Time to say Goodbye.....

 

manfred Bye

Predigt am 1. Juli 2018 in Carvoeiro

Liebe Gemeinde
1. « Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein… », so haben wir zum Beginn heute gesungen. Lange haben wir auf diesen Tag gewartet, dass wir wieder in « unsere Kirche » hier über den Klippen zurück können, in das renovierte neue « Gotteshaus »… Gottes Wohnung?
Ich gebe die eine Orange, wenn du mir sagen kannst, wo Gott wohnt, sagt der Rabbi zum Kind. Es antwortet: Und ich gebe dir zwei, wenn du mir sagen kannst, wo er nicht wohnt…
« Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können Dicht nicht fassen; wie sollte es denn dieses Haus tun, das ich gebaut habe? », betet Salomo bei der Einweihung des Tempels in Jerusalem.
« Der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind », lesen wir in der Apostelgeschichte. « Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße. »
Gott ist All-gegenwärtig. Das ist evangelischer Glaube. Wir haben keine besondere heiligen Räume. Wir haben auch keine besondere Heilige. Weil Gott in jedem Menschen wohnt und atmet, ist jeder Mensch sein « Heiligtum », und so ist er auch in allen Räumen in gleicher weise gegenwärtig. Meister Eckart predigt: Wenn du das Gefühl hast, Gott sei dir in der Kirche näher als auf dem Feld, dann liegt das an deiner Konditionierung, aber nicht an Gott; denn ER ist überall gleich gegenwärtig…, im Kuhstall ebenso wie in der Kathedrale.

2. Was sagt man am letzten Gottesdienst… zum Abschied?
In der Schule und bei Seminaren gibt es einen Rückblick und eine Zusammenfassung.
Das will ich auch heute versuchen. Ihr hört also Wiederholungen aus den Predigten dieses Jahres, was mir wichtig war und ist. Jetzt, wo ich älter geworden bin, möchte ich mich auf die wesentlichen Themen des Lebens konzentrieren.

Du bist die schönste Kirche der Welt.
Oft habt ihrs gehört. « Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?(1. Korinther 3,16). « In IHM leben wir, bewegen wir uns und sind wir. »
(Apostelgeschichte 17,28)
Wie Jesus können auch wir sagen « Wer mich sieht, der sieht den Vater ».
Denn auch wir sind «homousios» (ihr erinnert euch an die Predigt über das Nicänische Glaubensbekenntnis), … homo-usios, d.h. «wesensgleich« mit dem Vater, denn auch wir sind aus ihm geboren…
„Gott gebiert sich als mich und mich als sich“ (Angelus Selesius).
Darum ist das Leben die eigentliche Religion. Die wahre Religion ist unser Menschsein.
Weil Gott in dir atmet, bist du die schönste und lebendigste Kirche der Welt.
Jesus ist der « Weg » in diese « Wahrheit ». An ihm soll uns aufgehen, wer wir sind,
eine der wichtigsten mystischen Erfahrungen und spirituellen Einsichten.

Darum das andere (zweite) Thema in diesem Jahr: Mystik
Von Karl Rainer, dem großen katholischen Theologen, kommt der Satz:
« Der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein, oder er wird nicht mehr sein. »
Rahner konkretisiert: « einer, der eine Erfahrung gemacht hat.. » Die eigene spirituelle Erfahrung übersteigt die Konfession und wird wichtiger, als kirchliche Lehre und traditionelle Glaubenssätze. Auch Spiritualität und Glaube haben sich individualisiert. Der moderne Mensch geht nicht mehr in den Sportverein, sondern ins Fites-Studio mit einem eigenem Programm… Und so lebt er auch spirituell, lässt sich nicht mehr vorschreiben und sagen, was oder wie er « glauben » muss… Die kirchliche Lehre und Dogmatik wird allenfalls noch zur Kenntnis genommen, aber die eigene Erfahrung wird entscheidend. Ich sehe darin die Chance zu neuer lebendiger Spiritualität.
Gott ist « in , durch und mit den Dingen », lehrt Luther. Darum ist das Leben unsere Religion und unser größter Lehrmeister.
In jedem Menschen gibt es einen `Seelengrund´ als tiefste und innerste Bewusstheitsregion. « Diese Stätte, wo das Endliche und das Unendliche sich begegnen und verbinden, gehört ebenso uns wie dem Ewigen an. Wer zu ihr hinabgelangt, der findet zu sich selber und darüber hinaus zu jenem All-Selbst, das die Religionen `Gott` nennen. » (K.O. Schmidt, Meister Eckart)
Mystik ist dieses Bewusstsein der Wesenheit unseres menschlichen Geistes in Gott und des göttlichen Geistes in uns Menschen…
Das gilt es zu erfahren: das Bewusstsein unserer « Wesenheit » mit der metaphysischen Urwirklichkeit, unsere Wesenheit mit dem EINEN, aus dem alle Differenzierungen hervorgehen. Es die tiefe Einsicht in das, « was die Welt im innersten zusammenhält» (Goethe im Faust).
Diese Erfahrung (die Religionen sprechen von Erleuchtung) übersteigt alle Religionen und Konfessionen, übersteigt Christentum, Buddhismus, Hinduismus, Islam und Judentum. Sie übersteigt Kultur und Tradition bei Asiaten, Afrikaner, Amerikaner und Europäer.
Noch einmal: Sie liegt jenseits jeder Konfession und jenseits der Glaubensbekenntnisse.
Sie liegt auch jenseits der Person von Jesus und Gautama. Die westliche Mystik nennt es « Christus-Bewusstsein », die östliche « Buddha-Bewusstsein ». Aber letztlich geht es immer um die Erfahrung der Urwirklichkeit, in die Jesus uns führen will und kann.
Man muss darum nicht aus den Konfessionen nicht aussteigen. Aber sie sind nicht das Ziel, sondern der Weg, der dann über sie hinausführt.

Das Dritte Thema: Der Dialog mit den den Naturwiassenschaften.
Im Rahmen der mystischen Erfahrungen ist ein neuer
Dialog mit den Naturwissenschaften entstanden, namentlich mit der Physik und Astrophysik, sehr konkret aber mit der Quantenphysik.
Schon Albert Einstein schrieb: « Die schönste und tiefste Rührung, die wir empfinden können, ist die Erfahrung des Mystischen. Sie ist der Säer aller wahren Wissenschaft.
Wem diese Rührung fremd ist, wer nicht länger in verwirrter Ehrfurcht dastehen kann, ist so gut wie tot. »
Und Werner Heisenberg, der Vater der Atomforschung: « Der erste Schluck aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott. »
Darum sind alle unsere Entwicklungen ( individuell und als Menschheit ) eine allmähliche Enthüllung des Ewigen. Und all unser Suchen nach Harmonie und Einheit mit dem Unendlichen trägt in sich die Verheißung des Finden. Denn es ist ein « Echo der Sehnsucht des kosmischen / göttlichen Funkens in uns nach seiner ewigen Heimat. Es ist der Atem Gottes in uns. »

Viertes Thema: Interreligiöser Dialog
Wir leben heute in einer multikulturellen Gesellschaft.
Allein schon unsere Essgewohnheiten und unsere Kleidung zeigen das.
Dieses multikulturelle Leben wird morgen auch ein multireligiöses Leben sein.
Wir leben in einem religiösen Supermarkt, aus dem Menschen sich nach Neigung und Interesse bedienen. Weihnachten greifen viele in das Regal der christlichen Kirchen. Zu anderen Zeiten greifen sie an die Regale der Naturreligionen, der Esoterik oder des Buddhismus… Auch hier entstehen neue Verbindungen und Dialoge.
Und auch hier gilt: alle unsere Entwicklungen sind eine allmähliche Enthüllung des Ewigen, sind eine Entfaltung Gottes in der Zeit…
Wir, die christlichen Kirchen, hatten über Jahrhunderte das spirituelle Monopol.
Dieses Monopol haben wir verloren. Wir müssen es loslassen und dialogfähig werden…
Nicht resignativ, sondern offensiv in den interessanten und spannenden Dialog gehen mit anderen Religionen und spirituellen Bewegungen…
« Himmel und Erde werden vergehen, sagt Jesus (vielleicht einschließlich der Kirchen), »aber meine Worte werden nicht vergehen ».
Der « Spiritus Creator » sein schöpferischer Geist, bleibt ewig und wird immer neue Entwicklungen einleiten…
Auch für Kirchen und Religionen gilt, was Hermann Hesse in seinem
Stufen-Gedicht schreibt:
«Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen.
Der Weltgeist will uns fesseln nicht und engen,
er will uns Stuf um Stufe heben weiten…
Vielleicht wird noch die Todesstunde
uns neuen Ufern jung entgegensenden.
Des Lebens ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan mein Herz, nimm Abschied und gesunde…
Noch einmal: das mag auch für Religionen und Kirchen gelten…

Schluss:
Und so muss auch ich selber jetzt loslassen und Abschied nehmen.
Loslassen: dieses schöne Nest, hier in der Algarve, mitunter war es fast kuschelig…
Loslassen: Euch und Eure kleine warmherzige Gemeinde; manchmal fühlte ich mich wohl wie in einer freundlichen Familie…
Loslassen auch die schönen Gottesdienste in Eurer Gemeinschaft. Freude haben sie mir gemacht.
Loslassen auch eine zuverlässige « Stamm-Gemeinde », von denen einige Freunde wurden… auch den Gesprächskreis, immer wieder wurde ich hier bereichert.
Das alles betrachte ich wie ein kostbares Geschenk. Und ich sage von Herzen Danke!

In jedem Loslassen liegt auch eine Chance, die Potenz zu neuen Möglichkeiten und Entwicklungen. Auch für Euch als Gemeinde. Immer, wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue, ein Grundgesetz des Lebens. Dafür wünsche ich Euch allen Segen, den Himmel und Erde geben können.
Amen.

 

Patenkind der DEKA in Brasilien

Ende letzten Jahres waren Mônica Ferreira und ich in Igarassu / Brasilien und haben im Convento Sagrado Coração de Jesus das Patenkind der DEKA, Karolayne, getroffen. Wir konnten ihr auch den Brief und das Geschenk der Gemeinde überreichen. Hier können wir nun etwas über die aktuelle Situation berichten.

An den ersten Tagen trafen wir Karolayne zunächst nicht im Convento an. Die Kinder kommen normalerweise an jedem Wochentag nach der Schule (wenn die Schule vormittags ist ) und vor der Schule (wenn die Schule nachmittags ist) zum Convento, werden dort betreut, bekommen zu Essen, können duschen und nehmen an verschiedenen Kursen teil.

Am dritten Tag trafen wir dann Karolayne im Convento und konnten mit ihr ein Gespräch führen, so dass sie fortan auch jeden Tag zum Convento kam. In einem Gespräch mit ihrer Mutter konnten wir herausfinden, warum Karolayne manchmal nicht zum Convento kam: Die Mutter erklärte, dass oft kein Essen vorhanden ist und Karolayne möchte dann ihre Mutter nicht alleine lassen. Wir konnten Karolaynes Mutter überzeugen, dass es besser ist, wenn Karolayne auch dann zum Convento geht. Zumindest bekommt sie dann dort etwas zu essen.

So kann man hier schon die Schwierigkeiten der Familie erahnen. Karolaynes Vater hatte vor ca. 4 Jahren einen Schlaganfall und ist deshalb arbeitsunfähig. Leider wurde die Berufsunfähigkeit aber von der staatlichen Sozialversicherung abgelehnt und so bekommt er keine Rente. Er hat auch keine Möglichkeit, diese einzuklagen, da er keinen Anwalt bezahlen kann.

Karolaynes Mutter ist sehr klein und mager, so dass ihr niemand eine Arbeit geben möchte, da niemand ihr zutraut, diese erledigen zu können. Manchmal kann sie eine Freundin oder Bekannte zu einer Arbeit begleiten und verdient dann ein bisschen Geld. Ansonsten versucht sie, ein bisschen Geld durch Muschelfischen zu bekommen. Das Muschelfischen ist eine sehr schwere Arbeit, die früh morgens beginnt und sich den ganzen Tag hinzieht: zunächst eine Fahrt mit dem Kanu, dann das Fischen der Muscheln, Rückfahrt, dann Aufbereitung der Muscheln, Abfüllen des Muschelfleisches in Tüten und schliesslich Verkauf des Muschelfleisches. Von vielen Kilogramm Muscheln gibt es nur einige Gramm Muschelfleisch. Jedoch kann Karolaynes Mutter dieses Muschelfischen auch nicht immer machen, da Karolaynes jüngerer Bruder eine Behinderung hat, die sich durch starke Hyperaktivität äussert. Deshalb ist die Anwesenheit der Mutter im Hause wegen des Sohnes und natürlich auch wegen des Ehemannes erforderlich.

Karolaynes ältere Schwester hat jetzt das Haus verlassen, denn sie hat einen festen Freund und ein Baby. Sie ist 14 Jahre alt. Leider passiert dies recht oft, dass die Jugendlichen aus sehr schlechten Verhältnissen sich sehr früh in eine Beziehung binden, in der Hoffnung, aus der bisherigen Situation zu entkommen. Ein fester Freund stellt da das Seil da, mit dem sie denken, sich aus der Patsche ziehen zu können. Wenn die rosarote Brille des Verliebtseins sich dann wieder aufklart, müssen sie dann feststellen, dass sie eine ähnliche Familiensituation geschaffen haben, wie zuvor.

Die Arbeit im Convento möchte vor allem den Kindern und Jugendlichen eine stabile Basis bieten, dass sie Essen, Hygiene und Zuneigung haben. Zusätzlich zur Betreuung werden zurzeit die Kurse Religionsunterricht, Informatik und eine Gruppe mit einer Psychologin angeboten. Weiterhin werden verschiedene Aufführungen mit Theater und Tanz vorbereitet und es gibt auch Ausflüge.

Vor unserer Abreise konnten wir noch sehen, wie Karolayne bei den Aufführungen der Weihnachtsfeiern mitgemacht hat. Leider erreichte uns dann ein paar Tage vor Weihnachten die traurige Nachricht, dass Karolaynes Vater einen zweiten Schlaganfall hatte.

Die Hilfe der Gemeinde für Karolayne und ihre Familie ist also sehr wichtig. Wir danken im Namen von Karolayne, ihrer Familie, aller Beteiligten des Conventos in Igarassu und im Namen des Zahnärzlichen Hilfsprojektes Brasilien e.V. (über welches die Patenschaft läuft) der Gemeinde für die Unterstützung und Hilfe. Bei Fragen zum Projekt stehen wir gerne jederzeit zur Verfügung.

Text und Foto Dr. Axel Geiger 

 Foto Dr. Geiger mit Karolayne

Ökumenischer Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen

Ökumenischer Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen

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Auf Einladung des katholischen Bischofs von Faro, Dom Manuel, fand am 21. Januar in der vollbesetzten Kirche São Francisco in Faro ein ökumenischer Gottesdienst statt. Zusammen mit einer kleinen Zahl von Gemeindemitgliedern aus der DEKA nahm auch Pastor Andreas Lemmel daran teil. Neben Geistlichen der katholischen, der griechisch-katholischen, der rumänisch- orthodoxen und der anglikanischen Kirchen vertrat er die deutschsprachigen evangelischen Christen.

Die Liturgie des Gottesdienstes, die jedes Jahr von einer gemeinsamen Kommission aus Vertretern des Vatikans und des Ökumenischen Rates der Kirchen erarbeitet wird, nahm in diesem Jahr deutlich Bezug auf das 500jährige Reformationsjubiläum. Zu Beginn wurden zwölf Steine zu einer Mauer aufgeschichtet, die für Haltungen stehen, die Trennung verursachen wie: „Religionskriege“, „Verachtung“, „Intoleranz“ usw. Die Steine der Mauer wurden anschließend zu einem Kreuz geformt als Zeichen der wandelnden und verbindenden Kraft der Vergebung. 

 

 

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Pastor Lemmel als Vertreter der Kirchen der deutschen Reformation war gebeten worden, das Evangelium in deutscher Sprache zu lesen und eine kurze Ansprache zu halten. Er überbrachte Grüße der Evangelischen Kirche in Deutschland und wies hin auf die am 11.  März in der Hildesheimer Michaeliskirche geplante Buß-Liturgie, in der die Vertreter der katholischen Kirche und der EKD die in den vergangenen Jahrhunderten wechselseitig zugefügten Verwundungen und Beleidigungen benennen und bekennen und dafür um Vergebung bitten werden. 

Unter Bezug auf das verlesene Evangelium von der Heimkehr des Verlorenen Sohns (Lukas 15,12-24) sagte Lemmel, „dass es manchmal leichter ist, Versöhnung mit dem Vater zu finden … als mit dem Bruder. Beides, so lernen wir, die Versöhnung mit Gott und die Versöhnung unter uns Geschwistern, ist nicht möglich ohne Buße. Dem älteren Bruder, der immer zu Hause geblieben ist, steht die Buße noch als eine schwere Aufgabe bevor. … Es ist müßig zu spekulieren, wer mit dem älteren und wer mit dem jüngeren Bruder gemeint ist, wenn wir an uns oder auch an unsere Kirchen denken. Ich meine, wir sind immer beides. Wir genießen die Freiheit, die der Vater uns gewährt, und wir missbrauchen sie oft zu unserem eigenen Schaden. Und wir leiden zugleich unter den engen Grenzen, die wir um uns ziehen unter dem Vorwand, sie entsprächen dem Willen des Vaters, obwohl der uns zur Freiheit ermutigt.

500 Jahre nach der großen Spaltung der Kirche des Westens freue ich mich über viele Schritte, die wir inzwischen aufeinander zugegangen sind. Wir stehen schon auf der Schwelle zum Festsaal der Einheit, um gemeinsam einzutreten. Wir reichen uns die Hände als Geschwister im Haus des Vaters. Er gebe seinen Segen dazu und erfülle uns mit dem Geist der Versöhnung.“ 

Als kleinen Gruß aus dem Land der Reformation erhielt Bischof Dom Manuel die Martin-Luther-Playmobilfigur.

Text Andreas Lemmel, Fotos Samuel Mendoҫa

 

Samuel Mendoҫa, der Direktor der "Folha do Domingo" hat online einen Artikel gestellt, der ausführlich über dieses Treffen berichtet. Er ist auf Portugiesisch und bringt weitere Fotos. Hier der Link dazu:

http://folhadodomingo.pt/igrejas-cristas-algarvias-voltaram-a-rezar-pela-unidade-3/

Rückschau Gedenkstunde zum Volkstrauertag

Schon seit vielen Jahren findet auf dem Friedhof in Aljezur eine dreisprachige Gedenkstunde zum Volkstrauertag statt. Zentral auf dem dortigen Friedhof haben die sieben Soldaten, die am  09. Juli 1943 von einer britischen Maschine abgeschossen wurden, ihre Ruhestätte gefunden. Im Auftrag des Deutschen Botschafters in Portugal wird nicht nur eine Ansprache gehalten, dieses Jahr von Verteidigungsattaché Oberstleutnant i.G. Björn Taube, sondern auch ein Kranz niedergelegt.

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Ebenfalls ein Kranz niedergelegt wurde von den Vertretern der Câmara und Freguesia von Aljezur. Zum ersten Mal dabei war ein Vertreter der Royal British Legion, Mister James Howe, der mir seiner Frau Sue kleine Holzkreuze auf jedes Grab legte. Der Coro Internacional de Aljezur unter der Leitung von Carme Juncadella sang drei Lieder, welche der ganzen Veranstaltung einen würdigen Rahmen gab.

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Bemerkenswert ist, dass gerade an diesem Sonntag ein zweiseitiger Artikel zum Absturz vor 73 Jahren in der portugiesischen Zeitung Público vom dem Journalisten Idálio Revez erschien, der ausführlich auf dieses Ereignis und seine Geschichte einging. Auf der Webseite der Zeitung waren zusätzlich zum Artikel noch viele Fotos veröffentlicht, welcher der extra aus Lissabon angereiste Fotograf wenige Tage vorher aufgenommen hatte. Unter dem folgenden Link finden Sie die ausführliche Darstellung:

https://www.publico.pt/local/noticia/alemaes-homenageiam-os-sete-mortos-da-batalha-de-aljezur-caidos-em-combate-na-ii-guerra-mundial-1750806

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Text und Fotos Doris Wroblewski

Seebestattung

Am Tag vor dem Toten- oder Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag im Kirchenjahr vor dem Adventssonntag, mit dem ein neues Kirchenjahr beginnt, fand eine Seebestattung in Praia da Luz satt. Haydn von Hohenstein, der noch vor wenigen Wochen  den Segen von Pastor Andreas Lemmel für sich und seine Partnerin Sylke Wegener bekam, konnte seine Krankheit nicht besiegen. Als langjähriger Segler hatte er den Wunsch, dass seine Asche auf dem Meer verstreut werde.

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Nach einer Gedenkfeier auf den Klippen des schwarzen Felsens im Osten des Strandes "Praia da Luz" wurde im Kreis von Freunden und Bekannten die Urne auf ein kleines Boot nach Lagos gebracht. Bei völlig ruhiger See und strahlendem Wetter konnte dem letzten Wunsch des Verstorbenen nachgekommen werden.

 

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Es war schön zu sehen, wie Asche und Blumen, durch die Strömung getrieben, ihren Weg zum Ausgangspunkt, dem Schwarzen Felsen von Praia da Luz, fanden. Gut zu wissen, dass derartige Bestattungen auch in Portugal möglich sind.

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Text und Fotos Doris Wroblewski