Gedankensplitter

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Gedanken zur Monatslosung Juni 2019

צוּף דְּבַשׁ אִמְרֵי נֹעַם מָתוֹק לַנֶּפֶשׁ וּמַרְפֵּא לָעָצֶם

Wie flüssiger Honig sind freundliche Worte, süß für die Seele und Linderung fürs Gebein. (Sprichwörter 16, 24)

Dem kann, denke ich, jeder zustimmen. Wir wissen, wie wohltuend freundliche Worte sind. Balsam für die Seele. Und nicht nur für sie. Das gilt für alle Bereiche unseres Lebens. Sogar in der Arbeitswelt setzt sich diese Erkenntnis durch. In meiner hannoverschen Heimatkirche galt lange Zeit als Leitungsdirektive: „Keine Kritik ist schon Lob genug“. Heute setzt sich eine andere Erkenntnis durch, wie sie z.Bsp. von Christine Scheitler formuliert wird: „Die Hirnforschung hat es doch in den letzten Jahren klar zutage gefördert, sodass selbst die Betriebswirtschaftslehre von ihrem rein rationalen Menschenbild abrückt: Menschen sind emotionale Wesen, sie haben Gefühle. Werden diese im Arbeitsprozess ignoriert, schlägt das auf die Leistungsbereitschaft durch. Lob, Anerkennung, Beachtung steigern die Freude an der Arbeit und sorgen für ein gutes und - was auch gern vergessen wird - auch aufgeschlossen-innovatives Klima. Fragen Sie gestandene Praktiker: Nichts wirkt sich auf die Leistung so anfeuernd aus wie ein überlegt ausgesprochenes Lob, eine Anerkennung, ein freundliches Wort, das signalisiert, dass der Chef eine Leistung und dahinter auch die Person, den Menschen zur Kenntnis nimmt.“

Für unsere persönlichen Beziehung gilt das noch viel mehr. Der Paartherapeut Ulrich Clement meint zurecht: „Das A und O von Beziehungen ist, wie der Partner damit umgeht, dass der Andere anders ist als er selbst und anders, als er das gerne hätte. Schlechtlaufende Ehen machen aus dem Unterschied ein Problem. Der Eine wirft dem Anderen vor, dass er länger schläft oder schneller isst. Gute Partnerschaften machen aus dem Unterschied einen Vorteil, einen Reichtum, eine positiv bewertete Individualität. Es ist interessant, oder ich akzeptiere es. Das meinen die Alten mit Respekt.“ Sagt eine Frau zu ihrer Freundin: In letzter Zeit wird mein Mann immer vergesslicher. Aber ich will mich nicht beklagen, so hatte ich dieses Jahr schon dreimal Geburtstag. Aber auch sich selber loben ist wichtig. Selbst wenn wir gelernt haben sollten, das Eigenlob stinkt. Sich selbst loben können ist eine Quelle guter Gefühle und eines gesunden Selbstvertrauens. Und es macht weniger abhängig vom Lob anderer.

Im Streit mit Pharisäern um das, was Menschen vor Gott unrein macht, sagt Jesus: Nichts geht von außen in den Menschen hinein, was ihn zu verunreinigen vermag, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das ist es, was den Menschen verunreinigt.(Markus 7,15) Er zitiert das Lob Gottes, das jedem Menschen gilt: Du bist in meinen Augen kostbar, wertvoll für mich, ich habe dich liebgewonnen (Jesaja 43,4)

Ich wünsche Ihnen, dass Sie oft genug freundliche Worte finden, für ihren Partner, für sich selbst und für die, mit denen Sie zusammenarbeiten.

Pastor i.R. Stephan Lorenz

 

Predigt Johannis 2019 (Der Gottesdienst fand am 22, JUni in Sao Bras statt)

„Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus. Amen“

Heute ist zwar noch nicht der 24. Juni, der Tag der Geburt Johannes des Täufers. Aber wir feiern heute an diesem schönen Ort das Johannisfest. Den biblischen Hintergrund bildet die Geschichte, die wir vorhin gehört haben.

Bei Lukas ist Elisabeth im 6. Monat schwanger, als Maria die Geburt ihres Kindes erfährt, deshalb liegt die Geburt des Johannes auf den 24. Juni, sechs Monate vor der Geburt Jesu.

Johannis wird schon früh, und besonders in der Kirche des Mittelalters gefeiert. Es war ein sehr volkstümliches Fest. Zum Brauchtum gehören die Johannisfeuer, die ursprünglich Sonnenwendfeuer sind. Es gibt sogar eine Feuersegnung. In manchen Gegenden wurde dieser Tag aber auch mit Andachten auf den Friedhöfen begangen.

Beides gehört zusammen. Denn Johannis liegt in der Mitte des Jahres. „Er muss wachsen, ich aber abnehmen.“ (Joh 3.30) Das hat man auf den Verlauf in der Natur (jedenfalls in Deutschland) gedeutet. Die Feldfrüchte werden reif, die ersten Felder werden bald abgeerntet. Damit gerät die Vergänglichkeit allen irdischen Lebens in den Blick: in der Blüte des Lebens kündigen sich das Vergehen an, Herbst und Winter. Die alttestamentliche Lesung bei Jesaja beschreibt diesen Aspekt eindrücklich:

Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Anmut wie die Blume des Feldes. Das Gras verdorrt, die Blume ist abgefallen; denn der Hauch Gottes hat sie angeweht. Fürwahr die Menschen sind wie Gras. Das Gras ist verdorrt, die Blume ist abgefallen; - aber das Wort Gottes besteht in Ewigkeit.

Das Geschehen in der Natur wird zum Bild unseres eigenen Lebens. Vielleicht besonders für die, die sich hinter der Mitte des Lebens befinden. Viele von uns haben die Früchte ihres arbeitsamen Lebens einfahren können, den Erfolg im Beruf, die Kinder, ja sogar die Enkelkinder wachsen heran. Man ist stolz auf sie. Im Umgang gerade mit ihnen merkt man: Man wird älter. Bestimmte Dinge wird man nie mehr machen können. In Deutschland ist es die Zeit der Silbernen und Goldenen Konfirmationen. Da stellt man fest: Den einen oder die andere gibt es nicht mehr, sie sind gestorben. Das eigene Vergehen wird zu einem Thema, dem man sich immer weniger entziehen kann. Die eigenen körperlichen und geistigen Kräfte nehmen ab. Da stellt sich die Frage: Was ist in meinem Leben wichtig und was nicht? Was trägt mich und was nicht?

Die Zeit Antworten zu finden, wird kürzer. Man kann der Frage ausweichen, seine ewige Jugend phantasieren, Pläne schmieden als wäre man Mitte 20, oder man kann sich ihr stellen. Der Wiener Arzt und Psychotherapeut Viktor Frankl - ein Überlebender der hitlerschen KZ - hat einmal gesagt: „Unter all meinen Patienten jenseits der Lebensmitte, d.h. jenseits der 35 war nicht ein einziger, dessen endgültiges Problem nicht das der religiösen Einstellung wäre. Ja, jeder krankte in letzter Linie daran, dass er das verloren hatte, was lebendige Religion ihren Gläubigen zu allen Zeiten gegeben hat, und keiner war wirklich geheilt, der seine religiöse Einstellung nicht wieder erreicht hätte.“

Was zählt, was trägt mich, wenn Seele und Körper schwächer werden?

Zwei Metaphern spielen in allen Texten eine große Rolle. Jesaja spricht von einer Blume, die verwelkt, der erste Psalm von einem Baum, der immer grüne Blätter hat. Bei Lukas ist es die Metapher vom Sprechen und Sprachlosigkeit.

Jesaja vergleicht uns mit einer Blume, die anmutig und prächtig blüht, mit dem Gras auf der Weide, das voll im Saft steht - beides aber wird einmal verdorren. Bild unserer Vergänglichkeit und Ohnmacht.

Ist aber Vergänglichkeit unser einziges Schicksal? Ist es für uns möglich, an der Herrlichkeit, ja Ewigkeit Gottes Teil zu nehmen? Das ist eine der Urfragen, die Menschen sich stellen.

Psalm 1 erzählt:

„Glücklich der Mensch, der nicht wandelt im Rate der Gottlosen, und der nicht auf dem Weg der Sünder geht und nicht sitzt im Rate der Spötter, sondern der Lust hat an dem, was Gott gesetzt hat und über seine Gebote Tag und Nacht sinnt. Der gleicht einem Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der Frucht bringt zu seiner Zeit und dessen Blätter nicht verwelken. Alles, was er tut, wird ihm auch gelingen“

Der Baum ist ein altes religiöses Bild, in vielen Religionen. Damit verbanden Menschen die Vorstellung im Zentrum des Universums zu stehe, Macht zu haben. Der Stamm des Baumes symbolisiert die Weltachse, die immer grünen Blätter die vielfältigen Herrschaftsbereiche. Der Baum, das Bild unserer Teilhabe an der Herrlichkeit, der Ewigkeit und an der Macht Gottes.

Es scheint einen Weg zu geben, dem Verwelken zu entgehen und der Ewigkeit und Herrlichkeit Gottes teilhaftig zu werden!

Wer nämlich seine Lust richten kann auf das, was Gott gesetzt hat und den Sinn seiner Worte für sein Leben zu ergründen sucht - so Psalm 1 - ist auf diesem Weg unterwegs.

Damit kommen wir zum Sprachbild des Neuen Testaments. Von Zacharias wird berichtet, dass er sich ein Kind wünschte. Als ihm dieser Wunsch nicht erfüllt wird, verliert er Lebensmut und Vertrauen in Gott. Die Folge: er wird sprachlos. Er findet seine Sprache erst wieder, als er einsieht, dass Gottes Wort auch für ihn Bedeutung hat.

Sprache haben, Worte finden für das, was wir sehen, in Worte kleiden, was wir empfinden, erforschen, fühlen, können nur wir Menschen. Das große Universum ist sprachlos. Tiere verständigen sich mit einer festgelegten Zeichengrammatik. Sprechenkönnen zeichnet uns Menschen vor allen anderen Dingen und Kreaturen aus.

Eine Antwort auf unsere Frage, könnte doch lauten:

  • Indem wir Menschen auf das ewige Wort Gottes hören, haben wir Anteil an der Herrlichkeit und Ewigkeit Gottes, 
  • indem wir Männern und Frauen wie Johannes nachfolgen, gleichen wir einem Baum, der Früchte bringt und dessen Blätter eben nicht verwelken, sondern sind mit der Mitte des Universums verbunden. Werden Menschen, die nicht in Sprachlosigkeit und Beziehungslosigkeit versinken, sondern werden für das, was uns widerfährt, Worte von Bedeutung finden. Werden selbst Teil des Ewigen Wortes, das die Welt erlösen kann. 

Was hat dieses Sprechen in religiösen Bildern mit meinem, mit ihrem Alltag zu tun?

Wenn ich mir die Werbung anschaue, frage ich mich: Was für ein Bild zeichnet sie von erwachsenen Menschen? Fühle ich mich angesprochen?

Meine Beobachtung: Erwachsene Menschen, besonders solche ab Lebensmitte und darüber hinaus, werden zu Aktionismus aufgefordert. Da soll man sich, obwohl schon vorgerückten Alters, ein tolles Auto kaufen, damit man mithalten kann. Noch eine passende Lebensabschnittspartnerin dazu, das ganze Outfit und Styling auf jugendlich und poppig getrimmt, Sportarten treiben, die ziemlich gefährlich sind. Öfters in den Urlaub fahren. Die Werbung ist suggestiv. Aber sie sprechen nicht zu mir. Meint nicht mich. Sie will Leere ausfüllen. Vielleicht versteckte Depressivität, Resignation, die durch die Grellheit der Aktivität nur spärlich überdeckt ist. Über alles kann man reden, doch man/frau ist sprachlos, wenn es um die eigene Person geht, vor allen über Grenzen und Begrenzungen, Brüche und Gefährdungen, die das Leben uns zumutet.

Weglaufende Menschen, rastlos suchend nach etwas, ohne jemals das Gesuchte zu finden. Man kann es nicht konkret benennen, was am eigentlich sucht. Am Ende sind sie sprachlos wie Zacharias, dem sein Wunsch nicht erfüllt wurde.

Ich selbst gehe oft aus der Begegnung mit solchen Menschen sprachlos und verwelkt heraus, und denke, das ist es, was ihr Leben prägt: der Kampf gegen das Verwelken und die Angst vor ihrer eigenen Sprachlosigkeit.

Die Geschichte des Johannes beschreibt für mich eine andere Perspektive für erwachsene Menschen. Sie taucht in den letzten Versen des väterlichen Lobpreises auf, wenn Zacharias davon spricht, dass Johannes vor dem Angesicht Gottes hergeht, ihm seinen Weg bereitet. Er erzählt von Gottes Heil, macht sie auf die Vergebung ihrer Fehler durch den barmherzigen Gott aufmerksam. Er leuchtet den Weg für die, die in den Finsternissen des Lebens hängen bleiben. Ermutigt die, die der Schatten ihrer Sterblichkeit trotz allem Aktionismus lähmt. Er richtet die Schritte der Menschen auf den Weg des Friedens.

Das hört sich für mich gut an, kommt meinen Vorstellungen von einem bedeutungsvollen, befriedigenden Leben näher. Ich wünsche mir, dass Menschen, die mit mir zusammenleben solche Geschichten von mir erzählen, und am Ende nicht nur wissen, welches Motorrad ich gefahren haben, welche persönlichen Rekorde ich aufgestellt habe, und wo ich überall Urlaub gemacht habe.

Ich möchte lieber einer wie Johannes sein.

Der Weg dorthin geht über das Nachsinnen von Geschichten und Bildern aus unserer religiösen Tradition. Sie schließen unser Leben auf. Das deutsche Wort Person kommt vom lateinischen Wort „personare“ hindurchtönen. Jemand wird eine „Person“, wenn er das ewige Wort Gottes durch sich hindurchtönen lässt. 

Das ist unser Anteil an der Herrlichkeit und Ewigkeit Gottes. Als Sprachrohr des Lebens, des Heils, der Barmherzigkeit und vergebenden Liebe Gottes.

Dass sie diesen Weg für ihr Leben entdecken und einschlagen können, wünsche ich ihnen von ganzem Herzen. So werden sie einem Baum gleich, der Früchte bringt, dessen Blätter nicht verwelken. Gottes Heiliger Geist wird bei Ihnen sein. Sie werden ihre Sprache finden, weise Worte und Worte des Lebens, die länger halten als für ein paar Tage.

Gottes Heiliger Geist befestige diese Wortet in euren Herzen, damit ihr das nicht nur gehört, sondern auch im Alltag erfahrt, auf dass euer Glaube zunehme und ihr selig werdet, durch Jesus Christus. Amen

Predigt 1. p. Trinitatis 2019

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christi, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen

Jeder Sonntag hat sein eigenes Lebensthema. Heute geht es um die Frage: Wie geht Leben, wenn es schwierig wird? Wenn wir krank werden, ja dem Tod begegnen.

Dazu gibt eine kleine Begebenheit aus dem Johannesevangelium (Joh 5, 38 – 47).

Jesu redet mit frommen Menschen. Sie hatten ihn angesprochen, weil er am Sabbat, einem Feiertag einen Kranken am Teich Bethesta (das war sozusagen eine Rehaklinik in Jerusalem) geheilt hatte. Das war eine Übertretung des Feiertagsgebots. Er antwortet:       

„Gott wirkt ohne Unterbrechung, und ich halte es auch so!“

Die Leute müssen recht verwundert geschaut haben: „Du, wer bist Du denn?“ steht in ihren Gesichtern geschrieben - deshalb fährt Jesus fort:

Ihr durchforscht die Bibel – weil ihr meint, dort findet ihr das ewige Leben, sie erzählt aber von mir.

So kommen wir nicht zusammen, werdet ihr das Leben nicht finden, das ewige schon gar nicht.

Ich bin nicht auf Verehrung von Menschen angewiesen. Mir macht‘s nichts aus, wenn ihr mich nicht beachtet. Aber es macht mir sehr wohl etwas aus, dass ihr nicht erkennt, dass Gott euch liebt.

Ich komme im Auftrag Gottes, meines, eures Vaters, aber ihr habt Schwierigkeiten das zu erkennen. Stattdessen lauft ihr zu anderen Leuten, die ihren Profit mit eurer Lebensnot machen.

Ihr könnt nicht zum Leben finden, wenn ihr euch von solchem Menschenkram abhängig macht. So weist ihr die Liebe und Herrlichkeit, die Gott euch schenkt, zurück.

Ich verurteile euch nicht. Aber Moses, das heißt die Schrift, in der ihr so fleißig studiert, die meint genau das.

Würdet ihr eurer Bibel vertrauen, könntet ihr mir glauben. Aber: Wenn ihr schon eurer eigenen Bibel nicht glaubt, wie wollt ihr meinen Worten und Taten glauben?

Danach verließ er seine Zuhörer. Ging hin, 5000 Menschen mit wenigen Broten und Fischen lebenssatt zu machen.

Friedrich Schleiermacher ein evangelischer Theologe hat gesagt: „Ein frommer Mensch braucht die Bibel gar nicht, er ist die Bibel.“

Darum geht es. Das Studium der Bibel, seiner vielen schönen Geschichten und Erzählungen ist nicht nutzlos; das Einhalten von religiösen Vorschriften und Regeln ist hilfreich, der Besuch von Gottesdiensten, das Singen und Beten, wichtig!

Aber: Wenn wir nicht glauben, was uns zum Leben verhilft, Gottes Liebe zu uns nicht finden, bleibt die Bibel ein Buch mit sieben Siegeln.

Auch Luther hat über diese Stelle nachgedacht, darüber, was uns Menschen hindert, die Liebe Gottes zu glauben und in uns wirken zu lassen:

„Wir Menschen haben etwas, was uns hindert und was uns nicht dazu kommen lässt, Jesus zu vertrauen. Wir haben nämlich einen Götzen in unserem Herzen. Dieser Götze heißt: meine eigene Ehre.“

Ich denke, Luther meint modern ausgedrückt unsere narzisstisches Selbst, das Angst hat, seine Selbstständigkeit zu verlieren. Zu erkennen, dass wir immer Abhängige im Leben sind, lässt uns misstrauisch werden. Für viele ist das eine beängstigende Einsicht. Passt nicht zu unserem Selbstbild eines autonomen, unabhängigen, vernünftigen, selbstbestimmten Menschen.

Könnte für ein glückliches Leben nicht beide? wahr sein? Sich von Gott geliebt fühlen und unser Bestreben, autonom, unabhängig und vernünftig zu sein, -Wie geht das zusammen?

Vielleicht geht es so: In seinem Leben die Liebe Gottes selber zu leben – die Bibel selbst zu sein, selbständig zu entscheiden, was liebevolles Tun jetzt gerade ist. Das kann dann auch eine Tätigkeit sein, die von „frommen“ Menschen eigentlich nicht erwartet wird. Jesus hat es vorgemacht. Er hat religiöse Regeln gebrochen. An einem Feiertag „gearbeitet“. Was heißt denn „fromm“ sein? Nützlich sein! Wie geht Leben?

Wir Christen sagen hoffend: Lass dich ergreifen von Gott. ER liebt dich; nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen, sagt Paulus. Lass diese Liebe in dein Herz einziehen, erzählt Johannes. Und etwas Wunderbares passiert: Du erlebst – wovon Jesus erzählt hat - „DU lebst für immer“. Ein schönes Bild ist für glückliches, erfülltes Leben.

Kakoe ogromnie schastje lubit i bit lubit so hat es große russische Dichter Tolstoi ausgedrückt: das ist das größte Glück, zu lieben und geliebt zu werden.

Lassen wir uns ergreifen: Gott liebt uns. Wir geben seine Liebe weiter. Wir werden das sooft tun, wie uns möglich. Ob das nun religiösen, gesellschaftlichen oder sonst welchen Konventionen oder Regeln entspricht, - zweitrangig! Wir haben begriffen, Gott wirkt in seiner Liebe ohne Unterbrechung und wir können das ebenfalls tun. So geht Leben!

Gottes Heiliger Geist befestige diese Worte in euren Herzen, damit ihr das nicht nur gehört, sondern auch im Alltag erfahrt, auf dass euer Glaube zunehme und ihr selig werdet, durch Jesum Christum unseren Herrn. Amen

Gemeindeordnung

Gemeindesatzung

für die Deutschsprachige Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde im Algarve (kurz im Folgenden „DEKA“ genannt)

Präambel

Der Auftrag Jesu Christi zur Verkündigung des Evangeliums ist für die DEKA verpflichtend.

Grundlage der Verkündigung in der DEKA ist das in Jesus Christus offenbar gewordene Wort Gottes, wie es in der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testamentes gegeben und in den altkirchlichen Bekenntnissen und reformatorischen Bekennt­nisschriften bezeugt ist.

Die DEKA wurde im Juni 1992 auf Initiative des damaligen deutschen Honorarkonsuls für den Algarve, Herrn Enzio Freiherr von Baselli, in Zusammenwirken mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Evangelischen Kirche in Lissabon (DEKL) gegründet.

In Bindung an diese Grundlage nimmt die DEKA die folgende Gemeindesatzung an.

§ 1 Name und Sitz

 (1) Die Gemeinde führt den Namen „Deutschsprachige Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde im Algarve (DEKA) ". Sie ist eine religiöse Vereinigung eingetragen

 (2) Die DEKA hat ihren Sitz in Carvoeiro/Lagoa.

§ 2 Auftrag und Aufgaben

 (1) Die DEKA hat die Aufgabe, für den Dienst am Evangelium von Jesus Christus in Wort und Sakrament Sorge zu tragen.

 (2) Die DEKA hat insbesondere die Aufgabe des kirchlichen Dienstes an allen in ihrem Bereich lebenden evangelischen Christen deutscher Sprache. Sie tritt für die ökumenische Gemeinschaft der Christen in aller Welt ein. Sie erfüllt diese Aufgaben im Zusammenwirken mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

 (3) Kirchenvorstand und Pfarramt haben für regelmäßige öffentliche Gottesdienste, kirchliche Unterweisung, Seelsorge und diakonische Tätigkeit zu sorgen. Die DEKA bestimmt die dafür notwendigen Ordnungen, Agenden und das Gesangbuch und legt die Anforderungen für die Zulassung zur Konfirmation im Einvernehmen mit dem Pfarramt und dem Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) fest.

 (4) Alle Mitglieder der DEKA tragen die Verantwortung für die rechte Lehre und für die zeit- und sachgemäße Erfüllung des Auftrags. Zur Wahrnehmung dieser Aufgabe werden Gemeindemitglie­der ehrenamtlich oder beruflich zum Dienst der Kirche beru­fen bzw. gewählt.

 

§ 3 Vertragliche Bindungen und Eigenständigkeit der DEKA

 (1) Die DEKA ist mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vertraglich verbunden. Die DEKA hat vor Satzungsänderungen das Einvernehmen mit der Evange­lischen Kirche in Deutschland herbeizuführen.

 (2) Die DEKA ist aufgrund von Geschichte und Tradition mit der Deutschen Evangelischen Kirchengemeinde Lissabon (DEKL) in besonderer Weise verbunden.

 (3) In Erfüllung ihrer Aufgaben ordnet und verwaltet die DEKA ihre Angele­genheiten eigenständig.

§ 4 Erwerb der Mitgliedschaft

 (1) Die Zugehörigkeit zur Kirche Jesu Christi gründet sich auf die Heilige Taufe.

 (2) Die Mitgliedschaft in der DEKA wird erworben

a. durch die Heilige Taufe, die in der DEKA vollzogen wurde

oder

b. durch Beitritt

Wurde die Taufe nicht in der DEKA vollzogen, so bedarf es einer Bei­trittserklärung. Die Mitgliedschaft in der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Mitgliedschaft in der DEKA schließen sich nicht aus.

 (3) Der Beitritt erfolgt durch schriftliche Erklärung. Die Erklärung erfolgt gegenüber dem Kirchengemeinderat. Eine Beitrittserklärung kann jede Person abgeben, wenn sie das 18. Lebensjahr vollendet hat und getauft ist. Erziehungsberechtigte können die Bei­trittserklärung für ihre getauften Kinder abgeben, sofern diese das 18. Lebensjahr noch nicht er­reicht haben.

 (4) Die Beitrittserklärung soll den Namen, das Alter, den Beruf, die Anschrift der Person, die beitreten möchte, das Taufdatum und eine Erklärung über die Bereit­schaft, einen Gemeindebeitrag zu entrichten, enthalten.

 (5) Dem Beitritt kann durch den Kirchengemeinderat wider­sprochen werden. Der Widerspruch ist mit Gründen zu versehen. Die den Beitritt begehrende Person kann hiergegen Beschwerde erheben. Die Beschwerde ist innerhalb eines Monats ab Zugang des ablehnenden Bescheides schriftlich beim Kirchengemeinderat einzulegen. Über die Beschwerde ent­scheidet die nächste Kirchengemeindeversammlung (siehe § 10).

 

§ 5 Rechte und Pflichten der Mitglieder

 (1) Die Mitglieder stehen als Glieder der Gemeinde Jesu Christi in der Verantwortung vor Gott.

 (2) Die Mitglieder sind zu allen Gottesdiensten eingeladen und haben das Recht auf

  1. den Gebrauch der Sakramente,
  2. seelsorgerliche Begleitung,
  3. Amtshandlungen,
  4. christliche Unterweisung.

 (3) Alle Mitglieder sind eingeladen, mit ihren Gaben an der Gestaltung des kirchlichen Le­bens mitzuwirken, kirchliche und diakonische Aufga­ben zu übernehmen und sich an Wahlen zu beteiligen.

 (4) Durch den Gemeindebeitrag tragen die Mitglieder dazu bei, dass die Gemeinde ihre Aufgaben erfüllen kann.

 

§ 6 Beendigung der Mitgliedschaft

 (1) Die Mitgliedschaft endet

  1. mit dem Tod des Mitglieds,
  2. durch Austritt,
  3. durch Ausschluss aus der DEKA.

 (2) Der Austritt erfolgt durch schriftliche Erklärung gegenüber einem Mitglied des Kirchen­gemeinderates. Der Empfang der Austrittserklärung ist in geeigneter Weise zu quittieren. Der Austritt ist nur zum Schluss eines Quartals unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Wochen zulässig.

 (3) Der Ausschluss erfolgt durch Beschluss des Kirchengemeinderates. Ein Mitglied kann, wenn es gegen das Bekenntnis der DEKA grob verstößt, den Interessen der DEKA wiederholt Schaden zufügt oder seine mit dem Beitritt oder der Verleihung der Mitgliedschaft übernommenen Aufgaben bewusst nicht erfüllt aus der DEKA ausgeschlossen werden. Vor der Beschlussfassung ist dem Mitglied unter Setzung einer angemessenen Frist Gelegenheit zu geben, persönlich vor dem Kir­chengemeinderat oder schriftlich Stellung zu nehmen. Eine schriftliche Stellungnahme des/der Betrof­fenen ist in der Kirchengemein­deratssitzung zu verlesen. Der Beschluss über den Ausschluss ist mit Gründen zu versehen und dem Mitglied mit eingeschriebenem Brief bekannt zu ma­chen. Gegen den Ausschließungsbe­schluss des Kirchengemeinderates steht dem Mitglied das Recht des Widerspruchs an die Kirchengemeindeversammlung zu. Der Widerspruch hat aufschie­bende Wirkung. Der Widerspruch muss innerhalb einer Frist von einem Mo­nat ab Zugang des Ausschließungsbeschlusses beim Kirchengemeinderat eingelegt werden. Ist der Widerspruch rechtzeitig eingelegt, so hat der Kirchengemeinderat ihn unverzüglich der nächsten Kirchengemeindeversammlung vorzulegen. Geschieht dies nicht, gilt der Ausschließungsbe­schluss als nicht erlassen. Macht das Mitglied von dem Recht des Widerspruchs gegen den Aus­schließungsbeschluss keinen Gebrauch oder versäumt es die Widerspruchsfrist, so unterwirft es sich damit dem Ausschlie­ßungsgrund mit der Folge, dass die Mitgliedschaft als beendet gilt.

 

§ 7 Mitgliedsbeiträge

 Von den Mitgliedern werden Beiträge erhoben. Die Höhe des Beitrages und dessen Fälligkeit werden von der Kirchengemeindeversammlung bestimmt. In Ausnahmefällen kann der Kirchengemeinderat Mitgliedern die Beitragszahlung ermäßigen oder erlassen.

 

§ 8 Organe der DEKA

Organe der DEKA sind

                  a. der Kirchengemeinderat (KGR)

b. die Kirchengemeindeversammlung (KGV)

c. der Finanzbeirat

§ 9 Der Kirchengemeinderat (KGR)

 (1) Der Kirchengemeinderat besteht aus mindestens 5, höchstens 8 Personen. Er wählt aus seiner Mitte den Vorsitzenden oder die Vorsitzende, den stellvertretenden Vorsitzenden oder die stellvertretende Vorsitzende und den Schatzmeister oder die Schatzmeisterin. Der/die Vorsitzende und die Mehrheit der Mitglieder des KGR müssen evangelischen Bekenntnisses sein.

 (2) Die DEKA wird gerichtlich und außergerichtlich vertreten durch zwei Mitglieder des Kirchengemeinderates, darunter der/die Vorsitzende oder der/die stellvertretende Vorsitzende.

 (3) Die Vereinigung mehrerer Ämter im Kirchengemeinderat in einer Person ist unzulässig.

 (4) Dem Kirchengemeinderat sollen keine Personen als Mitglieder angehören, die miteinander Verwandte ersten Grades oder verheiratet sind.

 

§ 10 Die Zuständigkeit des Kirchengemeinderates (KGR)

 Der Kirchengemeinderat ist für alle Angelegenheiten der DEKA zuständig, soweit sie nicht durch Satzung einem anderen kirchlichen Organ zugewiesen sind. Er hat insbesondere folgende Aufgaben:

  1. Vorbereitung der Kirchengemeindeversammlungen und Aufstellung der Tagesord­nungen,
  2. Ausführung der Beschlüsse der Kirchengemeindeversammlung,
  3. Aufstellung eines Haushaltsplanes für jedes Geschäftsjahr, Buchführung und Erstel­lung ei­nes Jahresberichtes.

 § 11 Amtsdauer des Kirchengemeinderates

 (1) Die Mitglieder des Kirchengemeinderates werden von der Kirchengemeindeversammlung für die Dauer von vier Jahren, vom Tage der Wahl an gerechnet, gewählt. Mitglieder des Kirchengemeinderates bleiben bis zur Neuwahl des Kirchengemeinderates im Amt. Jedes Mitglied des Kirchengemeindera­tes, mit Ausnahme des Pfarrers oder der Pfarrerin, ist einzeln zu wählen. Die Mitglieder des Kirchengemeinderates werden in einem Gottesdienst in ihr Amt eingeführt.

 (2) Mitglieder des Kirchengemeinderates können wie­dergewählt werden.

 (3) Wählbar sind alle Mitglieder der DEKA ab dem vollendeten achtzehnten Lebensjahr, sofern sie nicht in einem haupt- oder nebenberuflichen Beschäftigungsverhältnis zur Kirchengemeinde stehen.

 (4) Das Amt der Mitglieder des Kirchengemeinderates ist ein kirchliches Ehrenamt und wird unentgeltlich wahrgenommen.

 (5) Die Mitglieder des Kirchengemeinderates haben über alle Angelegenheiten, die ihnen in Ausübung ihres Amtes bekannt geworden sind und die ihrer Natur nach vertraulich sind, Verschwiegenheit zu wahren. Dies gilt auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt. Die Verpflichtung zur Aussage gegenüber staatlichen Behörden und Gerichten richtet sich nach Landesrecht.

 

§ 12 Ausscheiden eines Kirchengemeinderatsmitgliedes

 (1) Ein Mitglied des Kirchengemeinderates scheidet aus, wenn

a) es sein Amt niederlegt,

b) die Voraussetzungen seiner Wählbarkeit entfallen,

c) es nicht mehr in der Lage ist, seinen Amtspflichten nachzukommen,

d) es sich erheblicher Pflichtverletzungen schuldig macht,

e) es durch die Gemeindeversammlung mit zwei Drittel der abgegebenen Stimmen abgewählt wird.

 (2) In den Fällen des Absatzes 1 Buchstaben c und d stellt der Kirchengemeinderat mit zwei Drittel der abgegebenen gültigen Stimmen das Ausscheiden fest.

 (3) Das Ausscheiden eines Mitgliedes ist in geeigneter Weise öffentlich bekannt zu machen.

 (4) Scheidet ein Mitglied während der Amtsperiode aus, so kooptiert der Kir­chengemeinderat ein Mitglied der DEKA als Ersatzmit­glied für die restliche Amtsdauer des ausgeschiedenen Mitglieds. Dies ist in geeigneter Weise bekannt zu machen.

 (5) Scheiden alle Mitglieder des KGR aus, bestimmt vorher der KGR eine kommissarische Vertretung und Verwaltung der Kirchengemeinde mit allen Rechten und Pflichten des Kirchengemeinderates. Kann sich der KGR über eine kommissarische Verwaltung nicht einigen, übernimmt das Kirchenamt der EKD die kommissarische Verwaltung der Gemeinde mit allen Rechten und Pflichten des Kirchengemeinderates.

 

§ 13 Beschlussfassung des Kirchengemeinderates

 (1) Der Kirchengemeinderat fasst seine Beschlüsse in der Regel in Sitzungen, die auf schriftliche, elektronische oder ausnahmsweise fernmündliche Ein­ladung des oder der Vorsitzenden, bei Verhinderung von der Stellvertretung, in der Regel monatlich stattfinden. Die Einladung ist auch an das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu richten. In jedem Fall ist eine Einberufungsfrist von einer Woche einzuhalten.

 (2) Der Kirchengemeinderat ist beschlussfähig, wenn außer dem oder der Vorsitzenden oder der Stellvertretung mindestens zwei weitere Kirchengemeinderatsmitglie­der anwesend sind. Bei der Beschlussfassung entscheidet die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Bei Stimmen­gleichheit entscheidet die Stimme der Person, die die Kirchengemeinderatsitzung leitet.

 (3) Die Kirchengemeinderatsitzung leitet der oder die Vorsitzende, bei seiner oder ihrer Ver­hinderung der oder die stellver­tretende Vorsitzende.

 (4) Die Sitzungen sind, wenn nicht anders beschlossen, für alle Gemeindeglieder öffentlich. Der KGR kann den Ausschluss der Gemeindeöffentlichkeit beschließen, wenn dies durch den zu behandelnden Tagesordnungspunkt geboten ist. Das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) kann an den Sitzungen des Kirchengemeinderates, auch wenn es sich um geschlossene Sitzungen handelt, teilnehmen.

 (5) Die Beschlüsse des Kirchengemeinderates sind schriftlich in einem Protokollbuch festzuhalten. Die Niederschrift hat Ort und Zeit der Kirchengemeinderatsitzung, die Namen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die gefassten Beschlüsse, das Ab­stimmungsergebnis und die Unterschrift des Sitzungsleiters oder der Sitzungsleiterin zu enthalten.

 (6) Ein Beschluss des Kirchengemeinderates kann ausnahmsweise auf schriftlichem Wege, auch mittels elektronischer Post, gefasst werden, wenn alle Mitglieder des Kirchengemeinderates ihre Zustimmung zu der zu beschließenden Regelung erklären.

 

§ 14 Die Kirchengemeindeversammlung (KGV)

(1) In der Kirchengemeindeversammlung hat jedes Mitglied der DEKA, das das 18. Lebensjahr vollendet hat, eine Stimme. Zur Ausübung des Stimmrechts kann ein anderes Mitglied schriftlich be­vollmächtigt werden. Es dürfen nicht mehr als zwei fremde Stimmen vertreten werden. Die Bevollmächtigung ist für jede Tagung der Kirchengemeindeversammlung gesondert zu erteilen.

 (2) Die Kirchengemeindeversammlung ist ausschließlich für folgende Angelegenheiten zu­ständig:

  1. Wahl eines/einer Vorsitzenden, eines Stellvertreters/einer Stellvertreterin und eines Protokollführers/einer Protokollführerin für 4 Jahre,
  2. Einberufung der Kirchengemeindeversammlung, siehe § 15,
  3. Beratung über den Gemeindeaufbau,
  4. Entgegennahme des Jahresberichtes des Kirchengemeinderates und dessen Entlastung,
  5. Genehmigung des vom Kirchengemeinderat aufgestellten Haushaltsplanes für das nächste Geschäftsjahr,
  6. Festsetzung der Höhe und der Fälligkeit der Gemeindebeiträge,
  7. Festsetzung der Anzahl der zu berufenden Mitglieder des Kirchengemeinderates,
  8. Wahl und Abberufung der Mitglieder des Kirchengemeinderates,
  9. Wahl des Finanzbeirates (Vorsitzender/Vorsitzende, Stellvertretender Vorsitzender/stellvertretende Vorsitzende, Schriftführer/Schriftführerin      
  10. Errichtung und Auflösung von Einrichtungen der DEKA,
  11. Beschlussfassung über Änderung der Satzung und über die Auflösung der DEKA,
  12. Beschlussfassung über den Widerspruch gegen den Ausschließungsbeschluss des Kirchengemeinderates,
  13. Zustimmung zu dem Vertrag mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dessen Änderung.

 (3) In Angelegenheiten, die in den Zuständigkeitsbereich des Kirchengemeinderates fallen, kann die Kirchengemeindeversammlung Empfehlungen an den Kirchengemeinderat beschlie­ßen. Der Kirchengemeinderat kann seinerseits in Angelegenheiten seines Zuständigkeitsberei­ches die Meinung der Kirchengemeindeversammlung einho­len.

 

§ 15 Die Einberufung der Kirchengemeindeversammlung (KGV)

 Mindestens einmal im Jahr, möglichst im ersten Quartal, soll eine ordentliche Tagung der KGV stattfinden. Sie wird vom Vorsitzenden/der Vorsitzenden der KGV unter Einhal­tung einer Frist von einem Monat schriftlich unter Angabe der Tagesordnung einberufen. Die Einladung ist auch an das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu richten. Die Frist beginnt mit dem auf die Ab­sendung folgenden Tag. Das Einladungsschreiben gilt dem Mitglied der Kirchengemeindeversammlung als zugegan­gen, wenn es an die letzte vom Mit­glied dem Kirchengemeinderat schriftlich bekannt gegebene elektronische oder postalische Adresse gerichtet ist. Die Tages­ordnung setzt der Kirchengemeinderat fest.

 

§ 16 Die Beschlussfassung der Kirchengemeindeversammlung (KGV)

 (1) Die Kirchengemeindeversammlung wird von dem oder der Vorsitzenden, bei Verhin­de­rung von der Stellvertretung oder einem anderen Mitglied der KGV geleitet. Ist kein Mitglied des Vorstandes der KGV anwesend, bestimmt die KGV, wer die Leitung übernimmt. Bei Wahlen kann die KGV für die Dauer des Wahlganges und der vorherge­henden Diskussion einem Wahl­ausschuss übertragen werden.

 (2) Die Art der Abstimmung bestimmt die Versammlungsleitung. Die Abstimmung muss schriftlich durchgeführt werden, wenn mindestens zwei Personen der bei der Abstimmung an­wesenden stimmberechtigten Mitglieder dies beantragen

 (4) Die Tagung der KGV ist öffentlich. Die KGV kann beschließen, dass für einzelne Tages­ordnungspunkte die Öffentlichkeit aus­geschlossen wird. Über die Zulassung der Presse, des Rundfunks und des Fernsehens be­schließt die KGV. Das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat ein Teilnahmerecht auch für die geschlossenen Sitzungen.

 (5) Die KGV ist beschlussfähig, wenn mindestens ein Drittel der im Mitgliederverzeichnis geführten Mitglieder anwesend sind. Bei Beschlussunfähigkeit ist der oder die Vorsitzende der KGV ver­pflichtet, innerhalb von vier Wochen eine zweite KGV mit der gleichen Tagesordnung einzu­berufen; diese ist ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Kirchengemeindeversammlungsmitglieder beschlussfä­hig. Hierauf ist in der Einladung hinzuweisen. Die zweite Kirchengemeindeversammlung kann auch unmittelbar im Anschluss an die erste KGV stattfinden, wenn zuvor in Verbindung mit der Einladung zur ersten Kirchengemeindeversammlung eine Eventualeinladung erfolgte. Die zweite KGV ist ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Gemeindeglieder beschlussfähig, worauf in der Einladung hinzuweisen ist.

(6) Die Kirchengemeindeversammlung fasst Beschlüsse

-           mit einer Mehrheit von drei Viertel der abgegebenen gültigen Stim­men bei Satzungsänderungen,

-           mit einer Mehrheit von vier Fünftel über die Auflösung der DEKA,

-      im Übrigen mit einfacher Mehr­heit der abgegebenen gülti­gen Stimmen.

Stimmenthaltungen bleiben außer Betracht.

 (7) Für Wahlen gilt folgendes: Hat im ersten Wahlgang keine der kandidierenden Personen die Mehrheit der abge­gebenen gültigen Stimmen erreicht, findet eine Stichwahl zwischen den Kandidaten oder Kandidatinnen statt, wel­che die beiden höchsten Stimmenzahlen erreicht haben.

 (8) Über die Beschlüsse der KGV ist ein Protokoll aufzunehmen, das von denjenigen unterzeichnet wird, die die Versammlung geleitet und das Protokoll geführt haben. Es soll Feststellungen über Ort und Zeit der Tagung der Kirchengemeindeversammlung, die Per­son des Leiters oder der Leiterin der KGV und des Protokollführers oder der Protokollführerin, die Zahl der erschienenen Mitglieder, die gefassten Beschlüsse im Wortlaut, das Abstimmungsergebnis und die Art der Abstimmung enthalten.

 

§ 17 Nachträgliche Anträge zur Tagesordnung

 Jedes Mitglied der Kirchengemeindeversammlung kann bis spätestens eine Woche vor dem Tag der KGV beim Vor­stand schriftlich beantragen, dass weitere Angelegenheiten nachträglich auf die Tagesordnung gesetzt werden. Der Leiter oder die Lei­terin hat zu Beginn der KGV die Tagesordnung entsprechend zu er­gänzen. Über Anträge auf Ergänzung der Tagesordnung, die erst in der KGV gestellt wer­den, beschließt die KGV. Zur Annahme des Antrags ist eine Mehrheit von drei Viertel der abgegebenen Stimmen erforderlich.

§ 18 Außerordentliche Kirchengemeindeversammlung

 Der oder die Vorsitzende der KGV kann jederzeit eine außerordentliche Kirchengemeindeversammlung einberufen. Diese muss einberufen werden, wenn das Interesse der DEKA es erfordert oder wenn die Einberufung von mindestens einem Drittel der Mitglieder schriftlich unter Angabe des Zwecks und der Gründe vom Kirchengemeinderat verlangt wird. Für die außerordentliche Kirchengemeindeversammlung gelten die §§ 14 und 15 entsprechend.

 

§ 19 Beauftragung der Pfarrer und Pfarrerinnen

 (1) Die Beauftragung von Pfarrern und Pfarrerinnen richtet sich nach dem zwischen der Gemeinde und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bestehenden Vertrag.

 (2) Pfarrer und Pfarrerinnen bleiben während der Dienstzeit in der Kirchengemeinde der Disziplinargewalt ihrer Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstellt.

 (3) Die Dienst- und Fachaufsicht über die Pfarrer oder Pfarrerinnen bestimmt sich nach Maßgabe des Beauftragungsverhältnisses. Bei einer Visitation des Pfarrers oder der Pfarrerin wirkt die Gemeinde mit.

 

§ 20 Die Pfarrer und Pfarrerinnen

 (1) Die Aufgabe von Pfarrern und Pfarrerinnen im pfarramtlichen Dienst ist die öffentliche Verkündi­gung und Sakramentsverwaltung in alleiniger Bindung an das Wort Gottes und im Gehorsam gegen Jesus Christus als den Herrn der Kirche entsprechend der bei ihrer Ordination eingegangenen Verpflichtung.

 (2) Pfarrer und Pfarrerinnen führen die Fachaufsicht über die ihnen zugewiesenen Personen im Auslandsvikariat, Praktikum, Lektoren- oder Prädikantendienst.

§ 21 Der Finanzbeirat

 Die Kirchengemeindeversammlung wählt mit Stimmenmehrheit einen Finanzbeirat. Der Finanzbeirat besteht aus einem Vorsitzenden und zwei Beisitzern. Der Finanzbeirat überprüft die Abrechnung des Kassenwarts und berichtet in der jährlichen Mitgliederversammlung über seine Tätigkeit, insbesondere über die Prüfung der Abrechnung des Schatzmeisters.

 

§ 22 Schlichtung

 (1) Bei auftretenden Meinungsverschiedenheiten können Kirchengemeinderat und Pfarrer oder Pfarrerin eine Person ihres Vertrauens um Vermittlung bitten.

 (2) Auf Antrag des Kirchengemeinderates oder eines Zehntel der Gemeindeglieder kann das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei schwerwiegenden Konflikten in der Gemeinde unter Ausschluss des Rechtsweges durch verbindlichen Schiedsspruch entscheiden, soweit dies nach staatlichem Landesrecht zulässig ist. Hiervon ausgenommen ist die vorzeitige Beendigung des Beauftragungsverhältnisses aus wichtigem Grund, für das Verfahren nach § 10 Abs. 2 des Kirchengesetzes über die Mitarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland in der Ökumene in der jeweils geltenden Fassung maßgebend ist.

 

§ 23 Auflösung der DEKA und Vermögensanfall

Die Auflösung der DEKA kann nur in einer Kirchengemeindeversammlung mit der im § 16 Abs. 6 festgelegten Stimmenmehrheit beschlossen werden. Das Vermö­gen geht im Falle der Auflösung auf die Deutsche Evangelische Kirchengemeinde in Lissabon (DEKL) über, die es in einer den Zwecken der DEKA entsprechenden Weise zu verwenden hat.

In-Kraft-Treten

Die Satzung tritt mit dem 31. Mai 2017 in Kraft.

25 Jahre DEKA

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Am 08. Juni1992 fand der erste Gottesdienst der Deutschsprachigen Evangelischen Kirchengemeinde im Algarve (DEKA) in Carvoeiro statt. Die Gemeinde besteht seit nunmehr 25 Jahren. Sie versammelt sich zum Gottesdienst, bietet ihre Gesprächsabende, seelsorglichen Dienste, Haus- und Krankenhausbesuche und im bescheidenen Rahmen auch diakonische Hilfen an.

Am Sonntag, dem 11. Juni 2017, soll der Gründung und dem 25 jährigen Bestehen der DEKA in einem Festgottesdienst und einer Feier in der Kirche und auf dem neuen Forum hinter der Kirche gedacht werden. 

Es ist geplant sich von 16.00 bis 18.00 Uhr zwnaglos bei Kaffee und Kuchen zu treffen, um 18.00 den Festgottesdienst zu halten und anschließend bis 21. 00 Uhr auf dem Forum hinter der Kirche zu feiern. Die endgültige Planung wird in der Mitgliederversammlung am 05. März 2017 festgelegt. Der Kirchengemeinderat hofft auf eine rege Beteiligung der Mitglieder der DEKA und ihrer Freunde und Wohltäter.

Abschied

Nach mehreren Einsätzen in unserer Gemeinde verabschieden sich Pfarrer Hans Uwe Hüllweg und seine Frau Friderun aus dem Algarve, um endgültig nach Münster/Westf. zurückzukehren. Am Sonntag, dem 3. Juli, 18.00 Uhr, hält er seinen letzten Gottesdienst (mit Abendmahl). Außerdem wird in diesem Gottesdienst auch wieder ein Enkelkind unserer Vorsitzenden Ingrid Helsen getauft. Leider kann sie wegen ihrer schweren Erkrankung nicht selbst dabei sein. Aber es wird eine Übertragung inss Krankenhaus nach Deutschland eingerichtet. Der Kirchenchor singt. Anschließend gibt es einen kleinen Empfang auf dem Kirchenvorplatz.

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