoben habt, weil ihr sein kostbares Blut vergossen habt, deshalb gibt es für euch keine Besserung mehr, keine Verzeihung und auch keine Entschuldigung.“ Vorbildlich bleibt sein Streben, das Los von Armen, Kranken und Sklaven zu verbessern. „Wir bewahren unsere guten Werke am besten, wenn wir sie vergessen.“ Diese Maxime entspricht zwar nicht dem modernen Gedanken des Fundraisings, ist aber sicherlich näher am Evangelium: Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut. (Matthäus 6,3)

## Seebestattung ##

Am letzten Dienstag, dem 15. September wurde Karin Winicker auf See bestattet. Sie war am 2. Januar 2020 im Alter von 81 Jahren verstorben. Unser Weg mit Gott endet nicht am Grab, so bitten wir für unsere Verstorbene, die heimgeholt wurde in das Ewige Leben. Für alle, die ihr Tod traurig macht, bitten wir Gott um Trost, so wie eine Mutter ihr Kind tröstet. Wir vertrauen uns der Liebe Gottes an und bitten: Gott lehre uns unser irdischen Ende zu bedenken und stärke uns in der Hoffnung auf dein Ewiges Leben. Amen

 ## 13. Sonntag nach Trinitatis ##

Das Bild zeigt das Tryptychon der Geburt Marias von Pietro Lorenzetti (1280 – 1348). Zu sehen ist es im Dommuseum von Siena. Am 8. September wird das Fest der Geburt Marias gefeiert jedenfalls in der katholischen, orthodoxen und anglikanischen Kirche. Für Protestanten ist es kein Gedenktag. Dabei wird er schon sehr früh in der Geschichte der Kirche gefeiert, nämlich seit dem 5. Jahrhundert. Entstanden ist es möglicherweise aus eine Weihefest der St. Anna Kirche in Jerusalem. Die heilige Anna gilt als die Mutter Marias.
Die Legende erzählt (Protoevangelium des Jakobus), dass die Eltern Marias Anna und Joachim lange Kinder bekommen kommen. Damals eine Schande, Strafe Gottes. Joachim wurde sogar der Besuch des Tempels verboten. Dann in ihrer Verzweiflung erscheint den Eltern ein Engel, Er kündet die Geburt der Maria an. Eine Tochter voller Gnaden. So bekommt Anna Maria, eine Tochter ohne Sünde und Mutter Gottes.
Die Bauerregeln haben das Fest der Geburt Marias mit dem beginnenden Herbst verbunden: „Mariä Geburt fliegen die Schwalben furt“. Weil tatsächlich die Schwalben im März kommen (um das Fest Mariä Verkündigung 25. März), und Anfang September wieder wegfliegen, ist die Schwalbe der Wappenvogel der Maria geworden. Im 30jährigen Krieg hat Johann Khuen ein Lied gesichtet, das noch heute bei Prozessionen in Süddeutschland und Tirol gesungen wird:
Sagt an, wer ist doch diese, die auf am Himmel geht, die überm Paradiese als Morgenröte steht? Sie kommt hervor von ferne; es schmückt sie Mond und Sterne, die Braut von Nazareth.
Sie ist die reinste Rose, ganz schön und auserwählt, die Magd, die makellose, der sich der Herr vermählt. O eilet, sie zu schauen, die schönste aller Frauen, die Freude aller Welt.
Sie ist der Himmelsheere, der Engel Königin, der Heilgen Lust und Ehre, der Menschen Trösterin, die Zuflucht aller Sünder, die Hilfe ihrer Kinder, die beste Mittlerin.

## 12. Sonntag nach Trinitais ##

Am 29. August begehen die christlichen Kirchen den Tag der Enthauptung Johannes des Täufers. Johannes gilt als der letzte Prophet und Wegbereiter Jesu. Das Markusevangelium beginnt mit Johannes, dem Täufer. »Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der dir den Weg herrichten soll«; »eine Stimme ruft in der Wüste: ›Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Pfade!‹« –:so trat Johannes der Täufer in der Wüste auf, indem er eine Taufe der Buße predigte zur Vergebung der Sünden. Daran schließt sich die Taufe Jesu durch Johannes an. Die Botschaft des Johannes und Jesu haben viel gemeinsam: Kehrt um, denn das Gottesreich ist nahe. Während Johannes den Menschen ins Gewissen redet und die Folgen ihres Tuns vor Augen hält und ein Endgericht ankündigt, setzt Jesu auf ‚metanoein‘ die Umkehr der Herzen. Sie ist möglich, weil Gott selbst barmherzig und gnädig ist. Johannes wurde von König Herodes Antipas verhaftet. Er hatte die Ehe zwischen Herodes und Herodias, der Frau seines Bruders Herodes Boethos, kritisiert. Passiert bis heute, dass Menschen, die die Mächtigen kritisieren, verhaftetet werden. Dafür verstieß Herodes Antipasseine erste Frau Phasaelis. Er ließ Johannes festsetzen, wagte aber nicht, ihn umzubringen. An seinem Geburtstag tanzte Salome für Herodes. Er war so begeistert, dass er versprach, ihr jeden Wunsch zu erfüllen. Salome wünschte sich nach Rücksprache mit ihrer Mutter, den Kopf Johannes des Täufers. Er wurde ihr auf einem Tablett gebracht. Daher der Name Johannesschüssel. So erzählen es die Evangelisten Markus, Matthäus und Lukas.
Phasaelis war nicht untätig. Sie floh zu ihrem Vater Aretas. Es kam zu einem Krieg, den Herodes verlor. Nur auf Intervention der Römer konnte er sich an der Macht halten. Die Zeitgenossen deuteten den verlorenen Krieg als Strafe für die Untat des Herodes.
Johannes wurde den Evangelien zufolge von seinen Jüngern bestattet. Natürlich gibt es mehrere Orte, die beanspruche Reliquien des Johanes zu besitzen. In Rom die Kirche St. Johannes de Capite und die Kathedrale von Amiens. Aber auch im Islam wurde Johannes verehrt. Nach der Einnahme von Byzanz wurde das Armreliquiar vom Sultan in den Topkapi-Palast in Istanbul aufbewahrt. In der mittelalterlichen Heilkunst wurde die sogenannte Johannesschüssel Menschen gezeigt, die unter heftigen Kopfschmerzen litten. Johannes ist der Schutzheilige des Johanniter- bzw. Malteserordens.

## 30. August 2020 Besuch von Erzbischof Kardinal Jean-Claude Kardinal Hollerich SJ in Carvoeiro ##

 

Noch bis zum Samstag, dem 5. September hält sich der Erzbischof von Luxemburg Kardinal Jean-Claude Hollerich SJ in Carvoeiro aus. Eigentlich verbringt er hier seinen Urlaub. Trotzdem hat er viele gottesdienstliche Verpflichtungen. So auch am letzten Sonntag, als er eine Messe in der Capela de Nossa Senhora da Encarnação in Carvoeiro hielt. 2012 wurde Hollerich zum Erzbischof von Luxemburg geweiht. Seit einem Jahr ist er Mitglied des Kardinalskollegiums, das den Papst wählt. Seit Anfang dieses Jahres ist er Mitglied des päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialogs. Sicherlich auch, wegen seines langjährigen Aufenthaltes in Japan. Jedenfalls hat Erzbischof Kardinal Hollerich zugesagt bei seinem nächsten Aufenthalt mit unserer Gemeinde einen Gottesdienst zu halten. Darauf freuen wir uns schon sehr.

## 11. Sonntag nach Trinitatis##

Montag, der 24. August ist dem Apostel Bartholomäus gewidmet. Er gehört zu den 12 Jüngern, wie Markus 3,16ff par berichtet. Möglicherweise ist er identisch mit dem bei Johannes (1,45) erwähnten Nathanael bar Tolmai (Sohn des Tolmai). Jesus nannte ihn einen wahren Israeliten ohne Falsch. Vielleicht hat er sogar eine pharisäische Ausbildung genossen.

Danach hört man nichts mehr von ihm. Die christliche Legende berichtet, dass er den Osten missioniert hat, besonders Mesopotamien, Indien und Armenien. Er gilt als der Gründungsvater der armenisch-orthodoxen Kirche. Sie ist die älteste christliche Kirche. Der Kirchenvater Tertullian erwähnt sie in seiner Schrift „Ad Judaeos“, die um das Jahr 197 nach Christus geschrieben wurde. In Armenien soll Bartholomäus das Martyrium erlitten haben, entweder enthauptet oder bei lebendigem Leib die Haut abgezogen. Beides keine angenehme Weise aus dem Leben zu scheiden. Weitere Legenden gibt es um seine Gebeine. Einige berichten, sein Sarg sei in Sizilien angeschwemmt worden. Eine Kirche an dem Ort erbaut, wurde von den Sarazenen zerstört. Kaiser Otto II. soll die Gebeine nach Rom überführt haben, wo sie in der Kirche San Bartholomeo all’Isola bestattet sind. Die Kopfschale gelangte im 13. Jhdt. nach Frankfurt/Main. Der dortige Kaisderdom, die Krönungskirche der Kaiser des Heiligen-römischen Reiches deutscher Nation, ist seitdem dem Heiligen Bartholomäus gewidmet.

In die Geschichte eingegangen ist das Massaker an den französischen Hugenotten am Bartholomäustag 1572. Tausende Hugenotten sind nicht nur in Paris, sondern in ganz Frankreich umgebracht worden. Als Papst Gregor XIII. davon erfuhr, ließ er ein ‚Te Deum‘ singen und eine Gedenkmünze prägen. Als Ludwig der IV. 1685 im Edikt von Fontainebleau die Religionsfreiheit in Frankreich aufhob, flohen die Hugenotten zu hunderttausenden in die Nachbarländer. Davon haben deutsche Staaten wie Hessen und Preußen profitiert. Denn die Hugenotten waren gut ausgebildete Handwerker und Wissenschaftler. In Bad Karlshafen an der Weser wurde bis 1917 französisch unterrichtet, Gottesdienste und Amtshandlungen wurden in französischer Sprache zelebriert. Natürlich gibt es auch wieder zahlreiche Bauernregel zum Tag des Heiligen Bartolomäus: „Wie Bartholomäustag sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt.“

In der Predigt am 11. Sonntag nach Trinitatis geht es um das Gleichnis von Pharisäer und Zöllner, die im Tempel beten. Warum ausgerechnet der nach unseren moralischen Urteilen abgrundtief schlechte Zöllner gerechtfertigt wird, lesen sie in der Predigt unter der Rubrik „Gedankensplitter“.

## 10. Sonntag nach Trinitatis ##

Der 10. Sonntag nach Trinitatis wird im evangelischen liturgischen der Tag des Gedenkens an die Zerstörung des 2. Tempels in Jerusalem im Jahre 70 n. Chr. durch die Truppen des späteren Kaisers Titus gedacht. Das genaue Datum kann nicht rekonstruiert werden, da nicht ganz klar ist, welchen Kalender Flavius Joseph benutzt hat. Er ist mit seinem Buch ‚Der jüdische Krieg‘ einer der Hauptzeugen. Es mag im September des Jahres 70 gewesen sein. Im jüdischen Kalender heißt der Gedenktag Tischa b Av, der neunte Tag des Monats Av. Das war in diesem Jahr der 29/30. Juli. Im Gottesdienst in der Synagoge werden Klagelieder und Klagepsalmen gelesen. " Wenn jemand sein Haus streicht, soll er ein kleines Stück unvollendet lassen – in Erinnerung an Jerusalem.“- erinnert ein jüdisches Sprichwort an diesen Tag. Auf die Eroberung Jerusalems folgte die Belagerung und Eroberung der Festung Massada im Jahr 74 n. Chr. Damit war der jüdische Krieg beendet. Heute ist die sogenannte Klagemauer der letzte Rest dieses zerstörten Tempels. Als Folge des Krieges wurde Judäa eine römische Provinz. Auf den Trümmern der Stadt errichteten die Römer eine römisch-hellenistische Stadt. Zahlreiche Juden verließen das Land und gingen in die Diaspora. Da das Zentrum der jüdischen Religion zerstört war, wurde durch die Rabbiner der jüdische Gottesdienst in den Synagogen entwickelt so, wie wir ihn heute noch kennen. Die christlichen Liturgien eines Gottesdienstes folgen im Wesentlichen diesen rabbinischen Vorlagen. Auch für die junge christliche Gemeinde war der Verlust des Tempels ein einschneidendes Ereignis. Die urchristliche Gruppe um Petrus, die sich im Tempel versammelte, verliert sich danach im Dunkeln der Geschichte. Viele werden während der Kämpfe umgekommen sein. Das Lukasevangelium ist nach 70 entstanden und reflektiert die Zerstörung der Stadt: Als er (Jesus) dann nähergekommen war und die Stadt erblickte, weinte er über sie und sagte: »Wenn doch auch du an diesem Tage erkennen möchtest, was zu deinem Frieden dient! Nun aber ist es deinen Augen verborgen geblieben. Denn es werden Tage über dich kommen, da werden deine Feinde einen Wall gegen dich aufführen, dich ringsum einschließen und dich von allen Seiten bedrängen; sie werden dich und deine Kinder in dir dem Erdboden gleichmachen und keinen Stein in dir auf dem andern lassen zur Strafe dafür, dass du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.« Christen trauern mit Juden um den Verlust des Tempels. Er ist eine Mahnung für uns, für den Frieden unter allen Menschen einzutreten.

## 15. August Mariae Himmelfahrt ##

Am 15. August feiern die Kirchen Mariä Himmelfahrt, genauer die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel. Maria war ohne Sünde und wurde deshalb unmittelbar ohne den Umweg über das Fegefeuer in den Himmel aufgenommen. Weil solche theologischen Gedanken der leiblichen Aufnahme biblisch nicht belegbar sind, - es gibt keinen Bericht über den Tod Marias im Neuen Testament - ist der 15. August für evangelische Christen schlicht der Gedenktag des Todes der Maria.
Zuerst gefeiert wurde das Fest um 431 in Ägypten. Bischof Kyrill von Alexandrien hat sich für seine Durchsetzung in der Ostkirche eingesetzt. Es sollte die altrömischen Festtage der „Feriae Augusti“ ersetzten, an denen die Römer den Sieg des Augustus über seinen Rivalen Marcus Antonius als Staatfeiertag begingen. In der Westkirche setzt sich das Fest im 7. Jahrhundert durch, seit dem 13. Jahrhundert wird das Fest mit großen Prozessionen gefeiert. 1950 hat Papst Pius XII. das „Fest von der ganzheitlichen Aufnahme in den Himmel“ als Dogma (nicht hinterfragbare Glaubensüberzeugung der Kirche) festgelegt. Wenn auch nicht im Neuen Testament bezeugt, gab es bald fromme Legenden, wie es sich mit der Aufnahme Maries zugetragen haben soll. So sei Maria bestattet worden, aber sofort sei Christus gekommen, habe den Stein weggenommen und Maria aus dem Grab gerufen.
Heute wird das Fest besonders in Süddeutschland gefeiert. In manchen Orten werden bestimmte Kräuter gesammelt, geweiht und zu Hause zur Schadensabwehr aufgehängt. Auch in der orthodoxen Tradition werden die Ikonen mit gesammelten Blumen und Kräutern geschmückt. In einem Marienlied heißt es (Gotteslob 522):

„Maria aufgenommen ist, Halleluja,
zu ihrem Sohne Jesus Christ, Halleluja.
Ihr Sohn, der Tod und Grab besiegt, Halleluja,
er lässt im Tod die Mutter nicht. Halleluja.“

## Edith Stein ## 

9.p. Trinitatis

Am 9. August 1942 wurde Edith Stein im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau vergast. Papst Paul II. hat sie 1987 heilig gesprochen. Die evangelische Kirche verehrt sie als Märtyrerin für den christlichen Glauben. Geboren ist Edith Stein in Breslau in einer jüdisch-orthodoxen Familie. Nach ihrer Schulzeit studierte sie in Breslau, Göttingen und Freiburg. Sie war nach ihrer Doktorarbeit 1916 wissenschaftliche Assistentin von Edmund Husserl. Ihre Habilitationsschrift wurde nicht anerkannt, weil sie eine Frau war. In der nach dem Krieg herausgegebenen Fassung „Endliches und Ewiges Sein“ setzt sie sich mit Thomas von Aquin, Husserl und Heidegger auseinander. Durch die Lektüre der Heiligen Theresa von Avila trat sie 1922 zum katholischen Glauben über. Bis 1933 lehrte sie am „Deutschen Institut für wissenschaftliche Pädagogik“ in Münster. 1933 musste sie ihrer Lehrtätigkeit auf Druck der Nazis aufgeben. Sie schrieb an den damaligen Papst Pius XI., um eine Stellungnahme gegen die Verfolgung zu erreichen: „… Alles, was geschehen ist, und noch täglich geschieht, geht von einer Regierung aus, die sich ‚christlich‘ nennt. Seit Wochen warten und hoffen nicht nur die Juden, sondern Tausende treuer Katholiken in Deutschland – und ich denke, in der ganzen Welt – darauf, daß die Kirche Christi Ihre Stimme erhebe, um diesem Mißbrauch des Namens Christi Einhalt zu tun. (…) Wir alle, die treue Kinder der Kirche sind und die Verhältnisse in Deutschland mit offenen Augen betrachten, fürchten das Schlimmste für das Ansehen der Kirche, wenn das Schweigen noch länger anhält.“ Eine Antwort erfolgte nicht. Der Papst handelte lieber mit Hitler das Konkordat aus. 1933 trat Edith Stein in den Karmeliterorden in Köln ein, sie führte den Ordensnamen Teresia Benedicta a Cruce. 1938 siedelte sie in das holländische Kloster in Echt über, um der Verfolgung entgehen. Doch die Nazis holten sie ein und deportierten sie 1942 nach Auschwitz-Birkenau. Edith Stein versuchte Zeit ihres Lebens zu vermitteln zwischen ihrer jüdische-orthodoxen Herkunft, dem christlichen Glauben und der Philosophie. In "Endliches und ewiges Sein" lässt sie zwei Welten aufeinander treffen: die christliche Philosophie der Scholastik und die säkulare Philosophie moderner und zeitgenössischer Denker. Sie entwickelt den Grundriss einer Seinslehre. Dabei geht es ihr nicht nur um eine phänomenologische Auseinandersetzung mit Thomas von Aquin und der Scholastik, sondern ebenso um die Einführung einer neuen analytisch-kontemplativen Betrachtungsweise, die nach ihrer Meinung allein in der Lage ist, eine umfassende Schau des Menschen und der Welt zu gewährleisten.

 ## Josua Stegmann ##

8. p. Trinitatis

 

Ach, bleib mit Deiner Gnade
bei uns, Herr Jesu Christ,
dass uns hinfort nicht schade
des bösen Feindes List.

Die evangelische Kirche gedenkt am Montag, dem 3. August dem Professor der Theologie und Liederdichter Josua Stegmann. Geboren am 14. September 1588 in Sülzfeld, wo sein Vater Pfarrer war. Nach dem Studium in Leipzig und Promotion in Wittenberg 1617 trat er die Stelle des Superintendent der Grafschaft Schaumburg in Stadthagen an. 1621 wurde er zum Professor der Theologie an die neu gegründete Universität Rinteln der ‚Academia Ernestina‘ berufen. Diese Universität war als Reformuniversität konzipiert, denn an ihr lehrten sowohl Lutheraner als auch Calvinisten. Ein Novum in dieser von konfessionellen Streitigkeiten nicht armen Zeit. Die Schaumburger Grafen hatten den Calvinistischen Glauben angenommen, ihrer Untertanen aber blieben Lutheraner. Ein klares Zeichen gegen die Engstirnigkeit der lutherischen Orthodoxie und calvinistische Rechthaberei für die Vielfältigkeit des evangelischen Glaubens. Die Universität Rinteln bestand bis 1810, als sie unter französischer Verwaltung geschlossen wurde. Die Academia Ernestina spielte eine bedeute Rolle als Gutachterin bei den aufkommenden Hexenprozessen. Aber auch die ‚Cautio Criminalis‘ des Friedrich Spee von Langenfeld wurde dort 1631 gedruckt. Diese Schrift markiert den theologischen Beginn des Kampfes gegen die Hexenprozesse.
In die Anfangszeit der Academia Ernestina fällt der Beginn des 30-jährigen Krieges. Rinteln wurde, nachdem schon vorher vom Braunschweiger Herzog geplündert, von kaiserlichen Truppen besetzt. Kaiser Ferdinand II erließ 1629 das Restitutionsedikt, das allen kirchlichen Besitz an die katholische Kirche zurückerstatte. Die Universität wurde von Benediktinermönchen in Besitz genommen. 1630 wurde Josua Stegmann von den Mönchen zu einer Disputation geladen. Heute würde man sagen, ein reine Schauveranstaltung. Stegmann wurde coram publico lächerlich gemacht und vorgeführt. Während dieser Zeit wütete auch die Pest in Rinteln. Daran soll Jousa Stegmann im Alter von 44 Jahren 1632 in „hitzigem Fieber“ gestorben sein. Sein Grabmal ist bis heute in der St. Nicolai Kirche in Rinteln zu sehen.

Ach, bleib mit Deinem Segen
bei uns, Du reicher Herr,
Dein Gnad' und Allvermögen
in uns reichlich vermehr.

 

## Jakobus der Ältere ##

7. p. Trinitatis

Am Samstag, dem 25. April gedenkt die (westliche) Kirche des Apostels Jakobus des Älteren. In Spanien und Portugal bekannt als Santiago. Er soll um das Jahr 44 enthauptet worden sein. Einer der frommen Legende nach setzen seine Schüler den Leichnam in ein unbemanntes Schiff. Dieses strandete in Galicien, wo er im Landesinneren beigesetz wurde. Im 9. Jahrhundert wurde das Grab „wiederentdeckt“ und darüber die Kathedrale in Santiago de Compostela errichtet. Die Jakobswege aus verschiedenen Ländern enden dort. Noch heute ist der „Jakobsweg“ einer der bekanntesten Pilgerwege überhaupt. Im Neuen Testament gehört Jakobus neben seinem Bruder Johannes und Petrus zu den erstberufenen Jüngern. Er wird mehrmals erwähnt. In der Verklärungsgeschichte ist er mit Jesus auf dem Berg, wo sie Moses und Elia begegnen (Matthäus 17 par). Er ist im Garten Gethsemane bei Jesus. (Matthäus 26 par). Die Apostelgeschichte (12) berichtet von seinem Tod unter Herodes Agrippa I. (41-44). Es wird vermutet, dass das Markusevangelium (10, 5ff)) den Tod des Jakobus vor Augen hat, wenn es berichtet: Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, an ihn heran und sagten zu ihm: »Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst.« Er fragte sie: »Was wünscht ihr von mir?« Sie antworteten ihm: »Gewähre uns, dass wir in deiner Herrlichkeit einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen dürfen!« Da sagte Jesus zu ihnen: »Ihr wisst nicht, um was ihr da bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich zu trinken habe, oder die Taufe erleiden, mit der ich getauft werde?« Sie antworteten ihm: »Ja, wir können es.« Da sagte Jesus zu ihnen: »Den Kelch, den ich zu trinken habe, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr auch getauft werden; aber den Sitz zu meiner Rechten oder zu meiner Linken habe nicht ich zu verleihen, sondern er wird denen zuteil, für die er bestimmt ist.“ Wegen ihres Temperaments bekommen er und sein Bruder den Beinamen „Donnersöhne“ (Mk 3,17 par). Seit dem 8. Jahrhundert ist sein Gedenktag am 25 Juli. Die Bauerregel sagt: „Ist’s Jakobi klar und rein, wird’s Christfest frostig sein.“

## Maria Magdalena ##

6. p. Trinitatis

In dieser Woche, am 22. Juli, gedenkt die evangelische Kirche der Maria Magdalena. Nur wenige Personen in der Geschichte der Kirche sind umstrittener als sie. Mal wird sie ganz eng mit Jesus verbunden geschildert, Gregor der Große, Papst im 6./7. Jahrhundert, erklärte sie zur lasterhaften Prostituierten, zur Sünderin schlechthin, die fromme Legende versetzt sie im 13. Jahrhundert nach Südfrankreich, in Ägypten wurde ein Evangelium der Maria Magdalena gefunden, geschrieben in koptischer Sprache. In den Evangelien wird sie als enge Nachfolgerin Jesu geschildert. Er hatte sie von 7 Geistern geheilt. Sie steht unter dem Kreuz, während sich die Männer aus dem Staube gemacht hatten, und sie ist die erste Zeugin der Auferstehung. „Mirjam!“ – Da wandte sie sich ihm zu und sagte: „Rabbuni! Mein Meister!“ – Jesus sagte: „Halte mich nicht auf! … Geh aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: „Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“ – Da ging Mirjam von Magdala zurück zu den Jüngern und verkündete ihnen: „Ich habe den Herren gesehen…!“ Dann verliert sich ihre Spur. Während die Westkirche im 6./7. Jahrhundert sie diskreditiert, wird sie in der Ostkirche weiterhin als erste Zeugin verehrt. Davon zeugt vielleicht ihr Evangelium, gefunden in Naq Hammadi. „Da stand Maria auf, umarmte sie alle und sagte zu den Jüngern: „Weint nicht und seid nicht betrübt und lasst keinen Zweifel in eurem Herzen zu! Denn seine Gnade wird in Fülle mit euch sein und sie wird euch beschützen.“ … Da Maria das sagte, wandte sich das Herz der anderen zum Guten...“ Vielleicht ist der Hintergrund ihres Evangeliums der Konflikt über die Rolle der Frauen in den patriarchalisch geprägten Kirchen. Hure oder Heilige. Diese Auseinandersetzung dauert bis heute in vielen christlichen Kirche an. Auch in evangelischen Kirchen gibt es noch immer ewig Gestrige. Immerhin hat Papst Franziskus sie als Apostelin der Apostel etwas rehabilitiert. Bischof Hieronymus schrieb im 4. Jahrhundert: „Als Jesus auferstanden war, erschien er zuerst den Frauen. Jene wurden „Apostelinnen der Apostel“. Und die Männer sollten schamrot werden, weil sie den nicht suchten, den das zartere Geschlecht schon gefunden hatte.“ Das könnte ja darauf hinweisen, dass Männer, anstatt sich mit ihrer Scham auseinanderzusetzen, die zu eliminieren versuchen, denen sie die Schuld an ihrer Scham geben.

 

## Erasmus von Rotterdamm ##

5. p. Trinitatis

Am heutigen Sonntag gedenkt die Kirche an Erasmus von Rotterdam. ER ist am 12. Juli 1536 gestorben. Geboren als eines von mehreren Kindern eines katholischen Priesters, sie seien ja auch keine Eunuchen, schreibt er später einmal. Nach Schul- und Universitätsjahren kommt er in Kontakt mit Thomas Morus und wird Erzieher des späteren Königs Heinrich VIII. Erasmus reist viel in Europa herum, war außer in England, in Basel, Venedig und Löwen, wo er das Collegium Trilingue mitbegründete. Dort wurden die Texte erstmals in der Ursprache gelehrt und gelesen. 1535 kehrte er nach Basel zurück, wo er ein Jahr später starb. Obwohl katholischer Priester und Augustiner Chorherr wurde er im protestantischen Münster von Basel beigesetzt. Erasmus stand der Reformation ziemlich kritisch gegenüber, er meinte, „man solle eben auch Geduld mit der Kirche als Institution haben und darauf vertrauen, dass sie erneuerbar ist.“ Was ihn nicht hinderte, die scholastisch geprägte katholische Theologie und Kirche zu kritisieren. In einer seiner Satiren schrieb er einmal: „Die christliche Religion steht einer gewissen Torheit recht nahe; hingegen mit der Weisheit verträgt sie sich schlecht!“ Erasmus war ein gemäßigter Reformer, aber fragte sich auch selbstkritisch, ob nicht seine Gedanken zur späteren Kirchenspaltung beigetragen haben. „Ich Erasmus, habe das Ei gelegt und Luther hat es geöffnet.“ Luther, ja auch Augustiner Chorherr, mag er wegen seiner groben und undiplomatischen Art. Erasmus streitet mit Luther, dessen 95 Thesen er grundsätzlich plausibel findet, darüber, ob der Wille des Menschen frei sei oder nicht. Ein Diskurs, der sich bis in die Neuzeit hineinzieht und durch die Thesen der Neurowissenschaften erneut ausgetragen wird. Luther sagt, der menschliche Wille sei unfrei, frei sei er nur, das Böse zu tun. Erasmus ist der Meinung die Willensfunktion sei eine göttliche Gabe, die der Mensch selbständig gebrauchen könne. Wo Luther sich gewiss gibt, bleibt Ersamus vorsichtig. Ähnlich der sokratischen Erkenntnis formuliert er für die Theologie. „Es gibt in der Theologie unzugängliche Stellen, wo Gott nicht gewollt hat, dass wir näher herzu dringen sollen; und wenn wir vorzudringen suchen, so tasten wir, je tiefer wir hineingehen, umso mehr im Dunkeln, so dass wir auch so die unergründliche Majestät der göttlichen Weisheit und die Hilflosigkeit des menschlichen Verstandes erkennen.“
Nikolaus Schneider, der ehemaliger Ratsvorsitzender der EKD, sagt über Erasmus: „Er war ein ausgesprochen toleranter Mensch und hat immer wieder zum Frieden gemahnt. Es gibt diesen schönen Aphorismus von Erasmus, in dem er sagt, dass der elendste Friede dem glorreichsten Krieg vorzuziehen sei.“
In der Predigt geht es um den Anruf Gottes an Abraham, das Alte zu verlassen und etwas Neues im Vertrauen auf Gott zu erfahren. Das ist eine Reise ins unbekannte. Paulus schrieb darüber: „Alles, was wir jetzt sehen, sehen wir undeutlich und wie durch einen Spiegel verzerrt. Einmal aber werden wir unmittelbar sehen. Jetzt ist unser Glaube nur Stückwerk, einmal aber wird alles klar und deutlich werden, so wie Gott mich klar und deutlich erkannt hat.“ Lesen Sie mehr unter der Rubrik Gedankensplitter.

 

## Jan Hus ##

4. p. Trinitatis 

Am Montag, dem 6. Juli gedenkt die evangelische Kirche Jan Hus. Auf den Tag genau wurde er vor 570 Jahren in Konstanz während des Konzils als Ketzer verbrannt. Er war 45 Jahre alt. Johann Hus gehört theologisch zu den Vorläufern Martin Luthers. Er predigte auf Tschechisch gegen den Ablasshandel, übersetzte die Bibel ins Tschechische, verfasste Lieder in seiner Muttersprache, predigte gegen Prunk und Machtmissbrauch des Klerus. Christus ist das Haupt der Kirche, der Papst habe nur soweit Autorität, als er sich an die Lehre Christi halte. Reliquienverehrung, Bildverehrung und erfundene Wunder kritisierte er. : „Darum, du frommer Christ, suche die Wahrheit, höre die Wahrheit, lerne die Wahrheit, liebe die Wahrheit, rede die Wahrheit, halte die Wahrheit, verteidige die Wahrheit bis in den Tod, denn die Wahrheit befreit dich von der Sünde, vom Teufel, vom Tod der Seele und schließlich vom ewigen Tod, der ewigen Trennung von Gottes Gnade.“
Hus markierte Fragen und Themenkomplexe, die Luther und die Reformatoren ein Jahrhundert später aufgenommen haben. Er studierte zuerst Philosophie, dann Theologie und wurde 1400 zum Priester geweiht. Die Suche nach der Wahrheit war Zeit seines Lebens seine Aufgabe. „Von Beginn meiner Studien an habe ich es mir zum Grundsatz gemacht, wo immer ich eine richtigere Meinung erkenne, meine weniger richtige sogleich aufzugeben und demütig und fröhlich die besser begründete Ansicht zu übernehmen, weil ich weiß, dass das, was wir wissen, nur ein unbedeutender Bruchteil dessen ist, was wir nicht wissen.“ Durch den Eingriff des Königs Wenzel IV in die Autonomie der Universität Prag verließen etwa 800 deutschsprachige Wissenschaftler Prag und gründeten die Universität Leipzig in Sachsen. Hus hatte – wenn man es so sehen will – weniger Glück als Luther. Er ist letztlich ein Opfer der Machtkämpfe um die böhmische Krone und des päpstlichen Machtvakuums geworden. Zurzeit des Konzils in Konstanz gab es drei Päpste gleichzeitig. Für die tschechische Nation ist Hus ein Nationalheiliger. 1925 wurde sein Todestag staatlicher Feiertag. Worauf der Vatikan zeitweise die Beziehungen zur tschechischen Republik abbrach. Für uns evangelische ist und bleibt Hus eine wichtige Wegmarke zur Reformation. „Ein Christ sollte beständig im Glauben und im Ergründen dieser dreifachen Wahrheit sein: derjenigen, die in der Schrift enthalten ist, derer, die wir mit unseren Sinnen erkennen, und der Wahrheit, die wir mit der unfehlbaren Vernunft erreichen. Es ist besser für diese dreifältige Wahrheit den Tod erleiden, als fette Pfründe durch Schmeicheleien.“

 ## Peter und Paul ##

3. p. Trinitatis

Am Montag, den 29. Juni feiern wir das Apostelfest Peter und Paul. Und das schon seit 257 nach Christus. Damals verbot Kaiser Valerian die Verehrung ihrer Gräber. Ihre sterblichen Überreste wurden in die römischen Katakomben verbracht und heimlich weiter verehrt. Die älteste öffentlich zelebrierte Feier des Festes wird auf 354 n.C. datiert. Das Paulus in Rom durch das Schwert starb ist in der Forschung nicht umstritten, wohl aber, dass auch Petrus in Rom gewesen ist und dort den Märtyrertod erlitten hat. Aber es gibt eine sehr alte Tradition der Verehrung des Petrus in Rom. In der römischen Kirche wird Petrus als der erste Bischof von Rom gezählt. Dementsprechend sind alle Päpste bis heute Nachfolger auf den Stuhl Petri. Paulus hat das Christentum im östlichen Mittelmeer verbreitet. Sein Verdienst ist die Mission für das junge Christentum. Indem die Kirche diese beiden durchaus kontrovers denkenden und handelnden Person an einem Tag verehrt, zeigt sie auch, dass Kontroversen und Widersprüche durchaus erwünscht sind und Ausbreitung des Christentums eher befördern als hindern. Natürlich gibt es auch Bauernregeln: "Ist es schön an Peter und Paul, füllt's uns die Taschen und das Maul." Oder auch: "War es an Peter und Paul klar, dann hoffe auf ein gutes Jahr."
Am 3. Sonntag nach Trinitatis geht es um Gottes Erbarmen und seine große Freude Gottes über jeden, der ihn (wieder) in den Blick nimmt und mit ihm rechnet. Denn: „Barmherzig und gnädig ist Gott, geduldig du von großer Güte.“ (Psalm 103,8) 

 

## Gottesdienst zu Johannnis / Gedenktag der Augsburgischen Konfession am 25. Juni 2020##

Am 25. Juni, 16:oo Uhr haben wir uns anlässlich des Johannisfestes und des Gedenktages der Augsburgischen Confession(CA) im Convent Bio getroffen. Wir begannen den Nachmittag mit einer Andacht in der noch nicht restaurierten Kapelle Nossa Senhora do Socorro. Die ehemalige Klosteranlage gehörte zu einem Karmeliterkloster, das 1551 gegründet wurde. Die Erdbeben von 1722 und 1755 richteten so ernsthafte Schäden an, das sich das Kloster nicht wieder erholt. Schließlich wurde es aufgegeben und verfiel zunehmend. Die jetzigen Besitzer fühlen sich dem kulturellen Erbe der Anlage verpflichtet und verbiunden es mit der modernen Idee der biologischen Landwirtschaft im Algarve.

Im Anschluß an die Andacht konten wir unser Tags zuvor bestelltes Brot abholen. Alle haben auch fleißig im Bioladen, der ein interessantes Angebot bereit hält, eingekauft.  Beim anschließenden Kaffee kam heraus, dass es am Anfang der evangelischen Gemeinde im Algarve im damaligen Vorstand Überlegungen gegeben hat, das Kloster zu erwerben und als Kirche und Pfarr-/Gemeindehaus zu nutzen.  Wir haben uns  dort sehr wohl gefühlt und sind als evangelische Gemeinde sehr freundlich aufgenommen worden.  Unser Dank gilt deshlab der Geschäftleitung. 

Während des Austasuches kam die Idee auf, auch andere Veranstaltungen der Gemeinde hier stattfinden zu lassen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

##Spendenaufruf für die Opfer des Brandes im Gebiet Aljezur 19. - 21. Juni 2020##

Am 19. Juni 2020 brach das erste große Feuer im Algarve aus. Über 230 Feuerwehrmänner, 10 Flugzeuge und Helikopter haben den Brand schließlich löschen können. 2200 Hektar Land waren betroffen. Viele Familien haben ihre Häuser verloren, in denen sie teilweise über 30 Jahre gelebt haben.
Unsere Kirchengemeinde hat eine Soforthilfe von 500€ beschlossen und an gofundme zu Händen von Lucy Cannon weitergeleitet. Sie ist unserer Gemeinde bekannt durch ihren Einsatz für die Opfer des Brandes in Monchique. Die Spenden kommen besonders Familien mit Kindern  zu Gute. Wer direkt spenden will, den verweise ich auf den link https://www.gofundme.com/f/wildfire-support-for-families-algarve

 

 

##Einladung zu einer Andacht in der Kapelle Nossa Senhora do Socorro
im Convent Bio in Lagoa, Donnerstag, 25. Juni 2020, 16.00 Uhr##

Am 24.6. feiern die Christenheit das Fest Johannis. Dieses Fest sollte die vielen papganen Bräuche, die es um die Sommersonnenwende gab, christlich einbinden. Bekannt sind die Johannisfeuer, die Dämonen vertreiben sollten. In dieser Zeit werden bestimmt Heilkräuter gesammelt. Im Elsaß wird der Johanniskuchen gebacken. Am 25.6. gedenken die evangelischen Kirchen der ‚Confessio Augustana‘. In diesem Bekenntnis haben die lutherischen Stände auf dem Reichstag in Augsburg 1530 ihren Glauben dargelegt. Sie sollte die Grundlage für die Konfessionsgespräche werden.

Wir laden ein zu einer Andacht in der Kapelle Nossa Senhora do Socorro (Hilfe) um 16.00 Uhr. Anschließend kann das vorherbestellte Brot abgeholte werden. Mit einem kleinen Kaffeetrinken endet dieser Tag.

 

Diese Anlage gehörte dem Kloster Carmelitas Calçados d 'Alagoa das Nossa Senhora do Socorro, das 1551 unter dem Einfluss von Königin D. Catarina gegründet wurde. Wie im Orden der Karmeliter üblich befand sich dieses männliche Klosterhaus außerhalb Lagoas, aber nahe genug für eine enge Beziehung zur Stadt. Die Karmeliter bewirtschafteten landwirtschaftliche Flächen, mit guter Bewässerung und einem Hain, der in das Gebiet eingefügt war. Diese Gegend war seit jeher für seine Fruchtbarkeit und für die Qualität des geernteten Gemüses, Obstes und Weines bekannt. Das Kloster hatte im 16. Und 17. Jahrhundert eine gewisse lokale Bedeutung. Die Erdbeben von 1722 und 1755 richteten jedoch ernsthafte Schäden an. Davon hat sich das Kloster nie wieder richtig erholt. Schließlich wurde es ganz aufgegeben. Die jetzigen Besitzer fühlen sich diesem kulturellen Erbe verpflichtet.

Adresse: Convento do Carmo
Sítio do Carmo, EN 125
8400-405 Lagoa
Algarve Portugal
37.128288, -8.437881

An Dienstagen und Donnerstagen wird Brot frisch gebacken. Es gibt das typische portugiesische Brot, ein Brot mit Dinkel, mit Roggen und ein Körnerbrot. Bitte uns teilen Sie bis spätestens Dienstag, dem 23. Juni 2020 mit, welche Art von Brot für Sie gebacken werden sollten.

J.-Stephan Lorenz
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
+49 171 6820295

 

 

## Fragen für die nächste Ausgabe des Gemeindebriefes##

Wir bitten Sie, ihre Antworten bis zum 15. Juli an Pastor Lorenz zurückzuschicken, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Fragen für Gemeindebrief zur Corona Krise

Im nächsten Gemeindebrief wird die Covid19 Krise das Thema sein. Gemeindeleben hat seit Mitte März nicht mehr stattgefunden. Keine Gottesdienste, Kasualien wurden abgesagt. Gemeindebesuche waren nicht möglich. Wir würden gerne wissen, wie es Ihnen ergangen ist. Und wenn Sie Lust und Zeit haben, dann schreiben sie etwas auf, was wir vielleicht im Gemeindebrief veröffentlichen dürfen. Wir sind unterschiedliche Menschen und reagieren auf eine solche Krise ganz verschieden. Und manchmal ist es gut, voneinander zu wissen, wie es einem selbst ergangen ist.

Wie war der Anfang? Wann habe ich verstanden, dass wir es mit einer außerordentlichen Situation zu tun haben? Was waren da meine Phantasien, Befürchtungen und Hoffnungen? Zähle ich (mich) zu den besonders Gefährdeten?
Wo hat mich der Lockdown getroffen? Zuhause? Wenn ich zurückgefahren bin, wie waren meine Erfahrungen auf dem Weg? Wenn ich hier in Portugal irgendwo untergekommen bin, wie waren meine Erfahrungen?
Wie habe ich diese Zeit des Lockdowns erlebt? Was hat mir am meisten zu schaffen gemacht? Gibt es ein besonderes Erlebnis?
War ich getrennt von Familienmitgliedern? Wie fühlte sich das an? Wie habe ich mit ihnen Kontaktgehalten?
Musste ich irgendwelche Pläne aufgeben? Wie war das?
Habe ich etwas Neues gelernt, erkannt in dieser Zeit? Gibt es eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte? Habe ich gar ganz neue Seiten an mir gefunden?
Wie schaue ich in die Zukunft? Wird sich mein Leben ändern? Was erhoffe ich von der Politik von der Gesellschaft? Was soll sich ändern?

Jeder möge für sich diese Fragen beantworten. Manche treffen auf Sie zu, andere nicht.

Vielen Dank im Voraus

 

## Wir feiern wieder Gottesdienste ##

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freunde und uns Wohlgesonnene,

mit dem 31. Mai 2020 dürfen wir wieder Gottesdienste feiern. Und das werden wir auch tun. So hat es der Kirchengemeinderat gestern beschlossen. Allerding noch nicht wieder so, wie wir es gewohnt sind. In enger Absprache mit unseren katholischen Schwestern und Brüdern in Carvoeiro und dem Gesundheitsamt in Lagoa werden wir unsere Gottesdienste mit einigen Sicherheitsvorgaben feiern. Die Kapelle hat 50 Sitzplätze. Wollte man den Sicherheitsabstand einhalten, würden sich die Plätze mindestens um die Hälfte reduzieren. Dazu gibt es die Auflage, den Innenraum vor und nach dem Gottesdienst zu desinfizieren, die Gesangbücher etc. Das wäre sehr viel Aufwand. Deshalb ist beschlossen worden, dass wir unsere Gottesdienste vor bzw. im Amphitheater hinter der Kapelle abhalten. Da gibt es mit dem Sicherheitsabstand und anderen Gefahrenmomenten weniger bis keine Probleme.
Die Gottesdienste werden wir ohne Gesang abhalten (noch), also eher nach unserer reformierten Tradition, alles gesprochen. Muss ja nicht immer alles lutherisch sein. Die Vollversion des Gottesdienstes mit Musik ist weiter auf unserer Webseite www.deka-algarve.com zu finden.
So werden wir also die Gottesdienste in Carvoeiro jeden Sonntag um 11 Uhr feiern. Am Samstag, dem 20. Juni planen wir einen Gottesdienst im Museum in Sao Bras. Auch dieser Gottesdienst wird, vorausgesetzt es ist gutes Wetter, im Innenhof stattfinden.
Ich bitte alle um Verständnis, dass wir uns an die vorgegebenen Auflagen halten. Es wäre sicherlich ein fatales Signal, wenn sich jemand in unseren Gottesdiensten mit dem Coronavirus anstecken würde.
Jede(r) bringe bitte zu den Gottesdiensten in Carvoeiro ein Sitzkissen mit und einen Sonnen(Regen-)schirm, oder eine entsprechende Kopfbedeckung, um sich vor der Sonne zu schützen. Der Kirchenkaffee wird auch bis auf weiteres ausgesetzt. Aber, wer möchte, der kann sich nach dem Gottesdienst mit mir zum Mittagessen im Restaurant „Taste“ in Carvoeiro treffen. Allerdings ist es notwendig, sich vorher bei mir anzumelden. Denn auch im Restaurant gelten gewisse Sicherheitsvorgaben. Ich gebe dann die Zahl dem Restaurant weiter.
Amtshandlungen, wie Trauungen und Taufen, ebenso die Chorproben und der Gesprächskreis werden bis zum Ende der Sommerpause ausgesetzt. Anfang September werden wir neu entscheiden. Im Sommer kann Pastor Uwe Hüllweg mich nicht wie geplant im Juli und August vertreten. Wegen der noch zu großen Unabwägbarkeiten der Benutzung des Landweges über Spanien und Frankreich werde ich in Carvoerio bleiben. Wer immer sich dafür entscheidet, jetzt noch nicht am Gottesdienst teilzunehmen, aber von mir besucht werden will, der melde sich. Ich tue das gerne.

Der Kirchengemeinderat möchte wieder einen Gemeindebrief Ende Juni herausgeben. Thematisch soll er sich damit beschäftigen, was jede und jeder von uns in der Zeit seit Ausrufung des Nationalen Notstandes erlebt hat. Dazu habe ich einen kleinen Fragebogen vorbereitet, mit der Bitte, einige wenige Zeilen dazu aufzuschreiben und mir bis spätestens zum 15. Juni zukommen lassen. So, im Erzählen unserer Geschichten, das ist unsere Überlegung, stellen wir ja auch eine Stück Gemeinde her.

Zum Schluss möchte sich der Kirchengemeinderat noch einmal ganz herzlich bei denen bedanken, die uns durch ihr zahlreichen und teilweise großzügigen Spenden unterstützt haben. Wir haben damit bisher zwei Hilfsorganisationen im Algarve – der Organisation „Chuva-Guarda“ und den Vicentinas - in ihrer ihrer Arbeit unterstützt.

Ich wünsche allen, nah oder fern, eine fröhliche Seele und einen frohen gewiss machenden Geist. „Wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, seien wir Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt“ – so heißt es in der Losung des Pfingstsonntages.

Im Namen des Kirchengemeinderates

Pastor J.-Stephan Lorenz

 

 

## 25. April Tag des Evangelisten Markus ##

Heute, am 25. April gedenkt die Kirche des Evangelisten Markus. Ob der so verehrte wirklich das Evangeliums verfasst hat, scheint eher unwahrscheinlich. In der Apostelgeschichte wird ein Johannes Markus erwähnt, der mit Paulus und Petrus zusammen war. Nach der Flucht des Petrus aus dem Gefängnis heißt es: „Als er sich darüber klar geworden war, ging er zum Haus der Maria, der Mutter des Johannes, mit dem Beinamen Markus, wo nicht wenige versammelt waren und beteten“ (12,12). An der Stelle seines Hauses befindet sich heute in Rom die Markuskirche. Im 2.Timotheusbrief wird ein Markus erwähnt: „Nimm Markus und bring ihn mit; denn er ist für mich nützlich zum Dienst“ (4,11). Und im 1. Petrusbrief lesen wir: „Es grüßt euch die mitauserwählte Gemeinde in Babylon und Markus, mein Sohn“ (5,13). Es ist noch nicht einmal sicher, ob es sich um die gleiche Person handelt.
Wie auch immer, der Legende nach ist er 5 n. Chr. in Kyrene geboren und am 25.4.68 n. Christus in Alexandrien gestorben. Er soll der Gründer der alexandrinischen Kirche gewesen sein, berichtet Eusebios. Die Koptische Kirche führt ihn als ihren ersten Papst. Er soll die erste Heilige Liturgie verfasst haben, die in Grundzügen noch heute in den Kirchen, besonders in den orthodoxen, gefeiert wird. Am 31.1. 828 kommen die von venezianischen Kaufleuten geraubten Gebeine des heiligen Markus nach Venedig. Dort werden sie im berühmten Markusdom verwahrt. Auf dem Löwen am Markusplatz in Venedig liest man die Inschrift: Pax tibi Marce evangelista meus – Friede sei mit Dir Markus, mein Evangelist. Im Jahr 1968 gibt die katholische Kirche die Gebeine an die koptische Kirche zm Jubiläum seines Todestages wieder zurück. Sie befinden sich jetzt in der Markuskathedrale in Kairo.
Es gibt auch eine Bauernregel für den Tag des heiligen Markus: „Ist’s jetzt am Markus warm, friert man drauf bis in den Darm“.

 

## 21. April 2020 Holcaust Gedenktag - 'yom ha shoa' ##

Heute, am 21. April, begeht Israel den „Tag des Gedenkens an Holocaust und Heldentum“, den 'Jom ha Sho’a. Nach unserem Kalender wandert der Termin, da der jüdische Kalender nach dem Mondjahr berechnet wird. Im jüdischen Kalender ist es immer der 27. Nisan.

Die Initiative, einen 'Jom haScho’a' einzuführen stammt von David Ben Gurion und Jitzchak Ben Zwi. Der Tag beginnt entsprechend der jüdischen Tradition am Vorabend mit dem Entzünden von sechs Fackeln in Yad Vashem. Sie stehen für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust. Am nächsten Morgen (21.4.) folgt eine Gedenkveranstaltungen in Yad Vashem. Am Fuß der sechs Fackeln werden Kränze von Vertretern verschiedener Institutionen und Gruppen Überlebender niedergelegt. Das traditionelle jüdische Trauergebet El male rachamim „Gott voller Erbarmen“ wir gebetet. Im ganzen Land ertönen um 10 Uhr für zwei Minuten die Sirenen, der öffentliche Nahverkehr und alle anderen Fahrzeuge halten an, Passanten bleiben schweigend stehen, öffentliche Einrichtungen sind geschlossen, Fahnen wehen auf halbmast. Außerhalb Israels findet besonders von jüngeren Juden traditionell der Gedenkmarsch nach Auschwitz und Birkenau statt als Marsch der Lebenden, zur Erinnerung an die von der SS angeführten Todesmärsche von KZ Häftlingen. Auch in Deutschland wird der Tag in den jüdischen Synagogen begangen. Es werden die Namen aller vorgelesen, die aus den jeweiligen Gemeinden im KZ oder den Ghettos ermordet wurden. 

 

 ## Grüße aus Costa Rica von Birgit und Heiner Diechtierow -

 kleiner Zwischenbericht von ihrer Südamerikareise##

Ihr Lieben, nach vielen Anfragen von verschiedenen Seiten auf diesem Wege hier ein kurzer Bericht zu unserer aktuellen Situation in Costa Rica („Reiche Küste“): Von Cartagena, unserem letzten Ziel in Kolumbien aus, haben wir unser Auto nach Panama verschifft. In Cartagena waren wir 5 Tage im Hilton am Strand. Cartagena hat eine wunderschöne Altstadt, die wir jeden Tag besuchten, bis auf den Tag an dem wir das Auto zum Hafen brachten. Leider gründet der Reichtum der Altstadt aus früheren Jahren auf den Sklavenhandel, dessen Hauptumschlagplatz C. war und auf den Hafen für den Goldexport.

Am 3.3.20 flogen wir von Cartagena nach Panama-City, um am nächsten Tag unser Auto aus dem Hafen abzuholen. Das (eigentlich war es nur Papierkrieg) war anstrengend (bei über 40° und hoher Luftfeuchtigkeit).  Panama ist touristisch nicht so attraktiv (Panama-Kanal, Altstadt von Panama-City) und schon sehr (US)amerikanisch.

Am 8.3.20 sind wir hier in Costa Rica eingereist (mit 3 weiteren Fahrzeugen), einen Tag vor der restl. Gruppe. Das ging noch alles unproblematisch. Am 19.3. trat die Einreisesperre in Kraft. Die umliegenden Länder schlossen sich an. Die Einreise nach Nicaragua und Honduras war da noch möglich, aber nicht mehr die Einreise nach Guatemala. Nun war Corona nicht mehr nur ein gutes Bier......

Wegen der höheren Kriminalitätsrate in Nicaragua und insbesondere Honduras hat die Gruppe sich für den weiteren Aufenthalt in Costa Rica entschieden (lediglich 4 Teilnehmer in 2 Autos haben von dem Rückholprogramm des Auswärtigen Amtes Gebrauch gemacht und die Autos in Zollverschluss gegeben). Das letzte Flugzeug dieser Rückholaktion startet am kommenden Montag (06.04.20). Wir sind telefonisch und über mail mit der dt. Botschaft in CR in Kontakt, haben uns (wie auch die übrigen Teilnehmer der insgesamt 14 Autos – von ursprünglich 20) aber nicht für den Rückflug angemeldet.

Was waren die Gründe?
1. Wir sind gesund und haben außer den üblichen Kleinigkeiten keinerlei Probleme.
2. Wir fühlen uns hier in CR sicherer als in Europa. Heute am 1.4.20 gibt es hier in CR 347 Infizierte und 2 Todesfälle. Die Zahlen erscheinen glaubwürdig. Das Gesundheitswesen ist gegenüber den Nachbarländern auf einem hohen Niveau. 1949 hat man in CR das Militär abgeschafft (und sich unter den Schutz der USA begeben – je nach Präsident dort auch nicht unbedingt ideal). Die frei gewordenen Mittel fließen in Bildung und das Gesundheitswesen.
3. Michael, einer unserer 3 Ärzte in der Gruppe ist letzte Woche wegen seiner 94-jährigen Mutter nach Freiburg zurück.
Die Maschine mit 350 Personen war bis auf den letzten Platz belegt (Flugzeit 14 h). Da ist mit Sicherheitsabstand nichts, da besteht ein erhebliches Zusatzrisiko. Hier in CR waren und sind wir in Gegenden, die keine Infizierten ausweisen.
4. Ein Problem ist auch das Auto.


Von den 20 Autos, die wir Anfang November 2019 in Zarate/Buenos Aires abholten, waren über die Hälfte bestohlen. Einen hat es ganz schlimm erwischt (Radio, Kleidung, alle medizinischen Gerätschaften, Elektronik, Löffel usw.). Alle Schränke ausgeräumt und durchstöbert und alles nicht Gestohlene auf den Boden geworfen und darüber getrampelt. Es müssen wohl mehrere Maschinisten auf dem Schiff gewesen sein, die die Herrenkleidung ausprobierten. Alles war mit dunklem Öl verschmiert. Bei manchen Fahrzeugen fehlte Technik/Elektronik, bei anderen Kleidung oder auch nur die Nummernschilder. Ähnliches, aber nicht so gravierend, geschah auf der Überfahrt von Cartagena nach Panama (halber Tag).
Wenn wir hier in der Hauptstadt San José das Auto beim Zoll abgeben, werden wir es nach Monaten (wann?) mit Sicherheit nicht mehr so antreffen wie es war.  Wenn wir es verschiffen (2. Alternative), dann geht die Route über Japan und nach Umladung mit Wartezeit im Hafen weiter nach Europa. Als Zeitdauer nannte man uns 3 – 4 Monate. Wie dann die Autos aussehen? Diebstahl will niemand versichern, wohl wegen der hohen Schadensquote. Aber im Moment kann uns niemand für die Schiffe Termine nennen. Wenn keine, oder nur wenige Waren exportiert werden, braucht man auch keine Frachtschiffe und RoRo-Schiffe auch nur, wenn Autos transportiert werden.
5. Wir fühlen uns auch gut, weil der Gesundheitsminister versichert hat, dass Ausländer im Krankheitsfalle wie Inländer behandelt werden. Und zu den Residents (viele Schweizer, Engländer, USAmerikaner, Deutsche, Franzosen usw.) sagte er, wenn sie in dieser schweren Zeit CR den Rücken kehren und zurückfliegen, erlischt ihre Aufenthaltsgenehmigung.

Hier in CR sind wir gut versorgt. In Supermärkten ist noch alles zu kaufen.  Vor und nach dem Einkauf werden am Eingang die Hände und die Griffleiste des Wagens desinfiziert. Betreten darf man den Supermarkt nur alleine. Also gehen wir mit gewissem zeitl. Abstand jeder alleine mit seinem Wagen in den Markt. An der Kasse muss dann jeder Besucher mit seinem Wagen einen Sicherheitsabstand (bei WALMART sind es 4 m) einhalten.

Seit Chile und Argentinien finden wir immer deutsche/schweizer/franz. Bäcker, Gastronomen und Metzger. 3 km von unserem Stellplatz hier auf einer Halbinsel am Arenalsee verkauft Tom (aus dem Allgäu) in seiner bakery Sauerteigbrot, Brezeln, Brötchen, Süßes aber auch Weiß- und Bockwürste, Fleischkäse, Bratwurst, Mettwurst, Leberwurst, Sauerkraut usw. 80 km weiter am Flughafen von Liberia haben wir bei Hans (kam vor 27 Jahren von Ketsch b. Speyer nach CR) Brezeln, 4 verschiedene Sauerteigbrote (weiß bis schwarz) und natürlich für mich auch Schneckennudeln, Kokosmakronen ...... gekauft. Dank Konserven und Tiefkühltruhe können wir bestimmt 6 bis 8 Wochen überleben und müssen nicht mal abnehmen (obwohl mir das guttun würde). Wenn es um unsere Verpflegung geht, sind Eure Ängste vollkommen unbegründet. Wenn wir es ganz vegetarisch wollen, kaufen wir hier Kokosnüsse und Ananas (beides rd. $ 1 pro Stück) oder viele Sorten superfrische Mangos (alles im Supermarkt oder an der Straße). Die schönen Chilis und Paprika passen allerdings zu dem Obst nicht so ganz.

Wir stehen hier mit Hartmut (Schlosser und Zahnarzt) und Karin (beide stammen aus Görlitz und haben im August 1989, also 3 Monate vor der Wende „rübergemacht“. Ab und zu schaut mal die Polizei vorbei (nachts kommen die zu zweit mit dem Auto und stehen 2-3 Stunden am Ufer (und schlafen wohl während der Dienstzeit ein wenig). Anfang nächster Woche wollen wir dann zurück zur restl. Gruppe in’s basecamp (oder wie sie selber sagen in’s Dschungelcamp). Es liegt im Regenwald kurz vor der Grenze zu Nicaragua mit viel Getier (Brüll- und andere Affen, Faultiere ......) auf den Bäumen. Es ist ein Campground, der Guido und Agi gehört, einem schweizer Ehepaar, die eine wunderbare Pizza zaubern. 

Alle zusammen wollen wir dort Ostern mit Brunch feiern. In Kenntnis der dann aktuellen Corona- und Grenzsituation werden wir dann entscheiden, wie es weitergehen soll. Unser Visum (und das des Autos geht noch bis Anfang Juni.  Der Reiseveranstalter (SeaBridge in D) hat sich per heute von uns verabschiedet. Also reisen (oder stehen) wir jetzt privat mit der Leitung vor Ort (Uwe und Marion sind Subunternehmer von SeaBridge). Die haben das ganze Know-how und mit Ihnen werden wir alle ein Agreement finden. Deren Reisen für den Rest des Jahres sind ohnehin alle gecancelt.  So, jetzt seid Ihr allesamt mal wieder auf dem neuesten Stand. Corona macht uns keine Angst. Irgendwann und irgendwie wird unsere Abenteuerreise zu Ende gehen. Wir sind zuversichtlich dass wir uns gesund in Deutschland und Portugal wiedersehen und in den Arm nehmen können. Wir fühlen, dass uns viele gute und liebe Gedanken und Gebete begleiten. Danke an Euch alle!

Herzliche Grüße aus dem schönen Costa Rica
Heiner + Birgit 01.04.2020

 

## Wir müssen Abschied nehmen von Gerd Metzer##

In der letzten Woche verstarb unser langjähriges Gemeindeglied Gerd Metzer im Alter von 74 Jahren. Geboren in einem kleinen fränlischen Dorf als Sohn eines Pfarrers kam er als Bundeswehroffizier nach Portugal. Nach seiner Pensionierung ließ er sich in der Nähe von Silves nieder. Wir trauern mit seiner Frau Heike Metzer und bitten Gott um seinem Beistand und seine Hilfe. Uns alle erinnert der Apostel Paulus an unsere Hoffnung: "Ich möchte euch aber über das Geschick der Toten nicht im unklaren lassen, denn ihr sollt nicht trauern wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Wenn wir nämlich glauben, das Jesus Christus gestorben und auferstanden ist, dann wissen wir auch, dass Gott die Toten mit Jesus aus dem Tod holen wird und mit ihm ins Leben führt. So tröstet euch unter einander, wenn einer von euch stirbt mit diesen Worten."(!. Thessalonicher 4) Nach der Beendigung des Ausnahmezustandes werden wir in der Kapelle einen Abschiedsgottesdienst für Gerd Metzer halten.

## Vereint im Gebet ##

Der Vorsitzende der EKD, Bedford-Strohm wie auch der Ökumenische Rat der Kirchen in Genf, haben sich der Initiative des Papstes angeschlossen, jeden Mittag um 12 Uhr das Vater unser zu beten.  Als Zeichen, dass wir Christen eine Einheit im Gebet sind in diesen Zeiten der Not, als Ausdruck unseres Vertrauens und unserer Hoffnung. Machen Sie mit.  Im globalen Gebet sind wir vereint mit allen, die einen Weg aus dieser Krise suchen. 

 

## Vom Sonntag Okuli, 15.3 bis auf weitere fallen die Gottesdienst und alle Veranstaltungen aus##

Aufgrund der Maßnahmen der Regierung in Lissabon, der örtliche Behörden und in Absprache mit unserer katholischen Schwestergemeinde fallen die Gottesdienste in dieser Zeit aus. Ende März werden wir uns zusammensetzen und die Situation bearten, um nue zu entscheiden. Von dieser Maßnahme sind auch die Chorproben, der Gesprächskreis und die Sitzung des Kirchengemeinderates betroffen.  Anbei zu ihrer Information der Brief von Padre Nuno an seine Gemeindemitglieder. 

 

Parishes of Lagoa, Parchal and Vicariate of Mexilhoeria da CarregaçãoDear Parishioners,

In suffering, we live in hope.

Human life is sacred and, as Christians, we have a moral obligation, which comes to us from our Faith, to protect it at all costs.

During this time of Lent, we are living through troubled times and suffering caused by the COVID-19 virus. This is not an easy situation, as we know of so many confirmed cases and yet more to be confirmed. We are suffering also with those who have lost the battle against this virus and we are united in hope with those families. It is in this hope that I invite you, dear sisters and brothers, not to feel helpless but to join with one another in the most intense prayer, each from our own home. May the Lord help us to reflect on our condition as Christians, being more supportive, less selfish and more available to care for others as we care for ourselves.

Our neighbouring city Portimão is experiencing first-hand this Pandemic that has horrified the world. Without giving into despondency or panic, we cannot fail to learn from what has happened in other countries where the virus has caused the death of many people. We must act now, for the good of all!

Therefore, following the pastoral letter from the Bishop of the Algarve, from the Communiqué of the Portuguese Episcopal Conference, as well as the inter-parish Pastoral Council, it is with a heavy heart, but bearing in mind the greater good of all, that we ask your understanding for what follows:

1) Celebration of Holy Mass on Sundays and Feast Days is suspended (until the end of March, when the situation will be reviewed), this includes all public manifestations of piety (processions and sacraments). However, do not forget to celebrate Sunday, the Lord's Day, following Holy Mass on TV, on the internet and on social networks (we will do our best, at least on Sunday, to broadcast live on the Lagoa Parish Facebook page), making spiritual communion and praying as a family (reading and sharing the readings of Sunday Mass);
2) Penitential services proper to this time of Lent are postponed till an opportune time; should anyone have a great need to receive the Sacrament of Reconciliation, I will hear Confession individually (taking all necessary precautions) ;
3) All catechism within the parish, all meetings of Scout groups and Youth groups will be suspended, following the school quarantine and closing of schools; all meetings of the different parish groups including Marriage or Baptism preparation are also suspended;
4) Regarding funerals, for the sake of all, please restrict attendance to family members only; the pews will be widely spaced out to maximise Prevention;
5) All funeral services will consist of a brief dignified celebration with family members, avoiding crowds; during this period, we ask families to avoid funeral processions to the cemetery,

We must be aware that the situation is serious, but without becoming discouraged by those who have neither faith nor hope. The Lord never fails us; He will do His part, but we must do ours. Let us not have irresponsible attitudes, which are an affront to the God of life ("You will not put the Lord your God to the test": Dt 6,16; Lk 4,12).
Not doing our part means putting our lives and the lives of others at risk. Therefore, it is important that we comply with all recommendations of the General Directorate of Health:

1) Stay at home as far as possible, avoiding unnecessary contact with others;
2) Wash your hands frequently, with soap or disinfectant (and avoid putting them on handrails or metal handles);
3) When coughing or sneezing, cover your mouth with your arm or with a disposable tissue and throw it in the rubbish;
4) Avoid touching your mouth, nose and eyes with your fingers;
5) Avoid places with many people and, in conversation, maintain the recommended distance (never less than 1 meter).
6) In case of symptoms (fever, cough or breathing difficulty) you should not leave the house and you should contact the Health Service SNS 24 hour hotline (808 24 24 24).

With God's help and the responsible attitude of each one of us, we will win this fight.
Even though I will be trying to maintain social isolation, I will not fail to serve those who truly need it.
I pray for you! Pray for me! Let us pray for one another! May the Lord guard and protect everyone!

Your friend in Christ,

Padre Nuno Coelho
Lagoa, 13 March 2020

 

Lord Jesus, Saviour of the world,
the Hope that never disappoints us,
have mercy on us and deliver us from all evil!
We ask you for:
Grace to overcome the scourge of this virus;
Healing for those who have been infected;
Protection for those who are healthy;
Help to those who work for the health of all.
Show us your face of mercy
and save us with Your great love.
We ask this through the intercession of Mary,
Your Mother and ours,
Who is with us always.
You, who live and reign for ever and ever.
Amen.

 

## Einführung einer neuen Kirchenvorsteherin und eines neuen Kirchenvorstehers ##

Am Sonntag Reminiscere, dem 8. März 2020, haben der Kirchenvorstand und die Gemeinde Hildegund Ischebeck als Kirchenvorsteherin verabschiedet. 7 Jahre lang war Frau Ischebeck im Kirchenvorstand. Sie hat als Küsterin die Kirche vorbereitet, unseren Geburtstagskindern Karten geschrieben und hat Kontakt zur Presse gehalten. Dafür haben wir Ihr ein großes Dankeschön gesagt.  

Für die ausgeschiedenen Mitglieder Hildegund Ischebeck, Renate Bäumchen und Uwe Zelinksy hat der Kirchengemeinderat, Hannah Walisch, Doris Worblewski und Robert Megaw nachberufen. Sie werden bis zur nächsten regulären Wahl im März 2020 ihr Amt ausüben. Im Gottesdienst wurden Doris Wroblewski und Robert Megaw eingeführt. Beide sind mit der Arbeit des Kirchenvorstandes bestens vertraut. Hannah Walisch war verhindert. Sie ist Mitglied des Chores unserer Gemeinde. Die Gemeinde begrüßt die Neuen und wünscht ihnen Gottes Segen!

 

Lebendiger Gott, mit vielerlei Gaben deiner Gnade hast du uns reich beschenkt. Wir danken dir, dass du Menschen bereit machst zur Mitarbeit in deiner Kirche. Hilf unseren neuen Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern mit der Kraft deines Geistes. Schenke ihnen Freude an ihrem Dienst. Bewahre sie vor Entmutigung. Segne sie in ihrem Amt. Verbinde sie untereinander und mit uns allen im Dienst der Liebe und im Lob deines Namens, durch Jesus Christus. Amen

 

## Gottesdienste beginnen mit dem Sonntag Okuli

15. März 2020  um 11 Uhr.##  

Nachdem der Kirchenvorstand die Gottesdienstgemeinde und die Mitglieder der Gemeindeversammlung befragt hat , und nachdem unsere katholische Schwestergemeinde zugestimmt hat, ist beschlossen worden, den Gottesdienst auf Sonntagmorgen zu verlegen. Diese Regelung wird im Herbst noch einmal überprüft. 

##Kapelle jeden Tag von 10 - 12 Uhr geöffnet##

Unsere katholische Schwestergemeinde öffnet die Kapelle jeden Tag in der Zeit von 10 - 12 Uhr.  Wir begrüßen und unterstützen diese Maßnahme.  Es liegen Beschreibungen des Ausgestaltung der Kapelle in Portugiesisch und Englisch vor. Eine deutsche Übersetzung wird folgen.

##Lesen sie mehr zum Tema Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Vererben unter der Rubrik "Zeitspende"##

 

##Weltgebetstag 2020 in Luz##

Zum zweiten Mal feierten wir den Weltgebetstag ökumenisch mit unseren anglikanischen und evanglikalen Schwestern und Brüdern aus Portimao und Luz. 

Der Weltgebetstag stand unter dem Motto: Steh auf und geh!
2020 kommt der Weltgebetstag aus dem südafrikanischen Land Simbabwe.  „Ich würde ja gerne, aber…“ Wer kennt diesen oder ähnliche Sätze nicht? Doch damit ist es bald vorbei, denn Frauen aus Simbabwe haben uns eingeladen, über solche Ausreden nachzudenken.



Dafür haben Frauen aus Simbabwe den Bibeltext aus Johannes 5 zur Heilung eines Kranken ausgelegt: „Steh auf! Nimm deine Matte und geh!“, sagt Jesus darin zu einem Kranken. In ihrem Weltgebetstags-Gottesdienst lassen uns die Simbabwerinnen erfahren: Diese Aufforderung gilt allen. Gott öffnet damit Wege zu persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung.
Die Autorinnen des Weltgebetstags 2020 wissen wovon sie schreiben, denn ihre Situation in dem krisengeplagten Land im südlichen Afrika ist alles andere als gut. Überteuerte Lebensmittel, Benzinpreise in unermesslichen Höhen und steigende Inflation sind für sie Alltag und nur einige der Schwierigkeiten, die sie zu bewältigen haben.



Die Gründe für den Zusammenbruch der Wirtschaft sind jahrelange Korruption und Misswirtschaft und vom Internationalen Währungsfonds auferlegte aber verfehlte Reformen. Bodenschätze könnten Simbabwe reich machen, doch davon profitieren andere.
Dass Menschen in Simbabwe aufstehen und für ihre Rechte kämpfen, ist nicht neu: Viele Jahre kämpfte die Bevölkerung für die Unabhängigkeit von Großbritannien, bis sie das Ziel 1980 erreichten. Doch der erste schwarze Präsident, Robert Mugabe, regierte das Land 37 Jahre und zunehmend autoritär.
Noch heute sind Frauen benachteiligt. Oft werden sie nach dem Tod ihres Mannes von dessen Familie vertrieben, weil sie nach traditionellem Recht keinen Anspruch auf das Erbe haben, auch wenn die staatlichen Gesetze das mittlerweile vorsehen.
Die Frauen aus Simbabwe haben verstanden, dass Jesu Aufforderung allen gilt und nehmen jeden Tag ihre Matte und gehen. Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit in ihrem Engagement: Zum Beispiel in Simbabwe, wo Mädchen und Frauen den Umgang mit sozialen Medien einüben, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen; mit einer Kampagne in Mali, die für den Schulbesuch von Mädchen wirbt. Oder mit der Organisation von Wasserschutzgebieten in El Salvador, verbunden mit Lobbyarbeit zum Menschenrecht auf Wasser.



Zusätzlich möchte der Weltgebetstag das hochverschuldete Simbabwe durch eine teilweise Entschuldung entlasten. Deshalb richtet sich der Weltgebetstag, zusammen mit seinen Mitgliedsorganisationen, dem Bündnis erlassjahr.de und anderen mit einer Unterschriftenaktion an die Bundesregierung. Das Geld soll Simbabwe stattdessen in Gesundheitsprogramme investieren, die der Bevölkerung zugutekommen. 

 



Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen und Männer seit über 100 Jahren für den Weltgebetstag und machen sich stark für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. 

##Das portugiesische Parlament erlaubt die aktive Sterbehilfe und erzürnt damit die Kirche## 

Der Domherr predigt dagegen, doch das nützt nichts: Portugal will als erstes katholisch geprägtes Land die aktive Sterbehilfe zulassen. Das hat die linke Mehrheit im Parlament beschlossen. 

Gegner der sogenannten Euthanasie demonstrieren am 20. Februar vor dem Parlament in Lissabon.
Rafael Marchante / Reuters

Einzeln waren die Abgeordneten im portugiesischen Parlament am Donnerstag aufgerufen, ihre Stimme offen – also nicht elektronisch – abzugeben. Solches geschieht sonst nur, wenn das Land in den Krieg zieht oder die Parlamentarier der Regierung das Misstrauen aussprechen. Diesmal sollte einem anderen Anlass Gewicht verliehen werden: Das Parlament in Lissabon stimmte darüber ab, ob es künftig legal sein soll, einen Menschen auf dessen Verlangen zu töten. Bereits 2018 war über ein solches Gesetz debattiert worden. Damals scheiterte es knapp. Doch inzwischen wurde das Parlament neu und eine linke Mehrheit gewählt.

In einem neuen Anlauf reichten die Parteien des linken Spektrums nun gleich fünf Gesetzesvorschläge zur Legalisierung der aktiven Sterbehilfe ein. Alle mit dem Ziel, den Tod auf Verlangen auch ohne ärztliche Überwachung oder Unterstützung zu ermöglichen. Die Linksparteien hofften, dass wenigstens einer der Vorschläge eine Mehrheit erzielen würde. Die Fülle an Vorlagen wäre nicht nötig gewesen: Alle fünf erlangten mehr als die nötigen 115 Stimmen.

Mit 127 Stimmen erhielt der Gesetzesvorschlag der Sozialistischen Partei die grösste Unterstützung.«Das ist ein wichtiger, ein historischer Tag für unser Land», erklärte die Sprecherin der Sozialisten, Isabel Moreira, im Anschluss an die Verkündung der Resultate. Sie hatte sich im Vorfeld stark für das Gesetzesvorhaben eingesetzt und argumentiert, es müsse nicht nur ein Recht auf ein würdevolles Leben, sondern auch auf ein würdevolles Sterben geben.

Der Domherr predigt gegen das Gesetz

Der Kreis jener, die von dem neuen Recht Gebrauch machen könnten, ist jedoch beschränkt. Ausschliesslich Personen, die urteilsfähig, aber schwer krank sind, sollen ihren Tod verlangen können. Sind diese Kriterien nicht erfüllt, droht demjenigen, der Sterbehilfe leistet, wie bis anhin ein Strafverfahren.

Portugal ist das erste mehrheitlich katholische Land, das die aktive Sterbehilfe für Schwerkranke zulässt. Die katholische Kirche lehnt das Vorhaben strikt ab. Nur vier Tage vor der Abstimmung nutzte der Domherr von Porto seine Sonntagsmesse für eine vielbeachtete Predigt gegen das Gesetzesvorhaben und verkündete den Anwesenden, das Gesetz verstosse gegen das fünfte Gebot: «Du sollst nicht töten.»

Dasselbe Argument führten die Ratsmitglieder des konservativen Partido Popular auch am Donnerstag an. Der Abgeordnete Joao Almeida behauptete, die Mehrheit der Portugiesen sei gegen ein Recht auf Sterbehilfe. Keine der Parteien, die nun vorpresche, habe den Bürgern vor den Wahlen gesagt, dass sie für Sterbehilfe sei. Während die Debatte im Parlament andauerte, versammelten sich draussen mehrere hundert Gegnerinnen und Gegner der Gesetzesinitiative und skandierten «Ja zum Leben». 

Unterstützung erhielten die Konservativen von ungewohnter Seite. Die Kommunistische Partei, die sieben Ratsmitglieder mehr als die Konservativen stellt, wehrte sich ebenfalls gegen das Vorhaben. «Wir diskutieren, ob ein Staat, der vielen seiner Bürger ein Leben in Würde verwehrt, einen würdevollen Tod erlauben soll», sagte der Sprecher der Kommunistischen Partei, Antonio Filipe. Er kritisierte, dass angeblich nur 25 Prozent der Schwerkranken überhaupt Zugang zu adäquater Pflege hätten.

Der Kritik von ganz links und rechts zum Trotz zeigte eine repräsentative Umfrage des Egas-Moniz-Instituts, die zwei Tage vor der Abstimmung veröffentlicht wurde, dass eine Mehrheit der Portugiesinnen und Portugiesen den Parlamentsentscheid zu stützen scheint: 50,5 Prozent der Befragten befürworteten die aktive Sterbehilfe, 25,6 Prozent lehnten sie ab, 23,9 Prozent zeigten sich unentschlossen.

Nur wenige Länder erlauben den Tod auf Verlangen

Nach dem Beschluss des Parlaments wird der Gesetzesentwurf nun dem Staatspräsidenten Marcelo Rebelo de Sousa zur Unterschrift vorgelegt. Der Präsident hat die Möglichkeit, ein Veto gegen das Gesetz einzureichen oder den Obersten Gerichtshof anzurufen. Die Gegner der Sterbehilfe hoffen nun, dass Rebelo de Sousa, der bei der Sterbehilfe als unentschlossen gilt, das Gesetz stoppt. Falls er jedoch zustimmen sollte, will insbesondere die katholische Kirche ein Referendum anstreben.

Bereits 2007 konnte das Volk in Portugal darüber abstimmen, ob Abtreibung legalisiert werden soll. Das Begehren wurde an der Urne angenommen. Die Umfrage des Egas-Moniz-Instituts zeigte auch, dass 63,7 Prozent der Teilnehmer eine Volksabstimmung über die Legalisierung der Sterbehilfe befürworten würden. 

Sollte das Gesetz in Kraft treten, würde sich Portugal in einen kleinen Kreis von Ländern einreihen, in denen aktive Sterbehilfe unter gewissen Umständen möglich ist. Weltweit sind dies nur die Niederlande, Belgien, Luxemburg und Kanada. In der Schweiz, Österreich, Finnland und Deutschland ist Sterbehilfe nur unter eng definierten Umständen und nur mit ärztlicher Unterstützung möglich.

In diesen Ländern ist Sterbehilfe möglich

 Aktive Sterbehilfeärztlich unterstützter TodUmstände
Portugal Legal Legal schwere, irreversible Erkrankung
Schweiz Illegal Legal die unterstützenden Personen dürfen vom Todesfall nicht profitieren
Niederlande Legal Legal schwere, irreversible Erkrankung mit untragbaren Symptomen
Belgien Legal Legal schwere, irreversible Erkrankung mit untragbaren Symptomen
Luxemburg Legal Legal schwere, irreversible Erkrankung mit untragbaren Symptomen
Kanada Legal Legal schwere, irreversible Erkrankung mit untragbaren Symptomen
Finnland Illegal Legal schwere, irreversible Erkrankung mit untragbaren Symptomen

##Wir begrüßen unser jüngstes Gemeindemitglied: Luca Alexandr Silvasan##

 

Am 2. Februar 2020 haben wir in unserer Kapelle Luca Alexandr Silvasan getauft. Er ist damit unser jüngstes Gemeindemitglied.  Es war eine große, bunte Gesellschaft. Ein Teil seiner Familien kommt aus Rumänien, ein anderer aus Deutschland, dazu kamen viele portugiesische Freunde der Familie. 

 Der Taufspruch von Luca Alexandr steht im Markusevangelium: Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt (9,23)

Die Gemeinde freut sich über ihr neues Mitglied und wird alles tun, damit er sich hier bei uns wohlfühlt.

##Mitgliederversammlung am 1. März 2020, Sonntag Invokavit, 17:30 Uhr##

An die Gemeindemitglieder und Freunde der DEKA,
der Deutschsprachigen Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde im Algarve


Carvoeiro, 05.02.2020
Sehr geehrte Mitglieder und Freunde der DEKA!

Hiermit laden wir Sie ein zur diesjährigen ordentlichen Gemeindeversammlung am Sonntag, dem 1. März 2020, um 17.30 Uhr, in unserer Kirche auf den Klippen von Carvoeiro, Nossa Senhora da Encarnação. Der Gottesdienst vor der Versammlung beginnt um 16.00 Uhr.
Sollte die Versammlung nicht beschlussfähig sein, wird gleichzeitig zu einer Gemeindeversammlung laut § 16, Absatz 5 der Satzung eingeladen.

Tagesordnung

1. Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit und der Beschlussfähigkeit
2. Verabschiedung des Protokolls der letzten Gemeindeversammlung vom 3. März 2019
3. Ergänzungen zur Tagesordnung
4. Bericht der Vorsitzenden des Kirchengemeinderates und Aussprache
5. Bericht des Pfarrers und Aussprache
6. Bericht der Schatzmeisterin für das Jahr 2019 und Aussprache
7. Bericht des Rechnungsprüfers für das Jahr 2019 und Aussprache
8. Vorstellung des Haushaltsplanes 2020/21, Aussprache und Abstimmung
9. Entlastung des Vorstandes
10. Rücktritte der bisherigen und Wahl der neuen stellvertretenden Vorsitzenden des Finanzbeirates und der Schriftführerin
11. Verabschiedung ausscheidender Mitglieder des Kirchengemeinderates
12. Verschiedenes
Kommen Sie/kommt alle möglichst zahlreich, damit wir beschluss- und handlungsfähig sind. Die Gemeindeversammlung ist das wichtigste, nichtgeistliche Treffen im Laufe des Jahres. Sie ist wichtig für den Zusammenhalt und das gegenseitige Vertrauen in unserer Gemeinde.

Stimmberechtigt sind alle Mitglieder. Wenn Sie verhindert sind, übertragen Sie bitte Ihr Stimmrecht auf ein anderes Mitglied Ihres Vertrauens. Jedes auf der Versammlung anwesende Mitglied kann zwei Stimmvertretungen übernehmen.
Wichtig (Satzung § 16 Absatz 5):
(5) Die KGV ist beschlussfähig, wenn mindestens ein Drittel der im Mitgliederverzeichnis geführten Mitglieder anwesend sind. Bei Beschlussunfähigkeit ist der oder die Vorsitzende der KGV verpflichtet, innerhalb von vier Wochen eine zweite KGV mit der gleichen Tagesordnung einzuberufen; diese ist ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Kirchengemeindeversammlungsmitglieder beschlussfähig. Hierauf ist in der Einladung hinzuweisen. Die zweite Kirchengemeindeversammlung kann auch unmittelbar im Anschluss an die erste KGV stattfinden, wenn zuvor in Verbindung mit der Einladung zur ersten Kirchengemeindeversammlung eine Eventualeinladung erfolgte. Die zweite KGV ist ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Gemeindeglieder beschlussfähig, worauf in der Einladung hinzuweisen ist.

Gestalten Sie Ihre Gemeinde mit! Ehrenamtliches Engagement ist ein zentraler Ausdruck des christlichen Glaubens. Gott schenkt Menschen unterschiedliche Gaben, damit sie Aufgaben für andere wahrnehmen können. Es gehört zur Freiheit eines Christenmenschen, Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht möchten auch Sie mitmachen? Über neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen wir uns sehr. Wenn Sie Interesse daran haben, sprechen Sie bitte mit Pfarrer Stephan Lorenz oder der Vorsitzenden des KGRs Annemarie Webster.

Mit freundlichen Grüßen
Ilse Brenner, Vorsitzende des KGV Stephan Lorenz, Pfarrer in der DEKA

Vollmacht:  (Bitte Ausdrucken und dem Bevollmächtigten mitgeben)

DEKA – Congregação Evangélica - Luterana Alemã do Algarve, Apartado 1024, P - 8401-908 Carvoeiro Lga., Algarve, Portugal

Bevollmächtigung
Ich bevollmächtige das Gemeindemitglied

Herrn/Frau ________________________________________________________,
mich in der Gemeindeversammlung am 1. März 2020 zu vertreten und für mich abzustimmen, da ich selbst nicht anwesend sein kann.

Name_____________________________________________________________

Anschrift__________________________________________________________

Datum___________________ Unterschrift _________________________

Bitte ausfüllen und entweder an obige Anschrift senden oder scannen an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 Protokoll der Kirchengemeindeversammlung vom 03. März 2019

Zeit und Ort: Sonntag, 03.03.2015, in der Kapelle in Carvoeiro, nach dem Gottesdienst. Beginn / Ende: 17.30 Uhr / 18.25 Uhr
Leitung: Vorsitzende des Kirchengemeindeversammlung Ilse Brenner Protokoll: Schriftführerin Doris Wroblewski Anwesende Mitglieder: 19; 
Bevollmächtigungen: 18;  Gäste: Ehepaar Eisele aus Porto, Ehepaar Thost aus Boliqueime/Grünwald

1. Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit und der Beschlussfähigkeit

Die Vorsitzende begrüßte die 19 anwesenden Mitglieder und 4 Gäste. Es lagen 18 Bevollmächtigungen vor. Damit war mit 37 Stimmberechtigten von 51 Mitgliedern die Versammlung beschlussfähig. Das „jüngste“ Mitglied ist Pastor Stephan Lorenz, der im März der DEKA beigetreten ist.

2. Verabschiedung des Protokolle der letzten Gemeindeversammlung

Das Protokoll wurde einstimmig angenommen.

3.- 5. Berichte des Kirchengemeinderates, des Pfarramt und der Schatzmeisterin

Die Vorsitzende Annemarie Webster erstattete den Bericht des Kirchengemeinderates mit einem Rückblick auf das Jahr 2018, einer kurzen Vorausschau auf 2019 und dem Dank an die ehrenamtlichen Helfern, welche die Vorstandsmitglieder (neben Annemarie Webster, Uwe Zelinsky, Renate Bäumchen und Hildegunde Ischebeck) in ihrer Tätigkeit tatkräftig unterstützen. (siehe Anlage).
Pastor Stephan Lorenz erstattete den Bericht des Pfarramts. Obwohl er erst seit September 2018 im Amt bei der DEKA ist, konnte er auf eine Reihe von Aktivitäten zurück blicken. Schon jetzt erklärte er sich bereit, sein Amt ein weiteres Jahr bei der DEKA auszuführen. (s. Anlage).
Renate Bäumchen erstattete den Bericht der Schatzmeisterin. Sie wies insbesondere hin auf die Rücklagen (für ein Auto) und die Kollekten, welche teilweise wiederum an Notfälle im Algarve weiter gegeben wurden wie z.B. die Brandgeschädigten in Monchique (s. Anlage

6. Bericht des Rechnungsprüfers für das Jahr 2018

Heiner Diechtierow trägt in seiner Funktion als Vorsitzender des Finanzbeirates seinen Bericht vor (s. Anlage). Er wies darauf hin, dass er im kommenden Jahr 2020 diese Funktion nicht ausüben könne, da er sich zu der Zeit nicht in Europa aufhalten werde.
In der Kirchengemeindeversammlung vom 04.03.2018 war Hannah Wallisch zur Stellvertretenden Vorsitzenden des Finanzbeirates gewählt worden. Sie oder die Assistentin des Finanzbeirates, Elsa-Maria Schröter, wird die Prüfung vornehmen müssen.

7. Vorstellung des Haushaltsplanes 2019/2020

Die Schatzmeisterin trägt die Planungen für 2019/2010 vor. Diese werden bei Enthaltung der Betroffenen einstimmig genehmigt.

8. Aussprache über die Berichte und Entlastung des Vorstandes

Die DEKA plant, auch im Jahr 2019 wieder für die gesamte Algarve vor Ort Gottesdienste abzuhalten. So sind geplant, am Karfreitag, dem 19.04.2019, um 15.00 Uhr an der Westalgarve im Hause von Hildegard und Karl Heinz Bieler ein Gottesdienst.
Der Erntedankgottesdienst Anfang Oktober kann wieder bei Heiner und Biggi Diechtierow stattfinden, allerdings sind bei der Vor- und Nachbereitung noch fleißige Helfer erwünscht.
Ilse Brenner bemüht sich, einen weiteren Gottesdienst in Sao Braz zu organisieren.

Die im Bericht des Rechnungsprüfers empfohlene Entlastung des Vorstandes wurde bei Enthaltung der Betroffenen erteilt.
Doris Wroblewski bedauerte, als Dank für die geleistete ehrenamtliche und ohne irgendeinen finanziellen Ausgleich erbrachte Arbeit des Vorstandes keine Blumensträuße zur Hand zu haben, weshalb die Anwesenden sich mit einem herzlichen „blumigen Applaus“ bei allen Mitgliedern des Vorstandes bedankten.

9. Gemeindetagung in Carvoeiro vom 24.- 26. Mai 2019

Entgegen der Ankündigung bei der Einladung und auf der Tagesordnung findet die Gemeindetagung bereits vom 24.- 26. Mai 2019 statt. Die DEKA springt für die Gemeinde Lissabon ein, welche in diesem Jahr im Umbruch steht und nur einen Interimspfarrer für wenige Monate hat. Gerade dieser Pfarrer, Peter Ossenkop, hat sich bereit erklärt, über eines seiner Spezialgebiete zu referieren:
Eintauchen in die fremde Welt der Ikonen.
Sobald die Örtlichkeiten bekannt sind, wird ein Flyer erarbeitet und die Mitglieder werden über die Einzelheiten informiert.

10. Verschiedenes

Da keine weiteren Anfragen vorlagen, wurde die Versammlung mit dem Singen des Kanons „Lobet und preiset Ihr Völker den Herrn“ um 18.25 Uhr beendet.

Ilse Brenner Vorsitzende Doris Wroblewski, Protokollführerin

##Gemeindetagung 2020 der evangelisch-lutherischen Gemeinden in Portugal##

Die Tagung wird vom 16. Bis zum 18. Oktober in Lissabon/Carcavelos stattfinden. Das Thema wird sein: 
„Wer´s glaubt wird selig!" Zeitenwende in unserer Gesellschaft – Krise und Chance für den Glauben

Ein genaues Programm und ein Plakat werden noch verteilt. Wir haben das ABLA Guest House in Carcavelos für diese Veranstaltung reserviert. Es sind – außer einem Dreier-Zimmer, das bereits vergeben war - alle verfügbaren Räume vorläufig geblockt worden. Alle Teilnehmer können ihre Buchungen selber vornehmen, die Preise sind moderat und die Unterkunft ist blitzsauber, schön gelegen und hat ein sehr gutes Frühstück, das im Preis inbegriffen ist. Ein erster Überblick über die Preise im Oktober 2020: 
ABLA - Preise (inkl. Frühstück + IVA): https://www.ablaguesthouse.org/  Einzelzimmer: Standard 54.00€ / Terrasse 65.00€ Doppelzimmer: Standard 57.00€ / Terrasse 68.00€ Zustellbett: 15.00€  
Wir werden auch die Gemeinschaftsräume in der ABLA nutzen und – bei schönem Wetter – ebenfalls den Außenbereich.
Natürlich ist die Unterkunft nur eine Empfehlung, um es allen Teilnehmern von außerhalb bequemer zu machen und die Logistik zu vereinfachen. Eine Buchung in anderen Häusern ist selbstverständlich möglich. Details und genaue Angaben zur Buchung folgen! Ein Hinweis: Es sollte möglichst NICHT über die Homepage oder generell im Internet gebucht werden, sondern bitte immer direkt über die ABLA (per E-Mail oder Telefon). Die Preise über die Portale (booking.com) sind anders! Fau Constanze Manso ist bei der ABLA unsere Kontaktperson und sie spricht fließend Deutsch und Portugiesisch.

Alle Gemeindeglieder sind eingeladen, an dedr Tagung teilzunehmen! Mehr Information bei Pastor Stephan Lorenz, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder +491716820295

 

##Gebetswoche für die Einheit der Christen: 18. – 25. Januar 2020##

 

Mindestens einmal im Jahr werden Christinnen und Christen erinnert an Jesu Gebet für seine Jünger „damit sie alle eins seien [...], damit die Welt glaube“ (vgl. Joh 17,21).

Seit 1966 wird die Gebetswoche für die Einheit der Christen, deren Ursprünge bereits auf das Jahr 1910 zurückgehen, vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und von der Kommission Glaube und Kirchenverfassung vom Ökumenischen Rat der Kirchen vorbereitet. Jedes Jahr werden die Texte von einer anderen Region der Welt verfasst, 2020 von Malta.

„Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich“ (Apg 28,2)
Das Thema bezieht sich auf die Apostelgeschichte: der Apostel Paulus und seine Mitreisenden erleiden Schiffbruch auf Malta. Die Schiffbrüchigen werden von der einheimischen Bevölkerung gastfreundlich aufgenommen und versorgt. Die maltesischen Christinnen und Christen sehen in dieser Geschichte die Wurzeln des christlichen Glaubens und der christlichen Gemeinde auf ihrer Insel. Daran wird jedes Jahr am 10. Januar mit einem eigenen Festtag erinnert.
Die Geschichte vom Schiffbruch des Paulus wird von der internationalen Vorbereitungsgruppe für die Gebetswoche in den Kontext von Flucht und Migration heute gestellt: Auch in unserer Zeit sehen sich viele Menschen auf demselben Meer denselben Schrecken gegenüber. Dieselben Orte, die in der Lesung genannt werden, kommen in den Geschichten heutiger Flüchtlinge vor. In anderen Teilen der Welt begeben sich viele andere auf ebenso gefährliche Reisen zu Lande und zur See, um Naturkatastrophen, Krieg und Armut zu entkommen. Diese Menschen sind besonders auf die Gastfreundschaft anderer angewiesen.
Das Beispiel aus der Apostelgeschichte macht uns deutlich, wie aus einer zufälligen Begegnung Gemeinschaft entstehen kann. Gemeinschaft über Grenzen hinweg mindert Not. Die Kirchen sehen sich in der Pflicht, solche Gemeinschaft zu fördern. Dies wird ihnen umso mehr gelingen, je mehr sie auch untereinander Gemeinschaft pflegen und Versöhnung suchen.
In der Gebetswoche geht es um die Einheit der Christen. Diese ist kein Selbstzweck, sondern sie ist besonders für den Notleidenden, Hilfsbedürftigen und Fremden offen. Unsere Einheit als Christen wird nicht nur dadurch entdeckt, dass wir einander Gastfreundschaft gewähren, so wichtig dies ist, sondern auch durch liebevolle Begegnungen mit denen, die unsere Sprache, unsere Kultur oder unseren Glauben nicht teilen.

Der Gottesdienst der Gebetswoche für die Einheit der Christen fand in diesem Jahr auf Einladung des Bischofs des Algrave Dom Maunel in der Franziskanerkirche in Faro statt. Katholiken, Rumänisch-Orthodoxe, Anglikaner und Lutheraner beteten gemeinsam. Begleitet wurde der Gottesdienst vom Chor des Taize-Kreises aus Aljezur. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es Gelegenheit sich bei Tee und Gebäck auszutauschen.

 

 

 

##Im November 2019 bekamen wir Besuch von Thomas Kaebel##

Hier sein Erfahrungsbericht

Erfahrungsbericht zum Aufenthalt in Carvoeiro, Portugal (10.11.-10.12.2019)

Sonne, Ruhe zum Schreiben, tolle Leute! Das wollte ich in Carvoeiro erleben und habe ich erlebt. Vom 10. November bis 10. Dezember 2019 war ich dort zu Gast. Bekommen hatte ich die charmante Wohnung mit Meerblick durch Vermittlung der Deutschen Evangelischen Gemeinde im Algarve. Meine Vermieterin Catinca von Baselli ist total nett und holt mich schon am Busbahnhof in Lagoa ab.

Ich habe nun einen Monat Zeit, an den letzten Seiten meiner Dissertation im Alten Testament zu arbeiten. In der Wohnung gibt es kein Internet. Das ist meiner Arbeit zuträglich. Zur Bearbeitung meiner Emails gehe ich täglich die Straße hinab zum Tivoli, wo das Wifi bis auf die Straße reicht.

Samstag angekommen gehe ich gleich am nächsten Tag um 16h zur nahegelegenen Kirche in den Gottesdienst, wo ich am Eingang Stephan Lorenz kennenlerne, den Pfarrer der deutschen Gemeinde. Er ist wie einige andere auch neugierig auf mich, so wie ich auf ihn und die Leute dort. Catinca Baselli ist auch da und stellt mich nach dem Gottestdienst unter anderem der Gemeinderatsvorsitzenden Annemarie Webster vor. Sie ist auch Lehrerin gewesen. Wir verstehen uns sofort richtig gut. In den kommenden 4 Wochen lernen wir uns alle näher kennen und schätzen.

Der Gottestdienst findet jeden Sonntagnachmittag in der Katholischen Kirche in Carvoeiro statt. Sie ist auf der Klippe mit Eingang Richtung Westen gelegen. Gegen Ende des Gottesdienstes ist zu dieser Jahreszeit immer die untergehende Sonne zu beobachten. Ein wundervoller Anblick!

Gleich zu Beginn meines Aufenthalts muss ein Fahrrad her. Da ich kein funktionsfähiges ausleihen kann und selbst kein Werkzeug habe, kaufe ich kurzerhand eines im Intermarché. Es begleitet mich 4 Wochen treu ohne Platten überall hin und ist nun im Besitz der Deutschen Gemeinde, wo es hoffentlich weiterhin gute Dienste tun wird.

Die Gemeinde ist sehr aktiv. Ich gehe zweimal zum vierzehntägigen Gesprächskreis am Donnerstagnachmittag ins Pfarrhaus. Beim ersten Mal ist das Thema Zivile Seenotrettung, beim zweiten Mal die Weihnachtsgeschichte nach Lukas. Ich bin einmal donnerstagsabends in der Probe des Kirchenchores und singe gleich drei Tage später im Gottesdienst mit. Die Musik tut mir gut. An meinem letzten Sonntag in Carvoeiro helfe ich noch kurzfristig bei der Austeilung des Abendmahls aus.

Zweimal bin ich bei meiner Vermieterin zum Essen eingeladen, erzähle viel von mir und erfahre ebenso viel über sie. Wir haben beide bisher ein recht ungewöhnliches Leben und sind sehr neugierig aufeinander. Wir verbringen den frühen Nachmittag auf der sonnigen Terasse mit Blick auf die Bucht von Carvoeiro. Bei meinem zweiten Besuch in der Casa von Baselli ist Stephan Lorenz dabei. Wir verbringen einen schönen Abend bei leckerem russischem Essen und erfahren von seiner bewegten Zeit in Russland.

Alle zwei bis drei Tage gehe ich in den Mercado Municipal de Carvoeiro, um Obst und Gemüse einzukaufen. Es ist immer erschreckend leer dort, obwohl alles sehr gut schmeckt und zu sehr sozialen Preisen angeboten wird. Ich bemühe mich, meine Einkäufe gleichmäßig auf die beiden noch vorhandenen Stände zu verteilen. Beide Frauen sind immer so nett und freuen sich sichtlich, wenn ich komme. Wenn ich 5 Tomaten kaufe, bekomme ich im Durchschnitt 10 Mandarinen als Dankeschön geschenkt; vielleicht, weil ich mein Obst nicht in einem der großen nahegelegenen Supermärkte einkaufe; vielleicht auch, weil ich mir sichtlich Mühe gebe, alles auf Portugiesisch zu sagen. Es wird gefühlt jeden Tag ein ganz kleines Bisschen besser.

Natürlich schreibe ich auch jeden Tag an meiner Arbeit, sitze oft auf dem großen Balkon der Wohnung oder an einem der vielen schönen und um diese Jahreszeit leeren Strände. Es ist ein Luxus für mich, unter solchen Umständen meine Arbeit schreiben zu können. Am 2. Advent habe ich nachmittags gegen 15h einen Geistesblitz, der den zweiten Teil meiner Arbeit auf sichere Füße stellt. Ich freue mich wie ein kleines Kind den ganzen restlichen Tag und darüber hinaus.

Es ist insgesamt eine sehr unbeschwerte Zeit, die ich in Portugal habe. Alles läuft ruhig und gut. Ein bisschen Wehmut ist schon zu spüren, als mich Stephan Lorenz zum Busbahnhof in Lagoa fährt. Wir verabschieden uns in der Hoffnung, dass es nicht das letzte Treffen gewesen sein möge.

Ich danke all den vielen leiben Menschen, die mir in meiner Zeit in Carvoeiro mit so viel Offenheit und Freundlichkeit begegnet sind. Hoffentlich auf bald! Adeus!

Thomas Kaebel

##Danke!##

Wir möchten uns bei allen Spendern und Kollektengebern bedanken! Unsere Weihnachstkollekte für das Hilfewerk "Brot für die Welt" und unsere lokale Hilfsorganisation im Algarve "Support the families in Algrave" erbrachte eine Summe von 1200 €. Gott segne Geber und Gaben. 

Die Kollekte unserer Weihnachstgottesdienste geht in diesem Jahr zur Hälfte an das Hilfswerk der EKD "Brot für die Welt" und an ein lokale Hilfsorganisation im Algarve.

 

Support For Families In the Algarve (Teil der Associação Guarda-Chuva, registered charity 515531928)

Wir unterstützen schutzbedürftige Personen und Familien, die Schwierigkeiten haben, die Grundlagen zu finden, die wir allgemein für selbstverständlich halten. Dinge wie Tische, Stühle, Schubladen und Kühlschränke, Herde, Mikrowellen, Waschmaschinen, Fernseher usw. Wir tun dies, indem wir uns vernetzen, uns auf Freunde verlassen, Facebook und Werbung nutzen, um Leute zu finden, die solche Gegenstände spenden. Durch Spenden und Spendengelder zahlen wir auch für Kinderbrillen und zahnärztliche Notfallbehandlungen für Familien, die sich eine Behandlung nicht leisten können.

Tel.: Su Davis – 932307548 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Facebook: Support for Families in the Algarve

Wir freuen uns über jede Gabe und Spende!

 

 ##Unser ältestes Gemeindemitglied wurde 100 Jahre Ursula Globig##

 

 


Am 15. Dezember feierte unser ältestes Gemeindemitglied ihren 100. Geburtsag. Ursual Globig wurde 1919 im schönsten Stadtteil Leipzigs in Gohlis geboren. Schon Goethe schrieb: "Wem´s zu wohl ist, der geht nach Gohlis". Dort ist sie auch aufgewachsen. Hat 1949 dort geheiratet. Wenig später flüchtete sie mit ihrem Mann in die BRD nach Stuttgart. Dort kam das erste ihrer 5 Kinder (3 Mädchen und 2 Jungen) zur Welt. Ihr Mann arbeitete zunächst bei Krupp in Rheinhausen, später wurde er in die USA geschickt. Dort traf Frau Globig ihre Geschwister und Eltern in New York wieder. Die berufliche Tätigkeit ihres Mannes führte sie in viele Teile der Welt, immer wieder auch nach Malaysien und schließlich nach Rio de Janeiro, Brasilien. Hier lebten sie fast 5 Jahre. Dort wären sie gerne alt geworden, aber die hohe Kriminalitätsrate war abschreckend. Sie entschieden sich für den Algarve.

Ursula Globig lebt seit dem Tod ihres Mannes (mit 89 Jahren) 2012 allein in Monte Carvoeiro. Ihre Kinder leben in den USA. Dort haben sie selbst Familien gegründet. Sie besuchen Frau Globig regelmäßig, besonders ihr ältester Sohn, der gewöhnlich Weihnachten und Silvester bei ihr verbringt.
100 Jahre ist sie alt geworden - das Gehen fällt ihr etwas schwerer, sie kommt kaum noch aus dem Haus. Geistig nimmt sie es mit manch jüngerem mit Leichtigkeit auf. Sie liest viel. Aber ihr größter Wunsch zum 100 ist einen Scrabble Mitspieler/Mitspielerin zu finden, wenigstens einmal im Monat. Am liebsten in Englisch. Deutsch würde aber auch gehen.
Wer Interesse hat, der möge sich bei P. Lorenz melden. 282 341 214

Carvoeiro, 09.12. 2019

##Weihnachstbrief 2019##
Schaut auf, erhebt,  eure Häupter, denn eure Erlösung ist nahe. Lukas 21, 28


Liebe Mitglieder und Freunde der DEKA, unserer Gemeinde im Algarve,

Sie haben etwas übrig für unsere Gemeinde! Dafür danke ich Ihnen aucxh im Namen des Kirchengemeinderates  ganz herzlich. 

Wir sind eine kleine Gemeinde, die sich selbst finanzieren muss. Die EKD gewährt uns keine finanzielle Unterstützung, abgesehen von den Personalkosten für den Pfarrer.

Zu unserem Glück gibt  in unserer Gemeinde viele ehrenamtlich engagierte Personen, die die Arbeit der Gemeinde unterstützen. Aber auch ehrenamtliche Arbeit kostet Geld. Und wir haben viele Ausgaben für die Nutzung der Kapelle, die Gottesdienste, Miete der Pfarrwohnung, der Dienstwagen, Telefon, Internet, Versand des Boten, Postfach, usw.

Nicht alles, was wir bekommen, behalten  für uns selbst.Wir spenden immer wieder für Bedürftige und in Not geratene Menschen. In diesem Jahr zum Beispiel für Schulanfängerinnen und Schulanfänger, damit sie sich eine gute Erstausstattung leisten können. Oder für die Vicenmtinerinnen  in Aljezur.  So versuchen wir etwas von dem Guten zurückzugeben an die Menschen, denen es im Algarbe nicht so gut geht.

Im November hat sich eine Gruppe von etwa 20 Frauen aus unserer Gemeinde oder unserem Umfeld unter dem Namen „Zeitspende“ zusammengefunden. Sie werden nach ihrer Ausbildung ambulante hospizliche Begleitungen, zunächst im Osten des Algarve unternehmen. Darüber hinaus versuchen wir verschiedenen Aktivitäten zu Projekten „Wohnen im Alter“ zusammenzuführen und zu unterstützen. Mehr Informationen finden sie untzer Gemeinde - Zeitspende.

Unsere katholische Schwestergemeinde in Lagoa und Carvoeiro hat nach der Pensionierung unseres langjährigen Pfarrer Nunes einen neuen Pfarrer bekommen, sein Name ist Nuno. Wir hoffen, dass wir mit ihm die gute Zusammenarbeit fortsetzen können.

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Adventszeit, ein fröhliches Weihnachtsfest und ein Gutes Neues Jahr 2020. Bleiben Sie uns verbunden. Wir brauchen ihre Unterstützung!

Ihr Pastor em. J.-Stephan Lorenz

 

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