Deutschsprachige Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde im Algarve. (DEKA)

Unsere Gottesdienste finden in der Capela de Nossa Senhora da Encarnação in Carvoeiro statt. 

 

       Kapelle Innen

Geschichte Ausgestaltung Kapelle 

 Gott segne Sie und behüte Sie. 

Porta patet, cor magis 

(Die Tür ist offen, unser Herz noch mehr) 

 

Monatslosung Juli 2024  2.Mose 23,2

Folge der Menge nicht zum Bösen.

לֹא תִהְיֶה אַחֲרֵי רַבִּים

Não seguirás a multidão para fazeres mal

(mehr Gedanken dazu finden Sie hier Monatslosung Juli )

 

Am 12. Juli gedenkt die Kirche an Erasmus von Rotterdam. Er ist 1536 im Alter von 70 Jahren gestorben. Geboren 1466 als eines von mehreren Kindern eines katholischen Priesters. Sie seien ja auch keine Eunuchen, schreibt er später einmal. Nach Schul- und Universitätsjahren an verschiedenen europäischen Universitäten kommt er in Kontakt mit Thomas Morus und wird Erzieher des späteren Königs Heinrich VIII. Erasmus reist viel in Europa herum, war außer in England, in Basel, Venedig und Löwen, wo er das Collegium Trilingue mitbegründete. Dort wurden antike Texte erstmals in der Ursprache gelehrt und gelesen. 1535 kehrte er nach Basel zurück, wo er ein Jahr später starb. Obwohl katholischer Priester und Augustiner Chorherr wurde er im protestantischen Münster von Basel beigesetzt. Erasmus stand der Reformation Luthers ziemlich kritisch gegenüber. Er meinte, „man solle eben auch Geduld mit der Kirche als Institution haben und darauf vertrauen, dass sie erneuerbar ist.“ Dieser Appell an die Erneuerbarkeit der katholischen Kirche wäre ja überraschend modern. Was ihn nicht hinderte, die scholastisch geprägte katholische Theologie und Kirche zu kritisieren. In einer seiner Satiren schrieb er einmal: „Die christliche Religion steht einer gewissen Torheit recht nahe; hingegen mit der Weisheit verträgt sie sich schlecht!“  Erasmus war ein gemäßigter Reformer, aber fragte sich auch selbstkritisch, ob nicht seine Gedanken zur späteren Kirchenspaltung beigetragen haben. „Ich Erasmus, habe das Ei gelegt und Luther hat es geöffnet.“  Luther, auch Augustiner Chorherr, mag er wegen seiner groben und undiplomatischen Art nicht wirklich. Er streitet mit Luther, dessen 95 Thesen er grundsätzlich plausibel findet, darüber, ob der Wille des Menschen frei sei oder nicht. Ein Diskurs, der sich bis in die Neuzeit hineinzieht und heute in den Neurowissenschaften, auch mit der Philosophie und der Theologie immer noch, oder erneut ausgetragen wird. Luther sagt, der menschliche Wille sei unfrei, frei sei er nur, das Böse zu tun. Erasmus ist der Meinung, dass der Mensch einen Willen habe, sei eine göttliche Gabe, die der Mensch selbständig und frei gebrauchen könne. Wo Luther sich gewiss gibt, nämlich, dass dem ganz und gar nicht so ist, bleibt Erasmus vorsichtig. Ähnlich der sokratischen Erkenntnis formuliert er für die Theologie. „Es gibt in der Theologie unzugängliche Stellen, wo Gott nicht gewollt hat, dass wir näher herzu dringen sollen; und wenn wir vorzudringen suchen, so tasten wir, je tiefer wir hineingehen, umso mehr im Dunkeln, so dass wir auch so die unergründliche Majestät der göttlichen Weisheit und die Hilflosigkeit des menschlichen Verstandes erkennen.“

Nikolaus Schneider, der ehemaliger Ratsvorsitzender der EKD, sagt über Erasmus: „Er war ein ausgesprochen toleranter Mensch und hat immer wieder zum Frieden gemahnt. Es gibt diesen schönen Aphorismus von Erasmus, in dem er sagt, dass der elendste Friede dem glorreichsten Krieg vorzuziehen sei.“

 

Den Gottesdienst zum 7. Sonntag nach Trinitais finden Sie unter der Rubrik 'Gedankensplitter'. 

                                                                                 

 

 

 

 

Wegweiser zur Kapelle

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